Utopia: Die Verbrauchermacht - Unser Konsum verändert die Welt.

Permakultur / Mulchgarten

Und wie es weiterging in meinem Mulch-Garten

Thema abonnieren
Beiträge (9 )
 
Maria_L schrieb am 13.07.2010 um 19:59
Bedenklichen Inhalt melden
Vor ca. einer Woche (also ca. 04.07.) habe ich endlich den Lauch gepflanzt.

Ich habe ihn selbst ausgesäht und bewußt dieses Jahr so lange mit Auspflanzen gewartet.
Jedes Jahr pflanze ich den Lauch Ende Mai mit der Folge, daß er schon überreich in den Winter geht.
Das macht keinen Sinn, weil genau dann möchte ich ihn ja ernten, wenn es langsam knapp wird mit eigener Ernte und Bio-Gemüse zu kaufen sehr teuer ist.

Auch ist es ein Versuch, ob ich der Lauchmotte dieses Jahr ein Schnippschen schlagen kann.
Evt. ist er ja zu ihren Flugzeiten noch zu klein. Da habe ich aber so meine Befürchtungen, daß sie auch mit jungem Lauch vorlieb nimmt.

Die letzten Jahre habe ich ein Gemüsenetz drüber gespannt. Das ist aber zu viel Arbeit und sehr lästig.
Dieses Jahr werde ich versuchen, mit heißem Wasser dagegen anzugehen, wenn die ersten Fraßspuren erkennbar sind.

Man muß dann das Wasser auf genau die richtige Temperatur erhitzen (50 C°), bei der die Motte stirbt und der Lauch überlebt.
Hat das schon mal jemand versucht?
Ich werde dann berichten.
[image]







Beim Rosenkohl stehen die meisten Pflanzen wunderbar da. Am Beet-Rand gibt es ein paar richtig heftig schneckengeschädigte Pflanzen. Das unterstützt meine These, daß Schnecken gezielt auf schwache Pflanzen gehen.
Am Beetrand ist der Boden weniger nährstoffreich, weniger locker, deshalb hier der Schaden.
Anders kann ich es mir nicht erklären, daß die Pflanzen so unterschiedliche befallen sind.

[image]






Heute haben wir die Erbsen komplett geerntet bis auf ein paar Nachzügler.
Hat eine vorzügliche Erbsensuppe ergeben mit ein paar Möhrchen. Die kennen sich ja jetzt schon länger und sind im Kochtopf wie auf dem Beet gute Kumpel.

[image]



Von der langen Regenzeit haben die 1. Schicht Fenchel + Kohlrabi sehr profitiert.
Hier stehen noch die beiden Überständer. Die gibt's morgen früh zur Brotzeit.

[image]





Hier die 2. Schicht Kohlrabi, Fenchel, Salat und ganz rechts die 3. Schicht Kohlrabi.
Links der Wirsing.

[image]





Die Kartoffeln in voller Pracht. Ebenso die Brennesseln im Hintergrund.
Kartoffeln lieben Trockenheit und Hitze wie ich seit 2003 weiß.

[image]



Dagegen hätten die Bohnen gerne etwas mehr Wasser gesehen.
Die letzten Tage habe ich mich endlich erweichen lassen.
Es geht nicht mehr ohne Gießen, trotz Mulch.
Es hat jetzt seit fast vier Wochen nur 2x kurz geregnet.
Heute Nacht auch. Das war aber so wenig, daß die Feuchtigkeit aus dem Schubkarren bis Mittag schon wieder abgetrocknet war.

[image]



So hat jedes Gartenjahr seine Gewinner und Verlierer, je nach Wetterverlauf.
Kein Jahr, wo gar nichts gedeiht, kein Jahr wo alle Pflanzen super wachsen.
Das finde ich einen sehr schönen Aspekt am Gärtnern.

Und wie meine Nachbarin immer sagt:
"Regina, die Schnecken sind so schlimm dieses Jahr (wahlweise die Trockenheit, die Hitze, die Nässe, die Kälte). Aber macht nichts. Wir sind noch nie verhungert".
    Martin-H schrieb am 13.07.2010 um 20:11
    Bedenklichen Inhalt melden

    Gelöscht von Martin-H am 19.07.2010 um 11:37

    Maria_L schrieb am 13.07.2010 um 20:31
    Bedenklichen Inhalt melden

    Ja... ist vermutlich auch eine Frage des Bodens und dann natürlich des Mulchs.

    Fakt ist, daß es in Irland früher die schlimmen Hungerkatastrophen gab, wenn in nassen Jahren die Kartoffeln verfaulten.

    Ich kann mich noch erinnern, 2003 haben wir die dicksten Kartoffeln geerntet.
    Und damals war es auch extrem Trocken und heiß.

    nellaK schrieb am 13.07.2010 um 23:36
    Bedenklichen Inhalt melden

    hallo regina,
    tolle beete hast du da!!! danke wieder mal für deinen bericht.
    bei mir hatten alle kohlrabipflanzen die weisse fliege, die dann auf die frisch gesetzten brokkolipflanzen übergegangen ist. habe alles rausgerissen und entsorgt...schade. der kohlrabi stand zu dicht aufeinander, das war das problem glaube ich. wenn es stimmt, dass die kartoffeln trocken und heiss mögen, dann bin ich ja mal gespannt. hier in falkensee/brandenburg, hat es seit wochen nicht mehr ordentlich geregnet und wir haben im schnitt 36° im schatten....das kraut ist schon gelb. hab keinen ahnung, wann ich ernten soll....hast du einen tipp???
    der lauch ist schon richtig dick bei mir, hat aber keine schädlinge. hab ordentlich angehäufelt und er schaut immer noch gut aus. die tomaten werden einfach nicht rot....
    grüße, conny

    Maria_L schrieb am 14.07.2010 um 12:22
    Bedenklichen Inhalt melden

    Kann schon sein, daß Deine Kartoffeln schon reif sind.
    Du kannst eigentlich nur mal nachgucken an einem Strauch.

    Bei Eurem Sandboden kann ich mir aber auch vorstellen, daß sie nicht so gut gedeihen bei der Hitze.

    Wir haben hier ehr einen schwereren Boden, da ist die Trockenheit nicht so problematisch.

    Um so wichtiger wäre Mulchen, weil es Humus in den Boden bringt und somit die Wasserhaltefähigkeit verstärkt. Und natürlich vor Austrockung schützt.

    Schneider Walter schrieb am 15.07.2010 um 17:27
    Bedenklichen Inhalt melden

    Gut gemulcht ist schon fast gewonnen. gerade die kartoffeln danken die Mulchschicht besonders.
    Du schreibst Du mußt trotz Mulch gießen, das wundert mich. Ich habe im Tomatenfeld 20cm dick Strohmulch aufgetragen und musste nicht einmal 2003 gießen. Außer bei Sandboden, da kommt man um Gießen wohl auch bei dicker Mulchschicht nicht ganz rum, aber der Boden wird ja durch den Mulch jedes Jahr ein wenig besser. Auch die Wasserhaltefähigkeit, wie Du ja schon erwähnt hast.

    Maria_L schrieb am 15.07.2010 um 17:44
    Bedenklichen Inhalt melden

    Im Gewächshaus muß ich die Tomaten wegen der Mulchschicht deutlich weniger gießen, als andere Leute, die nicht mulchen.

    Im Freiland liegts wohl daran, daß die Mulch-Decke schon wieder so dünn ist.
    Je mehr man mulcht, desto mehr Bodenleben, je mehr Mulch wird weggefressen.
    Das geht ruckzuck bei mir, vor allem wenn ich Rasenschnitt verwende und nicht Stroh, was nicht so gerne gefressen wird.
    (Veganer mal weghören: Kennt eigentlich jemand ein schönes Rezept mit Daumendicken Regenwürmern? ;-))


    Wegen der Trockenheit wächst der Rasen kaum (finde ich nicht so traurig ;-)) und es gibt folglich keinen Mulch-Nachschub.

    Ich suche seit Jahren nach einer alternativen Quelle für kleine Stroh- oder Heuballen, damit ich zusätzlich mulchen kann.
    Bei meiner Quelle mit alten Strohballen kann ich nicht unendlich viel abziehen, weil die das als Einstreu für ihre Ziegen brauchen.

    Bei den Kartoffeln habe ich auch ca. die 20 cm Stroh drauf, die stehen auch super da, wie man auf dem Bild sieht.

    Die Trockenheit ist bei uns extrem dieses Jahr.
    Ich denke, 2003 war es auch extrem heiß, wir hatten aber nicht so lange Trockenphasen wie dieses Jahr.
    Wir verfolgen das ja sehr genau auf Wetteronline und sehen, daß der Regen ständig vorbeizieht.

    Weiter im Süden im Allgäu hatten sie mehr Regen, weiter nördlich auch.
    Das ist hier bei uns ein Phänomen, das wir schon häufiger beobachtet haben. Oft hat es im Nachbarort geregnet, nur bei uns nicht.
    Manchmal ist es auch umgekehrt.

    Einziges Glück: Die lange Feuchtephase im Mai / Juni.
    Aber auch da konnte der Boden nicht mehr aufnehmen, als Poren vorhanden sind.
    Der Rest ist eben oberflächlich abgelaufen und die Poren sind weitgehen leer.

    2003 habe ich weniger gegossen, als dieses Jahr.
    Ich weiß gar nicht mehr, ob wir überhaupt gegossen haben.

    Ich muß aber auch sagen, daß ich da etwas weniger faul geworden bin, weil die Radieschen, Fenchel und Kohlrabi zur Brotzeit doch deutlich zarter und leckerer sind, wenn wir nicht ganz so geizen mit dem Gießen.

    Heute ist es tolles Wetter. Leichter Nieselregen bis Mittags und nicht so heiß.
    (Das hätte mir mal im Mai jemand sagen sollen, daß ich Nieselregen irgendwann mal wieder toll finde ;-)

    nellaK schrieb am 15.07.2010 um 22:32
    Bedenklichen Inhalt melden

    @walter: wau, 20 cm mulch! das habe ich noch nicht gewagt. muss ich gleich ausprobieren, falls mal wieder rasenschnitt anfällt. im moment ist das ja nicht der fall, alles ist braun und trocken.
    die nächsten jahre widme ich vorrangig der bodenverbesserung. hier ist purer sand! jedes pflanzloch wird breit und tief ausgehoben und erstmal mit muttererde gefüllt, bevor was gesetzt wird. dann mulchen. ab jetzt natürlich großzügiger. leider kenne ich auch noch keine gute strohquelle und nehme was gerade anfällt. ausgerupftes unkraut z.b. ich gebe auch gern noch urgesteinsmehl dazu aber das kostet viel und wir haben etliche qm (1200).
    bin trotzdem noch zuversichtlich und immer fleissig am kompost produzieren...

    nellaK schrieb am 15.07.2010 um 22:37
    Bedenklichen Inhalt melden

    bei uns hat es seit über drei wochen nur einmal kurz geregnet und wir haben dauernd um die 35° im schatten... 2003 fand ich es auch nicht so heiss wie dieses jahr, obwohl , da war ich noch in münchen. brandenburg ist einfach eine nummer wärmer...
    dass die mulchschicht verschwindet habe ich auch schon entzückt beobachten können. toll, wie das funktioniert...


Beitrag schreiben