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Kann man wirklich vegan leben?

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Beiträge (5 )
 
lukita schrieb am 23.04.2012 um 10:45
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In dem Forum vegan.de habe ich dazu eine gute Betrachtung gefunden.
http://www.vegan.de/bibliothek/allgemeines/definition.shtml

Ich bringe sie mal hierher:

Fast jeder Aspekt unseres Lebens schränkt das Leben von Tieren ein - z.B. die Wohn- und Industriebebauung, der Verkehr, die Freizeitgestaltung in der Natur, usw. Auch zur Herstellung pflanzlicher Produkte wird oftmals Dünger tierischen Ursprungs verwendet, es werden »Schädlinge« und Nahrungskonkurrenten bekämpft und natürlicher Lebensraum vernichtet. In Produktionsprozessen von Nahrungsmitteln, die selbst keine Tierprodukte enthalten, können solche Substanzen zum Einsatz kommen..Eine Lebensweise, die tatsächlich keinerlei Tiere beeinträchtigt, erscheint daher kaum möglich.

Viele Veganer verfolgen - wenn auch manchmal eher unbewusst - eine vegane Lebensweise unter dem Motto »Vermeiden des Vermeidbaren«: Schon mit alltäglichen Entscheidungen lässt sich ein Großteil des Leidens, das ein »Normalkonsument« den Tieren zufügt, vermeiden, mit etwas mehr Aufwand auch ein weiterer nennenswerter Anteil versteckter tierischer Produkte.

Vegane Perfektion jedoch würde zumindest die Entkopplung von unserer heutigen Gesellschaft bedeuten, wenn sie nicht ganz unmöglich ist. Dies lehnen die meisten Veganer ab und versuchen daher, die nach den eigenen Maßstäben bestmögliche Wahl zu treffen. Wie weit die Anstrengungen zur Vermeidung tierischer Substanzen gehen, ist sehr unterschiedlich.

Vielen Veganern genügt bereits die Lektüre der Zutatendeklaration, um nach ihrer persönlichen Definition »vegane« Produkte zu finden, andere erwerben nur Artikel, deren vollständige Inhaltsstoffe sie kennen und die auch während ihrer Herstellung und Gewinnung keine tierischen Substanzen erfordern.

Diese verschiedenen Erwartungen an vegane Produkte haben wir von vegan.de mit verschiedenen Stufen unserer Kriterien für vegane Produkte aufgegriffen.
    pipeline schrieb am 23.04.2012 um 11:40
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    Wenn auch Kuhmist als relevant angesehen wird, sehe ich es als kaum möglich an vegan zu leben.
    Mir kommt es allerdings auf etwas anderes an: Ich möchte es vermeiden, dass Tiere für mich getötet oder gequält werden. Da dies in unserer Landwirtschaft fast unausweichlich der Fall ist, vermeide ich tierische Produkte, wo immer sie eindeutig angegeben sind - um die Verursacher dieses Leids nicht finanziell (relevant) zu unterstützen. Darüber hinaus frage ich regelmäßig genauer nach Inhaltsstoffen (in Lokalen, der Bäckerei,...), um Bewusstsein zu schaffen - unter der Voraussetzung, dass mir ein Gespräch in der Situation möglich erscheint.

    Sati schrieb am 25.04.2012 um 15:50
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    Vielen Dank für den obigen Text, der die verschiedenen Strömungen der veganen Szene ein wenig näher erläutert. Der hätte mir damals in meiner anfänglichen Verwirrung (was heißt eigentlich "vegan leben"?) durchaus weiterhelfen können.
    Mittlerweile hat sich die Verwirrung gelegt und ich stelle fest, dass ich mich mit meiner Ansicht anscheinend ziemlich im veganen Mainstream befinde:

    Ich würde sagen, wenn man unter "vegan leben" versteht, "so weit wie möglich Tierprodukte bzw. das Schädigen von Tieren zu vermeiden", dann kann man durchaus vegan leben. Was jeweils möglich ist, hängt von der persönlichen Lebenssituation ab. Oder von der Situation, in der man sich gerade befindet - etwa in der heimischen Küche oder ausgehungert irgendwo auf einem Bahnhof.
    Wenn man unter "vegan leben" versteht, "zu 100% alle Tierprodukte und jegliche Schädigung von Tieren zu vermeiden", dann kann man meiner Ansicht nach nicht vegan leben. Wer anderer Meinung ist, sollte einmal nach einer Fahrt durch eine laue Sommernacht seine Windschutzscheibe betrachten... (oder die Windschutzscheibe des öffentlichen Verkehrsmittels, das er/sie benutzt hat) Oder über das Schädlingsproblem kontemplieren.

    lukita schrieb am 25.04.2012 um 18:47
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    Ende 2009 habe ich einen Blog-Beitrag geschrieben, der mit den Worten anfing:

    Seitdem ich denken kann, habe ich die Verbindung hergestellt zwischen Tier und dem Stück Fleisch auf dem Teller. Daher habe ich noch NIE bewusst die "niedlichen" Tiere gegessen: kein Bambi, kein Kaninchen, kein Schaf, keine Baby-Tiere wie Kalb oder Ferkel. Huhn und Fisch habe ich auch noch nie gegessen.

    Mit dem Verzehr von Schwein und Rind war es 1987 vorbei. Da lief im Fernsehen eine Dokumentation aus dem Schlachthof.

    Seit ich gelernt habe, dass Leder kein Abfallprodukt ist und hinter Milch und Eiern auch Tierleid steht und dass es auch prima ohne geht, bin ich jetzt auch auf dem Weg zum veganen Lebensstil. Nicht zuletzt unterstützt mich die Community von Utopia dabei. Ich bin gesund und mir fehlt nichts!

    Fast drei Jahre später stelle ich fest, dass ich immer noch auf dem Weg bin. Die offensichtlichen Produkte lasse ich inzwischen weg: Bei der Ernährung verzichte ich auf Produkte mit/aus Fleisch, Milch, Eiern und Gelatine. Bei Kleidung und anderen Konsum-Artikeln verzichte ich auf Produkte mit/aus Leder, Fell, Borsten, Wolle, Seide, Horn etc., wobei ich bereits gekaufte Sachen noch auftrage und nicht gleich wegschmeiße. Der Blick auf die Zutatenliste gehört mittlerweile bei jedem Einkauf selbstverständlich mit dazu.

    Spätestens bei Betrachtung der SPIEGEL Fotostrecke “Was alles aus einem Schwein wird” wird allerdings klar: Tierische Bestandteile verstecken sich hinter Code-Worten oder sind erst gar nicht extra aufgeführt.

    Ich schau mal, wie weit ich da noch gehen kann und will. Das offensichtlich Vermeidbare will ich auch weiterhin vermeiden. Ob ich allerdings bei ALLEM, was ich nutze, die Frage stellen will, weiß ich noch nicht... es ist ja so schon manchmal schwer genug, wenn ich mal wieder umgeben bin von Menschen, die sich mit der Thematik noch gar nicht auseinander gesetzt haben.

    annie7 schrieb am 26.05.2012 um 18:02
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    nach 20 jahren mach ich mich da nicht mehr verrückt (ich weiß ja doch nicht, womit meine geliebten bücher verleimt sind oder woher die farbe für meine t- shirts stammt ...)., sondern guck einfach bei nahrung, körperpflege, putzmitteln auf die inhaltsstoffe (stell im zweifelsfall halt produktanfragen), nehme keine tierversuchs- medikamente (und keine mit laktose oder gelatine), trage keine klamotten tierlichen ursprungs, trage krabbler, die ich nicht in der wohnung haben möchte, nach draußen und trittgefährdete an den wegrand und besuche weder zoo noch tierzirkus; beim katzenfutter allerdings schalte ich gewissermaßen das denken ab - die lassen sich nicht auf vegan umstellen und das muß ich akzeptieren.

    mir geht es darum, mit meiner existenz MÖGLICHST wenig schaden zu verursachen, ohne mich selbst zu behindern - und mit den oben genannten "dingen" (im grunde alles unaufwendige kleinigkeiten, wenn der anfang erst gemacht ist) kann ich gut leben.
    dieses "kann spuren von milch enthalten" schreckt mich nicht mehr ab: es wurde kein weißes blut dafür verwendet, und außerdem: wer NUR diese milchfreien artikel innerhalb einer produktpalette kauft, verschiebt ja auch die gewichtung/nachfrage in richtung vegan.

    fg


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