Gute Fragen
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Hallo Peggy,
um mal die erste Deiner vielen Fragen zu beantworten: ja.
Viele Vegetarier sind froh, dass sie keine Tiere töten, um diese zu verspeisen, lassen dabei jedoch außer acht, dass auch durch den Verzehr von tierischen Nahrungsmitteln Tiere "entstehen", die getötet werden.
Beispiele:
Wer Eier isst, bedenkt oft nicht, dass ja nur die weiblichen Tiere diese legen. Es schlüpfen aber auch männliche Küken aus den Eiern, und da diese naturgemäß nicht als Legehennen taugen, werden sie sofort nach dem Schlüpfen geschreddert. (Löbliches Gegenbeispiel: Bauck-Hof)
Auch der Verzehr von Milchprodukten hat Folgen, denn eine Kuh gibt nur Milch, wenn sie einmal im Jahr ein Kalb gebiert. Und auch da gibt es halt nicht nur weibliche, sondern auch Bullenkälber. Die werden dann früher oder später geschlachtet.
Dies aber nur mal als Denkanstoß für die so beliebten Vegetarier-Veganer-Diskussionen.
Mir selbst ist in dem ganzen Thema oft zu viel Schubladen-Denken enthalten. Letztendlich sind doch die meisten Veganer (jedenfalls ist es bei denen, die ich kenne, so) erst langsam in die vegane Lebensweise hineingewachsen. Das sollte man wohl jedem zugestehen. Dann hat das Ganze auch nicht mehr viel mit "Verzicht" und "Mühe" zu tun sondern ergibt sich einfach irgendwie und ist quasi eine natürliche Folge der persönlichen Lebenseinstellung und somit auch ziemlich leicht.
Ich selbst ernähre mich bio und regional, mit sehr wenig Fleisch und oft über Wochen vegan, kann aber durchaus mit Kompromissen leben und auch mal "5 gerade sein lassen". Ich hätte schon allein deswegen keine Lust, "offiziell zum Vegetarier oder Veganer zu werden", weil ich diese leidigen Gespräche mit Schubladen-Denkern nicht führen will, die mit diesen fast schon hämischen "dies und das darfst Du jetzt aber nicht"-Bemerkungen gespickt sind. Es ist nämlich keine Sache des "Dürfens" sondern des "Wollens" - eine freie Entscheidung für oder gegen etwas, und die darf auch jederzeit individuell gefällt werden.
In Kurzfassung also: mach, womit Du Dich gut fühlst, Hauptsache ist doch schon einmal, dass Du Dich überhaupt schon bewusst mit diesem Thema auseinandersetzt - das tun schließlich die wenigsten Mitmenschen (habe ich manchmal das Gefühl...)
Kommentare zu dieser Antwort (1)
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MIr gefällt deine Anmerkung mit dem Schubladendenken. Sobald man sagt, dass man Vegetarier sei, achten die Leute sofort mehr auf einen und bei der kleinsten Abweichung vom "Normverhalten" wird man direkt attakiert. Ohne die "offizielle Erklärung" scheint es sich tatsächlich leichter zu Leben. Ich hatte bisher immer das Gefühl, dass man sich entscheiden müsse. letztendlich ist die Bezeichnung ja vollkommen egal, hauptsache man lebt so wie man will und wie es sich für einen selbst gut anfühlt und eben keinen Verzicht und Mühe bedeutet. Und wenn das bedeutet, dass zur Ernährung regionale, saisonale, fairtraide und Bio-Produkte gehören, die zuweilen auch noch vegan sind, dann ist ja eigentlich alles bestens.
Kommentiert von Peggy1210 am 08.August 2012, 00:48