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Politik & Gesellschaft / Finanzkrise

Zinsen - Schuldenkrise, Finanzkrise etc. - Nachtrag zum 1. Mai 2012

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Beiträge (5 )
 
berniewa schrieb am 06.05.2012 um 13:00
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Vorweg: Geld 'an sich' schlecht zu finden ist meistens ein Kurzschluss. Küchenmesser können auch missbraucht werden, sind aber ggf. trotzdem praktisch. Ungerechtigkeit (bzgl. Verteilung von Gütern, Chancen etc.) gab es davon abgesehen schon lange bevor es Geld gab (als noch z.B. Fische gegen Beeren getauscht wurden u.s.w.). Freilich haben so manche Effekte des Tauschprinzips sich durch heutige Finanzwirtschaft und andere Faktoren quasi potenziert. Eine Abschaffung von Geld zu fordern ist alllerdings trotzdem bis auf Weiteres nicht besonders klug, denke ich.

Eine viel weniger weit gehende 'Forderung' wie die Abschaffung von Zinsen oder zumindest von Zinseszinsen wäre dagegen schon durchaus überlegenswert, wenn auch ebenfalls bis auf Weiteres recht unrealistisch (und das obwohl ein Großteil z.B. der heutigen Staats- und Privat-Verschuldung 'bloße' Zins-Lasten sind und ein tatsächlich gigantisches und weiter wachsendes Problem
- zu dessen Entschärfung Maßnahmen gehören könnten wie z.B. eine hohe Besteuerung hoher Kapitalvermögen und/oder hohe Besteuerung hoher Erbschaften - so dass quasi ein Großteil der Zinsgewinne (die sich direkt oder indirekt in diesen Mega-Vermögen ansammeln) wieder einer demokratischeren Kontrolle zugeführt würde - soweit (bzw in dem Maße wie) die jeweiligen Staaten, Kommunen etc. demokratisch sind)
... und mit "hoch" meine ich nicht solche geradezu lächerlichen Vorschläge wie jüngst aus den Reihen der SPD beispielsweise. Das sind wohl eher Versuche, von der Linkspartei (ehem. WASG und PDS) viell. ein paar Stimmen zurückzuholen. Nein, "hoch" wäre etwas anderes (und es müsste dabei natürlich jegliche Art von Vermögen herangezogen werden, nicht nur Geldvermögen ...)


p.s. Eine Verteilung von Gütern, Chancen, bzw. von Freiheit, die "gerecht" zu nennen wäre, würde m.E. ungefähr einem iterierten Differenzprinzip folgen, in Weiterführung der Gedanken dazu bei John Rawls: A Theory of Justice (1971). Eine Liste relevanter "Güter" wiederum wäre sehr verwandt mit der Liste, die Martha Nussbaum für ein "gutes Leben" zusammengestellt hat, z.B. in: Gerechtigkeit oder Das gute Leben (deutsche Übersetzung mehrerer Essays von ihr, erschienen vor einigen Jahren beim Suhrkamp Verlag ...)

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