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Bodensee-Zukunftsforum am 28.04.

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Beiträge (3 )
 
wuerzsilie schrieb am 23.04.2012 um 14:50
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Bodensee-Zukunftsforum am kommenden Samstag 28.04. 13:30-18:00 Uhr in Radolfzell

Themenschwerpunkt: Wege in eine zukunftsfähige, mitweltgerechte
Ernährungs-, Lebens- und Landwirtschaftskultur

Weitere Infos und Tagungsablauf
    gerfi schrieb am 13.05.2012 um 15:14
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    Es hat etwas gedauert, bis ich eine Zusammenfassung von der Tagung erhielt.
    Der Veranstalter, Reiner Degen, hat sich viel Mühe gemacht, über das, was referiert wurde und diskutiert wurde zusammen zu fassen, dafür möchte ich ihm nochmals danken.
    Es waren ca 60-70 Personen bei dieser Tagung, die auch gastronomisch durch herrliche vegane Kuchen von Alexander Nabben (Allvepro) begleitet wurde.

    Eine kurze Zusammenfassung:

    (wer die ausführliche Zusammenfassung möchte, dem kann ich die zumailen.)

    Im sogenannten "Veganen Bodensee - Friedensmanifest präsentierte Veranstaltungsleiter
    Reiner Degen aus Stockach/Bodensee vom VEBU und BVL, gleich zu
    Beginn engagiert die zentralen Aussagen zum Verhältnis zwischen Mensch und
    Tier, die zumindest teilweise revolutionär klangen und in den nachfolgenden Fachreferaten
    vertieft wurden.
    Dabei werden die Tiere als Freude, Leid und Schmerz empfindende Lebewesen
    wahrgenommen, die wie wir Menschen ein Recht auf Leben, Freiheit,
    Unversehrtheit und auf ein Leben ohne Ausbeutung haben. Es wird von den
    Veganern/Vegetariern und Tierrechtlern abgelehnt, sie als nachwachsende
    Rohstoffe, Produktionsmittel oder Handelsgut anzusehen, wie es von vielen
    einschlägigen Berufsgruppen gehandhabt und von immer noch vielen
    Menschen so gesehen und gelebt wird.


    Tierethik - Tierrechte
    Prof. Dr. jur Wolfgang Karnowsky aus Dortmund, langjähriger engagierter
    Tierrechtler und Veganer, VEBU -Mitglied, früher Berater diverser einschlägiger
    ministerieller Fachgremien hielt unter dem Titel " Essen ist keine
    Privatsache - Der etwas andere Blickwinkel" - ein engagiertes Plädoyer für
    einen Ausstieg aus der gesamten Tiernutzung und untermauerte diese
    Forde-rung mit eindrucksvollen Argumenten und betroffen machenden
    Bildern. Scharf kritisierte er wiederholt den so oft praktizierten Speziesismus,
    aus dem der Herrschaftsgedanke des Menschen in Bezug auf die Tiere
    entspringt, z.B. die Haltung von Tieren als "Nutztiere" und die willkürliche
    Unterscheidung von Tieren, die man töten und essen kann und anderen, die
    man liebt, streichelt und für schützenswert hält. Die gesellschaftlich weit
    verbreitete Doppelmoral darf keine Zukunft mehr haben.


    Gesundheit
    Ähnlich deutlich räumte die erfahrene Heilpraktikerin Frauke Girus- Nowoczyn
    aus Lüneburg, führendes Mitglied des neu gebildeten, deutschlandweit arbeitenden
    Bundes für Vegane Lebensweise e.V. im Bereich der Gesundheit auf der
    Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse mit so manchen Vorurteilen gegenüber
    der rein pflanzlichen Ernährung auf. Im Gegenzug erklärte sie die großen
    Vorteile einer solchen Ernährungsweise, die bei einer ausgewogenen Ernährung
    für jedes Alter geeignet ist.
    Zugleich wies sie eindrücklich nach, dass der Konsum von Fleisch, Milch und
    Milchprodukten zu vielfältigen Erkrankungen (Herz -Kreislauferkrankungen,
    Fettsucht, Übersäuerung, Krebs, Begünstigung von Diabetes Typ 2 u.a.) führt.
    An Beispielen aus eigener Praxis zeigte sie auf, wie durch Weglassen solcher
    Produkte erstaunliche Gesundungsprozesse in Gang gekommen sind.

    Ökologie - Landbau - Energie - Wasser - Klima - Welternährung
    Reiner Degen vermittelte anschließend in anschaulicher, sachlicher und
    wissenschaftlich begründeter Weise, dass dem Ökoland -und Gartenbau
    ohne Nutztiere (bio-vegan) in logischer Verbindung mit der rein pflanzlichen
    Ernährung die Zukunft gehört und warum die Art, wie wir Landwirtschaft
    betreiben, unser Schicksal ist.

    Alternativen zur Landwirtschaft mit Tierzucht
    Für die aus der Tierzucht aussteigenden Landwirte gibt es übrigens neben
    verstärkten Gemüse- 0bstanbau, Nüsse u.ä. auch hier nur beispielhaft zahlreiche
    sinnvolle umweltfreundliche Alternativen wie Anbau von nachwachsenden Rohstoffen
    ("für nachwachsende Generationen") - nicht zu Biosprit! - zu vielfältigen
    Zwecken (z.B. Flachs, Hanf, Leinen, Brennessel und für sonstige Gebrauchsgüter
    sowie der verstärkte Einsatz als Landschaftspfleger u.v.a.m. Die Nutzung der
    Biomasse auf konsequent umweltfreundliche, wirklich intelligente Weise ist ein
    weiteres wichtiges Betätigungsfeld, auf dem es laufend neue vielversprechende
    Entwicklungen gibt.

    Bausteine für ein stufenweises Ausstiegskonzept
    Analog der Energiewende, dem Ausstieg aus der Atomenergie bedarf es jetzt einer
    grundlegenden weltweiten Agrarwende auf der Grundlage eines intelligenten,
    stufenweisen Ausstiegskonzepts. Hier liegt zudem ein großes, bisher weitgehend
    ungenutztes Potential an Energieeffizienz, die richtig genutzt, die Energiewende
    nicht nur in Deutschland, sondern weltweit wesentlich erleichtern würde - ohne
    großen technischen und technischen Aufwand, ohne so viele lange neue, teilweise
    recht umstrittene Stromleitungen.
    Als erste Schritte für ein Ausstiegskonzept wurde die schnelle Beendigung der
    Massentierhaltung, der Baustop von weiteren, oft übergroßen Mastställen und
    riesigen Schlachtanlagen, die zudem fragwürdiger Weise aus Steuermitteln massiv
    subventioniert werden sowie eine deutliche Reduzierung des Konsums von Fleisch,
    Milch und Milchprodukten genannt.

    Als Quintessenz der bewußt so genannten Veranstaltung Zukunftsforum "Mensch
    - Tier - Mitwelt - Gerechtigkeit" hob R. Degen hervor, dass es sich hier in diesem
    Bereich, im anzustrebenden Frieden und Freundschaft zwischen Mensch und Tier
    um eine exemplarische Zusammenführung von Menschenrechten, Tierrechten
    und den Rechten der Natur handelt und dass es Zeit ist, dass insbesondere die
    Natur - und Umweltschutzbewegung, aber auch die Friedens - Soziale Gerechtigkeitsbewegung
    mit der Vegan-/Vegetarismusbewegung endlich enger zusammenarbeitet.
    Seine Schlußworten, in die ein Zitat von dem bekannten spanischen Philosophen
    Ortega y Gasset einfloß, löste Nachdenken und zugleich Hoffnung, Zuversicht
    sowie Tatendrang bei den erfreulich zahlreichen und auch vielen jüngeren
    Menschen aus: "Von dem was wir heute denken ( und initiieren) , hängt ab, wie
    wir morgen leben werden." Oder auch wie es noch klarer heißt: "Der Mensch
    von morgen wird ein liebender sein oder er wird nicht mehr sein".

    Die Landwirtschaft ist bisher ein großer Umweltzerstörer - Sie hat
    aber die ganz große Chance zum Umwelt - und Lebensretter zu
    werden. Sie ist die auch entscheidende Grundlage dafür, wenn sie
    richtig betrieben wird, dass auch alle Menschen auf dieser Erde
    genügend gesunde Nahrung haben.
    Veganer - Vegetarier - Tierrechtler suchen die Zusammenarbeit mit
    den Landwirten und Gartenbauern sowie Umwelt - und Naturschützern
    und wollen nicht anklagen, sondern wollen gemeinsam
    erfolgversprechende Wege in eine zukunftsfähige, tier- und mitweltgerechte
    Ernährungs- Lebens- und Landwirtschaftskultur bereiten.

    Mein Fazit:

    In dieser Veranstaltung haben sich jung und alt zusammengefunden, gut zugehört, wichtige Fragen an die Referenten gestellt und in den Pausen weiterdiskutiert.
    Alles in einem, ein sehr informativer und interessanter Nachmittag und wert ihn fortzuführen.

    wie gesagt, die gesammte zusammenfassung kann ich auf Wunsch zumailen.

    wuerzsilie schrieb am 13.05.2012 um 18:45
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    Vielen Dank für die Zusammenfassung Gerhard. Eine bessere Zusammenarbeit wäre wirklich wünschenswert. Nicht nur Umwelt- und Friedensbewegung, Landwirt_innen und Gartenbauer_innen, auch die Wissenschaft sollte mitmachen:
    Studierende des Ökolandbaus sollten die Möglichkeit haben, in zumindest nutztierlosen Betrieben ihr Praktikum zu machen (hier kann das Bio-Vegane Netzwerk vermitteln, auch bio-vegane Betriebe nennen).
    Der bio-vegane Landbau sollte auch in der Lehre mehr Gewicht bekommen. Immerhin gibt es einige Studien zu sog. "viehlos" wirtschaftenden Betrieben.
    Vielen Dank auch für die Gesamtzusammenfassung - die ich später dann in Ruhe lese.


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