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Gibt es ökologisch vertretbare Pflanzenerde mit Torf?
Neulich war ich im Kölle-Gartencenter und musste feststellen, dass die Erden Torf enthalten. Dieser Torfabbau ist jedoch aus mehreren Überlegungen inakzeptabel. Auf meine Nachfrage hin, erklärte eine Mitarbeiterin:
Gefragt von
- der Torf stamme aus "nachhaltigem Abbau"
- es wird lediglich 30% des Moors genutzt und nicht alles, wie bei herkömmlichem Torf
- der Abbau geschieht per Hand und nicht mit schweren Maschinen
... und ich könne daher die Erde guten Gewissens kaufen. Hat die Dame Recht, gibt es ökologisch vertretbar abgebauten Torf?Daniel Überall
am 29.März 2012, 11:45 | 5 Antworten
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Torf ist Torf. Er gehört in das Feuchtgebiet, wo er herkommt. Er bringt im Garten nichts, was man nicht auch mit Rindenhumus erreichen könnte. Letzterer fällt in der Holzwirtschaft sowieso an.
Beantwortet von Robinson am 29.März 2012, 12:45
Wer kompostiert braucht selten zusätzliche Erde, die kann man in manchen Kommunen direkt am "Komposthof" einkaufen, oder man hört sich um, wo man Sägespäne o.ä. bekommen kann. Sich informieren, was man wozu in welchen Mengen unter welchen Vor- und Nachteilen an die Pflanzen einbringt, gehört bei jedem Material zum guten Gärtnern, "Extragaben" von speziellen Stoffen sind im Grund Zeitbeschleuniger von Prozessen, die - wer Zeit hat - nicht benötigt werden. Im (richtigen) Eigenkompost ist alles drin.
Die Anschaffung eines Häckslers bzw. gemeinschaftliche Nutzung mit Nachbarn lohnt sich, um Schnittgut aller Art für die zügige Kompostierung "aufzubereiten". Das nenne ich nachhaltig, nicht ein bißchen langsamer wertvolle Feuchtgebiete kommerziell auszubeuten und zu zerstören OHNE erkennbaren Nutzen im Garteneinsatz.
Aktion "Sei kein Torfkopp":
http://www.bund.net/themen_und_projekte/naturschutz/moore/sei_kein_torfkopp/
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Vielen Dank für Eure Antworten!
Beantwortet von Daniel Überall am 30.März 2012, 16:36
Es scheint zumindest so zu sein, dass für hier abgebauten Torf ein gewisser Ausgleich geschaffen werden muss (auch wenn dieser sicher hinten und vorne nicht ausreichend sein wird). Von einem Gemüsegärtner erfuhr ich an anderer Stelle noch, dass selbst im Bio-Anbau mit Setzlingen gerabeitet wird, die in Torfsubstraten gezogen wurden.
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Wenn nur 1/3 des Torfes abgebaut wird, dann dauert es halt 3x solange, bis alles weg ist.
Beantwortet von Maria_L am 29.März 2012, 16:20
Die obere Schicht mit wertvollen Pflanzen wird allemal geschädigt, auch beim Handabbau.
Es braucht ja schlichtweg keinen Torf.
Ich bewirtschafte schon seit 15 Jahren meinen Garten ohne jemals Torf gekauft zu haben oder torfhaltige Blumenerde.
Auch Ersatzprodukte mit Kokosfasern habe ich noch nie gekauft.
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Dass sie lügt, möchte ich der Dame nicht unterstellen. Mag sein, dass alles stimmt, was sie sagt (abgesehen von ihrer Aussage zum guten Gewissen). Dennoch ist feszuhalten: Torfabbau ist per se nicht nachhaltig.
Beantwortet von Fredegar am 29.März 2012, 15:16 Alle Kommentare(6)
Ein Einkaufsführer für torffreie Erden (dort bitte auch die *, ** und *** beachten):
http://www.bund.net/fileadmin/bundnet/pdfs/naturschutz/naturschutz_einkaufsfuehrer_gartenerde.pdf
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Eigentlich hat Robinson schon alles gesagt. Ich möchte es nur noch mal unterstreichen.
Beantwortet von Dude am 29.März 2012, 13:38
ES GIBT KEINEN NACHHALTIGEN TORF!!!
Was die Verkäuferin erzählt hat, ist eine Lüge und Greenwashing!
Die von Robinson verlinkte Webseite kann ich zum Thema auch sehr empfehlen.
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