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Kann man bedenkenlos Kosmetik von Yves Rocher erwerben?

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Peggy1210 fragte am 14.08.2012 um 10:56

Yves Rocher wirbt immer wieder damit, dass sie Pflanzen-Kosmetik herstellen würde. Allerdings haben sich bei mir Zweifel aufgetan.

So findet sich z. B. in verschiedenen Handcremes von Yves Rocher Paraffinum und Paraffin. Was hat das mit Pflanzen-Kosmetik zu tun? Meines Erachtens handelt es sich dabei um bewusste Verbrauchertäuschung und Betrug.

Ich habe auch mal in einer Dokumentation gehört, dass v. a. Peelings winzig kleine Plastikkörnchen enthalten, die dann in die Flüsse und das Meer gelangen. Fische verwechseln diese dann mit Algenbestandteilen und sterben daran. Allerdings ist mir die chemische Bezeichnung dieser kleinen Plastikkörchen entfallen. Denn das steht ja dann im Kleingedruckten auf der Verpackung. Ich kann mich aber entsinnen, dass ich nach diesem Beitrag bei einem Yves Rocher Peeling auf die Inhaltsliste geschaut habe und ebendiese darin gefunden habe.

Auch ein Zertifikat oder ein Siegel wie "Zertifizierte Naturkosmetik" ist nirgends auf den Yves Rocher Produkten zu finden.

Kann man also bedenkenlos Kosmetik von Yves Rocher erwerben oder betreibt Yves Rocher sogenanntes "Greenwashing"? Sollte man lieber auf andere Marken der Naturkosmetik setzen? Und um welche handelt es sich dabei?

  • antwortete am 16.08.2012 um 13:17
    Die Aussagen auf der eigenen Webseite sind eher allgemein gehalten. Es wird von Bio-Produkten geredet, aber mit keinem Wort erwähnt, ob und wie diese zertifiziert sind: http://www.yves-rocher.de/control/com/de/geschichte/anbau_herstellung_vertrieb/einzigartiges_business_modell/#/1/

    Ich sehe das genauso wie mela, wenn ein Riesenunternehmen wie YR auf Siegel verzichtet, dann ist Misstrauen berechtigt. Das Geld für die Zertifizierungs-Prozesse hätten die doch locker über und es wäre dann auch eine unabhängige Kontrolle gegeben. Ohne diese Kontrolle von außen kann man dann eigene Standards festlegen, die zwar über dem Standard der industriellen Massenproduktion liegen, aber hochstwahrscheinlich dennoch schlechter sind als bei "echter" Naturkosmetik.
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      kommentierte am 24.08.2012 um 15:44
      Gerne möchte ich hierzu von Seiten Yves Rocher offiziell anworten.
      Die Yves Rocher Pflanzen-Kosmetik umfasst Naturkosmetikund naturnahe Kosmetik.
      Yves Rocher betreibt biologisch-kontrollierten Anbau auf den 44 Hektar großen Anbauflächen in der Bretagne. Die hier gepflanzten Pflanzen decken ein Drittel des Pflanzenbedarfs ab, den Yves Rocher für seine Pflanzen-kosmetik benötigt. Die Kamille aus dem Bio-Anbau von La Gacilly wird in der Gesichtspflegelinie Pure Calmille eingesetzt, die Arnika aus Bio-Anbau setzt Yves Rocher in der Produktlinie Arnica Essentiel ein.
      „CULTURE BIO"ist die biologisch-zertifizierte Pflegelinie von Yves Rocher mit Pflege-Produkten für Gesicht und Körper. "LIFTING BIO" ist eine biologisch zertifizierte antifalten-Pflege auf Basis von Luzerne-Extrakt aus Bio-Anbau.
      Sämtliche Produkte der Linien CULTURE BIO und LIFTING BIO wurden vom Kontrollverband ECOCERT zertifiziert und tragen darüber hinaus das Bio-Siegel Cosmebio. Sie enthalten bis zu 98% Inhaltsstoffe natürlichen Ursprungs und bis zu 85% pflanzliche Inhaltsstoffe aus biologischem Anbau. Darüber hinaus enthalten sie keine Inhaltsstoffe auf Mineralölbasis, keine Silikone, keine Parabene und keine synthetischen Farb- und Duftstoffe.
      Die Linie „Pflanzenpflege für die Haare“ umfasst sieben Haarpflege-programme. Von den 7 Pflanzen, auf denen die 7 Haarpflegeprogramme der Linie basieren, stammen jeweils die pflanzlichen Rohstoffe von 6 Pflanzen aus biolgischem Anbau: Malve, Hafer, Calendula, Brennessel, Kapuzinerkresse, Lindenblüten. 1 Pflanze stammt nicht aus Bio-Anbau aber ist garantiert französischer Herrkunft: die Himbeere.
      Für innovative Texturen und natürliche Produktformeln steht zum Beispiel auch die Make-up Edition „Couleurs Nature 100% naturelle“. Sie basiert auf Inhaltsstoffen zu 100% natürlichen Ursprungs. Sie wurde auf Basis pflanzlicher und mineralischer Wirkstoffe entwickelt und enthält keinerlei synthetische Inhaltsstoffe.

      Über eine unternehmenseigene Umweltstiftung „die Fondation Yves Rocher“ (Infos unter: www.yves-rocher-fondation.org) engagiert sich Yves Rocher seit 1991 weltweit für Natur- und Umweltschutz.
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      kommentierte am 24.08.2012 um 15:57
      herzlichen Dank für die Stellungnahme. Können Sie sagen, wie hoch (gemessen am Gesamtsortiment) bei Yves Rocher der Anteil von Produkten ist, die ein Ecocert Siegel tragen?
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      kommentierte am 27.08.2012 um 10:34
      Ein Drittel der in der Yves Rocher-Pflanzen-Kosmetik eingesetzten pflanzlichen Inhaltsstoffe stammen aus biologisch-kontrolliertem Anbau in der Bretagne, der vom Kontroll- und Zertifizierungsverband Ecocert zertifiziert ist. Rund acht Prozent der Produkte tragen ein Ecocert-Label. In Sachen Nachhaltigkeit geht Yves Rocher hier noch einen Schritt weiter. Denn Yves Rocher hat sich verpflichtet bis 2015 weltweit 50 Millionen Bäume zu pflanzen. Durch den Kauf eines Green-Charity-Produktes bei Yves Rocher, zu denen allee biologisch zertifizierten Produkte gehören, kann jeder der Natur Gutes tun:
      Für jedes gekaufte Charity-Produkt lässt Yves Rocher im Rahmen der Aktion „50 Millionen Bäume" einen Baum pflanzen. Mehr Infos zum Yves Rocher-Engagement „50 Millionen Bäume“ gibt es unter:
      www.yves-rocher-fondation.org
  • antwortete am 14.08.2012 um 12:23
    Hallo Peggy!

    ich kenne zwar die Produkte von Yves Rocher nicht persönlich, aber wenn eine Marke mit "Pflanzen-Kosmetik" wirbt aber keinerlei Naturkosmetik-Siegel angibt, hört sich das sehr nach Greenwashing an.

    Hier ist eine Übersicht über die wichtigsten Siegel für Naturkosmetik:

    http://www.hautbalance-naturkosmetik.de/Naturkosmetik-Info/Naturkosmetik-Siegel.htm?shop=hautbalance&SessionId=&a=catalog&t=13063&c=13107&p=13107

    Firmen, mit denen ich sehr gute Erfahrungen gemacht habe: Dr.Hauschka (sehr gut, aber auch nicht günstig),
    Lavera, Sante, Wala, Tautropfen. Günstiger und teilweise auch mit den Siegeln ist die hauseigende Marke von DM: Alverde.

    Beste Grüße
    awareness
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      kommentierte am 14.08.2012 um 16:37
      Danke!

      Also auf der Homepage von Yves Rocher werden zwar sogenannte Partner benannt (http://www.yves-rocher.de/control/com/de/nachhaltige_entwicklung/ethische_kosmetik/unsere_partner/) und auch berichtet, dass sie auf Tierversuche verzichten würden und und und....aber keines der in deinem Link genannten Siegel taucht auf der Homepage auf.
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      kommentierte am 14.08.2012 um 17:11
      Ich hätte aus dem Stehgreif gesagt, daß Yves-Rocher echte naturproukte hat, weil ich die auch im Reformhaus sehe.
      Auskennen tue ich mich aber nicht damit, weil ich selbst kaum Kosmetik verwende.
      Und wenn sich das näher ansieht, scheint wirklich nur ein Buchteil Naturkosmetik zu sein.

      Hier habe ich ein paar Links gefunden, die etwas Aufschluss geben:
      http://www.test.de/Naturkosmetik-Weniger-Natur-als-gedacht-1801858-2801858/
      http://www.fuersie.de/artikel/naturkosmetik-produkte/page/1
      http://www.schrotundkorn.de/2001/sk0104l2.htm
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      kommentierte am 15.08.2012 um 23:20
      Danke für die Links, sehr informativ!:)
  • antwortete am 15.08.2012 um 16:28
    Ich glaube irgendwelchen "Nachhaltigkeits/Umwelt/Sozial-Werbesprüchen" grundsätzlich nicht bei größeren Unternehmen, wenn sie nicht durch unabhängige und anerkannte Siegel gestützt sind. Denn Werbesprüche lassen sich von guten Textern wunderbar heimelig aber doch rechtsicher so formulieren, dass der Kunde meint, es mit einem voll-öko-Unternehmen zu tun zu haben, während in Wirklichkeit nichts dahinter steckt. Die meisten Begriffe sind eben nicht geschützt, geht ja garnicht.
    Der einzige für mich akzeptable Grund, warum ein vorhandenes und glaubwürdiges Siegel nicht genutzt wird, sind fehlende finanzielle Mittel zur Zertifizierung. Und die haben die meisten Unternehmen mit Sicherheit, YR mit Sicherheit auch. Also werden sie wohl den Siegel-Kriterien nicht entsprechen...
  • antwortete am 18.08.2012 um 00:14
    Bei den "kleinen Teilchen" handelt es sich um Nanopartikel.
    Infos zu Nanopartikel gibt es hier:
    http://www.greenpeace.org/austria/Global/austria/dokumente/ratgeber/konsum_nanoratgeber_2011_265x442,5_RZ_web.pdf

    Dort ist auch die Fa. YR aufgelistet, die in ihren Produkten Nanopartikel verwendelt.. Schon alleine aus diesem Grund würde ich kein einziges Produkt dort kaufen. Es handelt sich auch nicht um echte Naturkosmetik.


    Die Fa. Lavera, die in dem o.g. Link auch noch unter den Firmen aufgelistet wird, die Nanopartikel verwenden, hat dies inzwischen eingestellt und vertreibt keine Sonnenschutzmittel mehr.

    Hier gibt es auch Infos zu YR und Greenwashing
    http://oneco.biofach.de/de/news/?focus=b034bc6f-4f2e-4019-b1d7-faaee93ef40d
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      kommentierte am 18.08.2012 um 09:31
      Super dankeschön, auch für die korrekte Bezeichnung :)
  • antwortete am 18.08.2012 um 14:53
    Habe auf der homepage von YR die Suche nach "Zertifikat" eingegeben: angezeigt wurden 3 Produkte, lt. YR zertifiziert nach ecocert.
    Dabei handelt es sich um Duschgels und eine Duschcreme.

    In der Beschreibung der Produkte ist mir aufgefallen, dass oft das Vorwort "Bio-" verwendet wird-und ein Hinweis auf die "Exotik": "Bio-Malve" aus La Gacilly, "Bio-Arganöl" aus Marokko, "Bio-Karitébutter" aus Afrika.

    Mir stellt sich da die Frage nach den Transportwegen-im Hinblick auf die CO2-Bilanz.
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      kommentierte am 18.08.2012 um 17:32
      Also Bio ist ja immer schön und gut, aber wenn es dann so weite Transportwege hinter sich hat, dann hat es damit auch nicht mehr viel zu tun. Wenn man nicht gerade das Glück hat ein Produkt zu finden, das bio UND regional ist, befindet man sich immer in der Zwickmühle ob lieber bio und weite Transportwege oder regional und nicht bio. Schwierig.
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      kommentierte am 18.08.2012 um 18:35
      Wobei ich keine Kosmetik kenne, die ausschließlich regionale Produkte enthält.
      Wie soll man ausschließen, daß die Nicht-Bio-Produkte heimischer Natur sind?
      Die Zwickmühle stellt sich in den meisten Fällen nicht, weil man über die Transportwege selten etwas weiß.
      Selbst wenn Pflanzen zum Einsatz kommen, die theoretisch bei uns wachsen, dann kommen die meistens von weit her, weil sie dort biliger produziert werden können und zum Teil auch in reinerer Form mit mehr Inhaltsstoffen.

      Auch Weleda, was ja wirklich ein Vorzeigeunternehmen der Bio-Kosmetik-Branche ist, produziert sehr viel in Chile:
      http://www.weleda.de/Naturkosmetik/Koerperpflege/Duschlotionen/Wildrosenverwoehndusche.html
      Allerdings liegt der Anbau-Schwerpunkt bei Weleda auf jeden FAll in DE, CH und Frankreich.

      Ich denke, man muß sich drüber im Klaren sein, daß Kosmetik ein Luxusprodukt ist, das man nur sparsam einsetzt.
      Dann spielt auch der Preis eine geringere Rolle und man kann sich die besten Produkte der besten Firmen leisten.
  • antwortete am 21.08.2012 um 08:01
    wie sieht es aus mit Hanfkosmetik,Hanf wächst vor Ort
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      kommentierte am 21.08.2012 um 10:21
      Und wo kann ich Hanf-Kosmetik erwerben?

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