Gestern abend lief auf mdr ein Film, der uns sehr erschreckt hat. Seit 2001 gibt es die o.g. Krankheit zuerst bei Kühen, dann bei einigen Bauern, die mit den Tieren in Berührung kamen und nun auch bei Hirschen, die allerdings in Gehegen aufwachsen.Wir haben noch nie etwas davon gehört oder gelesen. Wisst ihr mehr?Das Fleisch dieser erkrankten Tiere soll auch in den Handel gekommen sein.
Die Sendung wird am 7.6.2012 um 9.15 Uhr wiederholt
Exakt - Die Story | MDR FERNSEHEN | 30.05.2012 | 20:45 UhrTote Tiere, kranke Menschen - Rätselraten um einen tückischen Erreger
Tausende tote Rinder, erkrankte Landwirte und ruinierte Bauernhöfe. Eine geheimnisvolle Tierkrankheit breitet sich aus. Während Wissenschaftler quer durch Deutschland über die Ursachen streiten und die Behörden Entschädigungen wegen ungesicherter wissenschaftlicher Erkenntnisse verweigern, spielen sich auf vielen Höfen Dramen ab.Für Familie Kuder im Vogtland begann das Unheil 2006. Die Kühe im Stall wurden immer apathischer, litten an Muskel- und Atemschwäche. Viele Jahre wusste Mario Kuder nicht, woran seine Tiere erkrankt waren. Erst 2010 fand die Tierärztin und Mikrobiologin Monika Krüger von der Uni Leipzig die Ursache: Chronischer Botulismus, eine Krankheit, die bis heute Rätsel aufgibt. Denn in den letzten zehn Jahren erkrankten nicht nur Tiere, sondern auch Landwirte. Mario Kuder hat gerade einen längere Kur hinter sich. Er ist arbeitsunfähig, leidet unter Muskelschmerzen und allgemeiner Schwäche.exakt – DIE STORY folgt den Spuren der unheimlichen Krankheit. Warum sprechen einige Wissenschaftler mittlerweile von einer neuen Seuche, während andere abwiegeln? Wieso erkranken auch Menschen? Ist die Krankheit übertragbar? Warum lassen die Behörden betroffene Landwirte wie Mario Kuder im Stich, wenn es um Entschädigungszahlungen aus der Tierseuchenkasse geht?exakt – DIE STORY fragt nach und sucht nach Antworten auf die Rätsel rund um die mysteriöse Krankheit.
Tote Tiere, kranke Menschen
Was ist Botulismus?
Der akute Botulismus ist eine lebensbedrohliche Krankheit, die meist durch verdorbenes Fleisch hervorgerufen wird. Es ist eine spezielle Form der Lebensmittelvergiftung, die durch ein Bakterium entsteht, welches den Giftstoff Botulinumtoxin produziert.
Seit mehr als zehn Jahren wird eine sich ausbreitende Rinderkrankheit beobachtet, durch die manche Milchbetriebe ihren gesamten Bestand an Tieren verloren haben. Wissenschaftler vermuten, dass es sich hierbei ebenfalls um Botulismus handelt, hervorgerufen durch das Bakterium Clostridium Botulinum – aber eine chronische Verlaufsform. Offenbar sind auch Landwirte davon betroffen.
Was ist chronischer Botulismus?
MDR FERNSEHENBotulismus: Gibt es eine Verbindung zwischen den Erkrankungen von Mensch und Tier?
30.05.2012, 14:47 Uhr |05:51 min
Bis auf die Knochen abgemagerte Kühe, die wenig später verenden. Wildtiere, die sich kaum auf den Beinen halten können, immer wieder zusammenbrechen. Landwirte und ihre ruinierten Bauernhöfe. - Auf vielen Höfen spielen sich Dramen ab. Während Wissenschaftler über die Ursachen der Tierkrankheit streiten, verweigern Behörden Entschädigungen und suchen die Schuld bei den Tierhaltern. Aber sogar diese erkranken mittlerweile an der tückischen Krankheit.
Mehrere Wissenschaftler vermuten, dass die Krankheit von dem gefährlichen Erreger "Clostridium Botulinum" verursacht wird, der das gefährlichste aller natürlichen Gifte, "Botulinumtoxin", erzeugt. Nur unter bestimmten Bedingungen, vor allem unter Sauerstoffabschluss, produziert er sein Gift. Bei der chronischen Form des Botulismus wird dieser Hypothese zufolge Botulinumtoxin nach der Aufnahme von Bakterien oder ihrer Sporen, etwa über das Futter, im Magen-Darm-Trakt gebildet.
Die Tiere sterben nicht sofort daran, aber ihr Bewegungsapparat ist beeinträchtigt. Bei der chronischen Form des Botulismus wird das Gift also möglicherweise im Tier gebildet. Genauso erfolgt, dieser Theorie zufolge, die Erkrankung bei den Landwirten.
"Es ist dasselbe Krankheitsbild wie bei den Rindern. Es kommt zu der dauerhaften Beeinträchtigung eines Organismus mit Botulinumtoxin. Die Ausfallerscheinungen sind einerseits im Muskelsystem des Menschen, es kommt also zu Lähmungen. Andererseits kommt es zu Ausfällen im Bereich des autonomen Nervensystems, das heißt, es könnten Blasenstörungen, Störungen der Pupillenmotorik, Schluckstörungen oder auch Veränderungen des Schwitzens bei den Patienten auftreten."
Prof. Dirk Dressler, Medizinische Hochschule Hannover
Die ersten Fälle der ominösen Krankheit traten Mitte der 90er-Jahre in Norddeutschland auf. Niels Bratrschovsky war wohl der erste Landwirt in Deutschland, den diese Krankheit seine Existenz als Milchbauer kostete. Er besaß Hunderte Milchkühe. Heute findet sich auf seinem Hof keine einzige mehr. Ab 1995 blieben die Kühe einfach liegen, die Kälbersterblichkeit wurde extrem hoch, frisch abgekalbte Jungtiere verendeten einfach. Innerhalb von vier Jahren starben dem Bauern 850 Rinder weg. Sein Sohn und seine Frau weisen Nervenschädigungen auf, die sie mit der Tierkrankheit in Verbindung bringen.
Botulinumtoxin beeinträchtigt den Organismus dauerhaft. Es kommt zu Lähmungen und Störungen im Nervensystem.Ein weiterer betroffener Landwirt, Heinrich Strohsahl, bewirtschaftete mit seinen beiden Söhnen an drei Standorten mehr als 1.000 Milchkühe. Auch seine Tiere erkrankten an chronischem Botulismus. Als auch noch die beiden Söhne erkrankten, musste die Familie den Milchbetrieb aufgeben.
Der Kampf, den diese Männer über Jahre ausgefochten haben, hat sie zermürbt. Dazu gehört auch der Kampf gegen die Behörden. Sie haben sich in ihrer Hilflosigkeit an Politiker gewandt und Ministerien angeschrieben. Doch geholfen wurde ihnen nicht. Sie bekamen auch keine Entschädigung. Über die Jahre starben die Tiere und keiner wusste warum. Den Landwirten wurde nur bescheinigt, dass es keine Tierseuche sei. Demzufolge bezahlt die Tierseuchenkasse auch keine Entschädigung. Die Landwirte bleiben mit ihren Problemen allein.
Erst jetzt, im Jahr 2012, soll eine Studie begonnen werden, die den Zusammenhang zwischen dem Rindersterben und dem Erreger Clostridium Botulinum klären soll. Dafür hat die Tierhochschule Hannover vom Bund Geld bekommen. Eine Studie, die auch schon vor zehn Jahren hätte durchgeführt werden können. Warum die Politik sich so unendlich viel Zeit gelassen hat, kann sich die Leiterin der neuen Studie, Professor Martina Hoedemaker, auch nicht erklären.
http://www.mdr.de/exakt/verteilseite458.html
Anfrage der Redaktion an das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Zuletzt aktualisiert: 30. Mai 2012, 15:41 Uhr
Politik & Gesellschaft / Bundespolitik
Botulismus,tote Tiere, kranke Menschen und Aigner handelt nicht.
Soso, es war also "keine Tierseuche". Weil nicht sein kann, was nicht sein darf? Unglaublich!
hier kommt ein Video dazu
http://www.youtube.com/watch?v=a_mxjMVGvfk&feature=related

