"Trotz Umweltsiegel holzen Papierhersteller rücksichtslos ab
Der weltgrößte Papierhersteller kommt aus Schweden und heißt Stora Enso. Er beliefert den deutschen Markt u.a. mit Papier, aus dem Zeitungen oder Verpackungsmaterial hergestellt wird. Diese Produkte sind FSC zertifiziert, soll heißen: Ein Umweltsiegel garantiert dem Verbraucher, dass Stora Enso kein Holz aus schützenswerten Wäldern einschlägt.
Dies aber ist falsch. Stora Enso fällt systematisch und flächendeckend in jahrhundertealten Wäldern. Schwedische Umweltschützer und Waldexperten kritisieren das großflächige Abholzen und verweisen zudem auf einen Interessenskonflikt. Der Zertifizierer werde von den Auftraggebern bezahlt; dies gehe zu Lasten der Unabhängigkeit im Zertifizierungsprozess. Die Kritiker fordern, dass es für solche Produkte kein Umweltschutzsiegel geben dürfe."
Der komplette lesenswerte Beitrag mit wesentlich detaillierteren Informationen genau dazu:
http://www.swr.de/report/-/id=233454/nid=233454/did=7462706/mpdid=7637284/preoov/index.html
bzw.
http://www.swr.de/report/-/id=7637350/property=download/nid=233454/myfcmj/index.pdf
Letztgenannter nennt weiterführende Links:
http://www.fsc-watch.org/
Waldzentrum der Universität Münster
http://www.wald-zentrum.de/index_innen.php?unav=mitarbeiter&subnav=aktuell&seite=andreas_schulte.html
„Swedish society of nature conservation“
http://www.naturskyddsforeningen.se/in-english/Forest/
http://www.fragen-an-den-fsc.de/
http://www.regenwald.org/
Was ich bei fsc-watch nach wie vor spannend finde, ist deren Hintergrund. Sie sagen über sich selbst: "This site has been developed by a group of people, FSC supporters and members among them, who are very concerned about the constant and serious erosion of the FSC's reliability and thus credibility."
Es geht ihnen also darum, die Vergabe des Siegels stärker zu kontrollieren, damit dessen Glaubwürdigkeit nicht weiter verloren geht.
Ganz ohne Siegel ist es ja auch nicht besser...
Danke, lukita, für diese Ergänzung.
Eine ähnliche Thematik hatten wir erst kürzlich (Bücher bestehen ebenfalls aus Papier):
http://www.utopia.de/gutefragen/fragen/wie-sinnvoll-sind-buecher/antworten/27061#comment_28855
Anscheinend bietet selbst das FSC-Siegel keinen garantierten Schutz vor rücksichtslosem Kahlschlag in Deutschlands Zellstoff-Importländern. Aber selbst das FSC-Siegel haben ja die wenigsten Druckerzeugnisse.
Umso wichtiger: die Verwendung von Recycling-Papier forcieren, ob z.H., in der Firma oder sonst irgendwo.
"Exportverbote sind Makulatur"
In der aktuellen Ausgabe der Brandeins wird das Thema aufgegriffen. Zitat: "Das FSC-Siegel steht für verantwortliche Forstwirtschaft. Es nutzt seinen Erfindern, Konzernen, Kunden und der Politik. Nur der Umwelt herzlich wenig."
Die Stempel-Industrie
http://www.brandeins.de/magazin/interessen/die-stempel-industrie.html

