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  • Dee_982

    Küchenrollen

    Hallo!

    Ich bin vor ein paar Tagen in einen leichten Streit mit meinem Bruder geraten.
    Er der absolute verschwendungs Mensch meinte, dass er sicher 1 Küchenrolle am Tag verbraucht.
    Ich benutze kaum Küchenrollen, vielleicht eine in 3 Monaten, sondern nutze eher (wie unsere Eltern auch schon immer) Stoff Küchentücher, die man Wäscht, wenn sie dreckig sind und immer wieder benutzen kann.
    Mein Bruder meinte dann, dass mein sparen, oder nachhaltiges Handeln in dem Bereich gar nix nützt, denn schließlich wird unser Müll ja verbrannt und seine Küchenrollenabfälle eignen sich hervorragend zum Brennen. Seiner Meinung nach hat die Müllverbrennung eh schon ein Problem durch so Menschen wie mich, denn wegen uns müssten sie Öl zukaufen, damit der ganze Mist überhaupt verbrennt.

    Ich muss nun zugeben, mit Müllverbrennung etc. hab ich mich noch nie sonderlich auseinander gesetzt. Ich trennen meinen Müll und versuche von vorneherein überhaupt Müll zu vermeiden...aber richtig in dem Thema bin ich nicht drin und konnte ihm nicht wirklich etwas entgegen setzen, außer, dass das für mich kein Grund wäre plötzlich mehr Müll zu produzieren...

    Hat hier irgendwer gute Argumente für mich, für die nächste Diskussionsrunde mit meinem Bruder?

    Viele Grüße
    Denise

    Gefragt von
    Dee_982
    am 04.November 2011, 09:47 | 10 Antworten

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  • Dude

    Warum sollte Müllverbrennung besser sein als Müllvermeidung?
    Warum sollte es notwendig sein, dass die Müllverbrennungsanlagen möglichst viel Müll bekommen?

    Grundsätzlich zur Müllverbrennung aus Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%BCllverbrennung#Errichtete_M.C3.BCllverbrennungsanlagen_im_deutschsprachigen_Raum
    <<<<<<<<<<<<<<
    Nach den gesetzlichen Vorgaben des Krw-/AbfG von 1996 ( http://de.wikipedia.org/wiki/Kreislaufwirtschafts-_und_Abfallgesetz ) dürfen in Deutschland nur Abfälle zur Beseitigung, die nicht auf andere Weise umweltverträglich verwertet oder behandelt werden können, in die Restmüllverbrennung gegeben werden. Die trotz der getrennten Erfassung und Sammlung noch anfallenden Hausrestmüllmengen und der Gewerberestmüll gehören hierzu.

    Bis 1998 wurden in Deutschland 53 Müllverbrennungsanlagen errichtet. Die Zahl stieg bis 2003 auf 61 an. Die Planung sieht in naher Zukunft vor, weitere 15 Anlagen zu bauen, hauptsächlich in Ostdeutschland (insgesamt dann 76).

    Da aber seit der Schließung der Deponien (1. Juni 2005) die Preise für Misch- und Restabfälle stark gestiegen sind, werden nun auch viele Anlagen in rein privatwirtschaftlichem Interesse gebaut. Diese Anlagen werden zu großen Teilen gemischte Gewerbeabfälle verbrennen (siehe auch Ersatzbrennstoffkraftwerk).
    >>>>>>>>>>>>>>

    Es ist also so, dass Abfälle in Deutschland nicht mehr _direkt_ deponiert werden dürfen (die Verbrennungsreste müsse ja auch irgendwo hin).
    In der Folge dieser Entscheidung brach ein Boom von Müllverbrennungsanlagen aus. Dabei wurden aus verschiednene Gründen Überkapazitäten geschaffen. Dies führte dazu, dass viele Müllverbrennungsanlagen unterausgelastet sind.

    Das ist für die Betreiber zum Einen ein wirtschaftliches Problem, da sie die Betriebskosten nicht decken können und Verluste machen. Zum Anderen braucht es eine bestimmte Menge an Brennstoff, damit die gewünschten Temperaturen erreicht werden, bei denen weniger giftige Gase entstehen.

    Dies ist aber ein Problem des Betreibers und sollte nicht dazu führen, dass wir mehr Müll produzieren. Zumal kaum jemand weiß, ob die Müllverbrennungsanlage in die sein Müll wandert zu denen gehört die Auslasungsprobleme haben. Aber das sollte auch kein Kriterium sein.

    Schließlich wäre es am besten, wenn wir so wenig Müll produzieren würde, dass viele Müllverbrennungsalagen stillgelegt werden könnten.


    PS: Ich benutz vielleicht eine Küchenrolle pro Jahr. Für die meisten Zwecke reichen waschbare Lappen. Und ich koche so gut wie jeden Tag.

    Beantwortet von Dude am 04.November 2011, 12:25
    • Kassowarth

      Die Müllverbrennung ist im Prinzip eine gute Sache, wenn sie richtig gemacht wird, d.h., dass...mehr

      Kassowarth am 03.Oktober 2012, 19:35
    • owia

      Zum Thema Müllverbrennung und die damit verbundene Abzocke: http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/30/0,...mehr

      owia am 07.März 2012, 20:46
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  • emmaradio

    Interessante Frage! Ich persönlich habe in meinem ganzen (jungen) Leben noch nie eine Kücherolle gekauft.

    Aber das Argument, die Müllverbrennungsanlagen müssten aus Mangel an brennbaren Materialien zusätzlich Öl o.ä. Brandbeschleuniger verwenden, damit es besser brennt, habe ich noch nie gehört ( was nicht heißt da es passiert). Woher hat dein Bruder das?

    Rein physikalisch würde ich jetzt mal beurteilen, dass sich unter dem Restmüll, der so anfällt so einiges leichtbrennbares befindet (oder wäre das jetzt eher chemisch?). Von daher leuchtet es mir nicht ein, warum nun ausgerechnet Küchenrollenpapier den Verbrennungsanlagen explizit nützt.

    Abgeshen davon würde ich in Frage stellen, dass es sinnvoll ist Verbrennungsanlagen auf diese oder eine andere Weise überhaupt erhalten zu wollen. Insofern ist Müllvermeidung wohl die allerbeste Strategie.

    Das erinnert mich an die Argumentation, Mülltrennung mache ja keinen Sinn, weil am Ende sowieso zusammengeschüttet würde. Das ist vereinzelt zwar tatsächlich ein Problem, widerlegt deswegen aber noch lange nicht die Sinnhaftigkeit von Mülltrennung.

    Vielleicht kannst du deinen Bruder ja mal zu einer Exkursion zur nächsten Verbrennungsanlage überreden. Dann kann er seinen Einwand ja dort nochmal formulieren. Würde mich pesönlich auch mal interessieren, was da so tatsächlich alles landet. Vielleicht magst du ja dann davon berichten ;-)

    Beantwortet von emmaradio am 04.November 2011, 17:57
    • werner stickler

      Gehört habe ich von dieser "Zusatzfeuerung" schon mal, aber bei einer kurzen Recherche nur Hinweise...mehr

      werner stickler am 03.Juli 2012, 09:58
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  • Roger

    Der Verbrauch ist bei einigen schon recht krass. Auch ich habe früher wesentlich mehr Küchenrollen verbraucht als noch heutzutage. Ich nutze heutzutage eigentlich mehr waschbare Tücher. Ganz ohne Küchenrollen geht bei mir aber auch nicht. Aber wenn dann verwende ich Rollen aus Recylingpapier. Die sind genauso gut wie die aus Frischfaser. Ich habe noch kein Nachteil feststellen können. Leider gibt es diese aber auch nicht überall zu kaufen und sind dann leider auch nur versteckt im Laden zu finden und dann auch noch teilweise teurer als die aus Frischfassern. Schade das sich nur wenige Menschen darüber wirklich Gedanken machen.

    Beantwortet von Roger am 01.Juli 2012, 22:48
    • Roger

      Ganau das ist das "Problem". Man muss danach suchen um sie zu entdecken. Und wenn man dann mal bei...mehr

      Roger am 02.Juli 2012, 23:11
    • elise

      Wir haben Küchenrollen aus Recyclingpapier entdeckt, deren Tücher halb so breit wie normal sind.:...mehr

      elise am 02.Juli 2012, 15:04
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  • gruenebine

    Hallo,

    Küchenrollen wie Papiertaschentücher sind bis auf wenige Situationsausnahmen ein echtes no no no, wenn man sich umweltschonend verhalten möchte!
    Wenn man waschbare Lappen öfter wechselt und außerdem Essigreiniger oder Essig-Essenz benutzt, und damit immer gleich die Flächen saubermacht, entsteht Bakterienwachstum nicht so schnell . Vielleicht riecht es ja mal etwas nach Essig, aber für mich wäre das ein kleineres Makelchen.

    Gruenebine

    Beantwortet von gruenebine am 04.November 2011, 16:34
    • frecherEngel

      Also zum Putzen nehm ich meistens Zitronensäure,das riecht nicht so schlimm und macht auch den Kalk...mehr

      frecherEngel am 08.November 2011, 17:45
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  • wetterwachs

    Hier ist ein toller Beitrag zu dem Thema:
    http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/45_min/hintergrund/verfuehrerpapier101.html

    Beantwortet von wetterwachs am 04.November 2011, 18:29
    • bastler

      Die unterschiedlichen Methoden, Bildschirme stromsparend zu betreiben, sind von der Technik der...mehr

      bastler am 04.November 2011, 23:50
    • wetterwachs

      Ich habe bei meinem Laptop den Ökomodus eingestellt. Der Bildschirm ist so etwas dunkler. Bei...mehr

      wetterwachs am 04.November 2011, 23:01
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  • Bada

    Vielleicht noch ein Argument:
    Küchenrollen bestehen aus Papier und der Rohstoff, für die Papierherstellung, ist Holz.
    Es ist nicht sinnvoll, diese Ressourcen so sinnlos zu verbrauchen.
    Wenn er schon soviele Papiertücher benutzt ,sollte er wenigstens darauf achten, dass sie aus Recyclingpapier bestehen. Diese Rollen gibt es mittlerweile im Edeka und im DM Markt.

    viel Erfolg und Gruß Gabi

    Beantwortet von Bada am 04.November 2011, 13:49
    • Dude

      Genau! Und wenn der Bruder meint, er müsse der Müllverbrennung mehr Brennmaterial anliefern, dann...mehr

      Dude am 04.November 2011, 14:23
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  • Grasmuecke

    Ich benutzt Küchenrollen nur aus recyceltem Papier. Es kommt immer darauf an für was man sie benutzt. Zum Abwischen von Tisch und Haushaltsfläche nehme ich Tücher aus Bambus und Mais die man nach dem man sie öfter gewaschen hat auf den Kompost werfen kann. Wenn ich viel Öl in einer Pfanne habe wische ich diese mit einem Küchenpapier aus und werfe das dann in die Biotonne, denn für solche Zwecke muss man das Papier ja nicht verbrennen wenn es doch auch recycelbar und biologisch abbaubar ist. Diesen Tipp habe ich aus einer nachhaltigen regionalen Zeitschrift (Earth Charter) einer alten Frau gelesen.
    Beim Waschen muss man ja den Verbrauch von Waschmitteln und Wasser und die Energiekosten also den Strom mit einbeziehen. Natürlich wird auch Energie, Wasser und Chemikalien in der Herstellung der Küchenrolle verbraucht. Man muss immer abwägen wie man etwas entsorgt bzw wie oft man es benutzt und zu welchem Zweck. Wenn man beides in Maßen tut, sich der Gebrauch von Wegwerftüchern also Küchenrollen und diese dann im Biomüll entsorgen kann und der Verbrauch von Lappen die man nach einer gewissen Zeit wieder wäscht, ausgleicht, ist es in Ordnung.
    Wir alle können nicht 100% nachhaltig sein, denn wir verbrauchen alle irgendwas, verschmutzen Wasser oder brauchen Energie, egal was wir tun! Das darf man auch nicht vergessen. Man muss es nur möglichst nachhaltig tun, also darauf achten wie man etwas macht oder auch in gewisser Weise verzichtet oder wiederverwertet, das ist immer besser als immer Neu zu verbrauchen und eine Wegwerfmentalität an den Tag zu legen.

    Beantwortet von Grasmuecke am 27.Juni 2012, 18:52
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  • mela

    Die Argumentation deines Bruders ist für mich sehr "von hinten durch die Brust ins Auge". Um den Restmüll zum Brennen zu bringen, möchte er brennbaren Müll produzieren.
    Analog könnte dein Bruder zB argumentieren, dass gegen das Abbestellen von Werbung und Kostenlos-Zeitschriften ist, damit der Restmüll verbrennen kann.

    Es stimmt, dass zum Verbrennen von Restmüll teilweise Brennstoff verwendet werden muss. Aber
    1. wird als Zusatzbrennstoff m.W. nicht Öl gekauft, sondern wenn dann ehr Kohle oder Plastikmüll. Und er weiß bestimmt nicht, ob in "seiner" Müllverbrennungsanlage überhaupt Brennstoffbedarf ist und woraus der gedeckt wird.
    2. wird bei der Herstellung von Papier und Küchenrollen viel Energie und Wasser verbraucht. Es wäre energetisch gesehen viel sinnvoller, diese Energie zu sparen, und stattdessen direkt das Holz als Zusatzbrennstoff zur Müllverbrennung einzusetzen.
    3. sollte Müllvermeidung über allem stehen. Ob Papier, Restmüll oder Gelber Sack: Alles, produziert wird, kostet Produktionsaufwand und was weggeworfen wird, muss abgeholt und Verarbeitet oder sonst entsorgt werden. Das ist alles Energieaufwand, auch bei Papier.

    Hier der Aufruf und Argumentation zum Papiersparen von robin wood (und anderen Umweltverbänden) (Langfassung und Kurzfassung)
    http://www.robinwood.de/fileadmin/Redaktion/Dokumente/Papier/memorandum_langfassung.pdf
    http://www.robinwood.de/fileadmin/Redaktion/Dokumente/Papier/memorandum_kurzfassung.pdf

    Hier eine Studie zum Energieverbrauch bei der Papierproduktion (aufgeteilt nach Recycling und Frischfaserpapier- behandelt zwar Büropapier, ist aber bestimmt vergleichbar mit Küchenrollenpapier)
    http://www.initiative-papier.de/docs/IFEU-Studie_Kurzfassung.002.pdf

    Ich wünsche dir viel Spaß und Erfolg beim nächsten Gespräch mit deinem Bruder. Es wäre ja erstmal gut, wenn er ein Bewusstsein dafür entwickelt und zumindest mal auf Recyclingpapier umsteigt.

    PS: Sein Verbrauch ist schon extrem. Putzt er den Boden damit?

    Beantwortet von mela am 08.November 2011, 12:15
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  • Wunder

    Danke für diesen Beitrag, da fühl ich mich mal wieder etw. in meinem TUN bestärkt, weil ich ja nicht die Einzige bin....

    Hatte früher eine Packung Küchenrollen, die reichte mind. ein Jahr.

    Als ich meinen Freund kennen lernte (2008) war ich bestürzt über dessen inflationären Gebrauch dieses Papierprodukts.
    Irgendwie arrangierte ich mich damit (wie mit einigen anderen Punkten, wie Waschmittel, Lebensmittel, usw...)
    Über die Zeit hat mein Handeln schon auf ihn abgefärbt, und wir können eigentlich ganz entspannt damit umgehen.
    Ich glaube, dadurch dass ER jetzt bewusster KR benutzt, habe ich der Natur schon einen größeren Dienst erwiesen, als wenn ich allein geblieben wäre :-)

    Beantwortet von Wunder am 04.November 2011, 23:31
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  • bestchoice

    Hallo,
    ich nehme auch immer waschbare Lappen.
    Manchmal ist es aber aus hygienischen Gründen sinnvoll, vor allem in der Küche, eine Küchenrolle zu verwenden.
    Anstatt den Lappen gleich in die Waschmaschine oder in den Waschkorb (wo es dann auch unhygienisch ist und sich Bakterien bilden) zu geben.
    Guter Mix zum Vorteil der Umwelt, hoffe ich.

    Beantwortet von bestchoice am 04.November 2011, 15:09
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