Nachdem die SZ selbst Briefträger der Stillen Post war, bemüht sich dieselbige nun auch um mehr Kontext im Zusammenhang mit verkürzten Gauck-Zitaten: "Was Gack wirklich gesagt hat"
Politik & Gesellschaft / Allgemeines
Jetzt kommt der Gauckler - es wird wohl nicht besser oder?
Danke,Emmaradio, für den Link!
Es bleibt bei mir aber ein ungutes Gefühl zurück, angesichts dessen was Gauck gesagt hat. Wird in dem o.g. Artikel nicht versucht seine Äußerungen zu erklären und abzuschwächen?
Gauck ist doch ein sicherer Redner und meint doch auch was er sagt, oder?
Aber wie Dude schon sagte, vielleicht sollte ich den "Grüßonkel" nicht überbewerten in seinem Handlungsspielraum.
Ja, so ein gemischtes Gefühl habe ich schon auch. So richtig mein Fall ist JG auch nicht.Muss er aber auhc nicht sein. Aber das mache ich eher an anderen Dingen fest. Ich find's nur schrecklich welche Richtung diese Debatte in den Medien (und auch in meinem Freundeskreis) angenommen und welche Dynamik das ganze bekommen hat. Ich sehe das so wie Partick Breitenbach aus dem anderen Link es in einem anderen Zitat ausgedrückt hat: "Auch die Meinung Gaucks muss man nicht teilen, aber es klingt meines Erachtens schon ganz anders als ihm da zuvor in den Mund gelegt wurde."
Ein Bundespräsident ist ja nicht nur ein "Grußaugust", sondern auch ein Mahner.
Mit Joachim Gauck bin ich persönlich zufrieden und wünsche ihm im neuen Amt alles Gute. Aber als Mahner für die gegenwärtig und künftig dringenden Aufgaben in Sachen Nachhaltigkeit und Neuausrichtung der globalen Wirtschaftspolitik hätte ich viel lieber Klaus Töpfer gesehen.
"Aber als Mahner für die gegenwärtig und künftig dringenden Aufgaben in Sachen Nachhaltigkeit und Neuausrichtung der globalen Wirtschaftspolitik hätte ich viel lieber Klaus Töpfer gesehen."
So ähnlich geht's mir auch. Andereseits möchte ich Gauck seine persönliche Erfahrungen mit Freiheit und Bürgerrechtsbewegungen auch nicht absprechen. Ich denke die Deutsch-Deutsche-Teilung ist immernoch etwas, was in unserer Gesellschaft längst nicht überwunden ist. Und Gauck gibt in diesem Punkt vielen Menschen eine Stimme.
"Ich denke die Deutsch-Deutsche-Teilung ist immernoch etwas, was in unserer Gesellschaft längst nicht überwunden ist. Und Gauck gibt in diesem Punkt vielen Menschen eine Stimme."
Ganz bestimmt! Deshalb halte ich ihn auch als Symbolfigur und als Brückenbauer zwischen den Menschen aus den alten und den neuen Bundeslländer für eine gute Wahl. Für eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung sorgt sicher auch die Tatsache, dass er parteilos ist.
Gauck ist ja lernfähig, soweit ich ihn bisher erlebt habe, und das sicher auch in Fragen wie Ökologie, Kapitalismuskritik etc.
Sehenswert nachträgl. im Videostream die gestrige Anne-Will-Sendung in mehrfacher Hinsicht, z.B. v.a. das
zwischendurch mal eingespielte Statement von Joachim Gauck zu DDR-Bürgerrechtlern wie Heiko Lietz (bescheiden und voller Anerkennung und er selber sei im Vergleich dazu eigentlich "nur ein oppositioneller Pastor" gewesen): http://daserste.ndr.de/annewill/
Bemerkenswert auch wie Luc Jochimsen mehrfach das Vorurteil wiederholt, Gauck gehe es bei seinem Freiheitsverständnis nicht zugleich auch um soziale Gerechtigkeit (im engeren Sinn was Jochimsen und andere darunter verstehen).
Bemerkenswert auch ein zwischendurch eingeblendetes Zitat von Gauck zu manchen seiner mal gemachten Einschätzungen der Occupy Bewegung etc., er sei ja fähig und bereit immer etwas dazu zu lernen (und das halte ich selbst eigtl auch für eine der wichtigsten Eigenschaften, auch eines Politikers - nicht dass er schon (vermeintlich) alles weiß ...!)
Leseprobe von Albrecht Müller's (Hrsg. Nachdenkseiten) "Der Falsche Präsident".
Müller: "[...] Doch nun bekommt Joachim Gauck seinen Auftritt. Er wird zum Präsidenten gewählt mit dem Auftrag, die Kluft zwischen Politik und Bürgern zu schließen und zu diesem Zweck die Bürger zu lehren, dass wir in einer guten Welt leben. Er ist hörbar gewillt, diesen Auftrag zu erfüllen. Empört euch nicht! So lautet seine Botschaft. Mit der Wahl von Joachim Gauck zum Bundespräsidenten werden die herrschenden Verhältnisse zementiert statt aufgebrochen. [...]
Nun haben wir ihn aber und behalten ihn mit hoher Wahrscheinlichkeit auch für längere Zeit als Bundespräsident. Da bleibt uns als demokratisch gesonnene Zeitgenossen nur noch übrig, auf ein bisschen Einsicht zu hoffen. Und darauf zu setzen, dass sich nach der ersten Welle der Begeisterung viele Bürgerinnen und Bürger aufmachen, sich ein bisschen mehr Informationen über den neuen Präsidenten zu beschaffen. [...] Ich möchte möglichst viele Menschen dazu ermuntern, sich besser zu informieren und Gaucks Präsidentschaft konstruktiv kritisch zu begleiten. Deshalb dieses Buch. [...]"

