Utopia: Die Verbrauchermacht - Unser Konsum verändert die Welt.

Unternehmen & Wirtschaft / Allgemeines

Waschbär-Versand: öko aber unsozial?!

Thema abonnieren
    rouille.rouge schrieb am 10.03.2010 um 22:45

    hallihallo. ich bin ganz neu hier, und hab mich ehrlich gesagt nur angemeldet, um hier bei dem -zufällig beim googeln gefundenen- artikel meinen dijonsenf dazuzugeben.
    also los:

    zum thema verschwundene Pakete:
    ich habe selbst längere Zeit für ein Untenehmen namens Unito gearbeitet, da sitzt man in einem Callcenter, wo die Anrufe von verschiedenen Versandhäusern zusammenkommen, Ich telefonierte u.a. für Otto, Universal, Witt Weiden, BonPrix,...
    Ich kann nur mal zu den verschwundenen Paketen sagen, dass wir die allergrößten Probleme damit hatten, dass dauernd Pakete verschwanden. Zuerst als das Unternehmen auf Lieferung mit Hermes umstellte, gingen wirklich extrem viele Sachen verloren. Kunden beschwerten sich, dass die Pakete auf den Balkon geworfen worden waren, weil sie nicht da waren (dummerweise war ein kaffeeservice respektive Scherbenberg drin) oder vor der Tür lagen. Manchmal mussten Leute 3 Wohn(!)häuser weiter alle Leute durchklingeln, um das Paket zu finden. Da könnt ich echt skurrile Geschichten erzählen...
    Und zu dem Zeitpunkt wars bei Hermes noch nicht üblich eine verpflichtende Unterschrift zu verlangen. Mittlerweile ist das soweit ich weiß vom Bestellwert abhängig. Also kann ich nur mal Waschb. in Schutz nehmen, dass das sehr wohl ein großes Problem darstellt, weil da wirklich sehr viel Schaden entstand, man muss ja bedenken, dass es durchaus erlaubt ist, das Paket beim Nachbarn abzugeben, was zb. bei der österr. Post nicht der Fall ist.
    da hat man dann aber wieder das Problem dass man das Paket irgendwo abholen muss, wenn man nicht zuhaus war.
    So habe ich das Glück sehr nette, freundliche und hilfsbereite Nachbarn zu haben, denen ich ohne Gedanken meinen Wohnungsschlüssel in die Hand drücken kann, wenn der Stromablesemensch kommt (und das obwohl ich in einem der schlechtesten Viertel der Stadt Graz wohne, dass auch den Beinamen Glasscherbenviertel trägt, aber ich muss zugeben, dass ich auf einer kleinen Insel mit hauptsächlich pensionierten Landesbediensteten wohne) und ich hab noch alles bekommen, aber wenn man bedenkt, dass in einem Wohnhaus mit 20, 30 Parteien ein Paket abgegeben wird, bei jemandem den man evtl. noch nie gesehen hat, ist auch klar, dass die Hemmschwelle das einfach nicht abzugeben niedriger ist.
    Für das Unternehmen entstehen dann nicht nur Unmengen an Kosten für die Waren die verloren sind, sondern es muss auch noch eine Paketnachforschung einleiten, um herauszufinden, wo das Zeug hingekommen ist. Wieviel das verschlingt will ich nicht wissen, ich hatte bei Universal/Otto sicher am Tag an die 20 Nachforschungen, wenns hoch ging.
    Jetzt ist natürlich ein (böser, böser, boykottierenswerter) Verein wie Unito (der seine Kunden systematisch in die Schuldenfalle mit Ratenzahlung lockt) groß genug um das problemlos wegzustecken. ICh weiß ja nicht genau über den Jahresumsatz von Waschbär Bescheid (herr Schütz? :) aber ich denke mal nicht dass das Unternehmen an die Größe von Unito (also otto/ Universal und irgendwie gehört angeblich sogar Hermes irgendwie dazu) herankommt.

    Ich finde es nicht ganz fair in diesem Fall gleich mit der Diskriminierungskeule anzukommen, denn zum einen wird Waschbär nicht systemaltisch alle Gebiete im Vorfeld auf die Ausländerdichte (oder Kriminalitätsrate, Arbeitslosenzahlen oder was auch immer einen "sozialen Brennpunkt" sonst noch per Definition ausmacht) eines Viertels durchleuchten, um dann zu beschließen, dass sie dort ohnehin nicht liefern, also gehe ich davon aus, dass sie das nur aus Erfahrungen entscheiden.
    Natürlich verstehe ich auch, dass es ärgerlich ist, als Kunde aufgrund des Wohngebietes eine Extragebühr (nachname) zahlen zu müssen, da wäre vielleicht nach einer besseren Lösung zu suchen sinnvoll, aber das scheint Herr Schütz ja auch im Blickfeld zu haben.

    Außerdem ist es bei sehr vielen Versandhäusern durchwegs Praxis bei Erstbestellungen ohnehin generell nur per Nachname oder Vorrauskasse zu liefern, was ich als ehemals Selbstständiger der im Internethandel schon mal was mit Versand zutun hatte nur sehr gut verstehen kann. Da zahlt teilweise jeder 3. nicht, und als Einzelunternehmer mit einem Monatsumsatz von 400 euro (ja, ich hab nicht umsonst aufgehört) ist man kaum gewillt, zu prozessieren.

    Zum thema Waschbär muss ich sagen, dass ich dort seit langem Kunde bin, stets zufrieden war mit allen Produkten (obwohl die eben erhaltenen Sandalen an der rechten Ferse ein wenig scheuern, Herr Schütz, bitte das zur Kenntnis zu nehmen! :D) und Kaufabwicklungen. Außerdem freue ich mich jedesmal über die wunderschönen Pakete aus ungebleichtem Karton, die -so wunderbar nostalgisch- mit Schnüren zugebunden sind. (Großes Riesen Extra Plus)

    Im Grunde ist es traurig, dass man solche Maßnahmen ergreifen muss, und nicht ein Paket vor der Türe ohne Probleme 24 h auf seinen Besitzer warten kann.

    Aber: sei die Veränderung die du in der welt sehen willst.

    In diesem Sinn wäre es vielleicht sinnvoll andere (utopischere?) Maßnahmen zu ergreifen, als auf angebliche Vorurteile loszugehen und ein Unternehmen allein dafür zur Verantwortung zu ziehen, denn wo eine Wirkung ist, ist immer auch eine Ursache.

    Vielleicht ja mal die Nachbarn von unten zum Kaffee einladen, oder wenn man zuviel Kuchen gebacken hat, teilen. Dann steigt vermutlich auch die Wahrscheinlichkeit, dass sie einem das Paket für das sie unterschrieben haben auch tatsächlich weitergeben. Oder einen netten Brief an das Unternehmen schreiben, und offenlegen, dass man sich was anderes überlegen sollte, für brisante Viertel. Oder oder oder...



    rostige Grüße

    S.

    Post skriptum: Herr Schütz, bekomme ich jetzt einen Gutschein, weil ich Pro Waschbär bin?! :D

    berniewa schrieb am 10.03.2010 um 23:00

    Danke, zwar sehr lang, aber auch sehr informativ, daher die Länge auch völlig okay!

    inaktiver User 78781 schrieb am 29.01.2011 um 10:48

    Waschbär ist ein Unternehmen mit verschiedensten Menschen. Wir hatten auch sehr bürokratische Probleme mit dem Kunden-"Service". Da sollten aus formalistischen Gründen zwei Waschbär-Bestellgutscheine i. H. v. 35 € nochwas nicht anerkannt werden, weil sie an einen Sammelbesteller übertragen wurden. Da wurden Emails einfach ignoriert und am Ende sogar der doppelte Betrag vom Rechtsanwalt gefordert. Da half dann nur noch ein Anruf bei der Leiterin des Kundenservice, Frau Ingrid Müller. Sie war das exakte Gegenstück zu ihrer schikkanösen Mitarbeiterin: Engagiert, pragmatisch und einfühlsam. Wir beide waren uns einig, dass es für das Unternehmen sogar besser ist, wenn Leute Sammelbestellungen aufgeben, weil Aufwand, Material und Porto gespart wird. Also wurden die Gutscheine "posthum" anerkannt, die Konten auf 0,00 gestellt und der Anwalt wieder eingefangen ...

    Jetzt kann ich mich über all den Ärger und die viele investierte Zeit ärgern, meine Magenschleimhaut belasten und nie wieder dort bestellen. Oder ich kann mich freuen, dass die Service-Leitung versprochen hat, bei der nächsten Team-Schulung das Thema Pragmatismus vs. §§-Reiterei auf's Tablett zu bringen.

    Vielleicht wäre das nicht geschehen, wenn ich nicht so hartnäckig geblieben wäre? Vielleicht wären einige andere Kunden mehr vom Öko-Einkauf abgesprungen und hätten wieder konventionell eingekauft, die jetzt auf einen etwas besseren Service stoßen werden? Natürlich weiß ich das nicht, aber sobald etwas Gras über die Sache gewachsen und mein in der Summe leider immernoch ungutes Gefühl verraucht ist, kann es durchaus sein, dass ich mal wieder auf den Waschbär klicke. Im Moment kaufe ich die schönen Klamotten aber bei ebay - dort sind sie günstiger, genauso gut und jeder Verkäufer bekommt eine Bewertung ...

    Euch ein schönes Wochenende!


    Joanna

    inaktiver User 79901 schrieb am 29.01.2011 um 11:10

    Ich kann bei Waschbär überhaupt keinen "seltsamen Umgang" mit Kunden entdecken- im Gegenteil, doch dazu gleich mehr. Ein paar Erfahrungen auf diesen Seite hier von ich- weiß-nicht-wie-vielen Waschbär-Kunden sind m. E. noch lange kein Grund, daraus den Umgang eines Unternehmens mit seinen Kunden im Allgemeinen abzuleiten. Bei mir war es so, dass meine Rücksendung an Waschbär deutlich später als nach der Rücksendefrist bei denen einging (ich war weg, während das Päckchen kam) und sie sie noch zurückgenommen haben - und das, obwohl ich bereits eine Mahnung über den Betrag hatte. Habe meine Situation erklärt, dass ich nicht da war etc. - und bekam eine sehr nette E-mail, dass dies kein Problem sei. Fand ich kulant.

    inaktiver User 51059 schrieb am 03.02.2011 um 11:27

    Ich kann mich nicht mehr an meine erste Waschbärbestellung erinnern, aber ich weiß, daß auch andere Versender auf Nachnahme bestehen bei der ersten Bestellung. So bekommt man bei memo z.B. einen Brief, in dem steht, daß man als Erstbesteller nur per Nachnahme zahlen kann, was leider 2€ Nachnahmegebühr kostet - diese Gebühr wird jedoch von memo übernommen und einen 5€-Gutschein bekommt man für den zusätzlichen Aufwand auch noch dazu.
    Ich finde, das ist ein guter Kompromiss.

    kundiet schrieb am 12.02.2011 um 18:57

    Nicht alles bei Waschbär ist "bio"... zumindest früher hatten sie auch Konvi-Baumwolle.

    inaktiver User 51059 schrieb am 14.02.2011 um 18:54

    Stimmt. Ist immernoch so.
    Was ich aber am überflüssigsten bei Waschbär finde, sind die vielen, ach so tollen Neuheiten für den Haushalt, die man unbedingt haben muß. Alles aus Plastik und und absolut unnötig.
    Wer braucht zum Beispiel sowas: http://www.waschbaer.de/ChopChop-Schneidematten-4er-Set--17d1a296424.html

    inaktiver User 83275 schrieb am 04.03.2011 um 16:09

    Meine Erfahrung mit Waschbär: NIE WIEDER !

    So läuft seit inzwischen fast 3 Wochen meine erste Bestellung bei Waschbär:

    24.02.2011 - Online Bestellung 3 Artikel, die alle "sofort lieferbar" gekennzeichnet sind.
    Meine gewählte Bezahlart: Bankeinzug
    25.02.2011 - Email von Waschbär:
    "Artikel sind nicht lieferbar, Liefertermin ungewiss, bitte Vorkasse leisten"
    25.02.2011 - Email an Waschbär mit der Bitte um Erklärung, warum
    Artikel plötzlich doch nicht lieferbar sind, wo gestern "sofort" bestätigt wurde,
    und warum trotzdem Vorkasse verlangt wird.
    25.02.2011 - mail von Waschbär "hohes Email-Aufkommen, Antwort verzögert sich".
    28.02.2011 - mail von Waschbär,
    leider ohne Antwort auf meine Fragen, statt dessen Text:
    "2 von 3 Artikel jetzt lieferbar, werden verschickt wenn Vorkasse eingeht".
    01.03.2011 - Anruf bei Waschbär
    Mitarbeiterin "Frau Bxxx" prüft, teilt mir mit auch der 3. Artikel sei lieferbar
    und sichert mir zu, diesen Artikel sofort meinem Auftrag zuzuordnen)
    "sobald Vorkasse eingeht, werden ALLE 3 Artikel versandt".
    01.03.2011 - Ich leiste aufgrund dieser Auskunft Vorkasse (online-Banking) für alle 3 Artikel
    03.03.2011 - Email von Waschbär "Vorkasse ist eingegangen,
    Artikel werden schnellstens versandt"
    04.03.2011 - Email von Waschbär "Artikel 3 ist nicht lieferbar, Liefertermin steht nicht fest".
    (Keinerlei Hinweis, ob/wann bereits kassierte Vorkasse erstattet wird)
    04.03.2011 - Anruf bei Waschbär
    Trotz viel hin-und-her kann niemand erklären, warum täglich wechselnde
    Aussagen getroffen wurden,
    Mitarbeiterin "Frau Bxxx", die 01.03. tel.Lieferzusage gab, will niemand kennen,
    Kundenservice sagt "sie wird wohl in der Bestellannahme arbeiten",
    Bestellannahme sagt "versuchen Sie's mal beim Kundenservice".
    Ich frage, warum Vorkasse nicht automatisch erstattet wird, wo der Artikel
    jetzt doch wieder (auf unbestimmte Zeit!) nicht lieferbar ist - keine Erklärung.
    Ich storniere den 3. Artikel. Sofortige Erstattung der Vorkasse für stornierten
    Artikel sowie Versand der 2 lieferbaren Artikel wird zugesagt.

    04.03.2011 - Zwischenstand:
    In 8 Tagen 5 x vollkommen gegensätzliche Auskünfte.
    Mit fester Lieferzusage Vorkasse kassiert, dann Artikel "nicht lieferbar".
    Bisher kein Versand auch nur eines der 3 vorausbezahlten Artikel.
    Bisher keine Erstattung der Vorkasse für den nicht lieferbaren Artikel

    Naja... man darf gespannt sein...

    Mein derzeitiger Eindruck:
    Mit sehr viel gutem Willen könnte man sagen, die linke Hand weiß nicht, was die rechte tut.
    Aber es wirkt eher, als werden bewusst Lieferzusagen gemacht, Vorkasse erzwungen, und dann nicht geliefert.

    Fortsetzung folgt...

    11.03.2011 - Für den schon vorausbezahlten, aber dann auf einmal doch nicht
    lieferbaren Artikel ENDLICH Erstattung erhalten.

    Auf die Lieferung der beiden anderen, schon lange vorausbezahlten
    Artikel warte ich immer noch...

    Fortsetzung folgt...

    15.03.2011 ... und warte immer noch.
    Am 4.3. wurde telefonisch sofortiger Versand versprochen
    (wörtlich: "allerspätestens Mo.7.3.").
    Heute (über eine Woche später) tel.Nachfrage beim Kundenservice,
    "wir haben derzeit so ein hohes Auftragsaufkommen,
    aber es müsste ganz bald bei Ihnen ankommen".

    Nur mal eben als kleine Erinnerung:
    Waschbär hat Vorkasse verlangt, die ich sofort geleistet habe.
    DIE WARE IST LÄNGST BEZAHLT - WIRD ABER NICHT GELIEFERT !!

    Fortsetzung folgt...

    inaktiver User 78781 schrieb am 04.03.2011 um 20:55

    Lieber Baboka!

    Deine Schilderung stimmt weitgehend mit den schlechten meiner Erfahrungen überein. Aber es gibt auch ANDERE. Bitte nimm dir 5 min Zeit und ruf beim Waschbär an und lass dich mit Ingrid Müller verbinden. Die Frau nimmt ihren Job beim Kundenservice ernst (sie leitet ihn ja auch) und wird dafür sorgen, dass die Dinge geregelt werden.

    Ihre Mitarbeiterin hatte mir schon den Inkassorechtsanwalt auf den Hals gehetzt, weil ich die Waschbärgutscheine von der Rechnung abgezogen hatte. Davon hab ich aber nie wieder was gehört inzwischen und auch schon wieder (schöne) Think-Schuhe bestellt, die anstandslos kamen.

    Fazit: Auch bei Öko-Unternehmen gibt es engagierte Mitarbeiter und solche, die ihren Job nicht so ernst nehmen oder gar inhaltlich dahinter stehen. Ich würde mich freuen, wenn du deinen Ärger (den ich genauso hinter mir habe!) konstruktiv einsetzt. Dann kommen solche Fehlverhalten immer weniger vor. Denn wenn die Kundenservice-Leiterin nichts davon erfährt, dann kann sie es auch nicht in Ordnung bringen/Schulungen zur Vorbeugung machen.

    LG


    Joanna

    Grasmuecke schrieb am 07.03.2011 um 15:19

    ich bin sehr zufrieden mit Waschbär. Ich sehe es auch so, das der Versand sich nur deshalb absichern wollte das das Packet auch tatsächlich beim Kunden ankommt und nicht wieder dazwischen verschwindet, dafür kann Waschbär ja auch nichts. Ich finde er hat richtig gehandelt, zum Schutz der Bestellerin!
    Dem Versand ist doch egal in welche Wohngegend sie das Packet schicken! Hauptsache sie bekommen ihr Geld und in diesem Fall wollten sie ja nur auf Nummer Sicher gehen das das Packet auch bei der Kundin ankommt! Sonst nichts weiter.
    Es ist doch gut wenn sich ein Versandhandel darüber überhaupt Gedanken macht.
    Man muss nicht unbedingt unterschreiben, wenn man nicht zuhause ist nehmen es zumindest bei mir auch die Nachbarn für mich in Empfang, und da ist der Hacken an der Sache, wenn sich eben dabei jemand anderes das Packet unter den Nagel reißt, passiert schon mal in welcher Wohngegend auch immer, deshlab die Absicherung von Waschbär. Also, nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wird ;)


Beitrag schreiben