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Lohas Konferenz in Boulder - die Reportage

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Orti
schrieb am 16.06.2009 um 00:44

Hallo an alle,

ich fliege Morgen zur Lohas conference nach Boulder und möchte euch hier täglich über meine Eindrücke, Erfahrungen und Neuigkeiten berichten.

Bis Sonntag werde ich das Forum hier also zum bloggen "missbrauchen" :)

Wer will, kann mir gerne Anregungen geben oder Fragen stellen, wonach ich besonders Ausschau halten soll. Ich werd dann versuchen, für euch mehr über diese Themen in Erfahrung zu bringen.

Auf jeden Fall freu ich mich riesig! Das ist eine einmalige Gelegenheit, direkt ins Zentrum des Geschehens zu tauchen und dieses Erlebnis möchte ich mit euch teilen - bin wirklich wahnsinnig gespannt, was mich dort erwarten wird...

Wer will, kann sich vorab das Programm schon mal anschauen: http://www.lohas.com/forum/ - vielleicht kommen euch dabei ja schon die ersten Ideen!

Ich werd euch auch noch ein web-Album einrichten und das ganze mit Bildern dokumentieren. Wenn es soweit steht, geb ich den link dazu noch raus.


Also dann, bis Morgen... :)

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    Orti
    schrieb am 17.06.2009 um 16:46

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    Nach einem ziemlichen Gewalttrip von 18 Stunden bin ich gestern mittag hier in Boulder angekommen - einer Kleinstadt mit gerade mal 100.000 Einwohnern (Für amerikanische Verhältnisse ein Witz).

    Boulder ist da aber schon was Besonderes - die Stadt ist nicht umsonst so klein und überschaubar. Hier gibt es strenge Auflagen die verhindern, dass die Stadt in unnatürlichem Ausmaß expandiert. Von amerikanischem Gigantismus hier keine Spur, Boulder liegt in einem Talbett am Fuße der Rocky Mountains - umgeben von riesigem Gebirge.

    Eigentlich hundemüde habe ich mich also nur noch auf einen kurzen Gang in die Innenstadt gemacht - für einen Kaffee und einen Happen zwischen die Kiemen - um nicht schon nachmittags um 3 hier ins Bett zu fallen...

    Also, wenn es so was wie eine typische Lohas-Gemeinde gibt, dann ist sie hier in Boulder!
    Die ganze Stadt ist auf Nachhaltigkeit ausgerichtet - nie habe ich so viele Toyota Prius auf einen Schlag wie hier gesehen. Schilder weisen darauf hin, dass sich die Stadt für den Verkehrsdreck entschuldigt, deine Parkgebühren aber jetzt schon dafür sorgen, dass die in Zukunft anders sein wird. Bistros bieten vegetarische und vegane Küche, Latte Macchiatto aus Fair-Trade-Kaffee und auf Wunsch mit Soja-Milch. Die Innenstadt duftet nach Räucherstäbchen, überall begegnet mir Buddha und anstelle von Juwelieren und Fast-Food-Ketten reihen sich hier Mandala-Shops, Wellness- und Therapie-Zentren. Die Menschen tragen ihren alternativen Lebensstil nach außen und ich fühle mich wie im Mekka der Lohas.

    Zurück im Hotel dann noch die letzten Indizien die darauf schließen lassen, dass hier in Boulder der Lohas-Wind weht: Mein Zimmerschlüssel besteht aus Recycling-Material, auf dem Zimmer wird der Müll getrennt und überall gibt es Hinweise dazu, wie du hier Wasser und Energie sparen kannst. Das Toilettenpapier ist Recycling-Papier und sogar die Seife ist "natural" und speziell für dieses Hotel hergestellt.

    Hier ist es jetzt halb neun am Morgen - ich werde nun losziehen und mich einfach treiben lassen - schauen, was sich hier alles entdecken lässt. Ganz in der Nähe befindet sich auch die Firma "GAIAM" (www.gaiam.com). Der Gründer und Eigentümer Jirka Rysavy, der auch die Konferenz hier mit ins Leben gerufen hat (sie findet nun wohl schon zum 13. Mal statt), gilt als einer der Urväter und Wortschöpfer von "Lohas".

    Heute nachmittag aber wird es erst richtig losgehen - so langsam baut sich hier im Kongress-Bereich des Hotels alles auf - die ersten Stände und jede Menge Menschen. Heute Abend ist der Empfang und ich werde später noch einen weiteren Bericht hinterher schieben, in dem ich euch erzähle, wie dieses Pre-Event gelaufen ist und vielleicht auch schon die ersten Fotos einstellen.

    Bis später also und sonnige Grüße aus Boulder!

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    Orti
    schrieb am 17.06.2009 um 19:45

    Ich komme gerade von meiner 2. tour durch Boulder - diesmal mit mehr Aufmerksamkeit auf die Details und neuen Eindrücken.

    Zusammenfassend kann ich sagen: Wenn es eine Vorzeige-Stadt gibt, in der der Begriff Lohas gelebt wird, dann ist es hier!

    Überall begegnen dir Hinweise darauf, dass die Menschen hier "Nachhaltigkeit" leben, und zwar aus Überzeugung. Die Geschäfte brüsten sich mit Auszeichnungen - sei es der Öko-Strom oder das Einweg-Geschirr aus Mais, welches sich zu 100% recyclen lässt.

    Da wünscht man sich doch, dass diese Systeme (denn sie scheinen hier ja wunderprächtig zu funktionieren) auch mehr und mehr in unseren Städten Einzug halten!

    Unten in der Lobby des Hotels wird derweil fleißig aufgebaut - um 3 Uhr ist der "Startschuss - dann geht's endlich los. Ich bin jetzt richtig angefixt und kann's kaum noch abwarten - auch, welche deutschen Unternehmen sich hier präsentieren werden. Was ich schon gelesen habist, dass "Hess Natur" hier ist und ich hoffe auf weitere Vertreter aus unseren Landen :)

    Also dann, die nächsten Nachrichten wird es nach dem "Pre-Event" geben...


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    Orti
    schrieb am 18.06.2009 um 05:54

    Es ist hier jetzt 21.30 Uhr am Abend - für euch 5.30 Uhr, und so langsam schlägt bei mir der Jetlag zu, aber ein wenig will ich noch erzählen!

    Wenn sich jemand fragt, warum ich hier auf der Konferenz bin - ich habe keine konkrete Antwort. Ich kann euch auch nicht sagen, was ich erwartet oder mir erhofft habe. Ich hatte die Gelegenheit, hierher zu kommen und ich hab nicht lange überlegt, ob ich es tun soll.

    Während der Auftakt-Veranstaltung hier heute Abend habe ich darüber nachgedacht, wie ich überhaupt auf diesen Weg kam - und zum Beispiel auch zu Utopia - denn der Begriff "Lohas" ist noch relativ neu in meinem Wortschatz. Aber ich kann mich noch ziemlich genau an den Moment bzw. den Vorfall erinnern, der mich und mein Denken von Grund auf verändert hat.

    Und das ist der Punkt, der uns alle verbindet und auch das, was ich hier heute Abend erlebt habe - das, was von Bedeutung ist und uns auch hier nach Utopia geführt hat:

    Jeder, der mehr oder weniger "Lohas" ist und lebt, also angefangen hat, nicht mehr alles als Selbstverständlichkeit hinzunehmen, sondern die Dinge zu hinterfragen und einen Gedanken weiter zu denken, hat auch seine eigene Geschichte dazu, die ihn auf diesen Weg gebracht hat. Ich denke, das ist uns allen gemein. Und wenn man einmal angefangen hat, Fragen zu stellen und nachzuforschen, dann kann man damit auch nicht mehr aufhören.

    Die Menschen, die sich heute Abend hier vorgestellt haben, haben ihre Geschichte erzählt. Ein Erlebnis, ein Schicksal oder ein "Aufwachen" - und dieser Umstand hat sie dazu gebracht, ihre Situation zu überdenken und zu überlegen, was sie tun können, um etwas zu verändern.

    Hier werden Pläne geschmiedet, es wird sich ausgetauscht und sich vernetzt - um in Zukunft noch stärker einzuwirken und wirklich etwas zu verändern - nachhaltig!

    Ab Morgen startet die eigentliche Konferenz und Referenten stellen ihre Konzepte, Ideen und Projekte vor. Die Mischung ist ziemlich bunt - aber das ist es eben auch. Für das, was wir bewirken wollen, gibt es kein Patent-Rezept und Regel-Werk. Jeder hat seine Vorlieben und Interessen - ob es um Kleidung geht, artgerechte Tierthaltung, naturbelassene Lebensmittel oder ökologischen Landbau. Wichtig ist, dass ein Austausch statt findet und blinde Flecken sichtbar werden - transparent und lückenlos nachvollziehbar - dann sind die Dinge zu bewerten und dann können wir entscheiden, was gut für uns ist und was nicht. Ich denke, dass ist es doch, was wir im Grunde wollen.

    So, ich denke, ich schweife ab - bin ziemlich groggy - aber ich würde schon gerne von euch wissen, was euch wichtig ist und vielleicht auch, warum ihr euch mit diesen Themen auseinandersetzt. Ich denke, jeder hat da seine eigene Erfahrung gemacht, die ihn dazu bewegt hat, die Dinge ganzheitlich zu betrachten...

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    Celestine
    schrieb am 18.06.2009 um 20:16

    Ich weiss nicht, inwieweit sich jeder einzelne von euch mit dem Begriff "Lohas" auseinandergesetzt hat. Ich persönlich habe ja schon erwähnt, dass mir dieses Wort erst kürzlich untergekommen ist - bis dato dachte ich , ich wäre halt einfach so :)

    Aber schon seit nun mehr als 10 Jahren erlebe ich eine stete Veränderung und Weiterentwicklung an mir und ich erinnere mich noch genau an den Tag, an dem es "angefangen" hat: Ich hörte eine Meldung im Radio über einen "Unfall" in einer Schweinemast-Anlage. Dort war der zentrale Steuerungscomputer ausgefallen und die Schweine dort sind an Ammoniakvergiftung eingegangen, nachdem sie sich vor Hunger schon anfingen, gegenseitig anzufressen. Erst nach Tagen ist es aufgefallen, als "mal wieder" jemand vorbeikam, um nach dem Rechten zu schauen. Das hat mich so schockiert und ich konnte gar nicht glauben, dass es so etwas überhaupt gibt, so was passieren kann - und es hat mir so unendlich Leid getan. Ich habe mich für diejenigen Menschen geschämt, die so gewissenlos mit anderen Lebewesen umgehen. Und von dem Tag an wollte ich ein Fleisch mehr essen von Tieren, die aus solchen Anlagen stammen und ich wollte den Menschen, die solche Anlagen betreiben, auch nicht mehr mein Geld geben. So fing es an und so zieht es bis heute immer weitere Kreise. Immer mehr Missstände erregten meine Aufmerksamkeit, immer größere und komplexere Zusammenhänge eröffnen sich mir seitdem und immer weitreichender sind die Konsequenzen, die ich aus diesen Umständen ziehe - und ich kann nicht mehr aufhören damit.

    "Lohas" kam erst viel später und ich gehe auch vorsichtig damit um:

    1. weil ich mich nicht in eine Schublade stecken lassen will, und
    2. weil viele Attribute, die dem "Lohas" zugeschrieben werden, auch einfach nicht auf mich zutreffen.

    Das hat aber nichts mit dem zu tun, was "Lohas" bedeutet sondern eher mit der "Zielgruppe" die clevere Marketingstrategen daraus definiert haben. Lohas lässt sich nicht kategorisieren und es gibt auch keine andere Definition als die reine "Lifestyle of health and sustainability"! Für mich bedeutet es, dass ich mein Geld für Dinge ausgeben will, die meiner Meinung nach erstrebenswert sind und unterstützt werden müssen, auf der anderen Seite lehne ich ab, was meiner Meinung nach kein "Lebensmittel - Mittel zum Leben" ist. (Nach der Zielgruppenzuordnung wäre ich wohl eher noch ein "Lovos")

    So versuche ich, auf meine Weise und mit den Ressourcen, die mir zur Verfügung stehen, "meine Welt" ein bisschen besser zu machen - mich dabei "gut" zu fühlen und so wenig Schaden wie möglich anzurichten. Ich bin der Überzeugung, wenn jeder nach solchen und ähnlichen Grundsätzen lebt, die nicht darauf ausgelegt sind, immer mehr und viel mehr als wir brauchen zu generieren und zu verbrauchen, dann kann diese Welt in vielerlei Hinsicht besser und gesund werden.

    Jetzt rede ich wieder nur über mich - eigentlich wollte ich doch über die Konferenz berichten - aber im Grunde genommen ist es auch genau das, was hier "Programm" ist:

    Hier wird die grundsätzliche Frage geklärt, wie es ermöglicht werden kann, dass diese Wünsche und Begehren ihre Umsetzbarkeit erreichen.

    Was muss getan werden, was muss verändert und was dafür vielleicht sogar erst noch erschaffen werden, um diese (jetzt noch bewusst erzeugte Ausnahmesituation) in die Normalität zu führen? Dass das Verhältnis umkippt und eben diejenigen auffallen, die sich nicht diesem Gedanken angeschlossen haben!

    Es ist ein Prozess der Wandlung, der sich bald zwangsläufig vollzieht. Denn so, wie wir bisher gelebt haben, können wir nicht weitergehen. Diese Erkenntnis erreicht immer mehr Menschen - sei es durch Hunger, durch Krankheit, durch Katastrophen oder andere Schicksale, die sie dazu bewegen, Ursachenforschung zu betreiben um festzustellen, dass sie selbst (zumindest mit-) verantwortlich dafür sind. Immer mehr Menschen, Unternehmen und die Industrie überdenken daher ihre Vergangenheit.

    Hier auf der Lohas-Konferenz eröffnet sich ein Pool an Ideen, Möglichkeiten und Kooperationen in alle Richtungen, denn "Lohas" lässt sich nicht nur auf einzelne Lebensbereiche reduzieren, es ist eine ganzheitliche Gesinnung und es liegt an jedem selbst, inwieweit er diese auslebt. Das hier hat auch nichts mit "Green-Washing" zu tun, sondern vielmehr mit Hilfestellung, Austausch und Networking.

    Was also kann ich als Unternehmer, Produzent oder Konsument tun, um ökologisch, sozial und nachhaltig zu wirtschaften?

    Ich hätte mir gewünscht, dass mehr deutsche Unternehmen hier auftreten. Aber es ist auch ein Zeichen dafür, dass dieser "grüne" Gedanke bei uns in Deutschland doch noch nicht so weit vorangeschritten ist.

    Gerade spricht Wolf Ludge, der Geschäftsführer von Hess Natur. Er ist hier in Boulder, um Kontakte zu knüpfen, neue Wege zu erschliessen und gemeinsam mit den anderen hier "lauter" zu werden. Er erzählt über die Fimengeschichte und die Wege in die Zukunft - was bisher erreicht wurde und was noch auf dem Wunschzettel steht. Dabei öffnen sie sich für Neues, bekennen Farbe und zeigen Flagge - und treten in den Dialog mit denen, die ihre Produkte kaufen um herauszufinden, wo eventuell noch Mißstände herrschen um diese zu beheben.

    Ich wünsche mir, dass dieser Gedanke und diese aufmerksame und rücksichtsvolle, wie auch vorausschauende Art und Weise immer weiter getragen wird und immer mehr erreicht. Und verstanden wird, dass wirklich jeder etwas tun kann - für sich und für andere!

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    Orti
    schrieb am 18.06.2009 um 20:20

    Ich weiss nicht, inwieweit sich jeder einzelne von euch mit dem Begriff "Lohas" auseinandergesetzt hat. Ich persönlich habe ja schon erwähnt, dass mir dieses Wort erst kürzlich untergekommen ist - bis dato dachte ich , ich wäre halt einfach so :)

    Aber schon seit nun mehr als 10 Jahren erlebe ich eine stete Veränderung und Weiterentwicklung an mir und ich erinnere mich noch genau an den Tag, an dem es "angefangen" hat: Ich hörte eine Meldung im Radio über einen "Unfall" in einer Schweinemast-Anlage. Dort war der zentrale Steuerungscomputer ausgefallen und die Schweine dort sind an Ammoniakvergiftung eingegangen, nachdem sie sich vor Hunger schon anfingen, gegenseitig anzufressen. Erst nach Tagen ist es aufgefallen, als "mal wieder" jemand vorbeikam, um nach dem Rechten zu schauen. Das hat mich so schockiert und ich konnte gar nicht glauben, dass es so etwas überhaupt gibt, so was passieren kann - und es hat mir so unendlich Leid getan. Ich habe mich für diejenigen Menschen geschämt, die so gewissenlos mit anderen Lebewesen umgehen. Und von dem Tag an wollte ich ein Fleisch mehr essen von Tieren, die aus solchen Anlagen stammen und ich wollte den Menschen, die solche Anlagen betreiben, auch nicht mehr mein Geld geben. So fing es an und so zieht es bis heute immer weitere Kreise. Immer mehr Missstände erregten meine Aufmerksamkeit, immer größere und komplexere Zusammenhänge eröffnen sich mir seitdem und immer weitreichender sind die Konsequenzen, die ich aus diesen Umständen ziehe - und ich kann nicht mehr aufhören damit.

    "Lohas" kam erst viel später und ich gehe auch vorsichtig damit um:

    1. weil ich mich nicht in eine Schublade stecken lassen will, und
    2. weil viele Attribute, die dem "Lohas" zugeschrieben werden, auch einfach nicht auf mich zutreffen.

    Das hat aber nichts mit dem zu tun, was "Lohas" bedeutet sondern eher mit der "Zielgruppe" die clevere Marketingstrategen daraus definiert haben. Lohas lässt sich nicht kategorisieren und es gibt auch keine andere Definition als die reine "Lifestyle of health and sustainability"! Für mich bedeutet es, dass ich mein Geld für Dinge ausgeben will, die meiner Meinung nach erstrebenswert sind und unterstützt werden müssen, auf der anderen Seite lehne ich ab, was meiner Meinung nach kein "Lebensmittel - Mittel zum Leben" ist. (Nach der Zielgruppenzuordnung wäre ich wohl eher noch ein "Lovos")

    So versuche ich, auf meine Weise und mit den Ressourcen, die mir zur Verfügung stehen, "meine Welt" ein bisschen besser zu machen - mich dabei "gut" zu fühlen und so wenig Schaden wie möglich anzurichten. Ich bin der Überzeugung, wenn jeder nach solchen und ähnlichen Grundsätzen lebt, die nicht darauf ausgelegt sind, immer mehr und viel mehr als wir brauchen zu generieren und zu verbrauchen, dann kann diese Welt in vielerlei Hinsicht besser und gesund werden.

    Jetzt rede ich wieder nur über mich - eigentlich wollte ich doch über die Konferenz berichten - aber im Grunde genommen ist es auch genau das, was hier "Programm" ist:

    Hier wird die grundsätzliche Frage geklärt, wie es ermöglicht werden kann, dass diese Wünsche und Begehren ihre Umsetzbarkeit erreichen.

    Was muss getan werden, was muss verändert und was dafür vielleicht sogar erst noch erschaffen werden, um diese (jetzt noch bewusst erzeugte Ausnahmesituation) in die Normalität zu führen? Dass das Verhältnis umkippt und eben diejenigen auffallen, die sich nicht diesem Gedanken angeschlossen haben!

    Es ist ein Prozess der Wandlung, der sich bald zwangsläufig vollzieht. Denn so, wie wir bisher gelebt haben, können wir nicht weitergehen. Diese Erkenntnis erreicht immer mehr Menschen - sei es durch Hunger, durch Krankheit, durch Katastrophen oder andere Schicksale, die sie dazu bewegen, Ursachenforschung zu betreiben um festzustellen, dass sie selbst (zumindest mit-) verantwortlich dafür sind. Immer mehr Menschen, Unternehmen und die Industrie überdenken daher ihre Vergangenheit.

    Hier auf der Lohas-Konferenz eröffnet sich ein Pool an Ideen, Möglichkeiten und Kooperationen in alle Richtungen, denn "Lohas" lässt sich nicht nur auf einzelne Lebensbereiche reduzieren, es ist eine ganzheitliche Gesinnung und es liegt an jedem selbst, inwieweit er diese auslebt. Das hier hat auch nichts mit "Green-Washing" zu tun, sondern vielmehr mit Hilfestellung, Austausch und Networking.

    Was also kann ich als Unternehmer, Produzent oder Konsument tun, um ökologisch, sozial und nachhaltig zu wirtschaften?

    Ich hätte mir gewünscht, dass mehr deutsche Unternehmen hier auftreten. Aber es ist auch ein Zeichen dafür, dass dieser "grüne" Gedanke bei uns in Deutschland doch noch nicht so weit vorangeschritten ist.

    Gerade spricht Wolf Ludge, der Geschäftsführer von Hess Natur. Er ist hier in Boulder, um Kontakte zu knüpfen, neue Wege zu erschliessen und gemeinsam mit den anderen hier "lauter" zu werden. Er erzählt über die Fimengeschichte und die Wege in die Zukunft - was bisher erreicht wurde und was noch auf dem Wunschzettel steht. Dabei öffnen sie sich für Neues, bekennen Farbe und zeigen Flagge - und treten in den Dialog mit denen, die ihre Produkte kaufen um herauszufinden, wo eventuell noch Mißstände herrschen um diese zu beheben.

    Ich wünsche mir, dass dieser Gedanke und diese aufmerksame und rücksichtsvolle, wie auch vorausschauende Art und Weise immer weiter getragen wird und immer mehr erreicht. Und verstanden wird, dass wirklich jeder etwas tun kann - für sich und für andere!

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    Orti
    schrieb am 19.06.2009 um 14:54

    Ich denke, dass ist jetzt mal interessanter für euch. Hier werden natürlich auch eine Menge Projekte und neue Produkte vorgestellt und eine kleine Auswahl will ich hier schon mal zeigen:
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    Dieser Mensch hat hier auf der Lohas-Konferenz Papier vorgestellt, welches aus Elefantenscheisse hergestellt wird - ich persönlich finde das ziemlich spannend :)

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    Orti
    schrieb am 19.06.2009 um 15:05

    BMW hat einen recyclebaren Mini vorgestellt und auch ein "grünes" Progamm dazu http://www.miniusa.com/carfunfootprint/. Ausserdem fahren hier Hybrid-Taxen :)
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    Orti
    schrieb am 19.06.2009 um 15:06

    Viele Projekte werden hier vorgestellt, die dem Umweltschutz dienen.

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    Orti
    schrieb am 19.06.2009 um 15:08

    Oder alles aus Kork, wobei ich hier nachgefragt habe, ob Kork nicht ein Rohstoff sei, der verknappt ist - aber anscheinend lag das an der Weinindustrie, die aber aus dem Korkgeschäft mehr und mehr aussteigt...

    Und Papier mit Samen drin - eher ein Gag aber wenn du es eingräbst, dann wachsen dort Blumen :)
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    Orti
    schrieb am 19.06.2009 um 22:27

    Ich möchte heute von den (meiner Meinung nach) interessanten Dingen erzählen, die ich hier entdeckt habe - ein buntes Potpourrie aus Produkten, Projekten und "Geschichten".

    Geschichten sind ein gutes Stichwort, denn hier in Amerika bedeutet "storytelling" fast alles. Hauptsache das, was vorgestellt wird, hat auch eine gute Geschichte, das "behind". Dabei geht es weniger um harte Fakten, sondern vielmehr um Emotion und eine bunte Darstellung - bunt im Sinne von lebhaft und ergreifend. Das ist ein Unterschied, der mir zu Deutschland auffällt. Bei uns haben Hersteller und Produktionswege auch eine Geschichte, aber sie ist nüchterner und enthält die Zahlen und Fakten. Hier geht es weniger um die Zahlen als um das, was bewegt und erreicht wurde - und bewegend soll es sein. Aber dadurch wird dieser Trend hier auch sehr "wirklich" und spürbar, denn überall begegnen dir diese Geschichten in Hülle und Fülle. So entsteht der Eindruck, dass natürlich hier schon alle Zeichen auf "Green" stehen und du anscheinend der einzige bist, der den Schuss noch nicht gehört hat - also los, den anderen hinterher. Jetzt mag der ein oder andere von Lügen reden und vielleicht sind es auch eine Menge davon - aber diese "Lügen" haben die Massen in Bewegung gesetzt. Ihnen zu erählen, das die Party längst schon begonnen hat, animiert dazu, auch kräftig die Hüften mitzuschwingen.

    Also, hier nun ein paar storys:

    "teens turning green - a way of life" http://www.teensturninggreen.org/
    dieses junge Mädchen hielt einen Vortrag über ein Projekt, das teens überall in Amerika gestalten. Sie wollen die Welt verändern und aufklären und haben sogar eine eigene Naturkosmetiklinie herausgebracht. Es war eine schöne Geschichte über Ziele und Visionen - man konnte nicht so richtig unterscheiden zwischen dem, was schon Wirklchkeit ist und den Dingen, so wie sie es sich wünschen, das es kommen wird. Aber es hat noch etwas ganz anderes deutlich gemacht - nämlich das es eine community von Jugendlichen gibt, die aktiv geworden sind und sich im Internet vernetzt haben. Gemeinsam planen sie Aufklärungsaktionen in Schulen und Leitfäden, wie sie ihren Gedanken weitertragen können.

    ...

    nächste Geschichte: "Mr. Ellie Pooh" http://www.mrelliepooh.com/
    ... oder: Wenn du die Elefanten in Sri Lanka retten willst, dann kaufe Papier aus Elefantenkot. Hier zum Beispiel geht es längst nicht mehr nur um das Produkt, sondern um die Gefahr der Ausrottung des Elefanten in Sri Lanka und der Weg, der gefunden wurde, den Tieren einen neuen Nutzen zu geben. Wie viel Wahrheit in der Geschichte steckt, dass weiß ich nicht, aber das Produkt finde ich toll. Auf dem Info-Blatt, was ich bekommen habe (natürlich auch Elefantenpapier) steht noch der Hinweis, dass dieses Projekt natürlich nicht endgültig den Konflikt mit den Farmern und Elefanten lösen kann. Es ist aber schon ein guter erster Schritt und Anfang, den Menschen in Sri Lanka einen neuen Wert für ihre Elefanten zu vermitteln.

    ...

    noch eine: "GreenOops" http://www.greenopolis.com/
    ... oder: wie sich Geschichten selber schreiben...
    Ich gebe zu, ich habe immer noch nicht genau verstanden, worum es wirklich geht, aber vielleicht liegt es auch daran, dass Recycling für uns in Deutschland schon vollkommen normal ist. Die Amis müssen wahrscheinlich erst mit einer "schönen Geschichte" dazu animiert werden :)
    Naja, anscheinend handelt es sich um eine Art trackingSystem mit dem derjenige, der eine Verpackung recycled, feststellen kann, wie oft sie schon wiederverwertet wurde und was es schon alles war in früheren "Leben" - aber eine schöne Geschichte wirds schon werden :)


    so, das wars erst mal. Ich werde noch ne Runde drehen und schauen, ob ich noch ein paar interessante stories finde, von denen ich euch erzählen kann. Heute ist schon der letzte Tag und heute Abend alles vorbei. Ich werde euch also noch 1 - 2 Berichte erstatten und hoffe, dass es euch soweit gefallen hat.

    also dann, bis später!

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