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Ist Vegetarismus inkonsequent? Und erfordert Veganismus zu viel Zeit, Einschränkung und Mühe?
Hallo liebe Community,
Gefragt von
ich hoffe ihr könnt mir bei meiner Frage weiterhelfen.
Ich bin eine 21-Jährige Studentin und seit Anfang diesen Jahres Vegetarierin. Es gab keinen Stichtag, ich bin einfach immer mehr "hineingewachsen", da ich mich seit ca. 2 Jahren mit nachhaltigen Themengebieten beschäftige. Grund für die Ernährungsumstellung sind v.a. ethische und gesundheitliche Aspekte.
Ich koche sehr gern und achte dabei auf regionale und biologische Produkte sowie eine abwechslungsreiche Vollwertkost. Das kann ich leider nicht immer so gut umsetzen wie ich das gern hätte, da mir manchmal einfach die Zeit dazu fehlt.
Momentan schreibe ich an meiner Bachelorarbeit und im Oktober ziehe ich in eine andere Stadt und mache meinen Master in "Business Ethics & CSR-Management". Dort möchte ich neben den Vorlesungen und studentischen Aufgaben jobben, weiterhin Yoga machen und Radsport betreiben, mich in der Regionalgruppe des VEBU engagieren, noch genug Zeit für meine Freunde, meinen Partner, meine weiteren Hobbys haben, jedes Wochenende in meine Heimatstadt fahren und mich ganz nebenbei auch noch gesund, vollwertig und vegetarisch ernähren.
Ich weiß im Prinzip, dass das zu viel ist, bin aber nicht wirklich bereit Kompromisse einzugehen. Dennoch möchte ich mich noch viel mehr mit der vegetarischen und veganen Lebensweise auseinandersetzen. Auch unter dem gesundheitlichen Aspekt. Mein fehlendes Wissen über diesen Punkt ist auch einer der Gründe warum ich "nur" Vegetarierin und nicht Veganerin bin.
Denn ich kann mir nicht vorstellen, dass es besonders gesund ist, wenn man z. B. alle Milchprodukte einfach durch Sojaprodukte ersetzt, die ja auch nicht gerade billig sind. Für eine Umstellung auf die vegane Lebensweise benötigt man sicherlich erst mal viel Zeit um die neuen Produkte und die richtige ZUsammenstellung der Kost zu erlernen.
Hinzu kommt, dass, wenn man viele Freunde hat, die weder Veganer noch Vegetarier sind, man bei Treffen in Restaurants, Bars etc. oft stark eingeschränkt ist bei der Getränkewahl, da vegane Restaurants und Bars noch die absolute Seltenheit sind und das Angebot in "normalen" Einrichtungen oft gering ist.
Auch im Urlaub finde ich es sehr schwer. Als Vegetarier hatte ich so meine Probleme. Wir hatten Halbpension und für mich wurden zwar immer vegetarische Alternativen zubereitet, aber diese waren am Ende recht eintönig und alles andere als vollwertig und abwechslungsreich, weil einfach nur vieles weggelassen wurde. Als Veganer hat man dann ja so gut wie keine Chance. Dann wäre man wieder auf einige wenige Regionen und Unterkünfte angewiesen, die "veganerfreundlich" sind. Da ich aber gern verreise und vieles sehen möchte, möchte ich mich auch davon nicht unbedingt einschränken lassen.
Das sind die Hauptpunkte, die meiner Ansicht "gegen" den Veganismus sprechen und mich noch daran hindern einen "Schritt weiter" zu gehen, obwohl ich ihn prinzipiell als gut und richtig erachte. Ich befinde mich sozusagen in einer Zwickmühle, da ich den Vegetarismus eigentlich zu inkonsequent im Bezug auf die derzeitigen Umweltprobleme und die Ausbeutung der Tiere empfinde. Andererseits hilft es ja auch schon, wenn man 1 Mal in der Woche Fleisch weglässt (siehe die VEBU-Aktion: "Donnerstag ist Veggietag") oder nur 1 Mal die Woche Fleisch konsumiert bzw. Bio-Fleisch konsumiert.
Reicht das also wirklich schon aus und ist Veganismus zu radikal (auch gesundheitlich gesehen)? Oder ist Vegetarismus zu inkonsequent?
Wie ergeht es euch und wie seht ihr das?
Ich freue mich auf viele interessante Antworten!
Liebe Grüße
PeggyPeggy1210
am 07.August 2012, 16:02 | 16 Antworten
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Hallo Peggy
Beantwortet von mela am 08.August 2012, 09:43 Alle Kommentare(2)
tja, was ist konsequent? Was möchtest du denn damit erreichen, mit der Konsequenz? Tierleid vermeiden, nehme ich an. Natürlich ist der vegane Lebensstil konsequenter in Sachen Tierleidvermeidung als der vegetarische. Aber sind Veganer dann konsequent?
Um maximal Tierleid zu vermeiden reicht veganer Konsum nichtmal aus - es werden noch an vielen anderen Stellen Tiere wie Dreck behandelt, für unseren Konsum. Beispiel Palmöl: Für Palmöl sterben die Urwälder und ganz sicher viele Tiere - allen voran werden den letzten Orang Utans die Wohnzimmer abgeholzt. Konsequent tierfreundlich wäre also nur ein kompletter Verzicht auf Tierprodukte sowie auf Palmöl. Aufgrund der intensiven Landwirtschaft sind mehrere Tiere vom Aussterben bedroht, z.B. hat die die Feldlerche als Bodenbrüterin stark zu kämpfen. Bei uns beim Bäcker gibt es ein Brot, für das Mehl verwendet wird, welches von Feldern stammt, in denen speziell für bodenbrütende Vögel "Fenster" gelassen werden. Konsequent tierfreundlich wäre es also, zusätzlich noch nur ausschließlich dieses Brot zu kaufen. Der hohe weltweite Erdölverbrauch sorgt gerade für riskante Förderbohrungen und Installationen, die immer wieder Unfälle mit Ölauslauf hervorrufen. In Nigeria sind ganze Landstriche Ölverseucht. Die Arktis soll nun auch angezapft werden. Dabei gehen so viele Tiere jämmerlich zu Grunde, auch in der Arktis geht es um Lebensräume von Tieren. Wäre es dann nicht erst konsequent tierfreundlich, komplett auf Erdöl zu verzichten?
Ich glaube, diese Beispiele fallen aber nicht in die vegane Lebensform. Man ist ja Veganer, wenn man nichts tierisches konsumiert. Von Orang Utans steht da nichts. Klar, es gibt bestimmt viele Veganer, die auch auf Palmöl achten und zusätzlich auch nur Rad fahren, das ist dann noch konsequenter als nur vegan.
M.E. kannn man konsequent vegetarier sein oder konsequent veganer sein, wobei 100%igkeit wirklich sehr schwer zu erreichen ist. Wenn man das "aus dem Stand" macht, macht es sicherlich keinen Spaß und sehr viel Mühe, je nach Umfeld. Aber 100% tierfreundlich, puh.. weiß nicht, ob das geht?
Anstatt einer dieser Kategorien entsprechen zu wollen (vorsicht Modetrend) finde ich es wichtiger, sich generell bewusst zu machen, was man konsumiert und sich immer wieder zu fragen, ob man die Konsequenzen nun mittragen kann. Dann gelangt man in der Regel von alleine zu einem geringen oder garkeinem Fleisch/Tierproduktekonsum, aber achtet auch auf andere Dinge. Es geht nicht darum 100%ig konsequent zu sein, sondern in Summe auf allen Ebenen das beste zu erreichen, was man schaffen kann (ohne am Rad zu drehen). Und möglicherweise ist es einfacher, 99% der Kurzstreckenfahrten mit dem Rad zu machen als das letzte 1% Ei oder Milch aus dem Speiseplan zu eliminieren. Dann iss doch lieber das Ei, nenne dich nicht Veganer und finde deinen Lebensstil trotzdem okay.
Mit dem Thema Konsequenz hat sich übrigens gerade jemand professionell mit einer ähnlichen Frage auseinandergesetzt, nämlich der, ob man als Veganer auch auf Leder verzichten müsse
http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/37825
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Hallo,
Beantwortet von Felida am 07.August 2012, 17:36
ich bin seit über 30Jahren Vegetarierin, seit etwa 10Jahren rutsche ich aus vorwiegend ethischen Gesichtspunkten immer mehr auf die vegane Schiene.
Viele Veganer würden mich ablehnen weil ich nicht richtig vegan sei, weil ich z.B die Eier meiner Hühner esse - meine Meinung: sonst würden diese einfach vergammeln......
Auch Honig aus meiner Bienenkiste kommt auf meinen Tisch, die Bienen bekommen aber keine Zuckerlösung sondern liefern mir ganz einfach "mehr" Honig als sie selber brauchen. Und auch Wolle verarbeite ich - und ich finde persönlich nicht, daß Tiere damit ausgebeutet werden.
Sie sind nunmal da, die Wolle muss runter und bevor sie weggeschmissen wird.......
Diese meine Einstellung passt nicht zu einer "echten" Veganerin - aber das prallt an mir ab. Auf Milchprodukte verzichte ich gänzlich, sie werden auch nicht durch Soja "ersetzt" - ab und an kaufe ich Tofu oder mache Seitan selber - das reicht mir.
Ich habe meinen Weg gefunden, so tiergerecht und umweltschonend wie möglich zu leben - Kompromisse und ein dickes Fell sind manchmal nötig, aber ich verbrauche nicht mal ein Viertel der Ressourcen wie ein "normaler" Verbraucher.
Und damit habe ich persönlich vielleicht mehr erreicht als jemand, der sich seine veganen Produkte auf Teufel komm raus bei einem Vegan-Versand bestellt
Jeder sollte deshalb für sich seinen Weg finden - Kompromisse gehören einfach dazu und sind Teil des Lebens.
Ich will nicht abraten, ich finde Deine Einstellung toll, aber gehe Deinen Weg langsam und bedächtig, Du bist noch jung und kannst noch viel erreichen - auch wenn Du keine 1000%ige Veganerin bist.
Es ist Dein Leben und Du solltest mit Dir und Deiner Einstellung im Leben zurecht kommen - und abends in der Kneipe kann man auch einfach mal ein Bier oder einen Wein trinken ................davon geht die Welt nicht unter-
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Sehr vernünftig mit den Eiern und dem Honig. Man sollte die Kirche schon im Dorf lassen. Ohne...mehr
Morina Luis am 09.August 2012, 21:12
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Hallo Peggy,
Beantwortet von Wuscheline am 07.August 2012, 19:34
um mal die erste Deiner vielen Fragen zu beantworten: ja.
Viele Vegetarier sind froh, dass sie keine Tiere töten, um diese zu verspeisen, lassen dabei jedoch außer acht, dass auch durch den Verzehr von tierischen Nahrungsmitteln Tiere "entstehen", die getötet werden.
Beispiele:
Wer Eier isst, bedenkt oft nicht, dass ja nur die weiblichen Tiere diese legen. Es schlüpfen aber auch männliche Küken aus den Eiern, und da diese naturgemäß nicht als Legehennen taugen, werden sie sofort nach dem Schlüpfen geschreddert. (Löbliches Gegenbeispiel: Bauck-Hof)
Auch der Verzehr von Milchprodukten hat Folgen, denn eine Kuh gibt nur Milch, wenn sie einmal im Jahr ein Kalb gebiert. Und auch da gibt es halt nicht nur weibliche, sondern auch Bullenkälber. Die werden dann früher oder später geschlachtet.
Dies aber nur mal als Denkanstoß für die so beliebten Vegetarier-Veganer-Diskussionen.
Mir selbst ist in dem ganzen Thema oft zu viel Schubladen-Denken enthalten. Letztendlich sind doch die meisten Veganer (jedenfalls ist es bei denen, die ich kenne, so) erst langsam in die vegane Lebensweise hineingewachsen. Das sollte man wohl jedem zugestehen. Dann hat das Ganze auch nicht mehr viel mit "Verzicht" und "Mühe" zu tun sondern ergibt sich einfach irgendwie und ist quasi eine natürliche Folge der persönlichen Lebenseinstellung und somit auch ziemlich leicht.
Ich selbst ernähre mich bio und regional, mit sehr wenig Fleisch und oft über Wochen vegan, kann aber durchaus mit Kompromissen leben und auch mal "5 gerade sein lassen". Ich hätte schon allein deswegen keine Lust, "offiziell zum Vegetarier oder Veganer zu werden", weil ich diese leidigen Gespräche mit Schubladen-Denkern nicht führen will, die mit diesen fast schon hämischen "dies und das darfst Du jetzt aber nicht"-Bemerkungen gespickt sind. Es ist nämlich keine Sache des "Dürfens" sondern des "Wollens" - eine freie Entscheidung für oder gegen etwas, und die darf auch jederzeit individuell gefällt werden.
In Kurzfassung also: mach, womit Du Dich gut fühlst, Hauptsache ist doch schon einmal, dass Du Dich überhaupt schon bewusst mit diesem Thema auseinandersetzt - das tun schließlich die wenigsten Mitmenschen (habe ich manchmal das Gefühl...)
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Peggy, die Fragen, die Du stellst, kann man nur schwer pauschal beantworten.
Beantwortet von Maria_L am 07.August 2012, 21:11 Alle Kommentare(2)
Jeder wird die eine andere Antwort geben.
Da sind die Veganer, die das schon seit Jahren so machen und sich wohl fühlen damit.
Da sind die Vegetarier.
Und es gibt die Wenig-Fleischesser, wie mich, die aus diversen Gründen nicht Vegetarier oder Veganer sein / werden wollen.
(Ich bin vegetarisch aufgewachsen und habe mich auch als Erwachsene immer wieder über Jahre so ernährt).
Für jede der Ernährungsformen gibt es gute Gründe.
Ich finde, Du darfst es Dir aussuchen, bzw. bist auch gehalten, es so auszusuchen, daß es zu Dir passt und Du gesund bleibst dabei.
Ich persönlich achte stark darauf in allen Bereichen des Lebens nicht mehr 100% perfekt sein zu wollen (wozu ich durchaus neigen würde mit allen negativen Auswirkungen bis hin zum Bournout).
Ich versuche, mein Leben rundum stimmig einzurichten, so daß ich mich wohl fühle und morgens in den Spiegel schauen kann...
Ich glaube einfach daran, daß eine möglichst vielseitige Ernährung mit allerbesten regionalen Bio-Grundnahrungsmitteln für mich das Beste ist.
Am Besten probierst Du es aus und wenn es nichts für Dich ist mit dem Veganer sein, dann ist es ganz alleine Deine Entscheidung, das wieder zu ändern.
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Liebe Peggy,
Beantwortet von inaktiver User 21793 am 07.August 2012, 16:38 Alle Kommentare(3)
vielschichtiges Thema, viele Aspekte, viele Fragen.. - im Grunde alles viel zu viel, um es in einer "Guten Frage" unterzubringen oder gar beantworten zu können. Und nachdem es hier immer wieder mächtig Streit zu dem Thema gibt, wirst Du auf unendlich viele Meinungen stoßen. Meine ganz persönliche dazu ist: Ja, Vegetarismus ist inkonsequent, weil er letztlich nicht zu Ende gedacht ist. Für mich sind Maßnahmen wie "ganz wenig Fleisch" und "Bio-Fleisch" letztlich nur zur Gewissensberuhigung gemacht - am "Tierprodukte-Industriekomplex" ändern sie nichts und die Annahme, dass "größere Käfige dazu führen, dass es eines Tages keine Käfige mehr geben wird, und dass schnellere Tötungen dazu führen, dass es eines Tages keine Tötungen mehr geben wird" ist eine eine lächerliche, unlogische Schlussfolgerung." (ich zitiere an dieser Stelle liebend gerne Phillip Wollen).
100% vegan zu leben, ist in unserer Welt nahezu unmöglich, aber in vielen, vielen Bereichen (und dazu gehört die Ernährung) ist es möglich und es ist für mich die einzige Lebensweise, die ethisch und ökologisch vertretbar ist. Seit ich Veganerin bin, hat sich mein Leben sehr verändert. Ja, es ist einerseits schwieriger geworden, gerade im Umgang mit Mitmenschen, aber es haben sich auf der anderen Seite so viele neue, wunderbare Türen geöffnet, dass ich es manchmal gar nicht glauben kann. Ich habe die "Bequemlichkeits-Stufe" einfach verlassen, habe ausprobiert, gelesen, recherchiert... das Lernen hört nie auf und das finde ich einfach phantastisch.
Ja, oftmals gehört sehr viel Kraft und Mut dazu, vegan zu leben, dazu zu stehen und konsequent zu bleiben. Mir ist es niemals wirklich schwer gefallen. Die Entscheidung, vegan zu leben, war mit die beste meines Lebens und ich tue es von Herzen gerne. Liebe Grüße, Gita
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Hallo Peggy,
Beantwortet von juwolf am 16.August 2012, 22:05 Alle Kommentare(2)
Ich finde es super, dass du diese Fragen gestellt hast. Du hast darauf auch schon viele gute Antworten bekommen, verständnisvolle und ermutigende.
Mein Zugang zur Ernährung ist neben der Frage Fleisch oder Nichtfleisch, Lacto- oder überhaupt Vegan von der energetischen Sichtweise geprägt.
Energie von der einfachen, physischen bis zur feinstofflichen.
Soja wächst nicht so vor unserer Haustüre, es muss sehr weit transportiert werden, verarbeitet und dann noch vermarktet. Die Produktion von Soja geht meist auf Kosten von Gesellschaften in anderen Erdteilen und ist oft mit der Zerstörung ihres Ökologischen Systems verbunden. Von der Genmaipulation, dem Herbizideinsatz... bis zum Öleinsatz ganz zu schweigen.
Unsere Lebensweise in der westlichen Industriegesellschaft benötigt das riesige Hinterland in den "unterentwickelten" Ländern. Der Verbrauch an fossilen Brennstoffen auf Grund unseres Mobilitätsverhaltens und auch unserer Ernährungsgewohnheiten, egal ob vegetarisch oder vegan ist immens. Das Gefühl dafür wieder zu entwickeln, wie viel Energie in unserem Lebens- und Essengewohnheit wäre ein Ansatz um zu einem menschenwürdigen Lebensstil zurückzufinden.
Ein kleines Beispiel: ein "normales" Kleinauto besitzt ca. 100 Pferdestärken. Stellen wir uns einmal 100 Pferde vor und die benötigen pro Tag ca. 1 Tonne Heu und produzieren noch mehr Mist.... und wenn wir dann noch wissen, dass 10 Menschen die Leistung eines Pferdes verrichten können dann wissen wir, dass in unserem Kleinwagen 1000 Menschen Arbeit verrichten und das, um unser veganes Frühstück nach Hause zu holen....?
Immer wieder liest man von der anderen Lebensweise, die vegetarisch oder vegan bedeutet - ja es ist ein Teil im bewussten Umgang mit dem was wir Erde nennen.
Wolfgang
P.S.: Höre oder lese zum Beispiel auch
http://oe1.orf.at/programm/310233
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Also ich kann nur sagen, dass konsequenter Veganismus extrem aufwendig ist. Zumindest in Mitteleuropa.
Beantwortet von Wollmütze am 10.August 2012, 12:11 Alle Kommentare(2)
Du wirst praktisch all Deine Aufmerksamkeit und Dein Denken auf Vermeidung ausrichten. Und je mehr Du weißt wird es schlimmer. Industriell hergestellte Produkte kannst Du zu 95 % vergessen. Praktisch wirst auf Selbstversorgung mit Garten umschalten müssen und Dein soziales Leben einschränken. Konsequenterweise fällt auch Tierhaltung aus.
Aber ich rede von wirklich konsequentem Veganismus, die meisten werden immer wieder kleine Kompromisse machen, teils aus Unwissenheit, teils aus sozialen oder persönlichen Gründen.
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Hi, ich möchte mich zu dem Thema auch mal eben zu Wort melden:
Beantwortet von Sonnenrichtung am 10.August 2012, 09:35
Meine persönliche Meinung und Handhabung ist, grundsätzlich vegetarisch zu leben, auch mal Fleisch aus dem Bioladen zu kaufen und mit sehr wenig Kleidung auszukommen.
Ich halte das "Näherungsprinzip" für sehr sinnvoll, da ich glaube, daß der Mensch grundsätzlich als Allesfresser und Mitraubtier (im Verbund mit Bären und Wölfen etc.) auf die Welt gefallen ist und es hauptsächlich um ein gesundes Maß geht - in jeder Richtung.
Ich freue mich über Menschen, die vegan leben, weil das weniger Tiere tötet, sehe aber auch, daß, wenn wir konsequent "meinen" Weg beschreiten würden, die Schlachtungs- und Vermarktungsindustrie unnötig und unrentabel würde.
So sieht eben jeder seine individuelle Version ethischen Lebens mit den anderen Geschöpfen unseres Planeten - und das finde ich gut so.
P.S.: Mein Opa hat noch Tiere geschlachtet, die mir persönlich bekannt waren - und das halbe Dorf mit "Anteilen" versorgt, das fand ich als Kind schon befremdlich, aber Naturvölker haben mich eines Besseren belehrt: Es spricht nichts dagegen, auch mal ein Tier zu schlachten, nur MUSS man es mit der nötigen Liebe tun...
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Hallo, Peggy,
Beantwortet von elise am 09.August 2012, 21:00 Alle Kommentare(11)
für mich ist gute Ernährung die eine und sozialer Kontakt die andere Seite einer Medaille. Um die vielen Leute, mit denen ich mich treffe, nicht vor den Kopf zu stoßen und dauernd Essen ablehnen zu müssen, habe ich mich überhaupt nicht festgelegt. Zu Hause lebe ich überwiegend vollwertig und vegetarisch. Aber gerade weil ich auch viel reise, empfinde ich jede klare und ausschließliche Festlegung für mich selber als so problematisch, dass ich da eher großzügig entscheide.
Ein nettes Kompliment eines Freundes: (allgemein bin ich ja als "Öko" verschrien) "Weißt du, was ich an dir so sympathisch finde? Dass du auch manchmal ein Weißmehlbrötchen isst..." Würd ich mir nie kaufen, aber wenn sowas (ausschließlich) angeboten wird, lehne ich es nicht ab.
In diesem Sinne wünsche ich dir, dass du deinen ganz eigenen Weg findest, der sicherlich ab und zu einen Kompromiss erfordern wird... Hauptsache, du kannst vor dir selber bestehen.
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Hallo Peggy,
Beantwortet von kahalla am 16.August 2012, 14:08
ich bin zur Zeit Nichtvegetarier. Dies war nicht immer so. Ich bin in den letzten Jahren meines Studiums nach und nach in Konflikt mit meiner Lebensweise gekommenund meine Umstellung war ein bewusster schritt, zunächst rauchen aufhören, dann aus meiner verqualmten WG ausziehen und ein kleines Zimmer am rand eines Parks mieten, in dem ich meine eigentliche Umstellung durchführte. Zunächst fing ich mit heilfasten an und übte das mehrmals für eine Woche. Als ich an die 6 - 7 Mal eine woche gefastet hatte war der tag der "großen" Umstellung da. Ich begann ein erneutes Heilfasten mit dem Vorsatz ein Open End zu haben und so lange zu fasten wie es mir gut ginge. In dieser zeit machte ich verschiedene Phasen durch und konnte nach dem 10 Fastentag feststellen dass der Geruch von Würstchenbuden in mir nicht mehr den Heißhunger des Fleischfressers erzeugte, sondern den Abscheu vor ranzigem Fett, verkohlten Fleischresten etc.
Auf dem markt konnte ich gemüse nach dem geruch unterscheiden, ohne es in die Hand nehmen zu müssen und mir wurde klar, dass mein Fasten langsam zu Ende ging. ich genoss die letzten Tage ohne die "Pflicht" irgendwelche Mahlzeiten besorgen zu müssen und damit ein quasi zeitloses Zeitgefühl zu leben. danach baute ich meine ernährung wieder auf, indem ich mich ganz auf meinen neu "justierten" Geruchs- und Geschmackssinn verließ. meiner Umgebung entsprechend (Studentenstadt mit vielen Bioläden) kam eine Ernährung heraus, die zu einem Drittel aus Rohkost (Gemüse) einem weiteren Drittel aus Vollkornprodukten ( Müsli, Brot, Nudeln) bestand, wobei es eher wenig Obst gab Das restliche Drittel bestand aus gegartem Gemüse oder Getreide, manchmal mit Milchprodukten zubereitet.
In Restaurants gab es immer einen Salatteller und eine große Apfelschorle. Eine Kombination die man fast überall finden sollte. Einmal im Monat gab es einen Fleischtag.als Reminiszenz an meinen vorherigen Liebllingschinesen. Danach war mir 3 Tage nicht ganz wohl, aber es war eine Art Tradition und aus gesundheitlichen Gründen vertretbar. Es gibt da keine Schublade oder Kategorien in die man hineinpassen muss. Nach der damaligen Nomenklatur wäre ich als Ovo-Lactovegetarier durchgegangen, wenn ich nicht die monatliche Ausnahme gemacht hätte. Nach dem Ende meines Studiums zog ich dann aus beruflichen Gründen in eine Gegend in der ich weder frisches Gemüse noch Vollkornprodukte bekommen konnte.
Kneipensalate waren aus der Dose und ich quälte mich wochenlang mit dieser Mangelernährung herum. Dann ging es ganz schnell. Ich nahm das zu mir was man dort als Normalkost ansah und "überlebte".
Das gute Lebensgefühl und die geistige Klarheit die ich vorher hatte ging aber schnell verloren. Es kommt sehr stark auf deine Umgebung an, wie du demnächst weiter lebst. Das ist ein nicht zu vernachlässigender Faktor. Mag sein dass es heute verbreitet Bioerzeugnisse gibt und nicht nur in Studentenstädten, deine Umgebung wird dich immer beeinflussen. Solange du deinen Körper spürst, seine wirklichen Bedürfnisse erkennst und tust was ihm gut tut, solltest du, egal welches Schild auf deinem Kühlschrank klebt, bestens klar kommen.
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Das entspricht sehr meiner Sicht.. Nur diesen einen Satz würde ich nicht ohne Weiteres...mehr
Fredegar am 16.August 2012, 14:26Danke für deine Antwort! Eine sehr interessante Sichtweise :)...mehr
Peggy1210 am 08.August 2012, 09:57