Zitat von dort:
An den Vorarlberger Sammelstellen werden ständig Altmöbel aus schwierig
zu recyclenden Spanplatten entsorgt. Aus diesen Platten könnte ein
standardisiertes Würfelmodul (Ordnergröße) für flexible Regale
konstruiert werden. Oberfläche z.B. Textilbeschichtung
Auf der goodgoods hab ich ein ähnliches System gesehen: reditum
Das auf reditum gezeigte Möbel ist meines Erachtens aus Massivholzbrettern, bei Spanplatten älteren Datums kann es sein, dass zur Verklebung der Späne noch Formaldhyd hältiger Kleber verwendet wurde.
( http://www.ib-rauch.de/okbau/stoffwert/bsspanpl.html )
Hier muß ich Richard beistimmen!
Die auf reditum gezeigten Möbel sind aus Massivholzbrettern gefertigt. Leicht überarbeitet mögen diese gewiss ihren eigenen Charme entwickeln und sind (soweit vorher nicht behandelt) so ohne Bedenken auch zur Verwendung im Wohnraum geeignet.
Aber aus alten Spanplatten kleinere Formate zu schneiden und aus denen dann wieder Möbel zu machen - NIEMALS! Kommt gar nicht in die Tüte. Ökologie hin oder her.
Das ist m.E. nach schleichende Selbstvergiftung. Fragen Sie mal einen Heilpraktiker oder Baubiologen...
Wer weis denn schon woher die Platten stammen (illegaler Import?) mit was die Platten behandelt wurden, aus welchen Zusammensetztung die verwendeten Lacke und Oberflächenmittel haben etc.pp. Was passiert wenn hier tatsächlich "schlechtes" Material verarbeitet wurde und jemand erkrankt - wer übernimmt dann die Verantwortung? Der Recycler, der Lieferant der Altplatten, der Käufer?
Beste Grüße aus dem Altmühltal
Ko_ne
Danke für die fachliche Einschätzung.
Ja, das Regal von reditum war Massivholz, aber auch bereits benutztes. Dass die Spanplatten so bedenklich sein können, dass sogar von einer Weiterverarbeitung abzuraten ist, dachte ich nicht.
Liesse sich das prüfen, ohne grosses Labor, gäbe es eine gewisse Schwelle, wo das noch akzeptiert werden kann?
Und selbst benutztes Massivholz ist noch immer unbedenklicher als eine neue Spanplatte. Natürlich nur solange es vorher nicht mit irgendwelchen "Mittelchen" behandelt wurden (Insektizide o.ä.)
In Apotheken gibt es Formaldehyd-Schnelltests, wie weit die zuverlässig sind kann ich aber nicht sagen - keine persönliche Erfahrung damit. Leider ist es aber mit dem Ausschluß von Formaldehyd nicht getan. Wer weis schon welche Lacke verwendet wurden? Oder "Decor"-beschichtete Platten. Diese Schichtstoffe sind ja auch nichts anderes als in Phenolharz getränktes Papier oder direkt Kunststoff.
Beste Grüße aus dem Altmühltal
Ko_ne
Habe reditum auf der Goodgoods live gesehen, es ist definitiv Massivholz aus einem vorherigen Leben (Palette, Tür, ...). Nichts aus Sperrholz oder Span.
Auch das Metall sind irgendwelche flugrostigen Platten, geschnitten und gebogen, keine Neuware. Zusammenhalten tut es rein mechanisch durch Verspannung der Platten und drumgelegter Fahrradschläuche.
:daumenhoch: für dieses Upcycling-Produkt.
Molzen
Bei den Kommentare in der im Eingangsbeitrag verlinkten Ideenwerkstatt.at hab ich jetzt noch einen Hinweis auf ein anderes Holzrecyclingprojekt gesehen: Holzwerkstatt/ ReDesign
dort ist aber immer die Rede von
recycelte Span- und Tischlerplatten,
Sperrholz und Hartfaserplatten
nur ganz kurz die Begriffdefinitionen:
Spanplatte: unterschiedlich große Spänen verleimt in meist einer gröberen Mittellage und 2 feineren Decklagen... d.h. zwischen allen Spänen Leim
Tischlerplatte: massive Holzleisten in der Mittellage, Decklagen jeweils dicke Furnierlage (massiv). Verleimt sind hier die Leisten der Mittellage und jeweils die einzelnen Lagen
Sperrholz: mehrere Furnierlagen (dünnes Massivholz), mindestens jedoch 5 Lagen. Verleimt hier die einzelnen Lagen untereinander
Hartfaserplatte: Nasses Zerfasertes Holz mit mehr hoher Feuchte wird unter Druck und Hitze verleimt. Sehr kompakte und schwer Platte, meist nur in dünneren Lagen. Hier wird ebenfalls mit Leim gearbeitet
So und jetzt gehts los. Mit all den o.a. Plattenwerkstoffen kann man furnieren aufleimen, deckend oder offen lackieren, Decor aufleimen, Kunststoffe aufleimen, spachteln, schleifen, etc.pp.
Wie werden diese Platten recycelt. Wer gibt vor welche Platten verwendet werden und welche nicht? Welche Richtlinien/Grnezwerte zählen?
Nicht immer macht es Sinn alles zu recyceln!
Meine persönliche Meinung:Massives Holz ja! - Plattenwerkstoffe würd ich häckseln und ab in die Verbrennungsanlage damit. Die hier entstehenden Schadstoffe werden (hoffentlich) zum größten Teil gefiltert, die dabei entstehende Energie kann zur Stromgewinnung und/oder Heizzwecken verwendet werden
Ich jedenfalls möchte nicht in einem Bett aus "recycelten" Plattenwerkstoffen und gesäuberten Schaumstoffreste aus alten Matratzen schlafen...
Dann viel lieber Omas altes Bett aus massivem Fichten/Eichen/Lärchen oder was auch immer Holz.
Gute Nacht und beste Grüße - ich geh jetzt schlafen - in mein (massives) Zirbenholzbett :-)
Ko_ne
Ich kann Ko_ne in Bezug auf die vorwiegende Verwendung von Vollholz nur zustimmen. Denn neben der besseren Wiederverwertung in Sachen Chemie liegt der Vorteil bei Vollholz auch in der Stabilität gegenüber Holzwerkstoffen. Auch ist die Ökobilanz von Vollholz durch die viel geringere Produktionskette und den Einsatz von Produktionsmittel, ergo: die Energiebilanz von Vollholz einfach nicht zu toppen. Aber mit den Bedenken zu den chemischen Inhaltsstoffe bei Werkstoffplatten würde ich dankend auf eine Verbrennung verzichten, nicht nur der eigenen Gesundheit wegen, sondern auch der Ummwelt zu liebe.
Nichts desto Trotz finde ich den Gedanken der Wiederverwendung von alten Rohstoffen sehr gut. Wer schon mal einen alten Bauernschrank "aufgemöbelt" hat, der kann das nur gutheisen.
Liebe Grüße und danke für die informativen Beiträge zu den webseiten. Interessante Ansätze, und weiter so!
schreiner-grimm
Kleiner Nachtrag:
Natürlich bin ich mir darüber im Klaren, dass Holzwerkstoffe aus den Resten der Vollholzgewinnung hergestellt werden und damit die Produktionskette der Holzwerkstoffe nicht beim Baum im Wald beginnt. Grundsätzlich ist es ja auch sinnvoll, aus den Resten noch einen Nutzen zu gewinnen. Wenn es aber dabei endet, dass Möbel und Einrichtungen, begünstigt durch billigere Holzwerkstoffe, zu Einwegprodukten Marke "skandinavische Möbelhauskette" degradieren, plädiere ich doch eher dazu, das Restholz zur Energiegewinnung zu verwenden, also verbrennen, und einen nachhaltigeren Umgang mit Möbel, etc, zu proglamieren. Und mit der CO2- Neutralität des Holzes ist das Gewissen damit auch nicht arg belastet.
Libe Grüße
schreiner-grimm
Nachdem es bei uns seit einigen Tagen regnet und ich bei meinem Dach nicht weiterbauen kann,
dachte ich es wäre das Beste endlich einmal die Werkstatt aufzuräumen. Dabei vielen mir zum wiederholten Male die alten Einwegpaletten, die ich schon von einer Ecke in die andere geräumt hatte in die Hände. Angeregt durch diesen Beitrag beschloss ich endlich in der Sommerküche einen neuen Küchenblock zu basteln. Gesagt getan, gehobelt gesägt, geschliffen und gebohrt und nach zwei Regentagen ist das Ergebnis fertig. Die Kosten belaufen sich auf eine Schachtel Schrauben um 8,75 €, von der ich noch die Hälfte übrig habe. Beim Sperrmüll fand ich noch eine hübsche Arbeitsplatte aus Stabverleimter Buche und ein altes Blechspülbecken.
Jetzt fehlen noch die Vorhänge,aber das ist Frauensache, denn zum Türl bauen hab ich keinen Geist.
Auch zwei Laden hat das gute Stück, mit Beschlägen aus dem Sperrmüll, die mir mein Nachbar vorbei gebracht hat, denn er weiß, dass ich so etwas immer gebrauchen kann.
Fliesen hab ich vom Baumarkt aus dem Container, da muss man nur lieb Fragen. Die sind zwar alle verschieden, aber wer kennt nicht den Hundertwasser ?
Zum Fließen legen hab ich zur Zeit keine Zeit , denn ab Morgen ist wieder Schönwetter angesagt und da gehts wieder aufs Dach.
Das Ganze ist zwar kein Designerstück aber dennoch ein Unikat.

