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Neue FAQ-Seite: „Keiner Fliege“

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Beiträge (9 )
 
Herbivore schrieb am 26.04.2012 um 11:38
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Hallo vegane Utopisten,
bin lange nicht mehr hier hiergewesen, muss anscheinend einiges aufholen.
Schön, dass hier so viel Aktivität zu beobachten ist!

Ich würde euch gerne mein neuestes Projekt vorstellen. Es handelt sich um eine Webseite mit häufig gestellten Fragen (und natürlich den Antworten) zu den Themen Veganismus und Tierrechte.

Das Besondere daran – zumindest in meinem Kopf – ist, dass die Fragen im Gegensatz zu den meisten bereits bestehenden FAQ-Angeboten ausführlicher beantwortet werden und Beispiele sowie ggf. Quellen angegeben werden. Vor allem aber ist jede Frage bzw. jedes Gegenargument auf einer eigenen Seite untergebracht, das heißt, es kann (z. B. in Forumsdiskussionen) ein Link speziell zu dieser Antwort gepostet werden.
Zusätzlich gibt’s am Ende jeder Seite Vorschläge für ähnliche Fragen, so dass es möglich ist, sich wie in einem „echten“ Dialog (wer kennt sie nicht) durch die Antworten zu klicken.

Vielleicht kann sie einigen „neuen“ dabei behilflich sein, besser auf die gängigen Fragen vorbereitet zu sein oder zumindest als Ressource für laufende Diskussionen dienen.

Es kommen laufend neue Antworten hinzu, neue Fragen können gerne eingereicht werden. Auch Inhalt und Formulierungen stehen offen zur Diskussion, Änderungs- oder Ergänzungsvorschläge sind (vorerst über ein Kontaktformular) sehr willkommen.

Oh, die Adresse lautet http://www.keiner-fliege.de

Danke für die Aufmerksamkeit, bis bald!
    inaktiver User 21793 schrieb am 26.04.2012 um 11:48
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    Super!!!! Am besten immer diesen Link setzen, wenn es wieder heißt "schmeckt doch so gut", "ist aber doch bio" oder "das war doch schon immer so"! Wirklich eine wunderbare Sammlung!

    lukita schrieb am 26.04.2012 um 12:19
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    Danke! Werde sie mir später noch mal genauer anschauen. Auf den ersten Blick sieht sie schon mal sehr gut aus!

    ulrichsommer schrieb am 26.04.2012 um 13:24
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    Habe die Seite mal etwas quer gelesen.
    Gefehlt haben mir aber eigentlich konkrete Informationen darüber, welche Inhaltsstoffe überhaupt eine Rolle spielen und worauf bei der Nahrung zu achten sei, außer der allgemeinen Aussage, es solle vielseitig und naturbelassen sein. Das nimmt der Seite nicht ihre Legitimation, ist aber maximal als Argumentationshilfe geeignet, weniger aber als echte Hilfe für Neueinsteiger.
    Generell tue ich mir ferner immer schwer mit dem Aufbau von Schuldgefühlen bei Nicht-Veganern. "Mord" steht für mich immer noch für das Töten von Menschen. Tiger und Katzen sind für mich auch keine Mörder, ebenso wenig wie Schmarotzer, die andere Arten über längere Zeiträume leiden lassen.
    Das heißt nicht, dass es für mich leicht zu ertragen wäre, dass es in der Natur diese Phänomene gibt. Es ist für mich auch durchaus eine ethische Frage, vegan zu leben. Aber es gibt für mich keine Ethik, die für andere Menschen gilt, sprich ich entscheide mich für meine ethischen Richtlinien, jemand anders entscheidet sich für die seinen. Wer die ethischen Entscheidungen anderer nicht respektiert, bringt sich in eine argumentativ schwierige Position (es sei denn, die Belange der Gesellschaft sind direkt berührt). Ich sehe eigentlich nur die Chance, positiv für den ethischen "Luxus" zu werben, im angenehmen Gefühl zu leben, dass man Tieren so etwas nicht antut.

    marie2 schrieb am 26.04.2012 um 18:59
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    Ulrich,kannst Du gelassen neben einem Menschen/Freund sitzen und es ertragen,daß dieser einen Schweinebraten ißt? Hast Du dann nicht das Bedürfnis,ihm klarzumachen,daß dahinter ein leidendes lebendiges Tier ,vielleicht aus der Massentierhaltung,stand. Ich habe solche Freunde schon lange nicht mehr.

    ulrichsommer schrieb am 26.04.2012 um 21:27
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    Ja, ich kann vergleichsweise gelassen neben einem solchen Menschen sitzen. Ich mag beispielsweise auch Katzen sehr gerne, gleichwohl ich schon beobachten konnte, wie Katzen Vögel fangen, im Todeskampf zusehen und derweil schnurren. Fand ich nicht toll und habe ich auch nicht weiter zugesehen.
    Aber es gibt noch viel mehr Dinge, die mich in der Gegenwart schwer belasten und die "wir" alle irgendwie geschehen lassen oder mit machen. Dazu gehören beispielsweise die Kriege, die "wir" Deutschen in der Welt mit führen und meine Enttäuschung darüber, dass die Friedensbewegung ziemlich still geworden ist, um nur ein weiteres Beispiel zu nennen.
    Was mich auch total enttäuscht, ist, zu sehen, wie Menschen in meiner näheren Umgebung in letztendlich den selben Strukturen vernetzt sind, die auf höheren Ebenen zu Krieg, Unterdrückung, Schuldenkrise als Machtmittel über Staaten genutzt werden. Sie kommunizieren untereinander in einer Art, wie wir es früher vom Pausenhof kannten, wenn die Kinder sich in Gegenwart anderer ins Ohr flüsterten. Aber sie leugnen die Bedeutung dieser Strukturen oder sogar deren Existenz vehement ab oder idealisieren oder verharmlosen sie. Natürlich wird auf den unteren Ebenen nur "positiv" darin gearbeitet, ich weiß. Aber das Schweigen ist elementarer Bestandteil der erfolgreichen Unterdrückung der ganzen Welt.
    Dass eben diese Strukturen eben all diese Katastrophen einschließlich des himmelschreienden Umgangs mit Tieren erst ermöglichen und dass dieses Schweigen eben so wie die Verleugnung Teil der heutigen Krise sind, wollen sie nicht sehen.
    Wenn ich Fleischesser in meiner Nähe nicht mehr ertragen könnte, würde ich den Kontakt zu solchen Menschen schon beim geringsten Anzeichen der Zugehörigkeit abbrechen müssen.

    Was aber für mich entscheidend ist: Ich könnte meine Kontakte da suchen, wo Menschen konsequent zu leben versuchen und bin dann unter "meinesgleichen" und es kommt nichts mehr "raus" aus "dem Dorf". Das will ich nicht.

    Für mich ist der Austausch das wichtige. Und das geht am leichtesten, solange ich die Dinge nicht für mich nicht absolut bewerte. Ich weiß, was ich will. Aber meine Sichtweise betrachte ich als "Angebot", welches ich anderen unterbreite. Und ich habe schon vielfach erleben können, dass Menschen von vollkommen anderen Denkrichtungen sehr offen für andere Sichtweisen werden, wenn sie merken, dass die Vor-Verurteilungen aus bleiben, die sie von Menschen erwarten, die anders und bewusster leben.
    Und das fände ich so schade, wenn ich mich um ein besseres Leben bemühe und dann nicht nach außen wirken könnte, weil meine Sichtweise aufgrund meiner Vorverurteilungen wie unter einer Käseglocke zurückhalt und nicht rüber kommt. Es ist dann einfach vergebene Liebesmühe.

    "Kümmere Dich nicht um den Splitter im Auge des anderen..." ist für mich zentrales Lebensmotto. Weniger, weil ich jetzt unbedingt nach Balken im eigenen Auge suchen will. Viel mehr, weil es der Schlüssel zu um welten mehr Einfluss und Ausstrahlung sein kann.

    lukita schrieb am 26.04.2012 um 22:47
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    @ulrichsommer, mich sprechen Deine Zeilen in Deinem zweiten Beitrag sehr an.

    "Aber das Schweigen ist elementarer Bestandteil der erfolgreichen Unterdrückung der ganzen Welt."

    Ja, die drei Mädchen machen es vor...

    [image]


    Ich glaube, dass es bis zu einem gewissen Grad wahrscheinlich auch gar nicht anders geht. Weil eine einzelne Person ansonsten kollabieren würde, wenn sie sich alles Elend dieser Welt anschauen, anhören und darüber sprechen würde. Es ist wichtig, für sich selbst die richtige Balance zu finden, was man sich selbst zumuten kann, ohne vor Ohnmacht handlungsunfähig zu werden.

    So merke ich, dass ich immer wieder mal meine Oasen brauche, um dort wieder aufzutanken. Diese Oasen sind unterschiedlich: Natur, die Gegenwart von lieben Menschen, die einige meiner Ansichten teilen, gute Bücher etc. Wenn ich dort aufgetankt habe, traue ich mich auch wieder in den Austausch mit Menschen, die meine ethischen Maßstäbe nicht teilen. Der Austausch ist ja nicht immer respektvoll und wertschätzend.

    gerfi schrieb am 27.04.2012 um 09:11
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    Hallo Herbivore,

    viel Stoff, sehr ausführlich kommentiert!

    Muss mich da auch erst durchlesen, aber beim Durchfliegen habe ich gesehen, es steckte viel Arbeit und Herzblut dahinter.
    Habe mir den Link schon mal abgespeichert.

    Um das eine oder andere Argument zu untermauern wäre vielleicht auch eine Linksammlung auf andere Dokumentation ( Wissenschaft/Philosophie) angebracht, habe ich vermisst.

    Was ich nicht gefunden habe, ist das Impressum oder habe ich das übersehen.
    Soweit mir bekannt ist das für jede Webseite wichtig

    Insgesamt danke für die Arbeit, werde sie bestimmt nutzen können

    ulrichsommer schrieb am 07.06.2012 um 23:51
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    Ich bin gerade noch einmal über meinen obigen Kommentar gestolpert und fand ihn etwas schroff. Ich bitte um Entschuldigung. Ich finde es an sich recht schön, wenn Leute eigene Webseiten erstellen und sich auf diesem Wege für gute Dinge engagieren. In diesem Sinne bitte ich, meine vorangegangene Kritik als konstruktive Anregung zu verstehen.


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