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  • Randolph_Carter

    Hat jemand Erfahrungen mit Eigenstrom-Systemen und Blei-Gel-Batterien?

    Scheint ja ganz was Neues zu sein, beim Hausbau vermehrt auf Eigenstrom-Nutzung zu setzen. Das geht wohl nur mit einem entsprechenden Speicher. Hat jemand Erfahrungen mit solch einem Eigenstrom-System und einem Speicher, der mit Blei-Gel-Batterien arbeitet?

    Gefragt von
    Randolph_Carter
    am 19.September 2012, 12:45 | 4 Antworten

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  • Robinson

    Nur im kleinsten Stil kenne ich Blei-Gel-Puffer, erst mit ein dann zwei PV-Modulen hatten wir in unserer Mietwohnung unter´m Dach mehrere 6V später 12V-Blei-Gel-Einzelzellen, die hintereinander und parallel geschaltet waren, aufgeladen. Abnehmer waren direkt 12V-Geräte bzw. ein 12>220V-Konverter, an dem unkritische Verbraucher hingen. Später haben wir mit einem semiprofessionellen Lade-/Einspeisekontroller ins Netz eingespeist, die Ladekontrolle war anfangs primitiv, später direkt ins Stromnetz, mit sehr schlechter Effizienz weil ungünstige Zusammenstellung der realen Komponentenleistung zum Potential. Zum Ausbau hatte das Geld gefehlt bzw. Umzüge haben eine Festinstallation verhindert.

    Wir hatten das früher - vor der Verfügbarkeit von Ökostrom - als Experiment gemacht, um etwa Strom für Laptop und Röhren-TV zu haben. Blieb tagelang mangels Sonnenschein der Ladestrom aus, gab´s kein Fernsehen, heutzutage undenkbar. ;-)

    Beim Neubau würde ich das natürlich vom Profi zusammenstellen lassen statt basteln. Je höher der Strombedarf im Haus, desto wichtiger die Verkoppelung mit dem im Hintergrund bereitstehenden Stromnetz.

    Insofern sind die fertigen Systeme auf dem Markt super bequem, kein Umstecken der Stromgeräte mehr wie bei unserem Parallel-Inselsystem im Mini-Format. Habe mir die Datenblätter der modernen Eigenstrom-Anlagen angesehen, man muss sich in einer bestimmten Entscheidungsphase festlegen, in welcher Größenordnung der erwartete Leistungsbedarf für die nächsten Verbrauchsjahre liegen wird. Weil 1-2 Jahre nach Anschaffung wechseln bzw. den Puffer vergrößern, macht kaum Sinn. Technisch aber machbar, solange Stellplatz vorhanden und Systeme darauf ausgelegt.

    Im E-Roller - mein fahrbarer Eigenstrom-Puffer - nutze ich inzwischen neue Blei-Gel-Batterien (Kategorie Rollstuhl, zyklenfest) in einem 48V/22AH-System, was lächerlich wenig ist gg. modernen Lithium-Batterien. Die erforderliche Ladeelektronik für Lithium kann ich leider nur teuer nachrüsten, was sich nicht lohnt. Mit 12V-Buchse bzw. Adapter zum Picknick fahren und dort Stromgeräte nutzen zu können, hat was. Brauchen tut man es nicht wirklich. Wenigstens ein weiteres Argument pro KfZ ausgeknockt.

    Bei einem Haus-System sollte man sich sehr genau informieren, um nicht nach wenigen Jahren bereits nachrüsten bzw. Ersatz beschaffen zu müssen.

    P.S. Alte Blei-Gel-Zellen werden bei Recycling-Firmen gegen Rückerstattung der Wertstoffe entgegengenommen, ein lohnendes Geschäft für alle Seiten. Das Recycling des Bleis und der Säure funktioniert m.W. gut.

    Beantwortet von Robinson am 19.September 2012, 18:33
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  • Hannilein

    Ja - aber erst seit 1988 (erste eigene Solarstrom-Inselanlage), bzw. 1997 (Gründung meiner Firma Öko-Energie) oder 2003 (Aufbau meiner autarken Zweigstelle) ...

    http://www.utopia.de/magazin/ein-solarteur-auf-sardinien-hannilein-interview?all=



    Die Eigenstrom-Werbung wird seit 2009 betrieben - als diese Bundesregierung der deutschen Solarstrom-Branche den Krieg erklärt hatte. Anfangs versuchte man durch Zwischenspeicherung eine höhere Vergütung zu ermöglichen, nun den Zukauf des etwas teureren Stromes zu reduzieren.

    Ökologisch ist das, wegen des großen Herstellungsaufwandes und der Verluste bei Ladung, Lagerung und Entladung, nicht unbedingt - ökonomisch schon gar nicht (weil Batteriestrom immer teurer ist).

    Will man aber mithelfen die Energiewende zu schaffen, kann diese Maßnahme sinnvoll sein.

    http://www.oeko-energie.de/produkte/solarstrom-photovoltaik/solar-batterien/index.php#514423a02b0bce701



    Grundsätzlich ist schon seit über 20 Jahren jede Batterie-Größe möglich und schon immer wurden diese Akkus auch mit Solarstrom geladen - bei mir erstmals in 1998. Als "Blei-Gel" setzen wir auch heute noch ganz genau die gleichen Typen ein, wie damals - leider heute mehr als doppelt so teuer (wegen Blei)! Kleine Banken realisiert man mit 12 V-Blöcken (optisch ähnlich einer Auto-Batterie), größere eher mit 2 V-Zellen, die dann auf 24 oder 48 V zusammen geschaltet werden. An unserer sardischen Zweigstelle, wo ich in diesem Moment sitze, haben wir seit über 8 Jahren 230 Ah/48V Sonnenschein Dryit Solar - und die werden wohl auch diesen Winter überdauern. Damaliger VK ca. 1.000 Euro - heute bei uns 2.200,00. Andernorts auch über 2.500,...

    Nur die "neuen, modernen" und noch teureren Fertig-Speicher-Systeme haben bisher nur begrenzte Größen im Bereich von ca. 3 , 6, 9 oder 12 kWh - weil sie erst seit wenigen Monaten auf dem Markt sind.

    Jede Batterie, die Säure enthält ist im Transportfall Gefahrengut, auch die Starterbatterien im Auto.

    http://www.oeko-energie.de/produkte/solarstrom-photovoltaik/solar-batterien/index.php




    Pauschale Werte führen generell zu unpassenden Systemen, die o.g. Angaben zu Modul-Spannungen, Poly, u.s.w. bitte ignorieren. Mit heutigen MPP-Solarladereglern oder gar umgerüsteten Netz-Einspeisern lässt sich fast jede Modulspannung auch "einladen". Da es hier aber in der Regel nur um die zeitweilige Zusammenschaltung einer netzgekoppelten Solarstromanlage und eine Batteriebank geht, haben diese beiden Dinge grundsätzlich nichts miteinander zu tun. Jede vorhandene Anlage lässt sich, wenn man denn will, um eine Speichermöglichkeit erweitern.

    Da jedes Einfamilienhaus einen anderen Stromverbrauch hat, kann man auch nicht nur einen (relativ niedrigen) Preis für eine Akku-Bank ansetzen. Es kommt auf die Dimensionierung und Art (= gewünschte Lebensdauer) an. Da ist zwischen 1.000 und 20.000 Euro alles möglich.

    Will man aber eine vollautarke Lösung, müssen alle Komponenten sorgfältigst zusammen gestellt und dimensioniert werden.

    Einen Jahresverbrauch einfach durch 365 zu teilen, wäre ein grundfalscher Ansatz. Da bedarf es ein wenig mehr Aufwand, denn bekanntermaßen ist der Energiebedarf im Winterhalbjahr erheblich größer.

    http://www.oeko-energie.de/produkte/solarstrom-photovoltaik/inselanlagen/index.php





    Sorry - aber mit der Weitergabe von Halb- oder gar Falschwissen sollte man vorsichtig umgehen.

    Beantwortet von Hannilein am 21.September 2012, 10:34
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  • Randolph_Carter

    Vielen Dank für die ausführlichen Antworten!

    Beantwortet von Randolph_Carter am 20.September 2012, 10:39
    • Randolph_Carter

      Danke für den Tipp!...mehr

      Randolph_Carter am 20.September 2012, 15:11
    • Robinson

      Im Öko-Test August 2012 findest du ab Seite 104 ein paar Seiten zum Thema "Solarstrom selbst...mehr

      Robinson am 20.September 2012, 13:46
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  • DH65

    Blei Gel Speichersysteme werden seit ca. 30 Jahren im Krankenhausbereich verwendet, dies ist prinzipiell eine sehr ausgereifte Technik. Relativ neu ist, dass diese Speicher mit Solarstrom gespeist werden.

    Ob dieses System für Dich interessant ist entscheidet der Stromverbrauch in der Nacht. Rechne einfach nach!
    Jahresverbrauch / 365= Tagesverbrauch davon lt. Statistik 30% in der Nacht. Ob dies auch bei Dir so ist musst Du selbst wissen. Systeme die ich kenne sind 96/V 100 Ah Standardsysteme. In der Regel kannst Du hier 3,2 kW vernünftig speichern ( ohne die Batterie zu tief zu entladen). Erweiterbar sind diese Systeme auf 300 Ah, was eine Nachtspeicherung von 9,6 kW zulässt. Zu beachten ist, das eine vernünftig Steuerungstechnik vorhanden ist und das System aufeinander abgestimmt ist, hier ist die größte Schwierigkeit ein vernünftiges Gerät zu bekommen. Wichtig ist auch, das die Modulspannungen passen. Man kann nicht einfach mit beliebig vielen Stings / Volt auf so ein System gehen. Die Auslegung ist hier entscheidend! Am besten eigen sich hier Polymodule mit niedrigen Nennspannungen. Auch der Temperaturquoifizient der Module muss berücksichtigt werden. Da Dir Dein System bei zu hohen oder zu niedrigen Temperaturen ansonsten aussteigt!

    Letztendlich musst Du auch mit ca. 2 Batteriewechseln rechnen. Bei normaler Kellertemperatur kannst Du mit ca. 7 Jahren rechnen ( bei 30 - 40% Entladung). Ein Batteriesatz für eine Einfamilienhaus kostet ca. 2200,-€ ( 5000 kWh). Wenn Du dies hochrechnest kannst Du dann auch einen Lithium Eisen Nanophosphat Speicher kaufen. Diese sind ca. 30 % teurer als Blei Gel, halten aber vsl. auch ca. 20 Jahre.

    Beachte auch das die Batterien kein Gefahrengut sein dürfen - d.h. nicht gasen, und eine Unbedenklichkeitsbescheinigung haben.

    LG D.H.

    Beantwortet von DH65 am 20.September 2012, 09:48
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