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bastler

@Simon "... wie man das aufrechnen kann und was sich dabei ergibt."

ein überschlägiger Vergleich ist recht unkompliziert, indem Du einfach einen CO2-Rechner wie z.B. den vom UBA ein bißchen zweckentfremdest ( http://uba.klimaktiv-co2-rechner.de/de_DE/page/ ).
Beim Start des CO2-Rechners wählst Du die Berechnung für einen 2-Personen-Haushalt, gehst dann in die Rubrik "Strom" und trägst den geschätzten jährlichen Stromverbrauch der Kühl-/Gefrierkombination ein (bei einem A+++ Gerät ca. 120 kWh, wenn ich micht recht entsinne).
In der Rubrik "Ernährung" kannst Du es entweder bei den Vorgabewerten (für den deutschen Durchschnittskonsumenten) belassen oder Deine persönlichen Werte eingeben, die ich aber natürlich nicht kenne, sodaß ich für mein Rechenbeispiel die Durchschnittswerte genommen habe. Sportliche Betätigung und körperliche Arbeit führen hier z.B. zu höheren Werten.

In der Übersichtstabelle erscheinen nun folgende Ergebnisse für den CO2-Ausstoß:
0,08 Tonnen CO2 für den Kühlschrank,
2,7 Tonnen für die Ernährung.

Würden z.B. 10% an vergammelten, weil ungekühlten Nahrungsmitteln weggeworfen, entpräche dies ca. 2,7 t * 10% = 0,27 Tonnen an zusätzlichem CO2-Ausstoß (unter der Annahme, daß die 10% ersetzt werden müssen, denn es wird ja nicht weniger gegessen oder getrunken, weil etwas weggeworfen wird).
Jetzt kann man den CO2-Ausstoß des Kühlschranks noch etwas aufrunden, da Herstellung und Entsorgung ja ebenfalls berücksichtigt werden sollten. Schlagen wir also noch 30% auf die 0,08 t drauf, sind es 0,11 Tonnen CO2, die der Kühlschrank jährlich verursacht.

Die 10% vergammelten Lebensmittel verursachen also mit ihren 0,27 Tonnen den 2½ - fachen CO2-Ausstoß im Vergleich zum Kühlschrank, der es nur auf 0,11 Tonnen bringt.

Antwort von bastler am 10.August 2012, 22:05 Auf die Frage „Ist vergammeln Lassen ökologischer als Einfrieren?“ von Simon Reichel am 10.August 2012, 15:43

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  • ethedi

    Ich denke die 0,27 Tonnen CO2-Ausstoß aus den 10% vergammelten Lebensmittel kann man verdoppeln, wenn man davon ausgeht, dass 50% der Lebensmittel auf dem Müll landen, bevor sie den Verbaucher erreichen. Außerdem ißt man ressourcenschonend die aufgetaute und aufgewärmte Bolognese und es erspart sich (und der Umwelt) weitere Lebenmittel einkaufen zu müssen, die ja ihrerseits auch wieder (auf-)gezogen, transportiert und verpackt werden müssen.

    Kommentiert von ethedi am 16.August 2012, 21:57
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  • Raphael8

    das stimmt so nicht ganz, ich kann zwar keine zahlen nennen, aber wenn man vergammelte Lebensmittel richtig kompostiert, geht das meiste CO2 wieder dahin, wo es hin soll, auf natürliche art in den Boden. Und das dürfte man dann also gar nicht mehr rechnen. Und es kommt ja auch immer so gewaltig drauf an, wie es angebaut wurde. Ich kann eine Möhre mit ganz viel CO2 in die luft anbauen, kann es aber auch mit nur sehr wenig! Und dann gehts in der Umwelt ja nicht nur ums CO2!

    Kommentiert von Raphael8 am 18.August 2012, 20:21
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  • bastler

    @ethedi:
    danke für den Hinweis. Allerdings gehe ich davon aus, daß der vom UBA angerechnete CO2-Ausstoß bereits eine Bilanz sämtlicher Verarbeitungsschritte von der Produktion bis zur Entsorgung der Lebensmittel enthält, sodaß Dein 100%-iger Aufschlag wahrscheinlich des Guten etwas zu viel wäre.

    Kommentiert von bastler am 21.August 2012, 00:27
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  • bastler

    @Raphael8 schrieb:
    "das stimmt so nicht ganz, ich kann zwar keine zahlen nennen, aber wenn man vergammelte Lebensmittel richtig kompostiert, ..."

    Was die Zahlen anbelangt, die Du nicht nennen kannst, helfe ich Dir gerne weiter.
    Schau z.B. mal hier in den ersten Artikel des folgenden Dokuments (herausgegeben vom Verband deutscher Komposthersteller, also völlig unverdächtig, die Herstellung von Kompost in einem negativen Licht erscheinen lassen zu wollen): http://www.kompost.de/fileadmin/docs/HuK/HuK-8_9-2012.pdf
    Dort findest Du wahrscheinlich genau die Zahlen, Dir Dir gefehlt haben, wie z.B. eine Bilanz der Treibhausgasemissionen bei der Kompostierung.
    Das Fazit: im Vergleich der hierzulande gebräuchlichen Entsorgungsverfahren schneidet die Kompostierung in Bezug auf den Ausstoß von CO2 / resp. Treibhausgasen mit Abstand am schlechtesten ab.
    Dein Vorschlag, vergammelte Lebensmittel "richtig" zu kompostieren, würde also eher noch zu einer Verschlechterung der CO2-Bilanz von Lebensmitteln führen, anstatt, wie Du vermutest, zu einer Verbesserung.
    Bei der Kompostierung werden relativ große Mengen an H2O und CO2 freigesetzt und zudem auch, je nach Sauerstoffzufuhr, Methan und andere klimaschädliche Substanzen sowie Wärmeenergie.
    Aufgrund des konzentrierten Gehalts an Düngemitteln im Kompost werden allerdings Treibhausemissionen bei der Düngemittelherstellung eingespart, die gegengerechnet werden können, sodaß die Kompostierung zwar eine Menge Treibhausgase verursacht, andererseits auch einspart, sodaß summa summarum eine CO2-/treibhausgasneutrale Bilanz dabei herauskommt (allerdings nicht die von Dir vermutete Entlastung).
    Wie in dem o.g. Artikel richtig bemerkt wird, könnte die CO2-Bilanz des Kompostierens wesentlich besser ausfallen, wenn der Kompost als Torfersatz genutzt würde und dadurch die Torfmoose als sehr umfangreiche CO2-Speicher erhalten blieben. Leider ist dies bisher kaum der Fall, insbesondere nicht beim gewerblichen Anbau, wo mit sehr fadenscheinigen Begründungen eine Verwendung von Torf für unentbehrlich gehalten wird.
    Um die suboptimale CO2-Bilanz der Kompostierung zu verbessern, gehen viele Komposthersteller (insbesondere kommunale Betriebe) mittlerweile dazu über, der Kompostierung eine Biogas-Erzeugung vorzuschalten, bzw. die Kompostierungsanlagen durch Biogasanlagen zu ersetzen. Auf diese Weise werden die Treibhausgasemissionen stark reduziert, nutzbare Energie gewonnen und zudem wertvolle Düngemittel (analog zum Kompost) gewonnen.

    Was Deine Bemerkungen zur Ökobilanz / vs. CO2-Ausstoß anbelangt, gebe ich Dir vollkommen recht.
    Die ökologisch schädlichen Auswirkungen der Lebensmittelproduktion gehen weit über das hinaus, was die CO2-Bilanz des UBA ausdrücken kann.
    Da kann der Kühlschrank (egal, ob mit oder ohne Tiefkühlfach, aber wohlgemerkt in irgendeiner A+ bis A+++ Version) nur relativ dumm herumstehen und sich wundern, wieso seine Existenzberechtigung zugunsten einer Lebensmittel-Vergammelstrategie allen Ernstes angezweifelt wird.

    Kommentiert von bastler am 21.August 2012, 00:46
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