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  • Marshavan

    Grüner Flüster-PC

    Hallo Utopia-Gemeinde!

    Da ich demnächst vorhabe, einen neuen Rechner zusammenzubauen, stellt sich natürlich die Frage nach der Hardware. Eigentlich benötigen wir ihn im Wesentlichen nur zum Surfen und als Schreibmaschine. Für Spiele steht ein leistungsfähigerer Rechner zur Verfügung, der mit der Zeit auch aus dem Haushalt verschwinden soll.
    Nun möchten wir aber eine leise Schreibmaschine, da diese auch im Wohnzimmer stehen soll, und haben uns für einen lüfterlosen PC entschieden.
    Herzstück soll eine AMD-APU auf einem ASUS-Board bilden: http://www.asus.de/Motherboards/AMD_CPU_on_Board/E35M1I_DELUXE/
    Dazu werden noch eine SSD-Festplatte, 4-8GB RAM und ein passendes Gehäuse mit lüfterlosem Netzteil kommen. Sollte ein optisches Laufwerk notwendig sein (was ich nicht hoffe), wird es ein "altes" gebrauchtes tun.

    Nun zu meiner Frage: Was haltet ihr von solchen leistungsarmen Rechnern, die im normalen Betrieb unter 20W Stromaufnahme bleiben sollten? Und viel wichtiger: Könnt ihr mir grüne Hersteller empfehlen, bei denen ich nach den fehlenden Teilen schauen kann?

    Gefragt von
    Marshavan
    am 06.April 2012, 16:57 | 5 Antworten

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  • ulrichsommer

    Hallo Marshavan,

    schön, wenn das Thema mit den effizienten Rechnern wieder in Gang kommt.
    Was die Performance solcher Boards betrifft, so bin ich bereits mit etwas älteren Boards von Intel recht zufrieden (siehe auch diesen älteren Beitrag von mir):
    http://www.utopia.de/gruppen/futurecomputing-187/diskussion/energieeffizienter-midi-tower-192761
    (die Bildschirmauflösung ließ sich mit der nächsten Linux-Version einwandfrei steuern).
    Ich bin mit der Performance des Atom-Prozessors für Büroanwendungen vollkommen zufrieden.
    Auch mein kleines Netbook von ASUS macht mir diesbezüglich Spaß und benötigt fast noch weniger Energie. Mir ist normalerweise AMD symphatischer, als Intel. Aber Intel hat wohl mit dem Atom die sparsameren Boards. Und Meineserachtens reicht der Atom fürs Büro

    Zum Bildschirm habe ich hier ein paar Dinge gefunden:
    http://www.utopia.de/gruppen/futurecomputing-187/diskussion/die-produkte-haben-mich-ueberholt-194691

    Mittlerweile habe ich auch einen Rechner mit lüfterlosem AMD-Chip im Gebrauch. Der braucht zwar mehr, als die Intel-Boards, ist aber sonst auch recht zufriedenstellend (habe den Rechner gerade nicht da, es sollte aber das Board ASRock E350M1 sein). Mit diesem Rechner mache ich auch etwas CAD.

    Es wird vermutlich ein derzeit unerfüllter Wunsch sein, wirklich umweltfreundlich oder fair handelnde Hardwarehersteller zu finden. Selbst bei gutem Willen ist es vermutlich schwierig den chinesischen Giganten derartige Produktwünsche zukommen zu lassen (es sei denn, die ganz großen Kunden würden es gemeinsam versuchen).

    So kann man sich nur an die Kaufempfehlungen oder Bewertungen der Computerhersteller durch Greenpeace und andere halten, um durch Bevorzugung der jeweils grünsten einen kleinen Impuls zu senden. Beispiel:
    http://www.greenpeace.org/international/en/campaigns/climate-change/cool-it/Guide-to-Greener-Electronics/?id=

    Grundsätzlich unterstelle ich jedoch, dass kleine Boards auch signifikant weniger Ressourcen benötigen. Man vergleiche einfach mal das Gewicht eines Normal-Boards mit dem eines Mini-ITX-Boards, das Gewicht (oder Volumen) eines Normal-Prozessors mit dem eines Atom-Prozessors oder das Gewicht eines lüfterlosen (leider meist externen) Netzteiles mit dem eines normal-Netzteiles. Das muss sich doch massiv im ökologischen Fußabdruck wiederspiegeln. Ferner gehe ich davon aus, dass durch den Kauf der sparsamsten Boards auch ein positiver Einfluss auf den Markt geschaffen wird.

    Ich kann nur zuraten, solche Rechner aufzubauen. Viel Spaß

    Beantwortet von ulrichsommer am 06.April 2012, 22:38
    • Marshavan

      Vielen Dank für die ausführliche Antwort. Die Atom-Reihe habe ich mir auch angeschaut, sie...mehr

      Marshavan am 07.April 2012, 10:36
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  • Robinson

    Vorab, ich habe Erfahrung mit lüfterlosen PCs als Eigenbau, bis hinauf zu Quad-Prozessoren, die mit entsprechend dimensionierten Kühlern/Heatpipes in großzügigen (ATX) Gehäusen unter reduzierter Spannung und/oder reduzierten Taktraten liefen. Nicht im Idle, das können bereits gute Standard-Kühler lüfterlos, sondern unter Vollast. Vorteile von "normalen" Komponenten, die man händisch umrüstet, sind u.a. die niedrigen Kosten und die Verwertung von Alt-Teilen, Nachteile u.a. der Bastelaufwand und die Risiken von zu grenzwertiger Wärmeabfuhr.

    Mit modernsten Komponenten eigentlich kein Problem mehr, die CPUs nehmen so wenig Strom auf, dass es (beim richtigen Modell) reicht, die Lüfter abzuklemmen, "steht" aber die Luft in einem noch dazu kleinen Gehäuse, wird ein längerer Betrieb bereits heikel, was die Stabilität aufgrund Schutzabschaltungen angeht.

    SSD und lüfterlose Netzteile machen den Aufbau solcher Flüster-PCs - besonders unter Verzicht sämtlicher Lüfter - einfach teurer, jedes Dezibel weniger kostet. So wie jede 10-Watt-Einheit im Gesamtverbrauch weniger unverhältnismäßig viel kostet.

    Unter http://www.heise.de/ct/projekte finden sich zahlreiche Bau-Vorschläge der vergangenen Jahre zu diversen PC-Konfigurationen, eine m.E. empfehlenswerte Fundgrube auch wenn man einen Händler beauftragt, etwas zusammen zu stellen. Interessante Komponenten für das "Leisermachen" finden sich bei der Fa. http://www.noisecontrol.de/ueberbl.htm , nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit, aber insbesondere für ältere PCs findet sich dort evtl. das eine oder andere Leise-Tuning-Teil.

    Das Forum Computerbase liefert unter den u.g. aktuell gehaltenen Rubriken konkrete Einkaufsvorschläge, mit Preiskalkulation, ein brauchbarer Maß gegenüber Fertig-PCs, siehe
    http://www.computerbase.de/forum/showthread.php?t=332392 - "[FAQ] Der ideale Office-PC"
    http://www.computerbase.de/forum/showthread.php?t=336072 - "[FAQ] Der ideale Multimedia-PC"

    Serien-PC bzw. -Notebooks können bei geringer Laufzeit (bspw. Wohnzimmer-Surfen) fast lautlos arbeiten, erst mit zunehmender "Aufheizung" schalten sich spät(er) die Lüfter zu. Die Fa. Arlt bietet sogar Flüster-PCs "von der Stange" unter http://www.arlt.com/PC/Komplett-PCs/ARLT-fluesterleise-PCs .

    Solche Lösungen lohnen sich m.M. tatsächlich dort, wo die genannte Lärmempfindlichkeit gegeben ist bzw. der Wunsch danach einen Neukauf weckt bzw. ein Neukauf ansteht. Mein PC ist auf verschiedene "Modi" getrimmt, dank BIOS-Speicherpunkten auf fast lautlos bis Höchstleistung für Distributed Computing. I.d.R. läuft er im Sparmodus unter Höchstlast, ermittelt nach vielen Stunden Effzienzberechnungen, diesen Aufwand insbesondere mit verbauten Lüftern, die optimal an die Mainboard-Ansteuergrenzen der Lüfter angepasst sind, treiben wohl nur Enthusiasten. Bei modernen PCs von der Stange dürfte der Aufwand den Normalbetrieb leisER zu machen, nur wenig Geld kosten, geeignete Basis vorausgesetzt. Wirklich LEISE zu machen kostet hingegen nachträglich (meistens) viel bzw. klappt nur ansatzweise bei nicht geeigneten Gehäusen, CPUs, Grafikkarten usw.

    Richtiges "Arbeiten" im Wohnzimmer wollen wir gar nicht haben, weil ich dafür einen großen und augenschonenden Monitor benötige, dessen Verbrauch liegt bereits jetzt über dem Verbrauch (m)eines stromsparenden PCs. Meines Wissens sind leistungsfähige Prozessoren in Kleinst-PCs gegenwärtig zwischen 20-30 Watt Gesamtverbrauch möglich, unter 20 Watt zu bleiben erhöht den (finanziellen) Aufwand deutlich, addiert man einen Monitor liegt man bei 40-50 Watt Wärmeleistung, die irgendwo hin muss in einem (geheizten) Wohnzimmer. Ein Notebook hingegen liegt evtl. unter 20 Watt inklusive, mein 9 Zoll EEE (inkl. SSD) nimmt unter 10 Watt auf, Arbeiten ist damit NICHT möglich, aber Surfen, Kleinkram etc.

    Was das Thema "grüne" Hersteller/Komponenten angeht, setze ich das Kriterium Lebensdauer höher an, alle führenden Hersteller bieten Produkte mit speziellen Umwelteigenschaften an, kombiniert man aber günstigste Hardware mit einem dauerlaufenden PC/Server halte ich das Ziel für verfehlt, ausreichend wer kein Ausfallrisiko abzusichern hat und ggf. nach wenigen Jahren Komponenten tauschen will, Zuverlässigkeit und Datensicherung sollte man jedenfalls nicht vernachlässigen im (Strom-)Sparzwang.

    Sich extra einen Multimedia-PC für Arbeiten abseits vom Arbeits-PC anzuschaffen ist im Grunde bequemer Luxus, auch mit "grünen" Komponenten. Bei alten Komponenten sind die Schadstoffe längst "verdampft", mit neuer Hardware holt man sich die Müffelkisten direkt in den Wohnbereich. Auch ein Aspekt neben der Amortisierung vorhandener PCs. Ich würde mir neue Komponenten nur für einen notwendigen Ersatz kaufen, ausserdem Spaß und Arbeit trennen, von daher eine Frage des Arbeitsstils.

    Beantwortet von Robinson am 07.April 2012, 17:59
    • Marshavan

      Danke für die ausführliche Antwort. Die Links ins Computerbase-Forum sind sehr hilfreich. Vor allem...mehr

      Marshavan am 08.April 2012, 13:28
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  • Marshavan

    Ich möchte hier noch eins klar stellen, weil das bisher scheinbar nicht so rüber kam: Ich suche keinen leisen PC, sondern einen lautlosen. Deshalb wird alles, was mechanisch funktioniert, rigoros aus dem Gerät verbannt: Lüfter, Festplatten, optische Laufwerke.
    Über Sinn und Unsinn dieser Maßnahme lässt sich streiten, für uns ist dies der Hauptgrund für einen neuen Rechner. Er soll nach und nach unsere Laptops und den "großen" Rechner am Schreibtisch ablösen und, da wir manchmal je nach Laune extrem lärmempfindlich sind, das Surfen und Arbeiten im Wohnzimmer ermöglichen.

    Beantwortet von Marshavan am 07.April 2012, 14:43
    • werner stickler

      Kann ich gut nachvollziehen, hast Du schon die optimale Konfiguration gefunden?...mehr

      werner stickler am 06.Juni 2012, 13:15
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  • Hannilein

    Ich hatte mir zum Jahreswechsel 2011 einen neuen leisen Spar-PC zugelegt.

    Leider sind dann Begriffe wie "schnell, leistungsfähig" sehr relativ.

    Trotz mehrfacher Rückfrage im Vorfeld behauptete mein Lieferant das dies so wäre. Doch entpuppte er sich bei den täglichen Anwendungen mit großen Excel-Dateien und Kaufmännischer Software als sehr langsam, bzw. wenn (wie notwendig) einige Programme gleichzeitig geöffnet sind, hängt er sich teilweise auf.

    Mein Nächster wird dann wohl wieder eine "schnelle" Maschine werden müssen - dennoch natürlich mit sparsamen Lüftern ausgestattet und bei Nichtnutzung ausgeschaltet.

    Hier hätte ich noch einen "Alten" von 2007 kostenlos und 2008 günstig abzugeben...

    .

    Beantwortet von Hannilein am 07.April 2012, 12:38
    • Maria_L

      Ja, wenn das so ist... Ich bin Programmiererin, aber die Hardware fasse ich nur mit spitzen...mehr

      Maria_L am 07.April 2012, 15:50
    • Marshavan

      Das Selbstbauen ist keine Mühe. Mir macht es Spaß und ich habe darin durchaus Erfahrung. Im...mehr

      Marshavan am 07.April 2012, 15:30
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  • mherweg

    >Was haltet ihr von solchen leistungsarmen Rechnern, die im normalen Betrieb unter 20W Stromaufnahme >bleiben sollten?

    finde ich super, Das Board habe ich mir auch angesehen. Mein Händler hatte schon mehrere davon verkauft und leider mit mehreren davon Probleme. Daher bin ich seinem Rat gefolgt und habe das Board von Gigabyte genommen (gleicher Prozessor)

    Du solltest den Verbrauch des Displays nicht übersehen.

    Vielleicht ein Gebraucht-Notebook statt PC + Display?
    Bei lapstore.de habe ich für Familie und Freunde schon einige gebrauchte Thinkpads gekauft.

    Denn die meisste Energie & Rohstoffe werden bei der Herstellung verbraucht!

    http://www.salzburg.gv.at/themen/nuw/umwelt/abfall/abfallvermeidung/abfallvermeidung-pc.htm
    http://www.wdr.de/tv/quarks/sendungsbeitraege/2010/0223/004_muell.jsp

    Der neu gekaufte Server mit AMD E350 ersetzt in meiner Firma 2 alte Server.
    Die alten Server liefen 7 Jahre lang.

    Beantwortet von mherweg am 06.April 2012, 19:50
    • Marshavan

      Danke für den Hinweis auf Gigabyte, da werde ich mich mal umschauen. Gebrauchte Laptops sind an...mehr

      Marshavan am 07.April 2012, 10:27
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