Obwohl bisher 11 Klagen gegen Belo Monte eingereicht wurden, hält die
brasilianische Regierung weiter an dem Megaprojekt fest. Die
Staatsanwaltschaft in Pará, der Region in der das Wasserkraftwerk
entstehen soll, kritisiert die Lizensvergabe als unrechtmäßig, da
nationale Umwelt- und Sozialstandards nicht eingehalten wurden. Obwohl
von den 40 Auflagen für das Projekt noch immer 11 nicht umgesetzt sind,
erteilte das brasilianische Umweltamt am 1. Juni 2011 die definitive
Umweltlizenz für den Bau des Kraftwerks Belo Monte am Xingu-Fluss.
Bei europäischen Firmen, die maßgeblich an dem Milliardenprojekt
beteiligt sind, hat der Verein Rettet den Regenwald bereits protestiert.
So beim zum Siemens-Konzern gehörenden Industrieausrüster Voith sowie
beim österreichischen Anlagenbauer Andritz und dem französischen
Alsthom-Konzern.
Dennoch gab es bisher kein Einlenken. Nun haben sich selbst
renommierte brasilianische Wissenschaftler dem breiten
gesellschaftlichen Widerstand gegen das Projekt angeschlossen. Biologen
des staatlichen Nationalinstituts für Amazonasstudien/INPE warnen vor
den klimafeindlichen Folgen des riesigen Stausees. Das geplante 500 km²
große Staubecken wird immense Flächen Regenwald überfluten. "Alles organische Material, Kohlenstoff im Boden, Bäume und Wasserpflanzen zersetzen sich auf dem Grund des Stausees [...]. Die Wassermassen treiben unter hohem Druck die Turbinen an und gelangen dann plötzlich in die Atmosphäre.
In Amazonien wirken Wasserkraftwerke häufig schädlicher, negativer als
die zur Elektrizitätsgewinnung verbrannten fossilen Energieträger", so
der angesehene Biologe Philip Fearnside vom INPE.
Noch fataler werden die Folgen des
Wasserkraftwerks für die indigenen Gruppen im Xingubecken sein. Allein
das Volk der Kajapó umfasst 6300 Menschen, die seit jeher in und mit dem
Wald leben. Die Vertreibung durch das Belo Monte Projekt würde sie
entwurzeln und das Ende ihrer Kultur bedeuten. Wenn die Regierung nicht
einlenkt, dann wollen die Kajapó und andere indigene Gruppen notfalls
mit Gewalt für ihren Lebensraum kämpfen. "Ich habe meine Leute
immer vom Kriegführen abgehalten. Aber nun bin ich sehr besorgt und
verunsichert. Aber wir hoffen auf einen guten Ausgang der
Verhandlungen", sagte Raoni bei seinem letzten Besuch in Frankreich.
Bitte unterstützen Sie Raoni beim Kampf gegen das Wasserkraftwerk
Belo Monte und unterzeichnen Sie die nachfolgende Petition
der Indigenen. Raoni wird im September erneut nach Europa reisen, und
wir möchten ihm die gesammelten Unterschriften dann persönlich
überreichen. Die Indigenen wollen die Petition zusammen mit den
Unterschriften anschließend der brasilianischen Regierung übergeben.
Hier bitte die Petition unterschreiben
https://www.regenwald.org/mailalert/725/brasilien-hauptling-raoni-fordert-erhalt-des-regenwaldes

