Dienstag, 12. Oktober 2010
Nach jahrelangem Tauziehen hat sich die Europäische Union auf ein Importverbot für illegal eingeschlagenes Tropenholz geeinigt. Am Montag segneten die für Wettbewerb zuständigen Minister der 27 Mitgliedsstaaten eine entsprechende Verordnung ab, die allerdings erst 2012 in Kraft tritt. Ab diesem Zeitpunkt müssen Importeure von tropischen Hölzern deren legale Herkunft nachweisen. Der WWF begrüßte das Gesetz, Sprecherin Nina Griesshammer kritisierte aber: "Das Gesetz gilt erst in 27 Monaten, bis dahin können sich die Holzkonzerne auf Kosten der Wälder und des Klimas weiter austoben."
Die EU ist nach Angaben der Umweltorganisation einer der weltweit größten Märkte für illegales Holz aus Regenwäldern. Zwischen 16 und 19 Prozent der Holzimporte stammen laut einer WWF-Studie von Lieferanten, die die - häufig ohnehin schwachen - Schutzvorschriften der Herkunftsländer missachten. Zahlreiche Verbände hatten seit langem auf ein Importverbot gedrungen. Im Juli hatte das EU-Parlament einen Gesetzesvorschlag deutlich verschärft - zuvor gab es im Umweltausschuss "erheblichen Druck", wie die zuständige Berichterstatterin, die Grüne Caroline Lucas, damals erklärte.
Weltweit werden pro Jahr 13 Millionen Hektar Regenwald gerodet, rund 20 Prozent davon illegal; und das Verschwinden der Tropenwälder ist eine der größten Quellen von Treibhausgasen überhaupt. Künftig muss nun, wer Holz und Holzprodukte als erster in der EU auf den Markt bringt (der so genannte "Erstinverkehrsbringer"), die legale Herkunft nachweisen. Das Gesetz gilt beispielsweise für Garten- und Badmöbel. In Bau- und Möbelmärkten sollen Verbraucher legales Holz künftig an Etiketten erkennen können.
"Höchst problematisch ist, dass nicht alle Holz- und Papierprodukte wie zum Beispiel Bücher und Magazine unter die neue Regelung fallen", bemängelt WWF-Expertin Griesshammer. Solche Produkte machen aber einen Großteil des Holzverbrauches aus. Die eigentliche Arbeit beginne laut WWF jetzt erst: "Wir sind gespannt, ob die europäischen Unternehmen schnell eine effiziente und strenge Rückverfolgung der Handelskette aufbauen, damit kein illegales Holz mehr in die Europäische Union gelangt. Außerdem werden wir sehr genau darauf achten, dass die EU-Mitgliedsstaaten saftige Sanktionen für diejenigen verhängen, die uns Verbrauchern trotz des Gesetzes illegales Holz andrehen wollen."
http://www.klimaretter.info/wohnen/nachricht/7061-eu-verbietet-illegales-tropenholz
"Höchst problematisch ist, dass nicht alle Holz- und Papierprodukte wie zum Beispiel Bücher und Magazine unter die neue Regelung fallen", bemängelt WWF-Expertin Griesshammer.
Bücher und Magazine werden wohl nur in kleinen Mengen importiert. Aber was ist mit dem Grundstoff: Papier?
Und was ist mit dem Holz aus Plantagen, die heute da stehen, wo früher mal Regenwald war. Genau diese werden immer mehr um unsere Gier nach dem "schönen und haltbaren" Holz zu stillen.
Da versagt dieses Gesetz deutlich.
Ja, das Gesetz hat leider Lücken. Aber wieder einmal gilt: immerhin ist es schon mal ein Schritt in die richtige Richtung... wir können als Konsumenten weiter gehen.

