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Seegras als Dämmmaterial

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Beiträge (11 )
 
oeko_joern schrieb am 13.09.2012 um 12:18
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Ich möchte einen Seegrashandel aufbauen, der auf kleine Struckturen setzt und Seegrassammler und ökologische Projekte und Bauleute zusammenbringt. Aufgrund des hohen Salzgehaltes ist Seegras nicht brennbar, unempfindlich gegen Schädlinge und Schimmel und das Beste: es verbraucht auch keine Ackerfläche und wird in fast unbegrenzeter Menge jedes Jahr an unsere Strände gespült. Als ersten Schritt möchte ich eine grössere Lieferung Seegras als Dänemark an einige Baustellen liefern, um einige Modellprojekte mit Seegras zu dämmen. Ich würde mich daher sehr freuen, wenn Du meine crowdfunding Aktion zur (Vor)Finanzierung dieser ersten Lieferung unterstützt - diese Aktion ist abgelaufen, Infos gibt es jetzt unter:

www.seegrashandel.de



oder anderen von Seegras und dieser Aktion zu erzählen. Freu mich über weitere Ideen und Rückmeldungen!

beste Grüsse sendet

Joern

PS.: wer Seegras live erleben möchte und kurzfristig Zeit hat, kann am 15.9. an einem Seegras-Seminar teilnehmen, bei interesse bitte melden.
    Simone Walter schrieb am 13.09.2012 um 15:06
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    Hallo Joern,

    das hört sich interessant an. Wir haben ein altes Fachwerkhaus und zwei Geschossdecken zu dämmen (der Boden wird anschließend darauf verlegt). Wie sieht es mit der Trittschall-Dämmqualität aus? Wie könnten wir an entsprechendes Material kommen und was würde es kosten?

    Gespannte Grüße aus dem Wendland,
    Simone

    oeko_joern schrieb am 13.09.2012 um 15:31
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    Hallo Simone,
    über die Aktion bei indigogo könnt Ihr direkt Seegras (Gutscheine) kaufen (Aktion beendet!):

    www.seegrashandel.de

    wir planen dann im Oktober den ersten LKW aus Dänemark zu liefern. Kleinere Mengen können wir auch jetzt schon abgeben. Der Preis liegt bei 1,70 Euro pro Kilo (plus Mwst) das entspricht je nach Kompression (bei einer Decke eher gering) ca. 85-100 Euro pro Kubikmeter.
    Wie Seegras als Trittschalldämmung geeignet ist kann ich nur aus meiner eigenen Erfahrung sagen, ich selber habe Seegras als Trittschalldämmung (schwimmend liegen Dielen und Lattung darauf) verwendet, das einbringen ist etwas umständlich, da das Seegras ja nur loses Material ist und nicht einfach ausgerollt (wie z.B. Hanffilz) werden kann.

    bei weitere Fragen gerne hier übers Forum oder direkt an mich: joern@seegrashandel.de oder 04539/181686

    beste Grüsse

    Joern

    Simone Walter schrieb am 13.09.2012 um 16:01
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    Gibt es bereits Vergleichszahlen zum Dämmwert gegenüber anderen Materialen?

    oeko_joern schrieb am 13.09.2012 um 16:13
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    Ich halte nichts vom Dämmwert, weil dieser unter Laborbedingungen im trockenem Zustand bestimmt wird. Ausserdem hängt der Dämmwert von der Kompression des Materials ab. In der Literatur wird die Wäremeleitfähigkeit von Seegras mit 0,043-0,045 angegeben. Kann das wer genauer erklären?

    Simone Walter schrieb am 13.09.2012 um 17:06
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    Im Prinzip gebe ich dir völlig recht. Wir laborieren allerdings an einem Haus, das unter Denkmalschutz steht und müssen uns deshalb gelegentlich auf die Finger gucken lassen. Wenns um Förderungen geht muss man sich die Maßnahmen auch entsprechend absegnen lassen. Wenn man da auf irgendwelche (sinnvoll klingenden) Zahlen verweisen kann, macht das das Leben zumindest einfacher. :-)

    Was mir noch einfällt: Gibt es Erfahrungen bez. Tierbesatz in der Seegrasdämmung? Wir haben z.B. trotz fleißiger Katzen immer wieder Mäuse in den Decken und Böden.

    oeko_joern schrieb am 13.09.2012 um 17:18
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    Oh, gerade im Denkmalschutz ist Seegras das ideale Material! Wurde ja seit Jahrhunderten verwendet. Ja und Mäuse, Ratten und andere Schädlinge mögen Seegras ganz und garnicht, dies haben auch unsere dänischen Lieferanten bestätigt, die sonst immer mal wieder Mäuse und ratten in ihren scheunen haben, aber nicht da wo Seegras lagert!

    Simone Walter schrieb am 13.09.2012 um 17:47
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    Sehr interessant, vielen Dank, das werden wir mal beschnacken. :-)

    oeko_joern schrieb am 13.09.2012 um 18:32
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    ab 10 Euro gibts unter (Aktion beendet, daher neuer Link): www.Seegrashandel.de auch ein Probe zugesand ;-)

    Richard-Burgenlandler schrieb am 13.09.2012 um 21:46
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    Hallo Joern

    "In der Literatur wird die Wärmeleitfähigkeit von Seegras mit 0,043-0,045 angegeben. Kann das wer genauer erklären?"

    Die Zahl die du angibst dürfte Lambda (Wärmeleitfähigkeit [W/mK])sein. Um diesen Wert zu erreichen ist eine bestimmte Dichte (Pressung) notwendig, aus diesem Wert ergibt sich über die Dämmstärke der U Wert [W/m²K].

    Beispiel:

    Um den Lambda Wert von 0,052 bei einem Baustrohballen zu erreichen ist eine Dichte von 100kg/m² notwendig. Mit einem normalen Strohballenbindegerät hat der Strohballen zwischen 8 und 10 Kg, bei einer Größe von 45 cm x 40 cm x 50 cm. Das ergibt eine Dichte bei trockenem Stroh von 90-100 kg/m².

    Baut man die Ballen liegend, also mit der Dämmstärke von 45 cm ein so erhält man einen U Wert von 0,11 W/m²K.

    Die EnEV 2009 schreibt eine U Wert von 0,24 W/m²K für Wände vor.

    Was bedeutet das?

    Je kleiner der U Wert ist umso weniger Watt [W] verliert man durch die Außenwand (umso weniger muss man nachheizen)

    Mit dem U Wert lässt sich der Wärmebedarf für ein Haus errechnen.

    Bei einer Außentemperatur von -10° und einer Raumtemperatur von 20° ergibt sich ein Temperaturunterschied von 30 Kelvin.

    Beispiel:

    Ein Fensterloser Raum mit 5*5 Meter Grundfläche hat eine Wandoberfläche + Decke+ Boden von 102 m²

    Bei einem U Wert von [0,11 W/m²K] Baustrohballen 45 cm ergibt sich eine Ofenheizleistung bei 30 Kelvin Temperaturunterschied von 0,11*30*102 = 336 Watt.

    Bei einem U Wert von 1,45 [W/m²K] Vollziegel 50 cm ergibt sich eine Ofenheizleistung bei 30 Kelvin Temperaturunterschied von 1,45*30*102 = 4437 Watt.

    Nimmt die Dichte ab so wird Lambda größer, die Wärmedämmwirkung nimmt ab und der Heizbedarf steigt. Lose eingebrachte Dämmung ist dabei schlechter als von Hand gestopfte wobei die Dichte durch ein mechanisches Bindegerät dabei auch nicht erreicht werden kann. Zu geringe Dichte kann man durch Dämmstärke ausgleichen wobei hier durch den möglichen Einbau auch Grenzen gesetzt sind. Zu lose gedämmt erhöht die Gefahr des Zusammensackens der Dämmung.

    oeko_joern schrieb am 13.09.2012 um 22:26
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    Hallo Richard,
    danke, auch wenn ich das jetzt noch nicht erklären kann ;-)

    beste Grüsse Joern


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