Veganer /-innen / Produkte
B12 im Bier
http://www.erdinger-alkoholfrei.de/de/alkoholfrei-produkt.html
Handelt es sich hierbei um B12-Analoga? Weiß das jemand?
Das B12 kommt sicherlich über die Bierhefe da rein.
Und da findet man recht unterschiedliche Angaben.
An dem Punkt müßte man weiter recherchieren.
Wenn es das aktive B12 wärem könnte man ja einfach Bierhefe zu sich nehmen.
Das gibts als Nahrungsergänzung in Tablettenform und im Reformhaus als Flüssigkeit.
Das ist mir aber nicht bekannt.
da hilft nur hinschreiben, ich mach das mal.
Da ich vom Weintrinker auf alkoholfreies Bier umgestiegen bin, käme mir da dieses B12, falls aktiv, gerade recht, obwohl ich natürlich mein B12-Bedarf nicht mit Bierkonsum decken werden.
Mal sehen was die antworten
Wäre eine gute Nachricht. - Bisher dachte ich, dass auch bei Hefe von den B-Vitminen ausgerechnet das B12 leider fast gar nicht vorhanden wäre (für B Vitamine allg ist Hefe ja allg bekannt) - Wenn dann auch noch menschlich verwertbar bzw aktiv ... wär das echt super.
Flaschenvergorenes Weizenbier stärkt ja übrigens laut med. Studien auch davon ganz abgesehen das Immunsystem ;`) bzw. vermutlich allg. Bier, wo die Gärstoffe mit drin sind (was herkömmlich heute ja nur (noch) im Hefeweizen / Weißbier der Fall ist)
Naja, die Mengen in Bier sind so gering, daß ich doch dann schon eher sowas empfehlen würde:
http://www.drmetz.de/de/produkte/panaktiv/index.php
http://www.pro-naturprodukte.de/index.php/cat/c17_Aktiv---Bierhefeprodukte.html/XTCsid/avrqoean56qenjp15jlc10n852
Angeblich soll das vollverfügbares B12 sein.
Allerdings habe ich in einem Veganer-Forum gelesen, daß man so viel davon essen müßte, daß es schon wieder Leber und Nieren schädigt.
Keine Ahnung, was davon zu halten ist.
Was mich etwas irritiert, daß bei diesen Produkten keine Dosierungsempfehlung gegeben ist.
Wenn Erdinger das Pseudo-B12 in seinem Bier als "B12" deklariert, ist das natürlich eine gravierende Verbrauchertäuschung, weil vielen Bierkonsumenten, wenn nicht sogar den allermeisten, unbekannt ist, daß es sich hier um eine analoge und damit eher schädliche B12-Variante handelt; verboten ist diese Art von irreführender Werbung trotzdem nicht, was wiederum viel mit der Art und Weise zu tun hat, wie hierzulande der sog. Verbraucherschutz gehandhabt wird: nämlich in erster Linie als Schutz der Wirtschaft vor dem Verbraucher, der sich zum Beispiel ganz frech anmaßt, nicht ständig von der Werbung belästigt und belogen werden zu wollen, oder nicht einsehen will, daß seine persönlichen Daten von der Wirtschaft gewinnbringend verwertet werden könnten.
Aber zurück zum Thema: im Gegensatz zu Bakterien können Pilze, darunter auch die Bier- und Weinhefen, kein "echtes" B12 synthetisieren. Auch wenn hin und wieder Meldungen auftauchten, wonach in Pilzen nenneswerte Mengen an B12 gefunden wurden, so stellte sich irgendwann immer heraus, daß es sich entweder um "Pseudo-B12" handelte, weil nur Analyseverfahren zur Verfügung standen, die keine Unterscheidung zwischen analogem und echtem B12 zuließen, oder die Pilze wuchsen auf Böden, die entweder von Natur aus sehr B12-haltig waren (Pferdemist) oder zuvor mit größeren Mengen von künstlich erzeugtem B12 angereichert worden waren.
Daß Pflanzen und Pilze bestimmte Stoffe aus dem Boden aufnehmen können - warum also nicht auch B12 - ist klar, hat aber nichts mit ihrer prinzipiellen Fähigkeit (bzw. Unfähigkeit) zu tun, B12 selber zu produzieren; das ist eben allein den Bakterien vorbehalten.
Warum ich hier überhaupt schreibe (obwohl mich das Thema als Nicht-Veganer nicht direkt betrifft), hängt damit zusammen, daß ich irgendwo gelesen habe, daß statistisch ca. 50% aller Veganer an einem B12-Defizit leiden, was nichts anderes bedeutet, als daß es offensichtlich sehr viele (zu viele) Veganer gibt, die mangels adäquater Informationen bzw. irreführender Informationen (wie die von Erdinger) Gefahr laufen, sich ernsthafte und z.T. auch irreversible Gesundheitsschäden zuzuziehen.
Was die zahlreichen, im Internet und anderswo verbreiteten Mythen anbelangt, wonach in diversen pflanzlichen Lebensmitteln angeblich vollwertiges B12 enthalten sein soll, empfehle ich einen Besuch der Seite: http://vegan.de/foren/read.php?152,358645,358646#msg-358646
Speziell zum Thema Hefe ist hier einiges Interessante zu lesen: http://vegan.de/foren/read.php?76,403800,414193
Ich habe ja nichts gegen Bier, zumal dieses hier in Bayern Volksnahrungsmittel #1 sein soll und ich mich natürlich an die hiesigen Bräuche halten muß.
Vegan soll Bier i.d.R. ja auch sein, sonst wäre diese Diskussion hier ohnehin sinnlos.
Nur sollte sich niemand der Illusion hingeben, er/sie könnte durch gesteigerten Biergenuss eine ausreichende B12-Versorgung sicherstellen!
@bastler, danke für die Einschätzung.
Ich war echt verunsichert, weil die Angaben so auseinander gehen.
Ist dann also auch die Werbung für die Produkte irreführend?
http://www.drmetz.de/de/produkte/panaktiv/index.php
http://www.pro-naturprodukte.de/index.php/cat/c17_Aktiv---Bierhefeprodukte.html/XTCsid/avrqoean56qenjp15jlc10n852
Mich betrifft es ja auch nicht, mangels Veganer-Seins.
Aber interessieren tut es mich trotzdem...
"Ist dann also auch die Werbung für die Produkte irreführend? http..."
Soweit sie den B12-Gehalt anbelangt: eindeutig "ja".
Viel schlimmer finde ich jedoch die Begleitinformationen, die z.B. suggerieren, mit Hilfe der Hefe-Präparate sei es möglich, den Tagesbedarf an B12 zu decken.
Das ist mehr als nur irreführend. Ich würde es als kriminell bezeichnen, da hier zugunsten des Umsatzes Gesundheitsschäden des Verbrauchers in Kauf genommen werden.
Die Aufnahme von analogem B12 hat ja leider den sehr heimtückischen Nebeneffekt, nicht nur nichts zur B12-Versorgung beitragen zu können, sondern sogar einen bestehenden B12-Mangel zu kaschieren. Rein meßtechnisch ist dann zwar eine ausreichende B12-Versorgung gewährleistet, währenddessen jedoch der Mangel an "echtem" B12 zu schwerwiegenden, z.T. irreversiblen Gesundheitsschäden führt.
Ich habe an die beiden Firmen eine Mail geschrieben mit folgendem Inhalt:
----------------------
in einem Veganer-Forum kam die Frage auf, ob es sich bei dem Vitamin B12 im Bierhefe-Produkt xxx um ein s.g. aktives B12 handelt, das sich zur Substitution bei veganer Ernährtung eignet?
Die zweite Frage: Werden die Bierhefe-Bakterien gentechnisch in irgendeinem Prozesschritt modifieziert, so wie es ja bei der Produktion von künstlichem B12 überwiegend der Fall ist?
Über eine Beantwortung der Frage, um etwas Klarheit zu schaffen, würden wir uns sehr freuen.
----------------------------------------------
Mal sehen, ob sie die Karten auf den Tisch legen.
Nun, diese Information, von Bastler ist , denke ich, generell sehr wichtig.
Auch ich gehe davon aus, dass dies ein geschickter Werbefeldzug ist mit B12 in den Nährstoffen des Bieres zu werben, rechtlich eine Grauzone, aber eben nicht verboten.
Sollte allerdings die m.E. noch nicht ganz belegte Theorie, dass B12-Analoga eher schädlich sind, bzw. die typische B12 Blutanalyse verfälschen weiter verfestigen, finde ich, sollte vor Produkten, die B12-analoga enthalten gewarnt werden.
Vielleicht ein Fall für Foodwatch?
Frage, ist die Erklärung zu B12-Analgo ausreichend belegt?
Übrigens verweise ich bzgl. B12-Info noch auf das Thema
http://www.utopia.de/gruppen/veganer-innen-167/diskussion/b12-informationen-201949
Beide Firmen haben inzwischen geantwortet.
Die Antwort von Pro-Naturprodukte war sehr schwammig, ich habe noch mal nachgehakt.
Dr. Metz KG hat zum Produkt Panaktiv auführlich geantwortet:
---------------------------------------
wir freuen uns über Ihr Interesse an unserer Bierhefe.
Bierhefe enthält von Natur aus Vitamin B12. Nur Mikroorganismen sind in der
Lage, dieses Vitamin herzustellen. Somit stammt auch das Vitamin B12 in
tierischen und in wenigen pflanzlichen Lebensmitteln ausschließlich aus
diesen Einzellern. Da viele Menschen tierische Lebensmittel ablehnen, stellt
Bierhefe eine wichtige B12-Quelle dar.
In der Fachliteratur und im Internet kursiert die Fehlinformation, dass
Bierhefe kein oder kein wirksames Vitamin B12 enthält. Tatsächlich sind
diese Literaturquellen veraltet und ein Autor hat vom anderen abgeschrieben.
Auch wurden Analysemethoden verwendet, die nicht dem aktuellen Stand der
Wissenschaft entsprechen. Richtig ist, dass es immer einen gewissen Anteil
sogenannter Analoga von Vitamin B12 gibt, die keine Wirksamkeit besitzen.
Diese zu quantifizieren ist aber derzeit mit der etablierten
Labor-Diagnostik für Lebensmittel nicht möglich - auch wenn manche Autoren
anderes behaupten.
Analysen dreier unterschiedlicher unabhängiger Lebensmittel-Labore haben
erfreulich hohe Werte für Vitamin B12 in Panaktiv festgestellt. Da es sich
um ein Naturprodukt handelt, können die Werte schwanken. Unsere Angaben auf
der Verpackung stellen einen Mittelwert der aktuellen Analysen dar.
Eine gentechnische Modifizierung der Bierhefezellen erfolgt nicht. Und auch
eine künstliche Anreicherung unserer Produkte, etwa durch einen Zusatz
einzelner Vitamine, lehnen wir prinzipiell ab.
--------------------------------------

