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Vegetarier / Rezepte

richtige Zubereitung von Getreide

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Beiträge (10 )
 
Mira schrieb am 11.06.2010 um 22:02
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Hallo,

ich bin gerade etwas verunsichert, weil ich gehört habe, dass industriell angefertigtes Müsli wohl gar nicht so gut verdaubar ist, weil die Flocken im Prinzip noch zu roh seien. Ich esse schon sehr lang jeden morgen Müsli, nicht zuletzt weil es praktisch ist, einfach etwas zusammen zu schütten und dann zu essen. Tatsächlich habe ich auch immer mal Verdauungsbeschwerden und deswegen ausprobiert, die Getreideflocken (Hirse) vor dem Essen nochmal einige Minuten in Wasser aufzukochen. Dabei quellen sie wirklich nochmal erheblich auf. Diese Praxis ist aber für mich auf die Dauer auch keine Lösung.

Ist das für euch etwas völlig Neues, oder habt ihr ähliches auch schonmal erfahren/ gehört?

Im Prinzip sind Müsliflocken ja gedämpft, aber vielleicht reicht das gar nicht aus, um die Nährstoffe gut verdaulich zu machen?

Liebe Grüße

Helene
    Dude schrieb am 12.06.2010 um 08:53
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    Direkt dazu habe ich nichts, aber ich habe von einer Bekannten, die viele Probleme mit Lebensmitteln hat, gehört, dass sie nach einem Seminar der Gesellschaft für Gesundheitsberatung sich jeden Morgen einen Frischkornbrei macht und dass es dadurch deutlich besser geworden ist. Ich habe mal nach Frischkornbrei gesucht und folgendes gefunden: http://www.ggb-lahnstein.de/rezeptdetails.0.html?rezept=23
    Besonders interessant finde ich folgenden Auszug aus dem Text: "Die Zubereitung ist nicht empfehlenswert mit Joghurt, Milch oder Sauermilch, da die Kombination bei Darmempfindlichen Unverträglichkeit hervorrufen kann."

    Nimmst du Milch zum Müsli? Vielleicht solltest du hiebei ansetzen und nur Wasser oder vegane Produkte wie Soja- oder Hafermilch nehmen.


    Über das Thema Vollkorn (also "rohes" Korn) gibt es großen Streit. Eine Fraktion meint, dass die Anteile der Schale schlecht verdaulich seien, weil sie Abwehrstoffe der Pflanze enthalten. Andere sagen, dass diese Anteile gerade gut seien, weil sie unseren Körper anregen uns so kräftigen und widerstandsfähiger gegen Krankheitserreger machen. Außerdem enthält die Schale viele wertvolle Nährstoffe, die in Weißmehl nicht mehr vorhanden sind. Das ist jetzt nur aus dem Gedächnis wiedergegeben, also sicher nicht sehr genau. Über das Thema kann man bestimmt noch viel mehr im Internet finden.

    sunrainmoon schrieb am 12.06.2010 um 10:09
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    Hallo Helene!
    Dass von Dude empfohlene (Kollath-) Frischkornbrei-rezept kann ich auch empfehlen; statt Sahne bevorzuge ich aber ein gutes Öl wie etwa Leinöl.
    Zu deinen Verdaunungsbeschwerden: versuche vielleicht mal (in ner Art Ausschlußverfahren) nur eine Kornart zu nehmen (vielleicht reagierst du empfindlich auf Weizenkleber/Gluten). also anfangs vielleicht nur Hafer (find ich am wohlschmeckensten), dspäter dann Getreidesorten (die kein Gluten enthalten) usw.; so kannst du vielleicht herausfinden, was du nicht so gut verträgst;
    wichtig kann auch sein (trotz eingeweichtem Zustand), den Brei gut zu kauen, also langsam zu essen!
    Ich vertrage es am Morgen am besten , wenn ich mit Tee beginne, dann erst Obst esse + danach Frischkornbrei!
    viel Freude wünsch ich beim Probieren!

    annekm schrieb am 12.06.2010 um 10:12
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    Ich habe mit Frischkornmüsli (wie von Dude empfohlen) keine gute Erfahrung gemacht - aus genau dem Grund, den Du nennst: rohes Getreide ist einfach schwer verdaulich.
    Was ich wirklich lecker finde und was wesentlich weniger kompliziert ist, als es zunächst klingt, ist Müsli aus gekeimten, gedämpften Körnern. Durch das Keimen werden die Körner bekömmlicher und bilden unter anderem Lysin, welches die in Getreide in der Regel limitierende essentielle Aminosäure darstellt. Ich mag gerne Kamut, aber anderes Getreide wird genauso gehen. Zunächst lasse ich die Körner in einem Keimglas ein paar Stunden einweichen. Danach gieße ich das Wasser ab und keime die Körner circa 2 Tage in dem Keimglas (gleich einige für einige Tage), das ich zweimal täglich bewässere (kein Aufwand). Danach gebe ich die Körner in ein Sieb und gare sie darin zwei Minuten lang (das reicht wirklich - sonst werden sie sogar schon matschig!) in einem Topf mit etwas kochendem Wasser (mit Deckel) im Dampf. Anschließend kommen die Körner in einer Frischhaltedose in den Kühlschrank, wo sie problemlos einige Tage halten. Dazu schmecken Apfel- und Bananenstücke sowie Soja- oder Hafermilch super.

    sunrainmoon schrieb am 12.06.2010 um 10:22
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    Hallo Annekm!

    Auch interessant!

    Ist das 2-minuten garen wichtig? für den geschmack oder für die Verdaulichkeit?

    Wenn deswegen nicht, wofür dann? Ohne Energie fürs garen zu verbrauchen ist doch schöner, oder?

    MariaDonner schrieb am 12.06.2010 um 17:19
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    Mein persönlicher Favorit beim Getreide ist Hirse. Ich koche die Hirse in Wasser auf lasse es etwas köcheln, mache dann den Deckel drauf, stelle den Herd ab und nach einer halben Stunde ist die Hirse gar.
    Es gibt dann die verschiedenen Möglichkeiten - abends kochen und wegstellen und am nächsten Morgen mit Obst und Nüssen anrichten oder morgens kochen und gleich mit Zimt, Apfel, Rosinen und Nüssen ansetzen. Dann mit etwas Honig warm essen.

    Rohes Getreide vertrage ich oft morgens nicht so gut.

    Grundsätzlich sind Haferflocken vorgegart, wenn diese fertig gekauft werden, da Hafer durch den höheren Fettanteil (ca. 7 %) gequetscht schnell ranzig werden kann. Deshalb soll Hafer nicht Stunden vorm Verzehr zubereitet werden. Hafermehl, dass frisch gemahlen wurde sollte ebenso nicht stehen bleiben. Auf Vorrat ist das Hafermehl aber gut in der Truhe aufzubewahren.

    Mira schrieb am 12.06.2010 um 19:38
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    Hallo,

    vielen Dank für die interessanten Antworten!

    @ Dude, Sunrainmoon: Ich habe immer Saft ins Müsli gemacht, Milch mag ich nicht so. Mit dem Gluten ist echt so ne Sache, da denk ich auch ab und zu mal dran. Was mir auffällt ist, dass ich mich nach dem Verzehr von Weizenprodukten häufig aufgebläht fühle. Ich glaube ich hab wirklich einen empfindlichen Darm..

    Hmm, gesund ist der Frischkornbrei sicherlich, aber dabei handelt es sich tatsächlich auch um rohes Getreide. Mich würde interessieren, ob quellen allein reicht, damit Getreide bekömmlich ist, oder ob es nochmal erhitzt werden sollte, um die Proteine zu denaturieren.

    @ Annekm: Das ist interessant, was du machst. Da muss ich mal im Bioladen gucken, ob es entsprechende Körner gibt. Gibt es die extra für solche Anwendungen zu kaufen?

    @ Maria: Hirse habe ich im Prinzip auch immer am liebsten verwendet. Für das Müsli hatte ich immer Hirseflocken gekauft. Kochst du die nochmal auf, oder sind das dann eher die ganzen Körner, die du zubereitest? Aber das ist mir halt irgendwie zu energieaufwendig, fürs Frühstück schon den Herd zu bemühen;-)

    Aber vielleicht ist man halt zu verwöhnt durch diese Müslikultur... es ist zwar bequem, aber man verliert vielleicht auch den Bezug zu dem Nahrungsmittel, wie es eigentlich verzehrt werden sollte.. Naja, dann vielleicht doch jeden morgen Schnittchen..

    liebe grüße

    annekm schrieb am 12.06.2010 um 20:06
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    @sunrainmoon: das Dämpfen mache ich natürlich nicht, weil ich so gerne den Herd anschmeiße ;) Wie gesagt, bekommt auch mir rohes Getreide nicht - auch nicht, wenn es gekeimt ist. Die von mir beschriebene Version ist damit die mit Abstand am wenigsten Energie benötigende Zubereitungsart gegarten Getreides.

    @Helene: Dafür musst Du kein besonderes Getreide kaufen! Du kannst das auch einfach mal mit Weizen oder Dinkel (oder Einkorn oder Emmer, ...) ausprobieren. Einfach das ganz normale ganze Korn kaufen, das man auch zum Backen und Beilage-Kochen nutzen kann!

    sunrainmoon schrieb am 12.06.2010 um 20:18
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    Also wenn du ne Mühle hast, würd ich (wie ichs dir schon empfohlen hab) einfach mal ganz unverwöhnt einzelne Getreide-sorten abends mittelgrob- mittelfein mahlen, in Wasser über nacht einweichen, und morgens mal (ohne Saft hinzuzugeben) probieren: wie schmeckt denn das im Wasser geweichte Getreide an sich!?
    Ich trinke auch manchmal das übriggebliebene Getreide-Wasser auf ( schmeckt je nach Getreide auch schon süsslich obwohl ohne Zucker) + gebe dann, wenn das Getreide mir zu asketisch schmeckt, noch ( Banane,) Apfel, Erbeeren, Sesam, Leinsaat, Leinöl (+ etw. Quark, je nach vegetarischem Status),... bei.
    Mit dem erhitzen : weiß ich nicht ob das wichtig ist; ich habe aber auch keine Sorge ( meinst du aus hygienischen Gründen?) rohes Korn zu essen; ich bin zumindest dadurch noch nicht krank geworden!
    Einfach mal "mutig" + geschmacksneugierig ausprobieren ist meine Empfehlung!

    MariaDonner schrieb am 12.06.2010 um 20:45
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    @Mira, ich nehme die ganzen Körner. Früher habe ich die Hirse immer gemahlen, dann ging es schneller. Aber die ganzen Körner schmecken mir persönlich noch besser. Hirseflocken brauchen nicht so lange. Wenn du sowieso kalt frühstückst, kannst du die Hirse abends kochen und morgens mit entsprechenden Zutaten (frisches Obst, Samen und Nüssen ergänzen. Dass mache ich im Sommer auch oft. Im Winter liebe ich meine erste warme Mahlzeit am Tag.


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