Nachdem ich durch den ZEIT-Artikel über das Buch "Zoopolis" von Sue Donaldson und Will Kymlicka neugierig geworden war (s. http://www.zeit.de/2012/28/Interview-Kymlicka), habe ich es mir gekauft. Obwohl ich es noch nicht komplett durch habe, kann ich schon jetzt sagen, dass es eines der wichtigsten Bücher ist, die ich je gelesen habe - in Bezug auf Tiere, aber auch allgemein. Ein Kurzbeschreibung findet sich unter http://www.ourhenhouse.org/2012/06/book-review-zoopolis-a-political-theory-of-animal-rights-by-sue-donaldson-will-kymlicka/
Jonathan Safran Foers "Tiere essen" hat mich vor bald zwei Jahren zum Vegetarier gemacht und hoffentlich bald zum Veganer; dieses Buch zeigt nun auf, wie der nächste Schritt aussehen könnte, damit das Zusammenleben von Tieren und Menschen funktionieren kann, ohne einseitig auf Ausbeutung zu beruhen. Der Ansatz, domestizierten Tieren Bürgerrechte zu verleihen, und das ganze Thema mit den neuesten Erkenntnissen der politischen, rechtlichen und sozialen Eingliederung von behinderten Mitbürgern zu verbinden, ist intellektuell herausfordernd, aber m.E. genial.
Die Argumentationsketten, Beispiele, Verweise auf Forschung und Literatur sind ausserordentlich intelligent und nachvollziehbar geschrieben - es wird Kritikern schwerfallen, Gegenargumente zu finden. Ich hoffe, dass das Buch bald in viele Sprachen übersetzt wird (bisher ist es anscheinend nur auf Englisch erhältlich) und eine breite gesellschaftliche Debatte anregt.

