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  • LadidaLadida

    Bioland Export

    Ich wohne seit einiger Zeit in Oslo und habe heute im Supermarket Äpfel aus Südtirol entdeckt. Was mich jedoch sehr erstaunte, war, dass die Äpfel mit dem Siegel von Bioland markiert waren. Das hat mich sehr verwundert, da Bioland ein Siegel ist, dem ich bis jetzt sehr vertraut habe.

    Ich mein, klar, die Äpfel sind nicht gespritzt worden und schonend gedüngt und in den Rechtlinien von Bioland habe ich nichts gefunden, wo es um den Export geht.
    Wenn ich jedoch an den CO2- Ausstoss denke, der diese Äpfel verursacht haben um aus Südtirol in den osloanischen Supermarkt zu gelangen- es kommen mir Zweifel. Wären es Olivien aus Spanien gewesen oder Orangen aus Italien, wäre dies für mich verständlich gewesen. Äpfel gibt es auch hier vor Ort, es ist nicht nötig sie von Südtirol her zu importieren.
    Ich hab´ auch schon in Bioläden ökologischen Knoblauch aus Kanada gefunden.

    Ich bin mir unsicher, ob ich Bioland deswegen anschreiben soll oder, ob ich einfach nur hysterisch werde.
    Was ich konkret wissen möchte:
    Gibt es Richtlinien, die festsetzten, wie gerechtfertigt ein Export sein muss, damit eine Ware mit einem Biosiegel exportiert werden darf? Eine Zwiebel darf so ökologisch sein, wie es geht nur geht; wenn sie jedoch aus Neuseeland kommt, würde ich doch die konventionelle Zwiebel von einem deutschen, oder zumindest europäischen von einem Industriebauernhof vorziehen.

    Gefragt von
    LadidaLadida
    am 14.März 2012, 19:25 | 4 Antworten

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  • Maria_L

    Bioland hat ja auch nur beschränkt Einblick auf die Vermarktungswege und nimmt -meines Wissens- auch keinen Einfluss darauf.
    Bioland ist in erster Linie ein Zertifizierer.

    Demeter sieht das etwas anders und untersagt den Verkauf von Demeter.Produkten an gewisse Discounter / Supermärkte.

    Ich sehe die Rolle des Verbrauchers wie Robinson.
    Wenn der Verbraucher in Oslo (Bio-)Äpfel möchte zu einem Zeitpunkt, wo es keine heimischen (mehr) gibt, dann werden eben welche importiert.
    Wenn Du das nicht unterstützen möchtest, kannst Du ja schauen, ob es bei Euch so was ähnliches gibt:
    Bei uns gibts immer mehr Initiativen (z.B: vom Bund Naturschutz unterstützt), wo mehrere Leute zusammen ein Obstgrundstück bewirtschaften und ernten.
    Die Lagerung organisiert dann jeder selbst.

    Beantwortet von Maria_L am 16.März 2012, 08:19
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  • mela

    Hallo,
    Ich sehe erstemal nicht, warum Bioland für die zurückgelegte Strecke der Waren verantworlich sein sollte, Bioland sorgt erstmal nur für ökologische Erzeugung/Verarbeitung.
    Ich würde mich an Deiner Stelle an den Laden wenden, ihn sehe ich in der Verantwortung. Warum kauft er Äpfel aus Südtirol? Möglicherweise hat er sogar einen vernünftigen Grund dafür. Wer weiß, ob es so viele bio-Äpfel aus norwegischem Anbau gibt?
    Viele Grüße nach Oslo!
    mela

    Beantwortet von mela am 15.März 2012, 15:41
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  • Dude

    Ich gehe mal davon aus, dass es eben nicht genug regionale Bio-Äpfel in Oslo gibt, so dass die Alternative zu Äpfeln aus Tirol, wohl nur sein kann, gar keine Äpfel in Oslo im Winter und Frühjahr zu essen, was sicherlich ökologisch besser ist.

    Oder siehst du eine andere Alternative?

    Ich kenne die Lage in Norwegen nicht. Aber in Deutschland ist die Nachfrage nach Bioprodukten wesentlich größer als als das regionale Angebot. Dementsprechend bleibt nur Import oder Verzicht auf Bio.

    Beantwortet von Dude am 15.März 2012, 09:01
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  • Robinson

    "Ich bin mir unsicher, ob ich Bioland deswegen anschreiben soll oder, ob ich einfach nur hysterisch werde."
    Die Richtlinien sind transparent, online nachzulesen, siehe Kapitel 8 "Vermarktung"
    http://www.bioland.de/bioland/richtlinien.html

    Daraus Seite 39 in den Grundsätzen:
    "Es dürfen nur solche Vermarktungsaktivitäten (insbesondere Werbung/Verkaufsförderung, Wahl der Absatzwege, Preis- und Produktgestaltung) unternommen werden, die den Zielen und Maßnahmen von BIOLAND
    nicht zuwiderlaufen."

    Schlägst du vor, dass ein neuseeländischer Bioland-Betrieb seine saisonale Überproduktion (relativ zu den lokalen Märkten) NICHT verkaufen soll für den Export ? Also aus Rücksicht der konventionellen Erzeuger weniger produziert, damit die konventionelle Ware (vermehrt) in den Export gelangt ? Sie lieber wegwirft (statt Einnahmen daraus zu generieren) ? Eine Weiterverarbeitung zur Konservierung etc. aufbaut ? Nicht für jeden Erzeuger "lohnt" es betriebswirtschaftlich, sämtliche Register zu ziehen.

    Ich kann leider nicht sämtliche guten oder schlechten Gründe von weltweiten Absatzwegen daraufhin analysieren, welche Wirkungsmechanismen sie unterliegen, mit Zahlen untermauern und daraus die "optimale" Strategie für Bio-Lebensmittel im Im- und Export zusammenschustern. Wäre der Markt so berechenbar - die Marketing-Fachleute hätten es längst getan.

    Wir haben schon früher, an vielen Stellen, über unsere Rolle als Verbraucher in diesen Kreisläufen diskutiert. Z.B. die Option nur regional produzierte Ware zu kaufen, den Rest liegen zu lassen. M.E. eine der gewinnbringenden Entscheidungen: der Händler kauft Importe weniger ein, weil zu hohes Risiko und bemüht sich um regionale Alternativen. In unserem Hofladen (Bioland) kaufe ich bestimmte Waren auch nicht ein, die ausserhalb der Saison bzw. über das (ansonsten gute) Vertriebsnetz reinkommen. Jedes Angebot prüfe ich auf ökologische Kriterien. Entschieden wird über den Einkaufswagen, manche fahren für gehobene Ansprüche weite Weg über mehrere Läden, um den ökorrektesten aller Einkaufskörbe zusammen zu stellen. Bis hin zu kontraproduktivem Verhalten, wenn der Einkaufsweg die Transportwege durch die Ware in seiner Belastung überschreitet.

    Wäre jede Ware mit einem tatsächlichen Index für lokal ressourcenorientierte Produktion/Transport/Saison/Verpackung/usw. versehen, also nicht nur der generalisierende CO2-Wert, die Wahl für uns Verbraucher wäre einfacher.

    Ich vertraue Bioland weiterhin, deshalb kaufe ich noch lange nicht alles, auf dem Bioland drauf steht.

    Beantwortet von Robinson am 15.März 2012, 08:14
    • LadidaLadida

      Vielen lieben Dank für Deine Antwort. Es hat mir sehr viel zu denken gegeben und dazu angeregt,...mehr

      LadidaLadida am 15.März 2012, 12:46
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