Vegetarier / Gesundheit
Vegetarisch kochen: Wie gleiche ich Jodmangel aus
meine Frau leidet an einer Schilddrüsenunterfunktion verursacht durch Jodmangel. Nun hat ihr der Arzt geraten, mehr Fisch zu essen. Ich würde gerne den Fisch aber am Leben lassen und die Meere nicht noch leerer gefischt sehen.
Habt Ihr Tipps zum Jodausgleich mit vegetarischer Ernährung. Milch geht, ist aber leider auch nicht sooo toll erwünscht.
Danke
Vielleicht Jodsalz ?
Liebe Chrissy, lieber Thomas,
am besten funktioniert das mit Meeresalgen (z.B. Hijiki, Wakame, Nori und Seetang). Der Körper nimmt sich von ihnen soviel Jod wie er braucht, jedoch nicht mehr. Keinesfalls ist Jodsalz zu Jodsalz zu empfehlen. Nach Erfahrungen in Amerika, die schon jahrelang vorliegen, kommt es dadurch zu viel mehr Schilddrüsenfunktionsstörungen als ohne Jodgaben. Man wusste das vor der Einführung von Jodsalz in Deutschland. Ich glaube, ich habe das damals von Bärbel Höhn von den Grünen erfahren, recherchiere aber noch einmal nach. Unser Körper kann mit dieser Form von Jod nichts anfangen und sich ihrer auch nicht erwehren. Meeresalgen gleichen sowohl Überfunktions- als auch Unterfunktionsstörungen aus.
All das schreibe ich nicht als Arzt, ist kein medizinischer Ratschlag und deshalb auf eigene Gefahr auszuprobieren, solange keine Zustandsverschlechterungen auftreten.
obwohl der heartwise_ch interessant ist (hab ich auch schon gehört, aber ich vermute, das liegt v.a. an der in den USA üblichen v i e l zu hohen mengen an salz, die da meistens im essen sind - vgl. pommes etc.)
die einfachste art ist vermutlich tatsächlich, wie chrissy schon sagte, jodiertes speisealz, am besten auch gleich mit fluor, das ist näml. dann zugleich ein gutes mundwasser,
d.h. statt es zum kochen zu verwenden, ein bisschen davon in ein viertel oder halbes glas wasser auflösen, gut umrühren, und nach dem essen damit mind. 20 sec. den mund ausspülen.!
neben hochprozentigem (klarem) schnaps (natürlich ohne zucker, also kein likör etc) ist das zugleich eines der umweltfreundlichsten mundwasser, die ich kenne. wenn sie das wasser dann zumindest teilweise auch schluckt, ist zugleich der jodmangel teilweise bekämpft.
allerdings dann ins essen umso weniger salz (zu viel salz ist ja bekanntlich ungesund), aber für den geschmack gibt es ja genügend gewürze, so dass man eigtl. nur wenig salz braucht.
(früher hatte man salz viel mehr verwendet, weil es ein mittel ist, mit dem man lebensmittel ohne gefrierfach haltbar machen kann, aber das ist ja heute eigtl. so nicht mehr nötig)
aber vielleicht sind meeresalgen sogar wirklich gesünder - andererseits, was heute so an giftstoffen im meer ist, bin ich da gar nicht sooo sicher ...
Jodsalz wird sehr kontrovers diskutiert. Auf jeden Fall ist es ein rein "künstliches" Produkt. Wie wäre es, japan. Algen aus dem Bioladen zum Würzen zu verwenden? Algen werden in asiat. Ländern vielfach verwendet, ich persönlich habe damit jedoch noch keine Erfahrungen.
Im folgenden ein Link zum Thema Jodsalz mit wiederum weiteren Linkempfehlungen:
http://www.augendiagnostik.de/00000092010d57607/0186a292040ef391d/50511095770bb2503.html
Danke für diesen Hinweis, liebe Annette, das habe ich alles noch nicht gewusst !
Zum Glück essen wir kein Fleisch, keine Wurst und keinen Käse mehr.
Dann ist es also besser, wie auch heartwise_ch sagt, Meeresalgen zu verwenden,
oder ist die Salzzufuhr bei Vegetariern bzw. Veganern so gering, dass ein bisschen stinknormales Speisesalz nicht schadet, wie berniewa meint ?
Danke für den hervorragenden Link! Der kommt auf jeden Fall in meine must-link-Sammlung.
Ein bisschen Salz ist bestimmt nicht schlecht. Ich würde - nicht nur aus Genussgründen - aber lieber Himalaya-Salz oder reines (am besten handgeschöpftes) Meersalz verwenden, für ganz besondere Sachen, die Du im rohen oder schon gekochten Zustand würzt bzw. nachwürzt, empfehle ich Dir Fleur de Sel aus Gueronde oder aus der Camargue oder auch Flor de Sal aus Mallorca (wird von zwei dt. Frauen geerntet u. vermarktet). Diese sog. Salzblume ist das Beste vom Besten. Im Geschmack viiiiiiiiiiiiel milder als Industrie-Salz. Und enthält immerhin in Spuren noch alle natürlich darin vorkommenden Mineralien.
Wurde von meinem Nephrologen schon vor weit mehr als einem Jahrzehnt darauf hingewiesen, vor allem und unter allen Umständen jodiertes Salz zu meiden!
bzgl. künstlich - natürlich ... ist sicher was wahres dran, speziell auch bzgl. salz ...
zugleich ist die frage, was von unserer ernährung ist denn genau 'natürlich' ?
wie sieht es z.b. aus mit teein/coffein haltigen getränken und mit alkohol? (n.b. sogar elefanten mögen gegorenes, alkoholisiertes obst, das unter manchen bäumen liegt, hab ich mal in einem dokufilm wo gesehen ...)
die allermeiste zeit der letzten paar zehntausend jahre (also v.a. der sog steinzeit) haben sich die menschen überwiegend von wildbret, fisch und nüssen, wilden beeren, früchten etc. ernährt . mehr als 2/3 des proteinbedarfs haben sie über tierische nahrung gedeckt. vegan zu leben wäre demnach z.b. irgendwie unnatürlich ... aber andererseits vielleicht trotzdem nicht schlechter ...
Lieber Bernie,
erst kurz zu Deiner Vermutung: Nein es liegt absolut nicht an den in Amerika üblichen, viel zu hohen Salzmengen.
Nun weiter zu Deiner letzten Frage. Natürlich gibt es auch giftige oder berauschende Substanzen in natürlichen Lebensmitteln. Jemand, der sich zum Beispiel von Wildpflanzen ernährt entwickelt aber sehr schnell seinen Instinkt für das, was gut oder schlecht für ihn ist und wird seine Hand nicht nach etwas ausstrecken, was ihm nicht bekommt. Am Anfang isst er was er nicht kennt sehr vorsichtig und in Teilen.
Generell ist ein natürliches Lebensmittel eines, dass natürlich aufwächst, sei es nun pflanzlicher oder tierischer Herkunft. Auweia, ich krieg wahrscheinlich gleich wieder Ärger mit Lukita und Elisa. Eines, dass sich unter natürlichen Bedingungen und ohne künstliche Zusätze ernährt und roh gegessen wird. Unsere Körper sind an die meisten dieser Lebensmittel in Variationen seit Millionen, Jahrtausenden, Jahrhunderten oder Jahrzehnten gewöhnt. Am wenigsten natürlich an die Superzüchtungen der letzten Jahre, auch wenn es da auch viel gutes gegeben hat, z.B. angenehmere Geschmacksvarianten.
Ein künstliches Lebensmittel ist ein unter zu Hilfenahme von Auszügen oder synthetischen Stoffen hergestelltes Lebensmittel, das diesen Namen eigentlich nicht verdient. Auch gekochte Lebensmittel sind eigentlich künstliche Lebensmittel, auch wenn sie teilweise durch geschickte Kombination Vorteile haben mögen. Beispiele sind Auszugsmehle oder weißer Zucker, die dem Körper enorme Mengen von Vitaminen entziehen, eigentlich auch Milch, die erstmal Kalzium aus den Knochen ausschütten lässt, um einen Säurepuffer zu bilden, wobei der Kalziumspiegel der Knochen dann schwer wieder herzustellen ist und das Milchkalzium vor allem in Muskelverhärtungen wiederzufinden ist. Obwohl ja alle Lebensmittel im Grunde aus Elementen bestehen, kennt der Körper sich mit Stoffen wie Jod aus Jodsalz etc. nicht aus und kann sie nur teilweise gebrauchen, mal wie ein zu kleines Ersatzrad für ein Auto mal aber auch wie ein falsches Medikament, dass dass einen Patienten bis kurz vor den Exitus befördert. Der Körper kann in der Regel bestimmte Stoffe schlecht gebrauchen, baut sie aber ein, weil er keine besseren bekommt. So benutzt er zum Beispiel Cholesterin, um Löcher in Blutgefäßen zu verstopfen, weil er zu wenig Covitamin fürs Vitamin C bekommt. Bekommt er dann hohe Gaben von künstlichem Vitamin C, reisst er teilweise die Löcher in den Blutgefäßen wieder auf. Das Cholesterin als Klebemasse führt natürlich auch zu den eh bekannten Problemen.
Wie Du sehen konntest, gibt es zwischen ganz natürlich und ganz künstlich eine enorme Bandbreite.
Ein im Ganzen verspeistes rohes natürliches Lebensmittel enthält in der Regel nicht nur viele extrem gut benutzbare Nährstoffe sondern auch Stoffe, die sich gegenseitig ausbalancieren. Der Körper nimmt was er braucht ohne von anderem überfrachtet zu werden. Unverträglichkeiten gibt es so in der Regel nur selten (aber auch, weil sich z.B. auch ein Elefant gerne mal an gärendem Obst besäuft und Tiere Appetit genauso kennen wie wir, insbesondere wenn sie in Reichweite menschlicher Behausungen leben), weil z.B. Gegenspieler wie Magnesium und Kalzium in einem guten Verhältnis enthalten sind.
Was Du von den Steinzeitmenschen schreibst, ist insofern nicht ganz ausschlaggebend, weil die körperliche Basis, auf die es bei der Ernährung ankommt, viel älter ist und die ursprüngliche, nämlich pflanzliche Nahrung deshalb viel besser vertragen wird. Zusätzlich werden Tiere bei ihrer ursprünglichen Ernährung viel älter als Menschen, wenn man das Sterbealter durch die Jahre dividiert, die ein Tier brauchte um geschlechtsreif zu werden. Unsere nächsten Verwandten sind nicht die normalen Schimpansen, sondern die Bonobos, bei denen es keinerlei Hetzjagden auf kleinere Affenarten gibt und die mit ihrer friedlichen Lebensweise ein Musterbeispiel für eine Welt der Liebe sind.

