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Politik & Gesellschaft / Europäische Politik

Eine neue EU-Richtlinie bedroht die ehrenamtliche Arbeit.

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Beiträge (7 )
 
Maria_L schrieb am 13.04.2012 um 20:53
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"Eine neue EU-Richtlinie könnte drastische Folgen für das Ehrenamt haben. Demnach könnte ehrenamtliche Arbeit voll auf die Höchstarbeitszeit angerechnet werden."

....

"Das hieße, dass etwa bei einer Wochenarbeitszeit von 40 Stunden nur noch acht Stunden ehrenamtliche Arbeit zulässig wären. Zudem müssten die beruflich vorgeschriebenen Ruhepausen auf das Ehrenamt übertragen werden, sodass an vielen freien Tagen gar kein Freiwilligendienst mehr möglich wäre."

http://www.augsburger-allgemeine.de/politik/EU-Plaene-bedrohen-Existenz-der-Freiwilligen-Feuerwehren-id19600946.html



Meine Meinung dazu:
So ein Schwachsinn...
Die meisten Jobs verlangen so viel Überstunden ab, daß alleine davon schon die zulässigen Höchststunden übertreten werden.
Da schreit in der Praxis kein Hahn danach.

Mit dem Gesetz haben die Arbeitgeber ein Druckmittel in der Hand, um ihren Arbeitnehmern auch noch die letzte Freude zu nehmen.
Das Argument "Chef ich muß heute pünktlich Feierabend machen, heute hat die freiwillige Feuerwehr eine Probe" zählt dann nicht mehr.

Wir unterhalten uns hier drüber, wie wichtig es ist, sich nicht vollständig von der Brot-Arbeit fressen zu lassen und noch Zeit für sinnvolle Tätigkeiten zu finden, und dann so ein Gesetz.

Naja, was rege ich mich auf, ich bin selbständig und dürfte auch 100 Stunden die Woche arbeiten -ohne Punkt und Komma...wenn ich wollte...

Was haltet ihr von der Richtlinie?
    Dude schrieb am 15.04.2012 um 00:11
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    Klingt nach "Gut gemeint, aber schlecht gemacht!"

    Ich würde gerne wissen aus welchem Grund diese Richtlinie geplant wurde. Vielleicht gibt es wirklich Einzelfälle, die so etwas sinnvoll erscheinen lassen. Auf das Ehrenamt gesehen, was ich bisher kenne, erscheint die Richtlinie schwachsinnig. Überall in Deutschland wird gerade das Ehrenamt gefeiert und dann so etwas.

    Wenn man es bösartig betrachtet, dann könnte es wirklich den Ideen der Wirtschaft entsprungen sein. Aber ohne die Hintergründe für die Richtlinie zu wissen, bleibe ich bei meinem ersten Satz.

    Dude schrieb am 15.04.2012 um 00:16
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    Vielleicht ist es dem EU-Sozialkommissar Laszlo Andor ja lieber, dass die Menschen vor der Glotze weiter verblöden, anstatt ihre Freizeit sinnvoll und erfüllend zu gestalten. Und dazu fällt mir dann mal wieder Georg Schramm ein.
    Systematische Volksverblödung damit man weiter wie bescheuert jeden Quatsch kauft, den uns die Wirtschaft vorsetzt.

    Richard-Burgenlandler schrieb am 15.04.2012 um 09:05
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    Ein nicht fertig gedachter zynischer Unsinn kann ich nur sagen.

    Allerdings kann ich eine einzige wenn auch kleine positive Seite dem Ganzen abgewinnen. Die Gleichstellung von Arbeit im Ehrenamt mit der Arbeit für Erwerb. Es wird also Arbeit im Ehrenamt als Arbeit wahrgenommen.

    Und was nicht fertig gedacht ist ?

    Eine Mutter und Hausfrau an der REWE Kassa dürfte sich dann auch nur noch 8 Stunden/Woche um Haushalt und Kinder kümmern.

    Ein Freizeit Extremausgleichssportler nur noch 8Std/Woche trainieren. Sport ist keine Arbeit? Und die Spitzensportler, die damit ihren Erwerb sichern?

    Für mich ist ganz klar, hier will man soziale und kommunale Strukturen demontieren, das hat nichts mit Arbeitsschutz zu tun, das hat mit Kapital und Gewinnmaximierungsschutz zu tun.


    Wenn man schon in der Arbeit fremdbestimmt ist warum dann nicht auch im Privatbereich.

    Maria_L schrieb am 15.04.2012 um 11:58
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    "Wenn man schon in der Arbeit fremdbestimmt ist warum dann nicht auch im Privatbereich."

    Ja, das war mein erster Gedanke, daß das ein ganz schöner Eingriff ins Privatleben ist und sicher nichts damit zu tun hat, das Wohlbefinden der Arbeitnehmer zu schützen.

    berniewa schrieb am 14.06.2012 um 01:00
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    Viele dürfen ihre Überstunden übrigens gar nicht mal offiziell angeben, arbeiten formal also viel weniger als real ("dürfen" meine ich nicht juristisch, im Gegenteil, das ist vermutlich sogar illegal, aber oft eine Art Druck durch die Firma, oft eher subtil aber wirksam ausgeübt)

    berniewa schrieb am 14.06.2012 um 01:02
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    a propos "vor der Glotze weiter verblöden" (Dude), hab ich die Schreckensmeldung gelesen, dass die Serie DALLAS in den USA und in Deutschland demnächst wieder gesendet wird


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