Passivhäuser und Baugemeinschaften / Allgemeines
(Nicht ganz uneigennützige, aber ehrliche) Anregungen
Das Thema dieser Gruppe ist spannend!
Spannend deshalb, weil es uns alle angeht, gleich ob wir Besitzer einens Häuschens oder Eigentumswohnung, oder Mieter sind.
Mit über 300 Labels und Zertifikate allein im Bereich "Bauen & Wohnen" ist niemandem wirklich gedient. -> Mehr Verwirrung, statt Orientierung.
Hierzu hat sich vor gut 1 Jahr eine Gruppe von Menschen aus dem Bereich Organisationen, Wirtschaft, und Medien zusammen getan, eine Stiftung gegründet und ein gemeinnütziges Projekt ins Leben gerufen, um vorallem dem "Normalsterblichen" eine zuverlässige, nicht-kommerzielle Informations- UND Entscheidungshilfe anzubieten.
Die Entscheidungshilfe steht erst ab Dezember diesen Jahres zur Verfügung, aber gute (weiterführende) Informationen und Denkanstöße zur Entwicklung der eigenen Beurteilungsfähigkeit, sowie Tipps und Ansprechpartner findet man dort schon jetzt.
www.theperfecthouse.org
Was ist wichtig und auf welche Punkte sollte man achten, ... Antworten und Anregungen findet man dort unter "Grundlagen" und "Kriterien".
Doch auch schon an dieser Stelle ein paar weiterführende Infoquellen:
-> www.Umweltbundesamt.de Sie glauben nicht wieviel gute und wirklich allgemeinverständliche Informationen zum Thema bauen und Wohnen gibt. Ob Schimmel im Haus - Was tun? oder andere Themen. Schade ist, dass es kaum jemand anschaut!
-> www.fnr.de eine Einrichtung vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung & Verbraucherschutz. Hie finden interessierte TOP-Informationen UND kostenlose Telefonberatung zu den Themen Naturbaustoffe und erneuerbare Energien - verkaufsneutral und kompetent!
-> www.sentinel-haus.eu Das `SENTINEL HAUS INSTITUT´ ist DIE Institution in Sachen Wohngesundheit. Ein MUSS (Pflichtlektüre) für alle die gerne gesund Leben!
Und zum Schluss ein paar GUTE Seiten von kommerziellen Unternehmen:
www.proclima.de & www.isofloc.de:
Hier finden Sie absolute TOP-Informationen zu den Themen BAUPHYSIK und DÄMMUNG. Mir ist kein Lehrbuch bekannt, welches so gut und wirklich zuverlässig alles gut erklärt und mit vielen guten Konstruktionszeichnungen und Vorschläge darstellt. eine echte Hilfe für den Fachmann, aber auch für Laien.
Gute Information zum Thema Hausbau findet man bei einem kleinen Netzwerk-Unternehmen:
www.projekt-oekotop.de (sehr informativ).
In diesem Sinne herzliche Grüße
`Spirit´
PS. Biete Antworten auf präzise Fragen!
Genau ! - Mit- anstatt Gegeneinander / voneinander profitieren !
Hallo Spirit,
Danke für die zahlreichen Hinweise und Verlinkungen - egal ob welche davon eigennützig oder nicht sind. Darum geht es ja: wir haben hier bei den Utopisten soviel know how, soviel Spezialwissen im Bereich des ökologischen u/o energieeffizienten Bauens, dass es furchtbar schade wäre, wenn da jeder nur sein eigenes Süppchen kocht. Klar - jeder denkt, er hätte das Nonplusultra des Bauens gefunden, möchte dies freilich auch entspr. vermarkten und sich gegen Konkurrenz durchsetzen - alles richtig und nachvollziehbar. Aber vielleicht -und genauso ist der Blog gedacht- können wir auf dieser Ebene einfach auf eine Art und Weise Informationen, Ansichten, Kritiken, Wertungen austauschen, die einem sonst nicht zugänglich sind. Voraussetzung ist freilich eine gewisse Offenheit und Ehrlichkeit, auch die Fähigkeit, Kritik oder anderslautende Meinung nicht als Angriff sondern eben als Erweiterung des Blickwinkels zu nehmen. Manche Frage können und sollten auch nicht unbedingt öffentlich im Detail erörtert werden - dafür gibt es die email-Funktion (die auch schon in Anspruch genommen wurde) - aber man weiß, wen man wozu befragen kann. Nochmals Danke für Deinen Beitrag in dieser Hinsicht ! Und übrigens - ich kriege meine Webauftritte momentan auch nicht fertig überarbeitet, die sind z.T. hoffnungslos überaltert, unvollständig und damit manchmal schwer nachzuvollziehen ... Deine Seite ist nett aufgemacht, aber aus der Besuchersicht erkennt man nicht gleich, worum es eigentlich geht (Da haben wir schon wieder was gemeinsam ;o) )
Viele Grüße
Tom
Prima - endlich bewegt sich mal was ! Als PH-Bewohner habe ich schon so einige Fragen und Meinungen - die wurden bisher aber nur von einem beantwortet ...
Hallo Tomatentheo
PH -> Plus-energie-Haus? - Super!
That´s the way!
Wann haste das gemacht?
Heutzutage ist durch ist Null-/PLUS Energiestandard NICHT teurer wie "Passiv".
Wenn Du mal wieder Antworten brauchst melde Dich einfach.
Grüße
Als ob Null/-Plus-Energie-"Standard" irgendwie in Konkurrenz zu Passivhausstandard stünde. Dies ist definitiv nicht der Fall.
Meineswissens gibt es bezüglich "Null" oder "Plus" keine Standards, sondern diese Konzepte beruhein in jedem Fall auf einer rechnerischen Kompensation der Haus-Energieverbräuche gegen regenerative Energieerträge auf dem Dach (z.B Photovoltaik). Ein "Null-" oder "Plus-"Energiehaus kann bauseitig aber auf allen anderen Standards beruhen, als auf dem Passivhaus, welches lediglich 15 kWh pro Quadratmeter und Jahr benötigt. So gibt es "Null-" oder "Plus-"Energiehäuser, deren Bausubstanz 30, 40 oder mehr kWh Wärmeleistung benötigt, bloß dass dieser Bedarf irgendwie zumindest rechnerisch kompensiert wird. Meistens sind aber die Energieströme nicht geschlossen, sondern das Haus benötigt weiterhin irgend einen Brennstoff zur Heizung oder es wird über Strom mit eiener Wärmepumpe geheizt, wobei dann in der Regel der Strom im Winter benötigt wird und im Sommer kompensiert wird.
Das ist alles eine schöne Sache.
Aber in Bezug auf die Bausubstanz kenne ich bislang keinen strengeren Standard, als das Passivhaus. Ich würde auch jedem empfehlen, genau diesen Standard zu wählen, weil er auch ein paar weitere bauphysikalische Vorteile hat (siehe beispielsweise http://www.domussuavis.de/faq.htm ). Die zusätzliche Kompensation der energieverbräuche durch weitere Maßnahmen ist dann das Sahnehäubchen, das ich niemandem ausreden will.
Hallo
Hinsichtlich definierter Bausubstanz hat Herr Sommer natürlich recht. Da ist beim Pasivhaus alles genau festgelegt, strenger geht es kaum.
ABER
Worum geht es eigentlich?
Es gilt doch unterm Strich Energie UND Ressourcen einzusparen!
Ein Passivhaus heute ist nicht nur aus meiner persönlichen(!) Sicht blanker Unsinn! Hier werden viel zu viel Rohstoffe unnötig verschwendet. Energie die beim Heizen gespart wird, steht oft in keinem Verhältnis zu der Énergie die für die Schaffung und Bereitstellung der zusätzlichen Ressourcen und Materialien gebraucht wird.
Alle Passivhäuser benötigen ein Lüftungssystem! Da aber im Wohnungsbau die Grenzwerte für Schadstoffbelastungen und Schimmel NICHT gesetzlich geregelt sind, wird bei der Lüftung und Wärmerückgewinnung oft das Billigste verwendet. Laut einer Studie vom Umweltbundesamt von 2008 waren bei über 80 % von untersuchten Lüftungssystemen im privaten Wohnungsbau die Rohrleitungen nach 1- 1,5 Jahren so stark verkeimt, dass eine Stillegung der Anlage empfohlen wurde.
Problem: Flachkanäle, Rohre mit geriffelter Oberfläche oder stark ovalen Profil lassen sich nicht wirklich reinigen. Viele lüftungsanlagen verfügen nicht einmal über die dafür notwendigen Revisionsöffnungen.
Gut, man mag sagen, dass es auch gute Systeme gibt. Die sind aber doppelt bis dreimal so teuer - und gesetzlich geregelt ist da gar nichts.
Ein weiterer Punkt:
Zu den Zeiten als Passivhäuser entwickelt wurden waren z. B. Photovoltaik, etc. nahezu unerschwinglich. Heute ist PV aber recht günstig.
D.h., als Anbieter guter Holzhäuser kenne ich die wahren Materialkosten! Ein gutes Niedrigenergiehaus welches nur 25-35 kwh/m2/Jahr benötigt, dazu mit 10-12m2 thermischen Kollektoren und 5 kwp Photovoltaik auf dem Dach realisiert eine weitaus bessere Gesamtbilanz als ein Passivhaus UND ist vor allem BILLIGER!
... und wenn in den nächsten 1-2 jahren die Hersteller von modernen Dünnschichtmodulen (PV auf Folie, guter Wirkungsgrad auch bei indirekten Licht - kann also auch auf Nicht-Sonnenseiten-Dächer/Fassaden gute Erträge liefern) nicht mehr künstlich die Preise hochhalten sondern diese Module zu einem realistisch-vernünftigen Marktpreis anbieten, dann können wir damit Außenwandflächen "tapezieren" (der Herstellungspreis liegt heute schon bei deutlich unter 20c/W) und sogar mit Strom heizen (Heizstab im Pufferspeicher).
Ganz klar:
Beim Passivhaus ist ZUVIEL definiert! Es gibt kaum Spielraum für neue Ideen und Konzepte.
Und das wichtigste, nämlich Grenzwerte für Schadstoffe sind auch beim PH nicht definiert! Die wichtigste Funktion von Lüftungen in PH ist es eigentlich Giftstoffe aus Baustoffen nach draußen zu blasen (vorausgesetzt da ist eine ordentliche und nicht-verkeimte Lüftungsanlage drin).
Wenn bei einem PH die Lüftung abgestellt ist bzw. aus irgendeinem Grund nicht läuft, dann finden wir in PH mit die giftigsten Wohnräume überhaupt.
Fazit:
1. Was bringt einem ein super gedämmtes Haus, wenn es die Bewohner langsam aber sicher umbringt? - Empfehlung für PH-Besitzer: Machen sie mal eine umfassende Schadstoffprüfung - mal schauen wer sich dann noch in seinen 4 Wänden wohlfühlt!
Eigentlich müsste JEDER Anbieter von Wohnraum, gleich welcher Bauweise, Wohngesundheit GARANTIEREN UND dafür dann auch persönlich HAFTEN! - Siehe Schadstoffinfografik vom Umweltbundesamt bei www.theperfecthouse.org (-> "Der TPH-W" -> "Grundlagen") sowie das dortige Prioritätenmodell (-> "Der TPH-W" -> "Bewertung" - oben sind die wichtigsten Prioritäten, die darunterliegenden Punkte sind nur dann revant, wenn die darüberliegenden erfüllt werden)
NACHTRAG: die Ursprünglichen Downloadlinks haben leider nicht funktioniert und wurden nun durch funktionsfähige ersetzt.
Hier noch ein interessanter Link zu einer ernüchternden Studie: Download bzw.
www.projekt-oekotop.de/projekt-oekotop/07_download/projekt-oekotop/11%20AGOEF-Sch%FCnemann-Studie.pdf
Weiter ernüchternde Infos bei www.theperfecthouse.org bei "Infothek" -> "Informationen von A-Z"
Alternativ stehen wichtige Studien zum Thema Wohngesundheit auf den nachfolgend genannten Seiten zum Download zur Verfügung:
http://www.projekt-oekotop.de/projekt-oekotop/07-00_download.htm
2. Worum geht es wirklich? Wohnraum muss einem gesunden leben dienlich sein, sollte so lang halten dass sich die zum Bau des Hauses benötigten Ressourcen/Rohstoffe/Energie 1-3fach regenerieren können und am besten mehr Energie produzieren als die Bewohner für Strom und Wärme benötigen (ggf. Alltagsmobilität mit abdecken).
3. Und vor allem muss das Ganze noch für den Durchschnittsverbraucher finanzierbar sein - und das geht (Punkt 2.)!!! - Auch schon gestern und heute - aber nicht mit antiquierten PH-Dogmen (fast alle halbwegs finanzierbare PH sind "hübsch gemachte Bräute" mit schön aussehender billiger Pseudo-High-Tech, billigsten und gesundheitsgefährdenden Baustoffen und sehr geringem Lebenszyklus)!
Bauphysikalisch und baubiologisch sind die meisten PH eine einzige Katastrophe.
Liebe Grüße
Spirit
Übrigens, ab 2020 müssen ALLE Neubauten mindestens NULL-Energiestandard realisieren (EU-Gebäuderichtlinie EPBD von 2010). D.h. wer heute neu baut und das nicht angemessen berücksichtigt wird hinsichtlich der kommenden Richtlinien einen nachhaltigen Wertverlust beim Wiederverkauf erfahren.
"Lustig" wird es aber, wenn auch im Wohnungsbau Schadstoffgrenzwerte gesetzlich verankert werden (ist in Vorbereitung) - vorzugsweise nach den Richtlinien vom Umweltbundesamt. Weniger energieeffiziente Häuser kann man ggf. noch modernisieren - aber ein Haus mit extremen Schadstoffemissionen ist dann nur noch super-teuer zu entsorgender Sondermüll und hinsichtlich Wiederverkaufswert mehr als ein Totalverlust.
Na so was, da kommen fast alle falschen Vorurteile gegen Passivhäuser gesammelt. Haben SIe meinen Link gelesen?: http://www.domussuavis.de/faq.htm
Sie werden auf fast alle Fragen eine Antwort finden. Aber ich will auch im folgenden darauf eingehen:
Gesamtenergiebilanz und Ökologie:
Ein Passivhaus benötigt kaum merklich mehr Energie, als jedes andere neue Haus. Energie steckt im Beton, in den Ziegeln und im Kunststoff. Dass das Passivhaus sparsamer ist, liegt an der dickeren Dämmung und vor allem an der besseren bauphysikalischen Qualität. Beides beeinflusst weder den Energiebedarf merklich, noch die ökologische oder gesundheitliche Relevanz der Baustoffe.
Dass im Passivhausstandard keine ökologischen Fragen der Baustoffe behandelt werden, sollten Sie diesem nicht vorwerfen. Beim "Null-Energie-Haus"-Standard, der erst recht kein Standard ist, ist dies auch nicht geregelt. Außerdem haben Sie sich ja gerade darüber beklagt, dass der Passivhausstandard bereits zu viel reglementiere.
Wohnklima und Keimbelastung:
In der Anfangsphase der Passivhäuser wurden vielfach Erdwärmeregister verbaut, in denen im Sommer absolut feuchte Luft mit kühlen Kanälen in Berührung kam, so dass sich Keime bildeten. Das Thema ist bekannt und die Register werden nur noch selten ohne Reinigungsmöglichkeit verbaut. Im Gebäudeinneren bestehen auf der Lufteinlassseite keine derartigen Probleme, da ab dem Wärmetauscher die Luft erwärmt wird. Ferner gibt es durchaus bezahlbare Lüftungssysteme, bei denen eine vollständige Reinigung möglich ist. Eine mir nahestehende Person hat vor wenigen Jahren eine solche Wohnung erworben.
Dafür hat die Lüftungsanlage eines Passivhauses in der Regel einen Luftfilter (der maximal zwei mal im Jahr getauscht werden muss), der Pollen und Stäube vom Innenraum fern hält. Dies wird von den Bewohnern im allgemeinen als echter Luxus empfunden, insbesondere von Allergikern. Von aus der Lüftung austretenden Keimen habe ich offengesagt wenig gehört, und ich kenne einige Bewohner von Passivhäusern und ich kenne kaum Klagen.
Hingegen stellt jeder heutige Neubau ohne Lüftungsanlage eine hygienische Zeitbombe dar, da nach den aktuellen Bauverordnungen die Häuser so dicht sind, dass ohne dreimaliges tägliches Lüften Schimmelbildung unausweichlich ist. Da aktuelle Neubauten anders als Passivhäuser noch einige Wärmebrücken aufweisen, findet diese Schimmelbildung schon relativ früh im Innenraum statt. Auch Keller sind bei Neubauten oder Sanierungs-Gebäuden sehr gefährdet (wie ich im Bekanntenkreis erleben durfte). Fast unausweichlich ist ferner nach wenigen Jahren eine Durchfeuchtung der Dämmschicht aufgrund der Feuchte-Diffusion durch die Mauer (auch bei Beton) und anschließende Schimmelbildung in der Dämmschicht so wie Reduktion der Dämmwirkung. Davon hat mir ein Experte kürzlich berichtet, der mit Wärmebildkameras Gebäudeschäden nachspürt.
Diese Thematik ist in der Branche eingehend bekannt und sie stellt den Hingergrund für die zukünftige Vorschrift von Lüftungsanlagen bei Neubauten dar.
Die Lüftunsanlage schafft soit keine hygienischen Probleme, sondern sie verhindert sie. Wer Bedenken hat, möge auf die Möglichkeit der Reinigung achten. Da gibt es heute breite bezahlbare Angebote.
Die Kombination von Wärmebrückenfreiheit und Lüftungsanlage so wie weiterer bauphysikalischer Details, die beim Passivhausstandard vorgegeben sind, ist gewissermaßen die Gewähr für einen langen Werterhalt der Bausubstanz.
Alles was ich weiß, weist auf erheblich bessere Wohnqualität in Passivhäusern im Vergleich zu Normalhäusern hin. Ich kenne überwiegend zufriedene Bewohner von Passivhäusern. Insbesondere die von den Wänden ausgehende Wärmestrahlung wird gelobt.
Es gibt allenfalls noch eine Diskussion mit Vertretern von Lehmhäusern oder reinen Holzhäusern über die bessere Wohnqualität. Aber auch hier besteht kein notwendiger Zielkonflikt. Auch große Holzhausbaufirmen gehen zunehmen dazu über, Passivhausstandard und Lüftungsanlagen anzubieten. Ferner sind solche Hauskonzepte eher selten anzutreffen, so dass ein Streit zwischen deren Vertretern eher kontraproduktiv ist.
Kosten:
Typischerweise werden für Passivhäuser 10% Mehrkosten angegeben. Angesichts des oben beschriebenen Werterhalts so wie angesichts eines zukünftig zu erwartenden höheren Wiederverkaufswertes für Passivhäuser dürften diese Mehrkosten gut investiert sein. Ferner können die Zinsen leichter bedient werden, wenn die Energiekosten ohnehin geringer ausfallen.
Alternativ müssen weniger Kompensatorische Energieerzeuger installiert werden, sollte der Energiebedarf regenerativ kompensiert werden sollen. Wer Wertentwicklung und Betriebskostenersparnis zusamenzählt, sollte im Passivhaus die gewinnbringendste Investition erkennen.
Die von mir genannten Punkte sind keine Vorurteile sondern Fakten! - Ich bin seit fast 30 Jahren in der Bauwirtschaft und mit keinem System "verheiratet", sondern stets bemüht das Beste für Mensch und Umwelt zu realisieren - und zwar zu finanzierbaren Konditionen (obgleich nichts aus China oder anderen Billigländern kommt).
Ich habe mir mal die empfohlenen Seiten angeschaut. Vieles stimmt - vom Standard vor 20 Jahren gesehen - andererseits fehlen auch einige entscheidende Informationen und damit erscheint mir die Argumentation weniger zur fachlich korrekten Information, sondern eher zur Verkaufsförderung von PH geeignet (nicht böse gemeint).
Das mit den 10 % Mehrkosten kann zutreffen ABER damit sind wir eben beim Billigsten vom Billigsten!
Außen hui ... !
Im Vergleich zu einem guten Niedrigenergiehaus braucht ein PH fast doppelt soviel Dämmung, 3fach-Verglasung und eben Lüftungs- bzw. Wärmerückgewinnungsanlagen.
D.h., kann man z.B. beim guten Niedrigenergie-Holzbau mit normalen Balken arbeiten, sind beim PH weit aus teurere Leimhölzer etc. oder weniger dauerhafte industriell gefertigte Bauteile notwendig um die erforderlichen Wand-/Dämmstärken zu realisieren.
Der Mehrbedarf an Energie war nicht in Bezug auf den laufenden Betrieb gemeint (da sind vor allem die Endverbrauchergeräte entscheidend) sondern die Energie für das MEHR an Baustoffen/Dämmung/Glas ... - denn auch für deren Förderung/Verarbeitung/... wird schließlich Energie verbraucht. von dem Ressourcenverschleiß und den damit verbundenen Umweltschäden, etc. ganz zu schweigen.
Vergleichen wir von den Kosten her ein gutes Niedrigenergieholzhaus mit einem GUTEN PH mit GUTEN Komponenten, dann kostet ein PH locker mal bis zu 15-30 % mehr (mal grob im Bundesdurchschnitt)!
Beim PH wurde soviel reglementiert - nur eben das wichtigste nicht - die Wohngesundheit.
Es geht nicht um die Menge an Regeln und Vorgaben, sondern um die richtigen!
Die Schimmelproblematik hat sehr viel mit Wohnfehlern zu tun und taucht sehr häufig in Verbindung mit Vollwärmeschutzdämmung auf.
In Stein- und Holzhäuser in luftdichter Ausführung ABER mit (bauphysikalisch echter) diffusionsoffenen bzw. atmungsaktiven Wand- und Dachkonstruktionen gibt es kein Schimmelproblem.
Gerade die großen Holzhausanbieter, aber auch sehr viele kleine Zimmereien verwenden zum Großteil Holzverbundplatten wie OSB. Physikalisch sind natürlich auch OSB-Platten u.ä. diffusionsoffen - das ist technisch-physikalisch aber auch Glas!
Bauphysikalisch(!) brauchen alle "OSB-Platten-Häuser" eine Lüftungsanlage weil sonst die Feuchtigkeit nicht aus dem Haus rauskommt.
Sie erwähnen die vorzüglichen Filter der Lüftungsanlagen. Stimmt! Fast alle Filter sind prima.
ABER kein Filter ist 100 %ig und das was noch durchkommt setzt sich dann eben in den Lüftungsrohren ab. Das heute fast alle Lüftungsanlagen gut zu reinigen sind ist leider ein ganz großes Gerücht! Wie gesagt, versuchen Sie mal einen Flachkanal zu reinigen.
Diverse Studien sprechen für sich.
Übrigens, haben Sie mal darauf geachtet, was für Kunststoffe verwendet werden?
Auch da verwenden noch sehr viele Anbieter PVC (Hallelujah)!
Wenn es hochkommt gibt es für den privaten Wohnungsbau in Deutschland eine Hand voll seriöser und wirklich empfehlenswerter Anbieter von Lüftungssystemen. Bei deren Verwendung und baubiologisch einwandfreien Baustoffen kommt man dann aber mit 10 % Mehrkosten nicht hin.
Natürlich ist gerade für Allergiker eine Lüftungsanlage ein wahrer Segen - aber eben nur eine wirklich gute. Ansonsten kann man nur sagen, wer noch nicht Allergiker ist kann es in einem billigen PH sehr leicht werden!
Anders ist es im Bereich Städtebau bzw. verdichteten Bauen. Ab einer bestimmten Gebäudegröße gibt es keine Alternativen zu Lüftungsanlagen. Allerdings kommen da dann auch, wie im Gewerbebau, meist wirklich gute und professionelle Systeme zum Einsatz.
Auch ich kenne einige PH-Bewohner die sich in ihrem Häuschen sehr wohl fühlen.
Allerdings sind sich viele gar nicht der gesundheitlichen Risiken bewusst! - Wie gesagt, eine gründliche Schadstoffuntersuchung belehrt dann schnell eines besseren.
Übrigens, bauen ohne Wärmebrücken ist keine Erfindung vom PH, sondern seit sehr langem Teil einer kompetenten Planung und gewissenhaften Bauausführung.
Nun könnte ich hier noch eine ganze Reihe an erwiesenen Nachteilen von PH aufzählen, allein es ist zu müßig.
"Kompensatorische Energieerzeugung" - hierzu ein kleines Rechenbeispiel:
Nehmen wir mal ein gutes Niedrigenergieholzhaus mit 120/140qm WOHNfläche mit 25-35 kwh/qm/Jahr, 10-12qm thermischer Kollektoren, 1.000 Liter Pufferspeicher, Pelletheizung und 5 kwp Photovoltaikanlage (alles 100% made in Europe, davon 85% made in Germany), bewohnt wird das Haus von 2 Erwachsenen mit 2 Kindern.
Für Warmwasser und Heizung braucht das Haus im Jahr, bei halbwegs vernüftiger Beheizung und Warmwasser 1,5-2 Tonnen Pellets. Die Kosten zweckkpessimistisch 400,-€.
Die PV-Anlage produziert rund 5.000 kwh Strom pro Jahr (bzw. eher mehr).
D. h., bei einem Strompreis von 20 Cent/kwh (die meisten bezahlen mehr!) sind die 400,-€ für Pellets durch einsparung von 2.000 kwh ausgeglichen und wir verfügen dann immer noch über einen echten ÜBERSCHUSS von 3.000 kwh, mit dem ein Haushalt mit einermaßen energieeffizienten endverbrauchern locker übers Jahr hinkommt.
Wenn nun Waschmaschine und Geschirrspüler, neben dem Backofen, die Energiefresser mit Warmwasser aus dem Heizkreis gefüttert werden (= 9-10 Monate ggf. mehr übernehmen das die thermischen Kollektoren und damit die Sonne), dann kommen wir mit einem Jahresverbruch von 2.000-2.500kwh zurecht. die Differenz reicht für 1-3 E-Bikes oder ggf. E-Roller oder ähnlich.
Die Gesamtkosten eines solchen Hauses in einwandfreier bauphysikalischer UND baubiologischer Ausführung sind NICHT höher wie ein PH in entsprechender Qualität, sondern eher sogar ganz klar günstiger (zwar nicht viel, aber deutlich!).
Damit reden wir nicht von dubioser, energetischer Schönrechnerei, sondern wir haben hier eine absolut saubere NULL- bzw. sogar PLUS-Energie-Situation.
Die Idee der PH war wirklich gut - bis vor 10 Jahren.
Fazit:
Sie haben Recht: Null/Plus-Energiehäuser sind keine Konkurrenz zu Passivhäusern, sondern ein eindeutige Weiterentwicklung!
Ich habe wie oben angedeutet schon einige Diskussionen mit Holzhausfans geführt. Ich verstehe nicht die Emotionalität, mit der Vertreter von Holzhäusern das Thema angehen. Es geht doch nicht um einen Kampf baubiologischer Holzhäuser gegen Passivhäuser, sondern es geht doch hoffentlich beiden Experten um die Verbesserung des allgemeinen Baustandards.
Wenn Sie nun ein Holzhaus mit 25 kWh/m²A bauen und bauphysikalisch viel Sorgfalt verwenden, wesentlich mehr, als in der Baubranche sonst üblich, dann ist ja eine feine Sache und ich habe dagegen kaum etwas einzuwenden.
Aber warum hacken Sie jetzt ausgerechnet auf dem Passivhaus rum und bezeichnen dieses explizit als Unsinn? Wir haben ja bereits festgestellt, dass man die selbe Sorgfalt auch bei Passivhäusern walten lassen kann (und das habe ich ja auch bereits erlebt). Keiner der von Ihnen angeführten Punkte muss notwendigerweise bei einem Passivhaus gegeben sein.
Warum grenzen Sie ihr schönes Holzhaus nicht vom Normal-Billighaus ab, wo die bauphysikalischen Probleme bekannt sind? Was stört Sie explizit beim Passivhaus?
Beim Etagenwohnungsbau ist nachwievor der Massivbau die vorherrschende Bauweise. Sie können mir nicht erzählen, dass durch die 10 zusätzlichen Zentimeter Dämmstoff (fast egal welcher) und die dritte Scheibe, die sich ja ohnehin etabliert, der Herstellungsenergiebedarf aus dem Ruder läuft (ich hatte Ihr Arguent vorher durchaus verstanden) .
Und die runden glatten Rohre aus nicht-PVC mit vereinzelten Reinigungsöffnungen lassen ferner die Kosten auch nicht explodieren.
Bitte vergleichen Sie doch nicht Äpfel mit Birnen.
Entweder vergleichen Sie das "Billig-Passivaus" mit einem Standard-Billighaus und kommen vermutlich mit mir zu dem gleichen Ergebnis, wo bessere Wohnqualität und Wertstabilität herrscht (aus meiner Sicht beim Passivhaus).
Übrigens bilden sich im trockenen Staub selten Keime, sollte sich beim schlechten Lüftungssystem dieser ansammeln. Ferner mag sich der Staub sammeln. Aber er tritt nicht gehäuft aus den Rohren aus, denn in der Summe kann nur herauskommen, was am anderen Ende hinein kommt. Und das ist wie gesagt gefiltert. Bitte nennen Sie mir einen konkreten Fall (außer bei besagten Erdwärmeregistern), wo derartige Keimbelastungen aus Lüftungsanlagen festgestellt wurden. Die großen Staubbelastungen sind mir nur von der Auslassseite bekannt, wo die eventuell staubige Innenraumluft nach außen gelangt. Aber diese Luft gelangt wie gesagt nicht mehr in die Wohnung.
Oder Sie gestehen dem Passivhausarchitekten die selbe Sorgfalt zu, die Sie bei Ihren Holzhäusern walten lassen. Und dann kommen Sie nicht auf 30% Mehrkosten. Die entstehen erst, wenn Sie weitere Merkmale einbauen, wie zusätzliches Heizsystem, Luftbrunnen und zusätzliche Beigaben. Das Passivhaus bietet ja gerade auch Möglichkeiten der Kosteneinsparung durch vereinfachte Haustechnik.
Die hygienisch relevanten Dinge kosten nicht die Welt.
Ich habe hier wie gesagt nichts gegen Ihr Holzhaus gesagt.
Aber bitte begründen Sie sachlich, worin diese massiven unverrückbaren Nachteile des Passivhauses liegen sollen.
Andernfalls bitte ich Sie, Ihre Hinweise in konstruktiver Form abzugeben (worauf beim Passivhaus zu achten sei). Wie gesagt, keiner Ihrer Punkte ist notwendiger Wiese mit dem Passivhaus verbunden und einige sind so schlichtweg nicht richtig.
Nebenbei: Ich habe mit Passivhäusern noch keinen einzigen Cent verdient und gebe ebenfalls meine Meinung nach bestem Wissen und ohne ein wirtschaftliches Interesse (außer möglichen zukünftigen Betätigungen) wieder.
Lieber Herr Sommer
Das mit der Emotionalität seitens der Holzhausanbieter liegt vielleicht daran, dass diese Gespräche hinsichtlich den energetischen Standards, Bauphysik und Baubiologie quasi teil des Tagesgeschäftes sind, und weil viele Vertreter aus dem Bereich Holz- und Lehmbau über eine leider immer noch sehr seltene umfassende Kompetenz in diesen Bereich verfügen.
Natürlich gibt es auch engagierte Vertreter aus dem Bereich Steinbau - aber seltener.
Erschreckend ist die Situation bei den Planern. Dort findet sich bedauerlicher Weise hinsichtlich Energie, Wohngesundheit und z. T. auch Bauhysik ein immenser Entwicklungsbedarf, wobei dies vielen leider gar nicht bewusst ist.
Ich habe keine Äpfel mit Birnen verglichen sondern bin ausdrücklich(!) auf GUTE Niedrigenergiehäuser, GUTE Null-/Plusenergiehäuser und GUTE PH eingegangen.
Natürlich begründen sich die Mehrkosten für eine gute Wärmerückgewinnungsanlage/ Lüftungssystem nicht alleine im Material der Verrohrung.
ABER verantwortungsbewusste Anbieter versuchen den Kunden ein gutes System anzubieten - auch bei der Technik grundsätzlich. Das äußert sich in gesundheitlich, ökologisch und energetisch guten Materialien wie auch in allen weiteren Bauteilen, Garantiezeiten, Schallschutz und so weiter.
Das beginnt schon mit dem konzept an und für sich. Z.B., bei weniger gute Anbieter (weit über 50%) werden in die einzelnen räume die Frischluft nur eingeblasen. Diese strömt dann durch Türritzen oder Wandöffnungen zu 1-2 zentralen Absaugstellen wie z. B. im Bad. Darunter leidet der Schallschutz und es wird dabei sehr viel Hausstaub (der auch im Haus entssteht oder durch Personen bzw. deren Kleidung etc. von außen mit reingebracht wird, etc.) stark umgewälzt. Es lohnt sich mal bei solchen Systemen Feinstaubteststreifen im Strömungsbereich wie Türritzen etc. anzubringen - das Ergebnis ist ernüchternd (deswegen mein Hinweis im vorangegangenen Beitrag, dass ein nicht Allergiker durch solche anlagen sehr schnell zum Allergiker, etc. werden kann).
Der Großteil aller Anbieter von solchen Anlagen für den privaten Wohnungsbau nutzt den rechtsfreien Raum für minderwertige Qualitäten und plakative Argumentation. Viele dieser Anbieter hätten mit ihren Produkten im Gewerbebau (hier sind alle wichtigen Details gesetzlich geregelt) keine Chance oder arbeiten dort mit ganz anderen Geräten.
Hinsichtlich der Verkeimung von Lüftungsanlagen empfehle ich die Studien vom Umweltbundesamt (UBA).
Übrigens stehen dort allen Bürgern zu allen Bereichen unabhängige Fachleute zur direkten telefonischen Beratung KOSTENFREI zur Verfügung. Die Seiten der UBA sind etwas "anstrengend", wer sich nicht zurecht findet, dem sei empfohlen dort einfach anzurufen und sich mit der jeweiligen Abteilung verbinden lassen. Kann sein dass man 2-3 mal weitergeleitet wird - aber es lohnt sich!
Ansonsten bietet jeder Arbeitsbereich hochwertigste und allgemeinverständliche Informationen, Studien und sehr kompetente und engagierte Ansprechpartner. -> www.uba.de
Just for Info: es gibt SEHR viele Schimmelarten und einige sind auch bei 20-40% Luftfeuchtigkeit lebensfähig. Zudem, das giftige Element (Auslöser für Allergien, Krebs, etc) sind meist die Ausscheidungsprodukte (Aflatoxine, etc.) und Sporen!
Nachfolgend die wichtigsten Merkmale einer guten Lüftungsanlage bzw. Wärmerückgewinnungsanlage:
-> Natürlich gute Filter, leicht austauschbar, günstig, werden vom Hersteller entgegengenommen, gereinigt und wieder ausgegeben.
-> Runde Glattrohrsysteme aus gesundheitsunbedenklichen und gut recyclebaren Kunststoffen mit einer Lebenszeit die vorzugsweise der des Hauses entspricht oder sich gut austauschen lassen
-> ausreichende Revisionsöffnungen zur Reinigung der Luftkanäle
-> Jeder Raum sollte über eine eigene Luftzu- UND Abführung verfügen. Ab 20qm sogar jeweils mind. 2, damit die Konvektion (Luftbewegung im Raum) minimal ist (kein spürbarer Zug entsteht) - bei sehr guten Konzepten befinden sich 1-2 zusätzliche (Warm-) Lufteingänge beim Fenster
-> akkustische Entkoppelung (keine Schallübertragung von Raum zu Raum über die Lüftungskanäle)
-> Keine "Ringleitungen", d.h., jeder Raum wird vom Luft/Luftwärmetauscher separat angefahren
Hinzukommt ein raumspezifisches Regel- und Steuersystem.
etc.
Je nach Hausgröße und Funktionsumfang liegen die Kosten für ein gutes Wärmerückgewinnungs- und Lüftungssystem mit Montage, guter Garantie und Servicevertrag bei 12.000-18.000,-€.
Billiganlagen mit Ringleitungen, gesundheitsbedenklichen Materialien, Schallübertragung, schlechter Steuerung, ... gibt es schon ab 3-5.000,-€.
Das notwendige MEHR an Dämmung ist nicht mit 10 cm getan - es sei denn - man verwendet hochgradig gesundheitsgefährdende Dämmstoffe wie Styropor, Polyurithan, ... womit wir aber wieder in der materialkostenseitig absoluten Billigklasse sind und Sie möchten sich ja scheinbar auch auf GUTE PH-Bauweisen beziehen.
Die obigen Beiträge sind kein "Rumgehacke" auf PH, sondern das sind FAKTEN!!!
Auf Grund des längst überholten Standards von PH in Bezug auf die energetische, ökologische und Ökonomische Gesamtbilanz, ist die "Verherrlichung" von Passivhäusern einfach nicht angemessen.
Das ist wie wenn man heute ein Auto mit einfacher Vergasertechnik (=PH) mit einem elektronisch-geregelten Einspritzsystem (Null-/Plusenergiehaus) vergleicht, wobei in diesem Gleichnis der Einspritzer nicht teurer eher sogar noch günstiger ist!
Es ist doch erstaunlich wie schwer es einigen Fachleuten fällt von veralteten Modellen wie PH loszulassen, statt sich mal ernsthaft mit den Möglichkeiten und Anforderungen des Hier und jetzt zu befassen?
Die meisten Ihrer Argumente für PH waren richtig - eben bis vor 10 Jahren.
Die wichtigsten Nachteile von PH im Vergleich zu Null-/Plus-Energiehäusern sind in den vorangegangenen Beiträgen beschrieben.
Mit Respekt und ohne Ihnen persönlich zu nahe treten zu wollen:
Wer sagt, dass die genannten Fakten und Nachteile bzw. Vorteile von Null-/Plus-Energiehäusern nicht richtig sind, der ist einfach nicht up-to-date oder hat das eigentliche Ziel* aus den Augen verloren.
Heute gibt es einfach deutlich Besseres (als PH) für gleiche bis günstigere Konditionen.
Nochmal:
Null/Plus-Energiehäuser sind im Vergleich zu Passivhäusern, eine eindeutige Weiterentwicklung! Siehe dazu auch die eindeutigen Aussagen der Bundesregierung, EU, diversen Organisationen, ... sowie die neuen Standards ab 2020.
Übrigens:
Es geht nicht um bestimmte Holz-, Lehm- oder Steinbausysteme, sondern um das zugrundeliegende Gesamtkonzept! Ich will hier keinen bestimmten Anbieter propagieren, da es bei allen Bausystemen verantwortungsbewusste, zeitgemäße (Null-/Plus-E) und finanzierbare Haus-Anbieter (und auch Planer) mit wirklich durchdachten Konzepten gibt.
Einige Plus-Energiehausanbieter sind sogar noch einen Schritt weiter und bieten durch entsprechende Kooperationen mit Herstellern von E-Rollern und E-Autos mit dem Haus auch noch ein Mobilitätskonzept, bei dem die Energie für den Alltagsverkehr vom Haus mitgeliefert wird und die Gesamtkosten für Haus und E-Auto und deren Betriebskosten einfach nur fantastisch günstig sind.
*=
Ein zeitgemäßes Haus:
-> ist wohngesund
-> hat einen Lebenszyklus von mind. 100 Jahren
-> stellt keine Belastung für Mensch und Umwelt dar -
-> ist gut rückbaufähig, mit recyclebaren bzw. wiedernutzbaren Komponenten
-> ist zukunftskompatibel (z.B. ohne tragende Innenwände, modulare bzw. austauschbare bzw. erweiterbare Technik und Baukomponenten, zumindest vorgelegte Leitungen für absehbare Technologien wie Dünnschicht-PV für Fassade, etc.)
-> ist ökologisch nachhaltig und ressourcenbewusst (ressourceneffizient)
-> deckt den Energiebedarf der Bewohner bzw. produziert mehr Energie als die Bewohner des Hauses benötigen
-> berücksichtigt die regionale Wertschöpfung (made in Germany bzw. maximal mit Komponenten made in Europe, fair bezahlte Ausführende, etc.)
-> realisiert einen guten Wiederverkaufswert - auch noch in 50 Jahren und ist somit eine wirklich gute Wertanlage (ein Haus ist kein Handy, dass man nach 2 Jahren wegwirft und man sich dann mal schnell wieder ein neues kauft)
-> ...
-> und ist für den Durchschnittsbauherren auch heute finanzierbar!

