Ich will nix verkaufen. Die Diskussion hatten wir doch oben schon. Das nur als Beispiel für ein solches Supplement für Tiere, die HEUTZUTAGE in Zeiten von B-oral... auf natürlichem Wege offenbar nicht mehr genug kriegen.
Veganer /-innen / Ernährung: Nährstoffe etc.
Vitamin B12
"die HEUTZUTAGE in Zeiten von B-oral... auf natürlichem Wege offenbar nicht mehr genug kriegen"
Daß die Haltungs- und Fütterungsformen in der Intensiv-Tierhaltung zu Mängeln führen, ist nichts Neues.
Das heißt für mich aber nicht, daß ich mich genauso einseitig ernähren möchte, wie diese Tiere ernährt werden und deshalb routinemäßig Ergänzungsmittel aus zweilichtiger Produktion essen möchte.
Wer will schon Ergänzungsmittel nehmen. Ich auch nicht, deshalb habe ich ja oben genannten Forschungsvorschlag angeregt. Selbst baue ich zwar bio-vegan an, kann mich aber nicht vollständig selbst aus dem relativ kleinen Garten versorgen. Zudem ist unser Sandboden (Geest) m.E. noch nicht soo toll mit Humus versorgt, da ich bislang auch immer zu wenig organisches Material habe (habe jetzt aber nen Rasenschnittdeal -> unbehandelter Rasen).
Außerdem will ich mich nicht als Versuchskaninchen hergeben - ich gehöre eh zu den schlampigen Supplementierer_innen: Nachdem ich hier - auch zur Selbstmotivierung - was zu dem Pulver von Omikron geschrieben hatte, hab ich nochmal ein paar Tage eingenommen und seither gar nicht, erst wieder nach meinem Bluttest vor ein paar Tagen, bei dem die einfachen B12-Werte wie erwartet im unteren Bereich liegen (d.h. erwartet hätte ich, dass sie darunter liegen, da meine Werte seit Jahren im unteren Bereich liegen). Holo-TC steht noch aus.
Ich schließe mich also Gerfi an - besser testen, bzw. vorsorgen (ich habs mir jedenfalls vorgenommen).
"Daß die Haltungs- und Fütterungsformen in der Intensiv-Tierhaltung zu Mängeln führen, ist nichts Neues."
Mir war bislang nicht bewußt, dass Tierprodukte-Essende indirekt auch supplementieren.
Je nach Haltung müssen Tiere B12 und andere Vitamine bekommen. Sofern sie rein pflanzlich ernährt werden (was meist das billigste ist) obwohl sie sonst omnivor sind wie z.b. Schweine oder Geflügel und keine Koprophagie betreiben (können) dann muss B12 zugegeben werden. Das geben die Hersteller von Futter auch offen zu.
"Two very significant discoveries occurred at about the same time in the middle of this century.
The first was the discovery of vitamin B 12. This vitamin, previously known by various names such as the
animal protein factor (APF), fermentation factor, and cow manure factor, was the last vitamin to be
discovered. Prior to its discovery, nutritionists realized that some source of animal protein or
fermentation products must be included in pig diets for optimal growth to occur. When technology
permitted vitamin B 12to be isolated, it was found that responses in pigs and poultry fed by-products
from antibiotic production by fermentation processes were greater than could be accounted for simply
by the vitamin alone. That factor was subsequently found to be the antibiotic, aureomycin. The
discovery of this and other antibiotics and their positive effects on growth, feed efficiency, survivability,
and reproduction have had major impacts on the swine industry the past 50 years.
Shortly after vitamin B 12was isolated and its structure identified, it was realized that there was
little need to include animal protein sources in swine diets, and all-plant, corn-soybean meal diets
became popular."
http://www.uky.edu/Ag/AnimalSciences/pubs/swineindustry-significanteventspastcentury.pdf
Das meiste aller hergestellter Vitamine geht in Tierfutter. Auch andere Vitamine müssen aufgrund der Haltungsbedingungen zugefüttert werden. Da bei manchen Haltungsarten die Tiere nur in geschlossenen Räumlichkeiten sind muss Vitamin D gefüttert werden weil sie sonst einen Mangel bekommen würden.
"In the case of poultry, free range was the dominant system until the discovery of vitamins A and D in the 1920s, which allowed confinement to be practiced successfully on a commercial scale. Before that, green feed and sunshine (for the vitamin D) were necessary to provide the necessary vitamin content.[3] Some large commercial breeding flocks were reared on pasture into the 1950s. Nutritional science resulted in the increased use of confinement for other livestock species in much the same way."
http://en.wikipedia.org/wiki/Free_range
Kühen muss B12 eher selten zugegeben werden da sie es selbst herstellen und absorbieren können. Stattdessen werden manchmal Cobaltsalze (und andere) in Lecksteine oder Futter gegeben die zur B12 Herstellung benötigt werden
Hier noch ein etwas älterer Beitrag dazu: http://www.vegetarierforum.com/threads/3805-Omnis-brauchen-Nahrungserg%C3%A4nzungsmittel
Bei Biotieren ist die Zugabe von Vitaminen Verboten soweit ich weiß, oder zumindest stark eingeschränkt was auch zu gewissen Einbusen führen kann. Bei Mineralien ist es nicht ganz so extrem.
www.kommunikation.unibe.ch/unibe/.../up_126_s_28_kittl.pdf
Ich fasse noch mal zusammen, was ich in diesem Thread gelernt habe (bzw. in den parallelen Recherchen), was mir vorher nicht so bewußt war:
1. Vitamin B12 wird überwiegend mit gentechnsich veränderten Mikroben hergestellt
2. Der Umgang mit B12-Zusatzfütterung in Bio-Betrieben hat sich mir nicht komplett erschlossen.
Die Verwendung ist stark eingeschränkt, eben weil fast nur als GV vorliegend.
Andererseits habe ich gelesen, daß es keiner Zulassung unterliegt, weil im Produkt selbst keine GV mehr nachweisbar sind.
@Omivor, der Link aus der Schweiz funktioniert leider nicht. Kannst Du den reparieren?
Die dortigen Vorgaben seitens Bio Suisse sind sicher noch mal andere, als in der EU.
Bio Suisse ist ja sehr streng.
Das interessiert mich jetzt und ich werde die verschiedenen Verbände anschreiben und bitten, da etwas Licht rein zu bringen.
Mich interessiert, a) ob es Einschränkungen in der Menge gibt, b) bezüglich der in Frage kommenden Produkte (GV oder GV-frei) und c) in welchen Bereichen der Bio-Tierhaltung routinemäßig zugefüttert wird.
@wuerzsilie, ja, ich finde es sehr wichtig, die eigenen Werte genau zu testen und zu reagieren, wenn die Werte nicht gut sind. Ich fand auch den Selbstversuch von BlogShop (richtig geschrieben???) sehr grenzwertig, der versuchen will, wie lange es ohne Zusatzs-Versorgung vegan geht.
Auf der einen Seite bestehen wir als Verbraucher darauf, gesunde Nahrungsmittel zu bekommen, ohne Pestizide, Gentechnikfrei, von Böden, die nicht so ausgelaugt sind, daß die Nährstoffversorgung mangelhaft ist und das ganze möglichst unverstrahlt und ohne krankmachende Zusatzstoffe.
Wir wünschen uns schmackhafte, vitamireiche Sorten (z.B. bei Äpfeln), die nicht nur nach Aussehen und Lagerfähigkeit gezüchtet sind und reif geerntet werden.
(Ich rede einfach mal von WIR, möge sich angesprochen fühlen oder auch nicht, wer mag.)
Da passen so riskante Selbstversuche -wie Verzicht auf Nährstoffergänzung bei veganer Ernährung- einfach nicht dazu.
Mir gefällt das Signal nicht, daß viele Veganer nach außen abgeben und daß ich so interpretiere:
"Im Interesse des Tierwohls sind wir auch bereit, unsere Gesundheit zu gefährden und Bio-Tierhaltung bringt keinerlei Vorteile".
Der Durchschnittsverbraucher zieht daraus folgenden Schluss: Das Tierwohl ist mir nicht so wichtig, daß ich dafür meine Gesundheit riskiere und den Helden spiele. Bio-Tierhaltung bringt auch nichts. Also verzehre ich lieber weiterhin das Fleisch, das wenigstens billig ist.
Und das ist auch das Motiv dafür, warum ich mich hier immer wieder einmische.
@ Maria
Deinen letzten Absatz möchte ich dreimal dick rot UNTERSTREICHEN, damit ihn jeder lesen kann und sich einmal auch aus dieser Richtung darüber Gedanken macht.
Mit jeder ist natürlich auch nur die/der gemeint, die/der sich angesprochen fühlt.
Den Schweizer Artikel findest du auch wen du nach "Der ungestillte Hunger der Biokuh" googelst.
Was zulässig ist an Vitaminen und Mineralstoffen steht u.a. in den EU Richtlinien (889):
http://www.bmelv.de/SharedDocs/Standardartikel/Landwirtschaft/Oekolandbau/EG-Oeko-VerordnungFolgerecht.html
und Anhang VI
Wieweit das praktiziert wird weiß ich nicht, dass es in gewissem Maße praktisch genutzt wird sieht man aber an diversen Produkten z.b.:
http://www.josera-agrar.de/index.php?p=content&id=825&name=uniblock-bio-lecksteine&area=4
http://www.kaisermuehle.de/Bio-Schweine-NutztiereEM.pdf
Maria_L:
zu :
1. Vitamin B12 wird überwiegend mit gentechnsich veränderten Mikroben hergestellt....
habe ich da jetzt was überlesen oder wie kommst Du zu dieser Erkenntnis.
Zu:
Deine Schlussfolgerung:
"...
Mir gefällt das Signal nicht, daß viele Veganer nach außen abgeben und daß ich so interpretiere:
"Im Interesse des Tierwohls sind wir auch bereit, unsere Gesundheit zu gefährden und Bio-Tierhaltung bringt keinerlei Vorteile".
Der Durchschnittsverbraucher zieht daraus folgenden Schluss: Das Tierwohl ist mir nicht so wichtig, daß ich dafür meine Gesundheit riskiere und den Helden spiele. Bio-Tierhaltung bringt auch nichts. Also verzehre ich lieber weiterhin das Fleisch, das wenigstens billig ist...."
finde ich jetzt salop gesagt auch etwas einseitig.
Erstens gibt es m.E. bei den vegan lebenden Menschen eher mehr als bei den Omnivoren, die auf ihre Gesundheit achten, auch weil sie sich ernährungsbedingt mehr darüber informieren.
Man sollte von einigen wenigen vegan lebenden Menschen, nicht auf die Mehrheit schliessen.
Dass die meisten vegan lebenden Menschen sich mit BIO als mit konventionellen Produkten ernähren, steht für mich ausser Frage.
Dass vegan lebende Menschen supplemtieren, wo nötig und am meisten das B12, ist ja nicht schlimm. Stelle die Frage, wie viele Omnivore vitaminmangel, auch B12, aufweisen, würden sie getestet werden.
Es Lässt sich sicher auch klären, ob und wie bei Bio-Tierhaltung Supplemente zum Einsatz kommen
Maria_L schreibt: "Mir gefällt das Signal nicht, daß viele Veganer nach außen abgeben und daß ich so interpretiere:
"Im Interesse des Tierwohls sind wir auch bereit, unsere Gesundheit zu gefährden und Bio-Tierhaltung bringt keinerlei Vorteile".
Der Durchschnittsverbraucher zieht daraus folgenden Schluss: Das Tierwohl ist mir nicht so wichtig, daß ich dafür meine Gesundheit riskiere und den Helden spiele. Bio-Tierhaltung bringt auch nichts. Also verzehre ich lieber weiterhin das Fleisch, das wenigstens billig ist."
Ich kann nur von mir reden und aus meiner Erfahrung sprechen. Mir liegen die Tiere UND meine Gesundheit am Herzen, darum informiere ich mich. Mein Arzt meinte, wenn ich mich ausgewogen ernähre, dürften keine Mangelerscheinungen auftreten, wegen dem B12 vergaß ich ihn zu fragen. Das ist aber nicht so schlimm, denn es gibt nun auch eine andere Variante ohne Pillen, Spritzen etc. ans B12 zu kommen: Gut versorgt durch Vitamin-B12-Zahncreme.
Zu der anderen These und den Signalen. Ich gehöre zu den Veganern, die jeden Schritt befürworten und unterstützen, der den Tieren ein besseres Leben ermöglichst, ob das nun ein Weniger an Fleisch, ein Umstieg auf bio, der Sonntagsbraten oder ein Veggietag ist. Alles ist ein Anfang. Ich bin froh über jeden, der sich Gedanken macht und nicht gedankenlos irgendwelchen Mist, beispielsweise Discounterbilligfleisch, kauft. Dass das alles nur ganz langsam und mit Bedacht vor sich gehen kann, ist auch logisch und ich freue mich, wenn mir jemand erzählt, dass er in Zukunft vegetarisch mit Sonntagsbraten leben oder auch mal Fleischalternativen testen möchte. Dann denke ich mir, da geht noch was, aber für den Anfang ist das völlig in Ordnung.
Ich gehe da konform mit der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt. Man kann auch in kleinen Schritten den Tieren helfen und jeder dieser Schritte ist wichtig. Das große Ziel, was für mich momentan die erste Geige spielt, ist die Abschaffung der industriellen Massentierhaltung und eine Rückbesinnung auf kleinbäuerliche Betriebe (Bauernhöfe, so wie ich sie noch aus meiner Kindheit kenne), Werte, Rechte und Würde. Das wäre schon ein Riesenschritt und wenn wir da alle an einem Strang ziehen, dann können wir diesen Wandel voranbringen, egal ob wir uns für ein veganes Leben, Bio-Bauernhöfe mit Tieren oder anderes aussprechen.
PS: Für mich bedeutet eine gesunde, nachhaltige Ernährung, bio, fair und vegan, den Tieren, Menschen, der Umwelt und meiner Gesundheit zuliebe.
Bastler hatte doch schon einen sehr aufschlussreichen Link zur Frage, inwieweit B12 bei bio-Tieren zum Einsatz kommt bzw. nicht kommen darf: http://www.ages.at/uploads/media/Recherchen_gentechnikfreie_Vitamine_und_AS_2011.pdf
(-----EDIT----- pdf muss es nach dem Punkt heißen - das "df" wird immer gelöscht, beim abschicken)
@Maria_L und Richard: Auch mir liegt sowohl meine Gesundheit am Herzen, und ich möchte auch nicht, dass andere für meinen Genuss oder mein "Wohlergehen" ausgebeutet werden, was nunmal bei Bio-Haltung auch der Fall ist. Für die Umwelt mag es eine Verbesserung geben. "Der Durchschnittsverbraucher" sollte schon differenzieren wenn er fragt: "Bringt Bio-Tierhaltung Vorteile": Vorteile wofür?
Ich sehe einerseits die Mißbrauchsanfälligkeit des Bio-Haltungs-Konzeptes auf der einen Seite und auf der anderen - was kaum eine_r - vor lauter Schritt-für-Schritt-Denken -mal sagt: Die alleinige Konzentration auf Bio-Tierhaltung statt Massentierhaltung versperrt den Blick auf die Möglichkeiten bio-veganer Landwirtschaft!
... die Tiere i.Ü. nicht ausschließt - wie du Richard dem Thread "Fleischessende Tierliebhaber" zufolge wohl noch immer nicht verstanden hast.
Ich glaube, manche Öko-Karnisten, Omnivoren, wie auch immer fühlen sich schon auf den Schlips getreten, nur weil ich oder andere nicht mit einfallen in die Begeisterung für Demeter - mit ihrem Dogma der Nutztier-Notwendigkeit - und Co, stattdessen Lösungsmöglichkeiten aufzeigen, die m.E. weit besser sind, die sonst kaum jemand sieht.
Deswegen gibts nicht nur gut oder schlecht, sicher gibt es Abstufungen in Sachen Tierleid ... Nur "der Durchschnittsverbraucher" kriegt das liebevoll bis in ein stolzes Alter auf grüner Wiese gehaltene und dann erst abgestochene und ausgeblutete Tier garantiert nicht auf den Teller (Die Mordszene in Emmas Glück ist i.Ü. nur gestellt, ich weiß nicht, wie das so idealisiert werden kann. Die hatte ja nicht mal nen Trog, wo das Blut reinläuft, soweit ich mich erinnere).
Was meine Gesundheit anbelangt, hatte ich als Ovo-Lakto-Vegetarierin (15 Jahre bis 2004) Akne, krustige Kopfhaut, Neurodermitis, Allergien, Atemnot und immer irgendwelche Rückenprobleme. Bis auf nen kurzzeitigen Heuschnupfen im April ist das alles weg. Nun habe ichs aber anders im Rücken - wahrscheinlich von meiner schlechten Körperhaltung wenn ich wieder "bei Utopia" war - vielleicht auch vom B12-Mangel. Und nur weil letzteres der Fall sein könnte (obwohl ich in dem Zusammenhang über speziell meine Symptome nichts gelesen habe, ausser Myelopathie oder Neuropathie, was dazu passen könnte, nehme ich das Pulver wieder, auch wenn ichs blöd finde - was darauf hindeutet, dass mir meine Gesundheit nicht egal ist). Beim Check-Up, den ich gerade gemacht habe war sonst alles o.k. - außer wie gesagt B12 - auch deshalb nehme ich wieder das Pulver.
@Omivor, danke für die vielen Infos, die ich mir dann später gern ansehe.

