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Spiegel behauptet: Wechsel zu Ökostrom bringt nichts

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Beiträge (22 )
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Christoph Burtscher schrieb am 09.05.2012 um 12:12
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Hab gerade einen aktuellen Spiegel-Artikel ( http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,828760,00.html ) entdeckt, zu dem mich eure Meinung interessiert. Titel: "Rettet die Welt mit Verschmutzungsrechten!" Kurz zusammengefasst die Aussage des Artikels:

"Tatsächlich sollte man ja glauben, dass es für das Klima von Vorteil ist, wenn mein Strom jetzt in skandinavischen Wasserkraftwerken erzeugt wird, statt im Braunkohlekraftwerk Jänschwalde. Doch so ist es leider nicht. In Wahrheit wird durch meinen Wechsel nicht ein einziges Gramm CO2 eingespart"

Verantwortlich dafür seien, so der Autor, die Emmissionszertifikate. Der dreckige Strom werde weiterhin gehandelt und damit nütze der Wechsel der Einzelperson zu Ökostrom nichts. Dass echte Ökostromanbieter auch Kraftwerke bauen und sauberen Strom ins Netz einspeisen wird nicht einmal erwähnt Aber er legt noch einen drauf. Es sei nicht nur unnütz, sondern schädlich für das Klima:

"Die traurige Wahrheit ist, dass ein Stromsparer wie ich dem Klima sogar schadet. Mein Verhalten führt dazu, dass der Börsenpreis für CO2-Zertifikate tendenziell sinkt. Die Verschmutzungsrechte werden billiger; das freut insbesondere die schmutzigsten Industrien. Durch Leute wie mich kommen die CO2-Schleudern günstiger an Zertifikate heran, als es sonst der Fall wäre. Je mehr öko ich bin, desto geringer ist für sie der Anreiz, in CO2-sparende Technik zu investieren. "


Der alleinige Ausweg sei, CO2-Zertifikate vom Markt verschwinden zu lassen. Wie das konkret ablaufen könntel, wird nicht näher erläutert.


Betreibt der Spiegel billiges Öko-Bashing (wäre nicht das erste Mal) oder ist an den Aussage irgendetwas dran?
    Steffen Walter schrieb am 09.05.2012 um 12:18
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    Wie schon erwähnt: Der Spiegel betreibt "Halbinformation" und redet am eigentlichen Thema vorbei (oder blendet es bewusst aus), nämlich dem Wechsel zu "echten" Ökostromanbietern, die wirklich die Erneuerbaren fördern und ihr Stromangebot NICHT auf Emissionszertifikate stützen. Das Geschäft mit diesen sogenannten RECS-Zertifikaten - http://www.atomausstieg-selber-machen.de/stromwechsel/haeufige-fragen/faq-strom-netz.html#c139 - trägt in der Tat nicht zu einer echten Energiewende bei.

    Dass der Wechsel von Einzelpersonen nichts nütze, ist daher eine unzulässige Verallgemeinerung.

    Dude schrieb am 09.05.2012 um 13:01
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    An der Aussage ist tatsächlich etwas dran, allerdings unterlässt der Spiegel, wie Steffen schon geschrieben hat, über einen sehr wichtigen anderen Teil von Ökostronanbietern zu reden - denen die wirklich etwas zur Energiewende beitragen indem sie sich nicht auf Zertifikate stützen und einen Teil oder den gesamten Gewinn in neue EE Anlagen stecken.

    Was stimmt ist, dass RECS-Zertifikate problematisch sind und dass der CO2 Emissionshandel dringend verbessert werden muss.

    Melanie_ohne_Atomstrom schrieb am 09.05.2012 um 14:00
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    Schlimm ist die Polemik und die Abzielung aufs Emotionale, mit der der Artikel geschrieben ist. Vielleicht lässt das einige Spiegel-Leser den Artikel hinterfragen, erwartet man im Spiegel doch schon halbwegs seriöse Berichte. Aber ich will nicht ausschließen, dass der Autor mit diesem Öko-Bashing ankommt... Da kommt auf unsereinst natürlich noch mehr Aufklärungsarbeit zu, um die Pauschalurteile wieder zu differenzieren!

    Christoph Burtscher schrieb am 09.05.2012 um 14:24
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    ja, es wird sicher einige geben, die sich bestätigt fühlen im Sinne von: "Ökostrom bringt nix, ich habs ja immer gewusst." Aber es gibt m.E. auch immer mehr Leute, die derartige redaktionelle Stimmungsmache durchschauen.

    Hat jemand von euch als Privatperson schon CO2 Emmissionen kompensiert und gelöscht, um sie dem Markt zu entziehen? Das wird ja am Ende der Artikels vorgeschlagen.

    Steffen Walter schrieb am 09.05.2012 um 15:55
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    @ Christoph: Ja, wir kompensieren die Emissionen unserer Autofahrten (und ganz selten anfallende Flüge) regelmäßig über eine Mitgliedschaft bei www.arktik.de - allerdings wollen wir unser Auto demnächst verkaufen, so dass sich das dann erübrigen wird.

    elise schrieb am 09.05.2012 um 17:12
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    Meines Wissens werden Ausgleichszahlungen, die man z. B. für Flüge an www.atmosfair.de zahlt, in vollem Umfang für sehr streng überprüfte, CO2-vermeidende Projekte nach dem CDM-Gold-Standard verwendet.
    Ich fliege zwar nur sehr selten, aber ich habe mir angewöhnt, bei Hin- und Rückflug zumindest einen Flug zu kompensieren.

    Christoph Burtscher schrieb am 10.05.2012 um 11:16
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    danke für eure Antworten. Atmosfair kannte ich schon, arktik.de schau ich mir mal näher an

    Steffen Walter schrieb am 10.05.2012 um 12:00
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    Arktik wurde hier auf Utopia schon thematisiert - siehe z. B. http://www.utopia.de/unternehmen/werbe-barometer/klimaneutral-tanken/detail

    Vgl. allerdings auch http://www.klima-luegendetektor.de/2010/02/23/jet-tanken-mit-arktik-weisser-weste/ - das Argument "Emissionsvermeidung zuerst" ist nicht von der Hand zu weisen, und das Image des Mutterkonzerns von Jet, ConocoPhillips, ist arg ramponiert.

    Looki schrieb am 10.05.2012 um 12:18
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    Der Spiegel hat Recht!

    Über das CO2

    Das CO2 benötigen die Pflanzen als Grundstoff für die Photosynthese, um mit Sonnenlicht aus Wasser und Chlorophyll Fruchtzucker, Stärke und Zellulose zu bilden. Dabei setzen die Pflanzen Sauerstoff und Wasser frei! Ein höherer CO2-Gehalt in der Luft bedeutet besseres Wachstum und höhere Ernten:.

    Der Düngeeffekt des Kohlendioxids

    Das Kohlendioxid ist weder ein Luftschadstoff, geschweige ein Klimakiller – CO2 ist das Lebensgas für die Vegetation - ohne CO2 könnten die Pflanzen auf der Erde nicht existieren! Sonnenenergie, Wasser und CO2 bilden im Prozess der Photosynthese die Grundlage für die Bildung der Biomasse. Die Pflanzen produzieren mit Hilfe des Sonnenlichtes, des Chlorophylls und des Kohlenstoffdioxids Glukose, Stärke und Sauerstoff! Der Anstieg des CO2 in der Atmosphäre bewirkte bei viele Pflanzen eine üppigere Vegetation und höhere Ernteerträge. Außerdem wurden viele Pflanzen gegen Trockenheit und Krankheiten resistenter. (nach Prof. Reichholf, Uni München). Es ist auch eine bekannte Tatsache, dass Gärtner in ihre Gewächshäuser zusätzlich CO2 einblasen, um ein besseres Pflanzenwachstum zu erreichen.

    Zum Düngeeffekt des CO2 schreibt von Alvensleben: >Seit Beginn der industriellen Revolution ist der CO2-Gehalt der Atmosphäre um rund 100 ppm gestiegen – von ca. 275 auf 375 ppm. Am 9. April 2003 fasste das “Center for the Study of Carbon Dioxide and Global Change” in einem Redaktionsbeitrag die Ergebnisse von Hunderten von Experimenten zusammen, die in einzelnen Artikeln des CO2-Science-Magazins zuvor über Jahre hin beschrieben worden waren:

    „Was haben diese zusätzlichen 100 ppm uns in Form erhöhter landwirtschaftlicher Produktivität gebracht? Experimentelle Arbeiten, die auf Studien von Mayeux et. al. (1997) und von Idso und Idso (2000) beruhen, weisen nach, dass der Luftdüngungseffekt zu folgenden mittleren Ertragssteigerungen geführt hat:
    70% für C3-Getreide,
    28% für C4-Getreide,
    33% für Obst und Melonen,
    62% für Hülsenfrüchte,
    67% für Wurzel- und Knollengewächse und
    51% für Gemüse.”

    Der Artikel fährt dann fort: “Dieser historische CO2-induzierte Erntezuwachs war völlig ungeplant vom Menschen. Er stellte sich ein allein als Folge der Anreicherung der Atmosphäre mit CO2 durch die Menschheit. Darüber hinaus ist dieser unverhoffte Segen nicht nur ein Vorgang aus der Vergangenheit, denn wenn wir es zulassen, werden die Ernteerträge in den kommenden Jahren und Jahrzehnten noch weiter anwachsen, wenn der CO2-Gehalt der Atmosphäre fort fährt zu steigen.”

    Die Biosphäre ist übrigens nach den Weltmeeren, die größte CO2-Senke und der größte Sauerstoffproduzent.

    Die Mitarbeiter des IPCC haben sicher mindestens einen Teil dieser Ergebnisse gekannt. Im kompletten IPCC-Bericht wird der Luftdüngungseffekt auch dargestellt, wenn auch – angesichts der Größe seiner Wirkung! - nicht mit dem ihm gebührenden Gewicht. Nur: In der Kurzfassung für Politiker (SPM; Summary for Policy Makers) ist der Effekt völlig verschwunden, mit keinem Wort mehr erwähnt. Infolgedessen spielt er auch in der öffentlichen Diskussion keine Rolle.<

    CO2 wird in der Öffentlichkeit nur noch als ein Schadstoff wahrgenommen, den man vermeiden und vermindern muss – also eine völlig einseitige und falsche Darstellung!

    Die Photosynthese

    Die Formel lautet: 6CO2 + 12H2O --> C6H12O6 + 6O2 + 6H2O

    CO² ist das Lebensgas - ohne CO² keine Pflanzen und Biomasse, ohne Pflanzen und Biomasse keine Nahrung, ohne Nahrung keine Tiere und Menschen und vor allem KEIN Sauerstoff!

    Ist CO2 für die „Klimaerwärmung“ verantwortlich?
    FAKT: Nein, denn das „Klima“ ist der statistische Mittelwert des Wetters uber die vergangenen 30 Jahre. Der Begriff des Klimas ist ein Abstraktum, es kann sich weder erwärmen, noch kann es geschützt werden. Das Klima wird durch die Klimazonen bestimmt und NUR durch die Klimafaktoren beeinflusst.Nachweislich erfolgt dabei zuerst die Erderwärmung und DANN nachfolgend der CO²-Ansstieg in der Atmosphäre. Die Ursache: Durch die Umwelterwärmung läuft die Verrottung der Biomasse in der Pedospäre schneller ab und die tropischen Meere gasen mehr CO2 aus.



    Warum soll CO² "eingespart" werden?

    Melanie_ohne_Atomstrom schrieb am 10.05.2012 um 12:35
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    ?!?
    Das geht irgendwie am Problem vorbei, oder? Es fordert ja niemand, "CO2 abzuschaffen". Geht ja auch garnicht. Sondern den anthropogenen Treibhauseffekt abzuschwächen, damit die Wolken nicht so viel Wärme auf die Erdoberfläche refklektieren.


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