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Wissen wo's herkommt... / Nah und gut?

Regional und saisonal

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Beiträge (34 )
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    Dagmara schrieb am 25.06.2011 um 15:04
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    Irgendwie ist regional&saisonal gut (finde ich auch), aber wenn man
    alle erforderlichen Produktionsmittel einbezieht, dann wird's echt
    schwierig, zu fassen, was regional überhaupt ist.

    Sorry, aber Y.Idjes, die Unterscheidung fällt überhaupt nicht schwer. Zum besseren Verständnis empfehle ich die Lektüre über das Engagement der Österreicher, siehe www.austria.info/at/kulinarik-in-oesterreich/regional-geniessen-1087908.html. Ist im übrigen EU-gefördert. Ich hätte es gern auch hier in Deutschland.

    Obst, Gemüse, selbst Fleisch "wächst" nicht immer zu allen Zeiten. Massentierhalter oder Giganten-Gewächshaus zählen nur von ihrem Standort zur regionalen Landwirtschaft, nicht aber im Sinne der saisonalen-regionalen Landwirtschaft, eher Kleinbauern, die saison- und Standortabhängig produzieren und nicht wie die Giganten rundums Jahr Grusel-Produkte.

    Dagmara schrieb am 25.06.2011 um 15:13
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    "Wenn ich aber zwei Produkte, die sonst unter ähnlichen Umständen
    produziert wurden, vergleiche, dann schneidet Bio besser ab. Besser für
    die Umwelt ist es auf jeden Fall."

    Entscheidend ist, wo Bio herkommt. Wir Deutschen sind da ziemlich genau, unsere mediterranen Nachbarn nehmen es da nicht immer so genau. Es ist noch nicht lange her, da sprach ich mit einem charmanten italienischen Winzer über Bioweine. Als ich ihn fragte, ob er ökologisch arbeite, meinte der charmante Mann augenzwinkernd: "Bisher nicht, ist ja eher ein Marketingthema. Wenn sie das möchten, dann mache ich das für sie".

    Super - ich war auch Slow food-Mitglied, aber für meinen Geschmack zuviele Dogmatiker. Denn auch unter Geniessern gibt's die reichlich. Leider, irgendwie sehr deutsch. In einer guter Runde hört man viel über alte Sorten, behutsame Herstellungsmethodern - alles am Ende schmeckbar.

    Maria_L schrieb am 25.06.2011 um 15:26
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    "Wir Deutschen sind da ziemlich genau, unsere mediterranen Nachbarn nehmen es da nicht immer so genau."
    Und wieder komme ich mit der Relativitäts-Theorie ;-)

    Zumindest nehmen die Italiener es mit dem Bioanbau so genau, daß ich schon gehört habe, daß die konventionellen Gemüsebaubetriebe in Italien z.T. Schwierigkeiten haben, Arbeiter zu finden.

    Die gehen lieber in Bio-Betriebe, weil man sich da nicht ganz so kaputt macht wegen Pestizid-Einsatz.

    Sicher ist im Bioanbau nicht alles so fein, wie man gerne täte...aber im konventionellen Anbau ist halt noch viel mehr im Argen...

    Daß Bio nur aus Marketing-Gründen gemacht wird, dazu brauche ich nicht nach Italien gehen.

    Da war doch mal vor ca. einem Jahr die Fernsehsendung von Panorama (hieß das so? Ich kenn mich da nicht so aus), wo es auch um das Thema ging, warum Bio nicht besser ist.

    Da wurde ein Gemüsebauer interviewt, der für ALDI Bio-Salat liefert.
    Der meinte, er selbst hätte ja nix mit Bio am Hut, aber der Kunde wollte das halt.

    Entsprechend Probleme hatte er mit Mehltau und hat sich geärgert, daß es im Bioanbau nichts gegen Mehltau gibt und er das ganze Beet umpflügen mußte.

    Das ist natürlich Quatsch...was man im Bio-Anbau gegen Mehltau tun kann, habe ich in meiner Gärtnerlehre vor vielen Jahren gelernt. Das erfordert aber halt echtes Wissen und Interesse an Bio.

    Leider hat der Biobranche der Hype der letzten Jahre mehr geschadete als genutzt...

    Danke für den Link aus Österreich, das ist genau mein Thema.

    Dagmara schrieb am 25.06.2011 um 15:39
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    Das ist natürlich Quatsch...was man im Bio-Anbau gegen Mehltau tun kann,
    habe ich in meiner Gärtnerlehre vor vielen Jahren gelernt. Das
    erfordert aber halt echtes Wissen und Interesse an Bio.

    "Gegen" etwas tun bewirkt eine Gegenreaktion. Ich sehe das Thema mit einem anderen Bewusstsein. Wie jede Krankheit ist auch der Mehltau ein Indiz, ein Helfer auf eine Disbalance aufmerksam zu machen. Viel besser ist doch, für die Kultur, oft liegt es am übersäuerten Boden, ein Umfeld zu schaffen, damit sie erstarkt und sich der Mehltau auf ihr garnicht erst auszubreitet.

    Leider hat der Biobranche der Hype der letzten Jahre mehr geschadete als genutzt...

    Wie Recht Du hast! Statistiker sagen es: viele Biokäufer verfügen über genügend Geld, um sich gutes Gewissen einzukaufen, was mit einer bewussten Kaufentscheidung für die Natur und ihr Wohlergehen wenig zu tun hat.

    Y.Idjes schrieb am 27.06.2011 um 08:54
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    "Statistiker sagen es: viele Biokäufer verfügen über genügend Geld, um
    sich gutes Gewissen einzukaufen, was mit einer bewussten
    Kaufentscheidung für die Natur und ihr Wohlergehen wenig zu tun hat."

    Erwische mich auch hin und wieder bei dem Gedanken, zwischen Status-Käufern und "wirklich" bewussten Käufern zu unterscheiden - aber woher will man letztlich wissen, wie viel erstere für's Gewissen ausgeben, und wie viel für die Natur? Und kann es schließlich der Natur nicht egal sein, aus welchen Motiven man bewusst einkauft?

    (Korrigier mich, wenn ich's falsch verstanden hab..)

    Maria_L schrieb am 27.06.2011 um 09:01
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    "Wie jede Krankheit ist auch der Mehltau ein Indiz, ein Helfer auf eine Disbalance aufmerksam zu machen. Viel besser ist doch, für die Kultur, oft liegt es am übersäuerten Boden, ein Umfeld zu schaffen, damit sie erstarkt und sich der Mehltau auf ihr garnicht erst auszubreitet."

    Ja, so meinte ich es ja auch...vorbeugend tätig werden.
    Da sind die Gärtner mit konventioneller Denke relativ hilflos.

    Dagmara schrieb am 27.06.2011 um 10:01
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    Und kann es schließlich der Natur nicht egal sein, aus welchen Motiven man bewusst einkauft?

    So, isses. Letztlich ist es egal, dennoch frage ich mich, inwieweit man bereit ist bewusster mit der Natur umzugehen. Hierzu ein Tipp für eine spannende Bewegung http://de.wikipedia.org/wiki/Transition_Towns und der zurzeit hochaktuelle Film "Voices of the Transition".

    Y.Idjes schrieb am 27.06.2011 um 11:19
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    DAnke für den Filmtipp... über Transitiontows hab' ich erst kürzlich erfahren - klingt nach 'ner ganz guten Sache.

    Y.Idjes schrieb am 12.07.2011 um 10:22
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    Hallo, hab gestern ganz interessante Artikel zum "Regionalboom" entdeckt... die meisten Infos sind vielleicht nicht ganz überraschend, aber dass zum Beispiel die Inhalte von Schutzsiegeln gar nicht so fest sind, wie ich dachte, dann doch überraschend, aber lest selbst - ist auch ein schönes - evtl. auch streitbares? - Interview mit einem Leipziger Geographen drin - sozusagen Kollege (bin selbst GEograph;))



    http://www.fr-online.de/wirtschaft/schwindel-im-supermarkt/-/1472780/8655512/-/index.html

    http://www.fr-online.de/wirtschaft/-regionalprodukte-sind-nicht-immer-besser-/-/1472780/8655490/-/index.html

    Maria_L schrieb am 12.07.2011 um 11:10
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    Die bisherigen Regiona-Siegel haben wenig Aussagekraft.

    Hier ist eine neue Initiative beschrieben:
    http://www.bio-markt.info/web/Fachwissen/Sortimente/Regional/72/79/0/10539.html


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