Gute Fragen
zurück zur Frage „Blut in der Schokolade - was haltet ihr davon?“
hubs,
eine Schokolade, die nicht vegetarisch ist.
Danke für die Info Polarnacht -
1. kann mir vorstellen, dass Blutschokolade ein Trendprodukt für Gothics (oder die Richtung) ist. Darauf deutet ja auch die andere Blutsorte "soap&skin" hin,
2. ja, Blutschokolade ist für den Otto-Normalverbraucher sicher ein Skandal, mich lacht die Vorstellung erstmal auch nicht an (auch wenn ich Blutwurst durchaus mag - zu Schoko passts für mich erstmal nicht. Aber den Geschmack merkt man ja angeblich nicht).
3. ich halte das Produkt für sehr geeignet, das Bewusstsein des Bio/Gourmetkundens für den "Vollverbrauch" des Tieres zu schärfen. Das könnte im Zusammenhang mit Zotter durchaus funktionieren. Ob sich langfristig eine Änderung des Verbrauchs abzeichnen lässt, ist die Frage. Trotzdem: lieber anstoßen als es bleiben lassen.
Kommentare zu dieser Antwort (12)
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Gern geschehen.
Kommentiert von Polarnacht am 11.Mai 2012, 11:591. beantwortet der Herr Zotter selbst:
Josef Zotter über die Kreation von Soap&Skin: „Bisher habe ich mich mehr mit den stimmungsaufhellenden Aspekten von Schokolade beschäftigt. Aber die Soap&Skin-Sängerin, Anja Plaschg, hat mich sehr beeindruckt. Sie hat eine Atmosphäre erzeugt, eine tiefe Grundstimmung. Es ist eine Gabe, mit ein paar Zutaten wie Weihrauch, Kornblumen, dunkler Schokolade und Blut eine Stimmung zu erzeugen, die durch die Schokolade und die Musik fließt. Es ist genau die Richtung, die mich interessiert, wenn man seine Persönlichkeit durch Schokolade ausdrücken kann. Oder auch die eigene Biografie, denn die Anja kommt aus einem Schweinezuchtbetrieb – das prägt.“
Zudem Anja klassisches Klavier und elektronischer Musik von ihrem Notebook verbindet, seit Kurzem arbeitet sie auch mit anderen klassischen Instrumenten. Ich würde sie nicht in die Gothic-Schublade stecken. Die Schokolade ist eher ein Fanartikel, wenn man so will und wirklich gut gelungen. Sie passt zu Soap&Skin und ihrer Musik. Ich schließe mich dem Josef an, wenn er meint, die Schokolade hat eine tiefe Grundstimmung, dennoch hat sie mir die Laune erhellt, weil sie wahnsinnig gut schmeckt. Eine zugegeben heikle, provokative, doch durch ihre Kombination einzigartige Schokolade, hinter der Anja Plaschgs Lebensgeschichte steht.
2. Inzwischen bin ich da zwiegespalten. Mag seltsam klingen, aber ich mag den eisenlastigen Geschmack von Blut, nur konnte ich es mir eben nicht vorstellen, wie das schmeckt, ob das passt. Zumindest die Soap&Skin-Schokolade hat mich überzeugt, dass es doch oftmals so ist: Was man nicht kennt, dem steht man erstmal skeptisch gegenüber, bis man es probiert hat und beurteilen kann. Bei mir hat die Neugier über den Ekel des Veganers in mir gesiegt. Wobei es die erste und letzte Tafel dieser besonderen Schokolade sein wird, darum koste ich sie auch so lange es geht aus, um das Tier, was für mich und meinen Genuss sterben musste zu honorieren.
Zum Geschmack: Ich denke, das merkt man nur, wenn man entweder sehr achtsam und langsam die Schokolade auf der Zunge zergehen lässt, so wie ich das mache oder man hat einfach eine sehr gute Sinneswahrnehmung. Man sieht auch die altrosa Rübencanache mit Schweineblut - sieht aus wie Gelatine, aber der Geschmack ist schon eher dezent. Ich denke, wenn man die Schokolade einfach reinfuttert, merkt man kaum was von dem differenzierten Geschmack der Schokoladenschichten - was ich bei Zotter und anderer guter Schokolade nicht empfehlen würde.
3. Das sehe ich ähnlich und bin erfreut, dass Zotter für das Sensibilisieren scheinbar geeignet ist. Ich finde auch, wenn schon Tiere für uns sterben müssen, dann sollte man sie ganz verwerten, denn schließlich hat alles seinen Nutzen und alles andere wäre Verschwendung - Stichwort Wegwerfgesellschaft.
Polarnacht, Du schreibst: "Ich finde auch, wenn schon Tiere für uns sterben müssen, dann sollte man sie ganz verwerten, denn schließlich hat alles seinen Nutzen und alles andere wäre Verschwendung"
Kommentiert von lukita am 11.Mai 2012, 12:11Hm. Ich bin bislang auch davon ausgegangen, dass von den Nutztieren tatsächlich auch alles genutzt wird: http://www.utopia.de/gruppen/veganer-innen-167/diskussion/spiegel-fotostrecke-was-alles-aus-einem-schwein-188713
Deine Aussage hinkt insofern, als dass von Haustieren, die von den Menschen geliebt werden, durchaus oft nichts genutzt wird, nachdem sie liebevoll eingeschläfert und beerdigt oder verbrannt wurden. So ganz konsequent wollen viele Menschen in diesem Punkt dann scheinbar doch nicht sein. Wenn sie den Kadaver beim Tierarzt lassen, geht er zur Tierkörperverwertung. Dann werden durchaus auch noch Reste genutzt.
Mich hat es ein wenig irritiert, dass Du diese Schokolade ausprobiert hast. In meinen Augen wird da etwas vermarktet, was ich für fraglich halte. Jetzt warte ich auf die Produkt-Neuheit mit der Aussage: "Wir wollen auf das Problem der gegenwärtigen Sklaverei aufmerksam machen. Daher produzieren wir etwas mit dem Schweiß der Sklaven. Es gibt unserem Produkt die besondere Note."
@ Lukita schreibt
Kommentiert von Richard-Burgenlandler am 11.Mai 2012, 12:44"Wir wollen auf das Problem der gegenwärtigen Sklaverei aufmerksam machen. Daher produzieren wir etwas mit dem Schweiß der Sklaven. Es gibt unserem Produkt die besondere Note."
Was hat der Hinweiß auf die gegenwertige Verschwendung von "unbrauchbaren Tierteilen" durch die Verwendung des Blutes eines Tieres in diese Schokolade mit Sklaverei zu tun ?
Diese Assotiation mit der Intention die bei Zotter dahintersteht verstehe ich nicht.
Möglicherweiße wird auch die Intention von Zotter nicht verstanden, die er mit seinem essbaren Tiergarten oder jetzt mit der Blutschokolade zeigt.
Mir wäre es neu, dass in der Industrie Blut als unbrauchbar eingestuft wird. Zumindest in der Wurstherstellung scheint es Verwendung zu finden. Daher finde ich es fragwürdig, dieses Thema in dieser Form aufzugreifen.
Kommentiert von lukita am 11.Mai 2012, 12:53Heutzutage gibt es leider auch Sklaverei. Da werden Menschen genutzt für die Interessen anderer. Wenn ich jetzt die Logik des vollständigen Ausnutzens fortsetze, kommt mir eben die Idee, warum wir nicht auch den Schweiß nutzen können? Dass ich nicht vorhabe, das zu tun, sollte klar sein!
Mir geht es darum, das Marketing von Zotter in Frage zu stellen. Ich empfinde es als Effekt-Hascherei. Auf Kosten der Tiere. Und nicht zum Nutzen der Tiere.
Es wird ja wieder nur verankert:
Tiere töten und für unseren eigenen Genuss nutzen ist in Ordnung.
PS. Ich habe einen Teil dieses Kommentars jetzt als eigene Antwort eingestellt: http://www.utopia.de/gutefragen/fragen/blut-in-der-schokolade-was-haltet-ihr/antworten/33363
"Ich empfinde es als Effekt-Hascherei."
Kommentiert von Richard-Burgenlandler am 11.Mai 2012, 13:36Welchen Effekt sollte er damit erhaschen wollen?
Es geht hier denke ich um die Kombination eines ausschließlichen Genussmittels, Schokolade mit einem für das allgemeine Bewusstsein der Menschen wertlosen Teil des Tieres, Blut.
Diese Kombination erhitzt scheinbar die Gemüter, dass er damit nicht Veganer ansprechen will dürfte klar sein.
Wenn man nun die Realität betrachte, so gibt es etwa 6 Mill vegan und vegetarisch lebende Menschen in Deutschland, das sind etwas weniger als 10% der Bevölkerung.
Jetzt gehe ich davon aus das 90 % der Konsumenten von Zotterschokolade nicht Veganer sind, also Fleischesser.
Mit einer Sojamilch oder sonst was Schokolade regt er einen Normalkonsumenten sicher nicht zum Nachdenken an, dafür ist mE diese Schokoblutkombination sehr gut geeignet. Ich denke viele, auch Fleischesser finden das anstößig und die Hoffnung bleibt, dass auch etwas Angestoßen wird im Hirn.
Nun was das Ganze mit Sklaverei zu tun hat, ist mir nach wie vor nicht klar.
Dass er klare Akzente setzt in Hinblick auf Sklaverei und Kinderarbeit ist durch sein Einkaufkonzept sehr gut belegt. Dies könnte man in gleicher Wiese als Effekt-Hascherei abtun.
"Welchen Effekt sollte er damit erhaschen wollen?"
Kommentiert von lukita am 11.Mai 2012, 13:58Marketing? In den Medien sein? Mehr Zugriffe auf seine Internetseite? Mehr Interesse an den Produkten?
Siehe auch: http://www.google.com/insights/search/#q=blut%20schokolade&cmpt=q
"für das allgemeine Bewusstsein der Menschen wertlosen Teil des Tieres, Blut."
Hu. Wer bezeichnet diesen Teil als wertlos? Ja, ich habe tatsächlich auch als Kind keine Blutwurst gegessen. Eben weil ich mir der Bedeutung des Wortes "Blut" durchaus bewusst war. Spätestens wenn Blut im Essen auftaucht, wird klar: Dafür ist ein Tier gestorben! Nicht alle Menschen können damit gut umgehen. Ich konnte das als Kind jedenfalls nicht. Und heute erst recht nicht. Ich weiß nicht, wie Blutwurst schmeckt, weil ich sie noch nie gegessen habe.
"Nun was das Ganze mit Sklaverei zu tun hat, ist mir nach wie vor nicht klar."
Ich könnte den gleichen Effekt zu Marketing-Zwecken nutzen. Damit würde ich aber sehr wahrscheinlich übers Ziel hinausschießen und mich ins Aus katapultieren, eben weil das Ausnutzen von Tieren breiter akzeptiert ist.
Sobald sich Unternehmen glaubhauft gegen Sklaverei und Kinderarbeit einsetzen, finde ich das sehr begrüßenswert! Die Marke «Swiss Confisa» empfinde ich da beispielsweise als nicht glaubwürdig: Sie führt die "reguläre" Schokolade neben den Bio Fairtrade Tafeln. http://www.chocolatshalba.ch/cms/index.php?id=24 Ja, das nenne ich dann opportunistisch.
lukita schreibt: "Mich hat es ein wenig irritiert, dass Du diese Schokolade ausprobiert hast. In meinen Augen wird da etwas vermarktet, was ich für fraglich halte."
Kommentiert von Polarnacht am 11.Mai 2012, 14:36Ich bin im Herzen nun schon eine Weile vegan und ich lebe das auch, soweit es in meinen Möglichkeiten steht. Das heißt, ich bin auf dem Weg. Doch ich möchte mir auch nicht ständig irgendwas verbieten und ich habe auch keine Lust mich rechtzufertigen. Als ich auf dem Konzert der Dame war, hat mich das tief berührt, sie hat Gefühle in ihrer Musik ausgedrückt, die ich mit Worten nicht beschreiben kann, aber selbst in mir trage (Depression, Angst...) und wenn man ihre Musik hört, kann man nachvollziehen, was ich meine. Weil ich mir nur ganz selten was gönne und dort für mich kein Grund dagegen sprach, habe ich mir neben CD, T-Shirt und Piano Sheets auch noch die Zotter-Schokolade gekauft, einfach weil ich neugierig war und wissen wollte, wie sie schmeckt. Ich weiß, dass dafür ein Schwein sterben musste, deswegen schlinge ich sie nicht runter, sondern versuche bewusst zu genießen, was mir zugegeben manchmal schwerfällt, wenn ich an das Schwein denke. Auch auf die Gefahr hin, dass ich jetzt eine Diskussion losbreche, ich hätte die Schokolade auch mit meinem eigenen Blut gegessen. Ja, ich bin ein kleiner Vampir, ist so eine Macke von mir. Ich werde deswegen jetzt nicht wieder anfangen Fleisch, Fisch, Milch und Eier zu essen oder wie eine Verrückte Blutschokolade in mich reinstopfen, aber ich bin auch nur ein Mensch und nicht perfekt - so wie alle anderen auch.
Ich möchte wirklich vegan leben, aber dieses ständige schlechtreden von guten Ansätzen - die definitiv kein Greenwashing sind wie beispielsweise bei McDonalds - verstehe ich einfach nicht. Den Herrn Zotter unterstütze ich, er bietet für alle Geschmäcker Schokolade, er produziert bean-to-bar, da ist er der Einzige (deswegen hat die Schokoladenfabrik wahrscheinlich auch so viele Besucher), außerdem kauft er nur bio und fair, er achtet seine Tiere auf seine Art, betreibt Aufklärung. Ich sehe nicht ein einen schlechten Menschen aus ihm zu machen nur weil er sein eigenes Fleisch isst. Genauso könnte ich auch Veganer anprangern, die nicht bio und fair essen, die schaden damit auch der Umwelt, Mensch und Tier. Ich weiß, dass ein konventionell essender Veganer immernoch einen kleineren ökologischen Fußabdruck hat als ein biologisch essender Vegetarier, aber was sollen diese ewigen Vergleiche? Wichtig ist doch einzig und allein, dass wir uns verändern in Richtung Nachhaltigkeit und da führen so viele Wege hin. Auch sind sich doch alle hier - bis auf ein paar Ausreißer - einig, dass die Massentierhaltung abgeschafft gehört. Das wird aber nicht von heute auf morgen passieren, also warum nicht erstmal schauen, ob das Konzept des Herrn Zotter aufgeht und wenn nicht, da bin ich mir sicher, fällt ihm was Neues ein. Zudem ist er auch ein Verfechter der Prämisse, weniger (Fleisch) zu konsumieren und dafür lieber das gewonnene Geld in bessere Qualität zu investieren. Genau wie der Veggie-Tag - nur auf einer anderen Ebene - ein Schritt in die richtige Richtung und vielleicht wird aus dem weniger irgendwann ein kein Fleisch mehr zu essen.
@Polarnacht: Naja, vielleicht ist Soap&Skin nicht Gothic sondern irgendwas anderes, nur kenne ich leider die korrekte Bezeichnung der Musikrichtung nicht. Also bitte die entsprechende Richtung gedanklich statt "gothic" einsetzen :-)
Kommentiert von mela am 12.Mai 2012, 02:45Du hast schon recht, wahrscheinlich schmeckt die Schokolade sogar gut oder interessant, wenn man sich mal überwunden hat die Kombination zu testen. Ist bestimmt wie bei Blutwurst, ich weiß auch dass sich viele Leute davor ekeln, aber ich kenne sie eben schon seit Kindheit und weiß, dass sie lecker sein kann. Ich finde es auch schräg, wenn sich Leute, die Tier essen, vor Blutwurst ekeln. Wenn Tiere essen, danxn doch am besten auch konsequent. Man sollte schon ehrlich zu sich selbst sein. (Ja, auch für Schnitzel sterben Schweine, auch wenn der Begriff Blut oder "Schweinefleisch" nicht im Namen vorkommt). Jedenfalls Danke für Deinen Beitrag.
@Lukita: Dein Vergleich mit dem Sklavenschweiß hinkt insofern, dass Zotter ja nicht gegen das Tiere essen vorgehen möchte, sondern für eine "Vollverwertung" von Tier plädiert bzw. für einen bewussteren Konsum von Tierprodukten. Dein Vergleich wäre nur dann passend, wenn Zotter die rein vegetarische Ernährung propagieren würde. Es mag schon sein, dass Schweineblut aus Schlachtöfen im größeren Stil auch genutzt wird, es ist halt die Frage mit welcher Wertigkeit bzw. finanziellen Wertschätzung. Nutzung als Kompost oder Hundefutter ist dann doch ehr eine Entsorgung. Jedenfalls wird es kaum als Nahrungsmittel für Menschen genutzt, d.h. tierische Kalorien/Nährstoffe werden nicht als Nahrung genutzt obwohl das Tier sowieso schon sterben musste. Das finde ich falsch. Ist die gleiche Frage wie die nach dem Verzehr der Hähnchenbrust vs Verzehr des gesamten Huhns. Wenn die Leute schon so auf tierische Kalorien stehen, sollen sie aber auch so viel wie möglich daraus verwerten.
Zur Fairtrade Schokolade: Ich würde hier immer eine konsequente Fairtrade-Marke bevorzugen, z.B. Gepa oder eben Zotter. Andererseits möchte ich auch, dass Ritter Sport mit seiner Biomarke Erfolg hat - so dass vielleicht immer mehr Bio in die konventionelle Marke kommt. Aber nur weil es Ritter Sport ist.
mela schreibt: "Aber nur weil es Ritter Sport ist."
Kommentiert von lukita am 12.Mai 2012, 23:36Wie meinst Du das?
Bei Nestle oder Kraft und Konsorten würde ich Bio oder Fair-Linien nicht unterstützen wollen.
Kommentiert von mela am 13.Mai 2012, 01:40Und ich hätte es gerne, dass irgendwann doch ein Massenmarkthersteller komplett auf Bio umstellt. Ritter traue ich am ehesten den Willen und das Potential dazu zu.
Ritter beschäftigt sich immerhin schon sehr lange mit dem Fairtrade-Bereich, auch wenn immernoch nur ein Bruchteil fair gehandelter Kakao im Sortiment ist. Aber immerhin schließen sie für die Biolinien aus, dass Kakao aus der Elfenbeinküste kommt. Glaube außerdem, dass sie eigentlich Bio nahestehen, aber aus Kostengründen nicht umstellen wollen/können, wenn sie ihren Marktanteil halten wollen. Weil die Schokolade mit Milka und Co im Massenmarktsegment mithalten muss.
"Welchen Effekt sollte er damit erhaschen wollen?"
Kommentiert von Richard-Burgenlandler am 13.Mai 2012, 08:55Marketing? In den Medien sein? Mehr Zugriffe auf seine Internetseite? Mehr Interesse an den Produkten?
Nun da es sich bei Zotter um ein Unternehmen handelt ist Werbung oder Marketing eine für mich durchaus legitime Art seine Produkte bekannt zu machen. Das eine Werbung nur dann erfolgreich sein wird wenn sie sich vom allgemeinen Grauton abhebt ist auch klar. Welche Wege man dabei geht können wir überall sehen.
Früher war es genug die Beschaffenheit eines Produkts zu beschreiben, heute wirbt man mit Gefühlen die sehr oft nichts mehr mit dem Produkt zu tun haben, ich denke da nur an die sehr sexistisch Frauen zum Lustobjekt erniedrigende Werbung nicht nur bei Unterwäsche sondern auch wenn es um Motoröl usw. geht.
Das Zotter mit seiner Marketingsstartegie ohnehin andere Maßstäbe setzt sieht man schon an der unkonventionellen Verpackung seiner Schokolade, die dauerhafte Einbindung eines Künstlers für alle möglichen Belange, die Gestaltung seiner Manufaktur und das Einbeziehen des gesamten Genus Erlebnisses als Schokolade verpackt.
Im Übrigen ist das ja nicht seine erste Schokolade, die Teile von Tieren enthält. Die anderen haben Aufgrund der Zutaten weniger Aufsehenerregend.
Ich verstehe diesen Aber gegen Marketing-Aktionen und Effekhascherei von Unternehmen sehr gut.
Kommentiert von Maria_L am 13.Mai 2012, 09:10Ich mußte auch erst im Rahmen meiner Selbständigkeit und Firmen-Coachings lernen, daß das nicht automatisch etwas Schlechtes ist.
Es gelingt mir bis heute nicht besonders gut, was zur Folge hat, daß ich mit dem Dienstleistungssektor erfolgreicher bin, als mit dem Bio-Handel, weil es dort eher um gute Beratung als erfolgreiches Verkaufen geht.
Und aus dieser Erfahrung heraus, werde ich einen Teufel tun, und einen Stab über Herrn Z. brechen, weil er Marketing mit allen Mitteln betreibt, solange er niemanden direkt damit schädigt.
Ich persönlich kaufe die Schokolade nicht, weil es im Bio und Fair-Sektor auch welche mit besserem Preis-Leistungsverhältnis gibt und weil ich gegen Marketing relativ immun bin und nicht für schöne Verpackung zahle.
Aber ich schaue mir an, was das Unternehmen unterm Strich bewegt und das finde ich gut.
Ich seit ein paar Jahren zu viele kleiner Naturkostläden schließen, u.a. weil sie nicht in der Lage waren, ihr Marketing dem Zeitgeist anzupassen.
Das finde ich einfach schade, weil die Folge die ist, daß der Markt unter denen aufgeteilt wird, die umso skrupelloser das Werbe-Verar...-Alphabet beherrschen.