Vegan & vollwertig genießen ist wirklich genial - vor allem, weil es zeigt, wie man komplett ohne industriell verarbeitete Produkte auskommt - so simpel, dass man anfangs nur noch staunend fragt, ob das wirklich funktionieren kann. Und ja, das tut es! :-) In letzter Zeit kommen sehr viele neue vegane Kochbücher auf den Markt - auch wenn es nur ein Trend sein mag: ich freue mich sehr darüber! Liebe Grüße, Gita
Veganer /-innen / Ernährung: Nährstoffe etc.
Eine Geschmacks-und Moralfrage?
Mir gefällt dieser "Trend" auch, gerade den Tieren und der Umwelt zuliebe. Leider habe ich keine Getreidemühle und improvisiere daher ein wenig beim Umsetzen der Rezepte.
Gestern habe ich zu einer Demeter-Vollkornbrotbackmischung gegriffen, als ich Bruschetta aus dem Klimakochbuch machte, die praktischerweise gleich die Hülle für ein Kastenbrot liefert: http://www.bauckhof.de/de/bauckhof-naturkost-rosche/produkte/bauckhof-produkte/brot-backmischungen/schnelles-kerniges-in-der-schuettel-back-box.html und http://www.bauckhof.de/de/bauckhof-naturkost-rosche/produkte/bauckhof-produkte/brot-backmischungen/schnelles-kerniges-in-der-schuettel-back-box.html . Aber ich suche schon nach einer Mühle, denn selbst gebackenes Brot schmeckt einfach besser! Unterdessen gibt es auch hochwertige Mühlen mit austauschbarem Mahlwerk für Kaffee, Getreide etc.
Irgendwie bin ich wieder in meine Überforderungsfalle getappt und habe Paella gegegessen - ohne zu fragen, was drin ist - mit dem Resultat, das ich das enthaltene Fleisch natürlich mitgegessen habe, weil ich nichts wegwerfen und zurückgeben kann. Die Quittung dafür habe ich jetzt - Bauchschmerzen, Ekel, Brechreiz und bittere Tränen.
Weil ich diese Gefühle satt habe, bestellte ich mir heute im Buchladen Jonathan Safran Foers Eating Animals in der Hoffnung, mich danach nicht mehr den Essgewohnheiten meines Umfeldes unterzuordnen. Denn das habe ich getan, als ich vegetarisch aß aus Rücksicht gegenüber meinem Freund und Familie, die mich auch dafür schief anschauen, auch wenn sie es nie zugeben würden. Ich weiß, sie denken, nach der Depression ist das nun mein nächster "Tick".
Mir reicht's und ich merke, dass es mir bei den drei veganen Wochen viel besser ging. Ihr hattet vielleicht auch schon mal das Problem, allein dazustehen - wie seid ihr damit umgegangen?
Ich bin damit gerade völlig überfordert, vor allem bei meinem Freund und meiner Familie. Zwar bin ich schon selbstbewusster, aber gegen mein Umfeld komme ich noch nicht an. Es fällt mir wahnsinnig schwer zu sagen, dass ich die Essgewohnheiten nicht in Ordnung finde oder im Restaurant zu fragen, ob sie mir das Gericht nicht auch vegan anrichten könnten (gestern hätte ich nur darum bitten müssen, den Feta wegzulassen). Das ist die Krux an der Geschichte - ich denke und fühle vegan, doch mit dem Umsetzen hapert es gewaltig und das kotzt mich an.
Manchmal habe ich den Eindruck, nur mir fällt alles so wahnsinnig schwer (ich weiß, dass es nicht so ist) und dann lese ich von anderen, die einfach einen Schlussstrich gezogen haben, sich von niemandem reinreden lassen und dann fühle ich mich wie der letzte Dreck. Vor allem gegenüber den Tieren. Am Samstag habe ich Schweine im Tiertransporter gesehen. Ich hätte sie am liebsten befreit. Nun denke ich über diesen verkorksten Tag nach und frage mich, ob ich ein schlechter Mensch bin.
Auf jeden Fall werde ich heute nochmal mit meinem Freund reden, da führt kein Weg vorbei.
Polarnacht, was Du schreibst kann ich sehr gut nachvollziehen!
Solange ich zuhause bin, ist das vegane Leben relativ einfach. Es kommt das auf den Tisch, was ich mag und was in aller Regel auch alle anderen mögen.
Sobald ich auswärts essen will und mich mit Menschen treffe, die nicht vegan leben, wird es anstrengend! Ständig nachfragen müssen und wie gestern wieder umgeben sein von viel zu großen Portionen Fleisch, drückt meine Stimmung gewaltig. Was mache ich das nächste Mal, wenn die anderen wieder in ein Brauhaus gehen wollen? Ich fühle mich einfach nicht wohl inmitten der Fleischmassen von garantiert unglücklichen Tieren.
Und dann bin ich gestern noch an einer Speisekarte vorbeigegangen, die Stopfleber anpries. Es sei ja schließlich ein Gourmet-Restaurant... wer Folter auch für keinen feinen Geschmack hält, kann ja hier noch unterschrieben... Petition gegen die Produktion und die Einfuhr von Stopfleber in ganz Europa
Hallo Polarnacht,
viele Menschen stellen nicht von heute auf morgen auf vegan um, sondern schrittweise. Dafür dass vegane Ernährung reibungslos ohne größere Umstände klappt, muss mensch Produkte und Umfeld ganz gut kennen sowie sich im Zweifel leckeres mitnehmen. Für den Start brauchen die Dinge halt ein wenig länger oder sind nicht immer perfekt. Den perfekten Konsum werden auch wir doch sehr achtsamen VeganerInnen nicht hinbekommen - nicht mehr als nötig, tierleidfrei, menschenleidfrei, bio, CO2neutral, regional bzw. wenigstens nicht die Abholzung des Regenwaldes unterstützend (auch mit genügend Tierleid verbunden... va. ja bei Palmfett der Fall). Ich glaube, es ist am schönsten und am überzeugensten, wenn Du Dir und Deiner Umgebung Schritt für Schritt beweist, dass Konsum mit Freude und Genuss eben schon bewusst möglich ist und dass tierische Produkte dafür überhauptnicht nötig sind. Dazu gehört in meinen Augen auch, dass Du Dir den einen oder anderen "Fehler" erlaubst - denn die machen wir alle!
Hallo Polarnacht,
wie lukita schon schreibt, in meiner "veganen homezone" ist alles bestens - schwierig wird es erst, wenn ich nach "draußen" gehe. Wobei ich hier ganz deutlich unterscheiden muss: bei meiner Familie gibt es 100% vegan, wenn ich zugegen bin und das war von Anfang an so. Bei mir war der Schritt zum Veganismus ein ganz klarer, das habe ich meiner Familie so kommuniziert und so gab es auch keine Diskussionen. Mittlerweile gibt es die genialsten mehrgängigen veganen Menüs (da kann ich wirklich nur laut "juhu" rufen). Bei Produkten abgesehen vom Essen war/ist es schwieriger, aber auch das bekomme ich durch viele Erklärungen immer besser hin. :-) Was das Essen mit Kollegen/Freunden/Bekannten angeht, so ist die Sache deutlich schwieriger und ich bin leider auch immer mal wieder in Situationen, in denen ich in ein Brauhaus u.ä. muss. Dass ich dort dann mit Müh und Not einen Salat bekomme oder nur ein paar klassische Beilagen auf dem Teller liegen habe, bin ich gewohnt (das ist Frust pur). Privat und wenn ich nicht unbedingt muss, begebe ich mich aber inzwischen nicht mehr an solche Orte, die mich extrem unzufrieden und traurig stimmen. D.h., wenn ich weggehe, dann versuche ich das Ziel vorzugeben (in der Großstadt weniger ein Problem). Und meine KollegInnen sind wahrscheinlich auch noch froh, dass ich vegan bin - wer würde sonst ständig süße Leckereien für sie backen? :-) Und mein Vorleben scheint Kreise zu ziehen: heute gab es, im Rahmen einer internen Geburtstagsrunde, das ERSTE Mal veganen Kuchen (den nicht ich fabriziert habe, sondern eine Kollegin im Erstversuch :-)).
Ich weiß selbst, wie schwierig es ist, seine Haltung direkt zu kommunizieren und dass der soziale Druck oftmals sehr groß ist - aber ein Verleugnen oder Unterdrücken wäre nur ein Kompromiss für mich, der mich weitaus trauriger stimmen würde, als die Tatsache, vielleicht nicht so "dazuzugehören". Nicht den Mut verlieren! Liebe Grüße, Gita
Ja, was ich in dem halben veganen Jahr bisher gelernt habe ist: Es ist schier unmöglich für deine Mitwelt, dich "einfach so" zu verstehen mit deiner Absicht, vegan zu leben. Akzeptienen: ja, Verstehen: nein.
Die Welt ist nicht vegan und es ist von ihr weder Verständnis noch Unterstützung zu erwarten. Die Menschen sind nicht zwangsläufig schlecht und herzlos und gefühllos, bloß weil sie gedankenlos ein Schnitzel essen. Sie sind einfach nur wahnsinnig schlecht informiert. Wer von den vielen Schnitzelessern könnte schon "eigenhändig" Tiere so lange gefangenhalten, foltern und töten? Die wenigsten könnten das tun. Sie schaffen es ja noch nicht einmal, sich ein paar Videosequenzen anzusehen. Und viele wollen es ja auch gar nicht "so genau wissen".
Irgendwie begreife ich es langsam, dass es dann auch wenig Sinn macht, stoisch weiter zu diskutieren. Diese Des-Information ist von allen Teilen der Wirtschaft und Gesellschaft so gewollt.
Es wird noch lange dauern, bis sich diese riesigen Informationslücken gesamtgesellschaftlich schließen. Aber zum Glück beschleunigt das Internet die Sache ungemein.
Mein Tipp bei all den negativen Resümees: Sei ein frohe Veganerin! Lebe gesund und sei glücklich mit deiner Art zu essen! Koche viel und koche viel für andere! Schau dir bei Youtube an, wie soll man Schnitzel ohne Fleisch machen kann und brate die Teile mal für deinen Freund (klar, gesund ist das immer noch nicht, aber das stellen wir mal hinten an). Lass dich in Brauhaus-Situationen nicht aus dem Gleichgewicht bringen - lebe vor, dass du die Bratwurst nicht nötig hast. Man wird dich belächeln, vielleicht kurz diskutieren (Menschen brauchen Fleisch blablablubb), aber mehr kannst du in solchen Situationen nicht erwarten.
Insgeheim bewundern sie dich, denn jeder Fleischesser weiß (auch ich vor einiger Zeit bei meinem Döner, meiner Currywurst oder Brathähnchen), dass mit diesem Essen etwas nicht stimmt. Es ist eine dunkle, ungefähre Ahnung, dass es nicht richtig ist, etwas zu essen, das vorher getötet werden musste. Ab und zu blitzt diese Ahnung, dieses Bauchgefühl kurz auf... leider viel zu selten und oftmals erst nach der ersten Herz-OP.
Das Buch von Foer ist eine sehr gute Investition, es war mein Auslöser, vegan zu werden. Das mit Buch, das es am besten versteht, die Gefühle von veganen Menschen zu beschreiben ist das von Marsili Cronberg. Hier ein Auszug davon: http://bit.ly/J60dJo
Liebe Grüße
Hej ihr Lieben,
ich könnte gerade schon wieder weinen, aber diesmal Freudentränen. Soviele ermutigende, ehrliche und klare Standpunkte habe ich wirklich nicht erwartet. Danke, danke, danke!
Gestern habe ich mit meinem Freund gesprochen, erst schien es ihn nicht zu interessieren und dann merkte er, wie weh er mir damit tat und wir kamen überein, dass ich vegetarisch bleibe, bis der Umzug beendet ist und dann suche ich mir einen Vegan Buddy (habe irgendwo gelesen, es gibt 10 in München). Außerdem möchte ich zum Radix-Laden (den kennt ihr sicher, ist ein Veganversand mit Laden in München, von dem ich bis dato nur positive Kritiken gelesen habe) fahren und wenn er offen ist, den neuen Laden DearGoods anschauen, wo es vegane Klamotten, Accesoires u.v.m. gibt. Ich denke, schon weil er so neugierig ist, wird mein Freund mitkommen.
Die Buchhändlerin, die mir Eating Animals bestellt hat, erzählte mir, dass ihre Töchter seit dem Lesen kein Fleisch mehr essen. Doch als ich dann erwähnte, ich bin auf dem Weg zur Veganerin, schaute sie schon ziemlich irritiert. A propos, das Buch kann ich seit 11 Uhr abholen, das werde ich dann auch tun.
Das Interessante ist, wenn ich erzähle, dass es mir mit veganer Ernährung viel besser geht, sind die Meisten regelrecht schockiert und ungläubig, aber wenn ich dann freudig erzähle, wie gut es mir tut zu wissen, dass wegen mir keine Tiere leiden müssen, verstehen es viele sogar - und manche sagen dann, es sind Nutztiere, was ist daran so schlimm.
Daher möchte ich das Buch lesen, auch um die Fakten noch mal klar an der Hand zu haben und weil ich ganz genau wissen möchte, was den Tieren durch die industrialisierte Massenhaltung angetan wird und damit auch uns selbst. Was Rüdiger Dahlke in Peace-Food schreibt, hat mich tief berührt, denn ich denke, er hat Recht, wir essen dieses Leid, die Angst, die Qualen, aber wie Melanie Joy auch aufzeigt, wir haben es uns so "zurechtgelegt", um unser Verhalten zu legitimieren. Noch ein Buch, was ich lesen möchte, auch um meine Fremdsprachenkenntnisse im Englischen wieder aufzupolieren, die sind leider ziemlich eingerostet in den depressiven Jahren.
Mag seltsam klingen, aber immer wieder zu hören, dass Vegetarier und Veganer länger leben, spornt mich an, denn so könnte ich die verschwendeten, depressiven Jahre irgendwie ausgleichen, in denen sich kaum was bewegt hat. Das ist auch DER Grund und es hatte sicher auch viel mit der falschen und ungesunden Ernährung zu tun (zuhause, im Krankenhaus...), dass es mir so schlecht ging. Wenn ich mir überlege, wieviel ich durch die Achtsamkeitsmeditation, die tiefenpsychologische Gruppentherapie und das insgesamt gesündere, nachhaltigere Leben gelernt und bei mir bewegt habe, möchte ich gar nicht mehr zurück.
Ich will jeden damit anstecken, raus an die Sonne zu gehen und mit ihr um die Wette zu lachen, sich zu bewegen, mehr Grünes zu essen - Körper und Psyche danken es einem merklich. Ein Arzt meinte mal, ich solle mehr genießen, er verstand darunter einen fettigen Hähnchentopf mit Orangen etc. Er konnte nie nachvollziehen, dass ich mit meinem Viertel Melone genauso glücklich sein kann. Die Vorstellung von Genuss fand ich im Krankenhaus sowieso komisch, aber egal. Ich gehe meinen Weg weiter!
Heute habe ich einen schönen Artikel dazu gefunden, der mich - wie eure Kommentare - regelrecht beflügelt: Ab jetzt vegan! Der soziale Aspekt des Vegan-Seins
Sonnige Grüße aus Gauting von einer, die sich jetzt nach draußen begibt, um die Sonne zu tanken und dann noch ein bisschen Bambule macht,
Polarnacht
PS: Für euch, weil ihr einfach toll seid!
Hey Polarnacht, der Blog-Beitrag http://totallyveg.blogspot.de/2012/01/ab-jetzt-vegan-der-soziale-aspekt-des.html gefällt mir sehr gut! Danke Dir fürs Verlinken!
Und wenn Du in München angekommen bist, musst Du unbedingt ins Max Pett. Das ist wirklich mein allerliebstes Restaurant: http://www.max-pett.de/
Vielleicht trifft sich da der nächste Münchner Utopia-Stammtisch. Wäre in meinem Sinne, aber noch ist nichts entschieden. ;)

