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Permakultur / Mulchgarten

Wie wir das Land urbar gemacht haben

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Beiträge (12 )
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Richard-Burgenlandler schrieb am 03.07.2011 um 19:42
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Auf Anregung von Maria_L möchte ich hier beschreiben, wie wir unseren Garten angelegt haben.
(Ich hoffe mein Beitrag gehört hier hin?)


Die jetzige Gartenfläche war von einem dichten Brombeer-,Brennnessel-, Windengeflecht und Holunder-, Akazien- Nuss Sträuchern überzogen.Früher war dort einmal angeblich ein Garten, aber der nahe Wald hatte in den Jahren seine Fläche wieder zurückerobert.

Mit Sense, Sichel, Buschmesser und Motorsäge begannen wir also die Fläche vom Gestrüpp zu befreien, heckselten und kompostierten es.

Die gut 5 cm dicke Wurzelgeflechtmatte der Brennnessel rollten wir wie einen Teppich ab,schüttelten sie aus und kompostierten sie. Jetzt war der schwere Lehmboden frei, in den man nur mit Gewalt einen Spaten brachte. (Staubtrocken und Pickel hart).
Den Boden stach ich also Spatentief um (im Herbst) und ließ die Scholle offen liegen darauf verteilte ich die 7 Fuhren Heu vom Nachbar (Prachland wiesen). Der Winter tat dann seinen Teil, die Scholle gefror und zerbröselte (Scheingare).
Im Frühjahr entfernte ich die oberste Heuschicht und arbeitet den ganzen Acker mit dem bereits reifen Kompost und Sand vom Grundstück um. Die Heuschicht häckselte ich und legte sie auf den Acker, nachdem ich eine gleichmäßige Schicht vom Kompost verstreut habe. Diese Prozedur hab ich jetzt zwei Mal gemacht und der Boden ist auf der bearbeiteten Fläche Spatentief locker und feucht und unzählige Regenwürmer tummeln sich. An den Möhren kann man sehen wie tief der Boden locker ist, die wachsen schön gerade bis sie auf Wiederstand (Lehm) stoßen, dann werden sie krumm.

Jetzt hoffe ich dass ich den Spaten in Pension schicken kann und nur mehr mit dem Heu zu Mulchen brauche.

Im heurigen Jahr brauchte ich auch nicht mehr zu gießen, obwohl im März bis Mitte April kein einziger Tropfen Regen gefallen ist. Durch die Heuschichte bleibt die Feuchtigkeit in der Erde und der Boden nimmt durch
seine Lockerheit das Wasser schnell auf, es entstehen keine Pfützen mehr, die dann Talabwärts fließen.


Und das Ergebniss sieht so aus

Kartoffelacker

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Erbsen, Käferbohnen , Mais

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150 Tomatenpflanzen (20 Sorten) Da werden wohl einige reif werden



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" Wandertomate " "Rispentomate"

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Buschbohnen

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Paprika, Pfefferoni, Melanzani

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Gurken, Brokoli, Mangold

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Kraut & Rüben

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Etwas für die Vögel, fürs Auge und wenn welche Kerne übrig bleiben geröstet in den Salat

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Ein wenig Unkraut gejätet

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und mit Heu gemulcht
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Wenn die Ernte so gut wird wie das Zeug wächst (nicht das Unkraut), dann kommen wir sicher über den Winter.


Ach ja ! Was wir gegen die Schnecken und Rehe machen ?


Das Gras um die Beete wird ganz kurz gehalten, beim setzten der Pflanzen wird mit Holzasche ein Ring um die Pflanzen gezogen und manchmal sammeln wir die Schnecken (dann gibts Schnekensuppe :-))

Wegen der Rehe musste ich das ganze Grundstück einzäunen.





Liebe Grüße aus dem sonnigen Burgenland
    Maria_L schrieb am 03.07.2011 um 20:05
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    Boah...toll...so viel sonnige Fläche am Stück...Neid ;-)

    Neid vor allem auf den Heuhaufen.

    Ich komme vermutlich irgendwann mal wegen Beschaffungskriminalität dran, weil ich armen Pferden das Heu aus der Raufe geklaut habe zum Vermulchen.

    Ich muß mal mit dem Landschaftspflegeverband reden...von wegen Prachland.

    Wegen der Schnecken:
    Mir fällt jedes Jahr mehr auf: Wo die Pflanzen gute Bedingungen (genug Sonne und keinen Wurzeldruck durch Sträucher) haben, gehen die Schnecken nicht mehr an die Pflanzen, seit ich dauermulche.
    Wo leichter Schatten oder hungrige Nachbarn sind, da habe ich ein Schneckenproblem, auch bei der großen Trockenheit...mit und ohne Mulch...mit und ohne Ferramol.
    Ich habe noch nie verstanden, wie Permakultur-Waldgärten funktionieren sollen.

    Umliegendes Gras Kurzhalten geht bei mir nicht überall, weil ein Teil der Beete an offen gelegenen Nachbargrundstücken liegt. Da ist unbegrenzter Schneckenzuzug möglich.

    Hast Du Vergleichsmöglichkeiten bei den Schnecken mit und ohne Mulch?

    Hähä...wenigstens habe ich kein Problem mit Rehen!

    Bubensteyn schrieb am 03.07.2011 um 20:08
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    Das sieht sehr gut aus. Gratulation.

    Ich wohne leider weit von dem Garten, den ich teilweise zu bändigen versuche, entfernt.
    So kann ich gegen die Schnecken nur wenig unternehmen. Schneckenkorn lehne ich ab.
    Mir bleiben damit Kartoffeln, Zwiebeln, gelbe Rüben und Erbsen, sowie Bohnen zum Anbauen übrig.

    Der Garten braucht halt täglich seinen Herrn, respektive seine Herrin.

    Richard-Burgenlandler schrieb am 03.07.2011 um 20:21
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    @ Maria_L
    Ich habe nur bemerkt, dass Schnecken eher auf ungemulchte Flächen zu finden sind. und sich kaum unter dem Heumulch aufhalten. Der Heumulch, wenn er nicht gehäckselt ist verdichtet sich nach einiger Zeit und bildet eine harte Schichte, die ich dan auflockere und das Unkraut wächst eigentlich hauptsächlich in der Heuschichte, ist also leicht zu entfernen.

    Mit dem angrenzenden Nachbargrundstück, nein natürlich mit dem Nachbar hab ich vereinbart, dass ich das angrenzende Waldstück säbern darf und von den Brombeerranken und sonstigen Gestrüpp befreien darf. Er hatte dort einst (heute ist er 80 ) Bienen, und pflanzte deshalb unzählige Trachtträger, die aber kaum mehr sichtbar waren. Seit der Rodung ( die Trachtträger ließen wir natürlih stehen) kommen auch keine Schnecken mehr aus dieser Richtung.

    Maria_L schrieb am 03.07.2011 um 21:25
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    "Der Heumulch, wenn er nicht gehäckselt ist verdichtet sich nach einiger Zeit und bildet eine harte Schichte, die ich dan auflockere"

    Warum lockerst Du das auf?
    Ich habe den Eindruck, gerade die dichte Schicht die sich ohne Hohlräume an den Boden schmiegt ist gut gegen die Schnecken.

    Ich mulche ja am liebsten schon einige Zeit vor dem Bepflanzen und mache dann nur kleine Löcher in den dichten Filz zum Pflanzen.

    Ein anderer Grund soll das veränderte CO2-Klima unter Mulch sein, das den Schnecken nicht so sehr, den Pflanzen aber umso mehr zusagt.

    Richard-Burgenlandler schrieb am 03.07.2011 um 21:48
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    Das Auflockern mach ich auch nur bei den Him- und
    Brombeeren, denn da hab ich bemerkt, dass neue Triebe einfach nicht
    durchkommen. Und wenn das Unkraut schon
    Meterhoch ist (Gänsich und Co) damit ich dann mit der Haue den Boden auflockern
    kann ( für den Stickstoff Eintrag). Bei neuen Pflanzen Mulche ich mit dem
    Grasschnitt vom Rasenmäher, der ist ganz fein, wird zuerst aufgetragen, dann
    kleine frei Flächen gemacht, und Pflänzchen gesetzt. Bei Möhren lassen wir
    einfach eine Zeile frei von Mulch und sähen dort hinein.

    Das mit dem CO2 kann ich mir vorstellen, so ein bisschen Gehrung,
    Verrottung und Kompostierung da wird ja das gebunden C in Form von Co2 wieder
    frei. (Darum heizt man mit Holz Co2 neutral, da beim Verheizen genauso viel Co2
    in die Luft geht wie beim Verottungsvorgang)

    Einmal hab ich probiert mit frischem mit der Sense gemähtem
    Gras zu Mulchen. Ist total in die Hose gegangen. Da waren so Schaumnester auf
    den Halmen die hatten wir dann auf Gurken und Zucchini. War nicht lustig das
    alles wieder hin zu kriegen.

    Maria_L schrieb am 03.07.2011 um 21:53
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    OK, das leuchtet mir ein bei den Beeren...die sind ja auch nicht schneckengefährdet.

    Diese Schaumnester, waren das Zikaden?
    Und die haben sich dann über die Gurken hergemacht?

    Richard-Burgenlandler schrieb am 03.07.2011 um 22:02
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    ... Beeren waren bis heuer aber Rehgefärdet bis ich den Zaun gemacht habe HÄHÄ :-)

    Schaumnester
    Das waren so grüne 3 mm große " Heuschreckenähnliche " Tiere. Die Blätter der Pflanzen haben sich eingerollt, darum haben wir sie entfernt. Was das jetzt wirklich war wissen wir noch nicht.

    Dagmar Kropp schrieb am 03.07.2011 um 22:04
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    Großes Kompliment! Das scheint ja eine richtig große Fläche zu sein, die Du/Ihr urbar gemacht und schließlich auch eingezäunt habt. Ich habe das Glück, in einem seit Jahrzehnten in Zaum gehaltenen, aber nie mit Chemie in Berührung gekommenen, naturnahen Garten aus erster Hand, nämlich der Hand meiner Mutter, meine ersten Gmüseanbau-Erfahrungen sammeln zu dürfen, wobei ich nur geschätzte 60 -70 qm unter meine Fittiche genommen habe, was mir und meiner nun schon bald 93 jährigen Mutter viel Freude macht.

    Ich komme hier bei Maria_L und nun auch bei Dir gern lernen und versuche manches nach meinen Möglichkeiten umzusetzen.

    Allererste, schüchterne oder zaghafte "Mulch"versuche, auch mangels "Masse".
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    Erstes Wachsen mit viel Neugier verfolgt!
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    Wir durften schon Kresse, Radieschen, Spinat, Salate, ein paar Erdbeeren, Kohlrabi, Brokoli, erste Buschbohnen und junge Möhrchen ernten!

    Nachdem ich ein paar Schnecken'nester' ausgehoben und die Räuberbande ins Exil verbannt habe, scheint vorerst Ruhe zu sein. Kleine weiße Fliegen am Rosenkohl schienen die Brennnesselbrühe pur nicht sonderlich zu mögen, obgleich ich diese Brühe nicht als Gegenmittel aufgelistet fand.

    Ich freue mich stets über die praxisorientierten Gartenbeiträge hier und lese sie mit großer Wissbegier! DANKE für das Weitergeben Eurer Erfahrung und Eures Wissens.

    Richard-Burgenlandler schrieb am 03.07.2011 um 22:08
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    Und weil wir schon bei "Schädlingen" sind


    Rot- orange leuchtende 5mm große Käferchen (keine Marienkäfer), die nur auf Lauchgewächsen zu finden sind. Die Zwiebelblätter ringeln sich bei Befall so eigenarig ein. Wir haben sie eingesammelt und den Hühnern gefüttert, jetzt sind die Zwiebel wieder in Ordnung.

    Richard-Burgenlandler schrieb am 03.07.2011 um 22:24
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    "Erstes Wachsen mit viel Neugier verfolgt!"


    Was mich immer wieder fasziniert ist das setzten von Salatpflänzchen. Zuerst lassen sie ganz müde die Blätter hängen und nach einem Tag stehen sie stramm und lebenslustig in der Erde und ehe du dich versiehst sind richtige Köpfe gewachsen und wenn du diese nicht bald ißt hast einen "Stangensalat" für die Hühner.


    Heuer hab ich das erste Mal gesehen wie ein Radieschen blüht. Das werden richtige Büsche mit großen Samenkapseln. Meine Frau hat sich zum Ziel gesetzt auch alle Samen selbst zu züchten.


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