Utopia: Die Verbrauchermacht - Unser Konsum verändert die Welt.

Landwirtschaft & Forstwirtschaft / Allgemeines

"Bio Gut für's Klima" und "Bio kann die Welt ernähren" im Schrot&Korn

Thema abonnieren
Beiträge (65 )
1 2 3 ...7  >
Maria_L schrieb am 22.10.2012 um 09:26
Bedenklichen Inhalt melden
Zwei Artikel in der Schrot & Korn fassen mal wieder die Vorteile von Bio-Anbau zusammen:

http://www.schrotundkorn.de/wp/2012/10/21/bio-landbau-gut-fuers-klima/

"Der Bio-Landbau bindet mehr Kohlenstoff aus der Atmosphäre in die organische Bodensubstanz zurück und trägt so zur Minderung des Klimawandels bei...."

http://www.schrotundkorn.de/wp/2012/10/21/bio-kann-die-welt-ernaehren/

„Der Schlüssel zur Hungerbekämpfung liegt in einer ökologischen und ressourcenschonenden Nahrungsmittelproduktion durch die vielen Millionen Kleinbauern vor Ort...“
    wuerzsilie schrieb am 23.10.2012 um 12:02
    Bedenklichen Inhalt melden

    Bio-vegane Landwirtschaft ist weit klimafreundlicher.

    Schade, dass der erste Artikel nicht stärker zwischen tierhaltender und sog. "viehloser" Landwirtschaft trennt.

    Ein Hinweis, dass reine Ackerbaubetriebe ohne Einträge aus Nutztierhaltung klimafreundlicher sind lese ich aus diesem Satz:

    „Signifikant höhere Kohlenstoffgehalte wurden auch auf Betrieben nachgewiesen, die keine Hofdünger von außen zugeführt hatten.“

    Seitens der Foodwatchstudie von 2008 wird deutlich, dass der Konsum von Tierprodukten das Hauptproblem fürs Klima ist und dass tierhaltende Bio-Betriebe hier sogar schlechter abschneiden, als konventionelle.

    "Die ökologische Landwirtschaft verursacht zwar rund 15 bis 20 Prozent weniger Treibhausgase. In der Milch- und Rindfleischproduktion schneiden Bio-Bauern aber teilweise schlechter ab als konventionelle Tierhalter. Wer Bioprodukte kauft, ernährt sich deshalb nicht automatisch klimaschonend. Wichtiger für die persönliche Klimabilanz ist, wieviel Rindfleisch und Milchprodukte ein Mensch isst."
    Quelle: foodwatch-Report "Klimaretter Bio?"

    Maria_L schrieb am 23.10.2012 um 12:09
    Bedenklichen Inhalt melden

    Zweifelsohne ist eine Viehlose LW noch besser für das Klima.

    Aber die neuen Studien kommen wohl zu dem Schluss, daß auch bei Viehhaltung die Bio-Variante klimaschonender ist.
    "Solche Betriebe mit Ackerbau und Tierhaltung, wie in der Schweiz allgemein üblich, führen organische Substanz in Form von Mist und Gülle sowie durch den Anbau von Futterleguminosen zurück in den Boden. Dieser Kreislauf der organischen Substanz sei zwar ein typisches Merkmal biologischer Wirtschaftsweise, könne aber auch in der konventionellen Landwirtschaft angewendet werden und so zur Schonung des Klimas beitragen"

    In der Studie von 2007, auf die Foodwatch sich bezieht, wird ja angezweifelt, daß Bio-Tierhaltung für das Klima besser sei, als konventionelle Tierhaltung.

    wuerzsilie schrieb am 23.10.2012 um 12:55
    Bedenklichen Inhalt melden

    Co² Bindung im Boden reicht nicht, um Gesamt-Aussagen über Klimaschädlichkeit zu treffen.

    Die Studien, die von Schrot und Korn angeführt werden beziehen sich aber auch nur auf den Aspekt der Humusbildung:
    "In diesen Studien wurde organischer Kohlenstoff im Humus von Böden unter biologischer und konventioneller Bewirtschaftung gemessen."

    Die Foodwatch-Studie bezieht darüber hinaus den Flächenverbrauch ein:

    "Ökologische Landwirtschaft: Kein Klimaretter

    Der Ökolandbau an sich ist kein Klimaretter. Theoretisch könnte eine vollständige Umstellung auf klimaoptimierte ökologische Landwirtschaft die Emissionen um 15 bis 20 Prozent reduzieren. Das würde jedoch nicht ausreichen, um die langfristigen Klimaziele für die Industrieländer, eine Reduktion um 60 bis 80 Prozent bis zur Mitte des Jahrhunderts, zu erreichen. Zudem würde eine vollständige Umstellung bei gleicher Produktionsmenge 60 Prozent mehr Fläche, etwa 10 Millionen Hektar, erfordern. Diese steht in Deutschland (und in Europa) jedoch nicht zur Verfügung.

    Komplette Umstellung auf Öko-Landbau nur mit weniger Tierhaltung

    Ökologische Landwirtschaft ließe sich also nur dann auf der bisherigen Fläche betreiben, wenn die Produktion und der Verzehr von Fleisch (vornehmlich Rindfleisch) und Milch um etwa 70 Prozent zurückgehen. Entsprechend würden sich auch die Treibhausgasemissionen in der Landwirtschaft verringern."
    Quelle: http://www.foodwatch.de/e10/e17197/e17201/e28069/e29951/

    Auch die Aufhebung der Moorböden wird kritisiert: http://www.foodwatch.de/e10/e17197/e17201/e28069/e29959/

    Zufällig wohne ich in der Gegend, wo Moorböden aufgehoben wurden und zu >50% in Weideland umgewandelt wurden (Rest zu Ackerland). Und dort weiden auch Rinder und Milchkühe von unserem Bioland-Hof.


    Was die Welternährung anbelangt (2ter Artikel) schneidet die bio-vegane LW bzw. vegane Ernährung natürlich ebenfalls besser ab. Ist ja logisch, wenn wir überlegen, dass die vielen Nutztiere ja auch Nährstoffe verbrauchen ... .

    Maria_L schrieb am 23.10.2012 um 18:52
    Bedenklichen Inhalt melden

    Oh...da ist Foodwatch aber sehr pessimistisch mit den 60% Flächenmehrbedarf.
    Andere Zahlen gehen von 10-50% aus.
    Foodwatch ist ja auch eher Verfechter des integrativen Anbaus, den ich persönlich nicht so toll finde, weil ich glaube, da die biologischen Gesetze nur bei völligem Verzicht auf Kunstdünger und chem. Pestizide funktionieren.

    Natürlich werden mehr Flächen benötigt, weil sie ja auch extensiver bewirtschaftet werden.
    Der Flächenmehrbedarf wiegt die Vorteile der Biolandwirtschaft für's Klima allerdings nach den meisten Rechnungen nicht auf.

    Hier ist noch ein Artikel, der das ganze differenzierter betrachtet.
    http://www.kritischer-agrarbericht.de/fileadmin/Daten-KAB/KAB-2009/Hirschfeld_et_al.pdf

    wuerzsilie schrieb am 23.10.2012 um 19:39
    Bedenklichen Inhalt melden

    "... weil ich glaube, da die biologischen Gesetze nur bei völligem Verzicht auf Kunstdünger und chem. Pestizide funktionieren."

    Glaube ich auch.

    "Der Flächenmehrbedarf wiegt die Vorteile der Biolandwirtschaft für's Klima allerdings nach den meisten Rechnungen nicht auf."

    Und warum wurde das im Schrot&Korn Artikel nicht erwähnt?


    Den Artikel schaue ich mir vielleicht ein andermal an.

    Maria_L schrieb am 24.10.2012 um 06:58
    Bedenklichen Inhalt melden

    "Und warum wurde das im Schrot&Korn Artikel nicht erwähnt?"

    a) bin ich nicht Schrot&Korn und weiß das deshalb nicht.
    b) weiß ich nicht ob Du mich richtig verstanden hast. Ich meinte, der Nachteil des höheren Flächenbedarfs ist nicht so groß, daß der Vorteil von Bioanbau für das Klima nicht überwiegen würde. (abgesehen von allen anderen Vorteilen)
    c) glaube ich nicht, daß DIR der Artikel noch viel Neues bietet.
    Ich dachte da eher an einen speziellen Freund aus dem konventionellen Lager. ;-)

    wuerzsilie schrieb am 24.10.2012 um 11:59
    Bedenklichen Inhalt melden

    zu a) das weiß ich und hatte die Frage nur in den Raum gestellt
    zu b) das hatte ich tatsächlich andersrum verstanden, bleibt strittig. Klar ist, dass die gegenwärtige Masse an Tieren extensiv zu halten ein Problem darstellt, bio-vegane Landwirtschaft oder auch "viehlose" eine weit bessere Klimablanz hat.
    c) mag sein, ich hoffe ich finde trotzdem die Zeit, mal reinzuschauen.

    Richard-Burgenlandler schrieb am 24.10.2012 um 14:44
    Bedenklichen Inhalt melden

    Interessant finde ich den Absatz aus dem 1. Artikel

    "Signifikant höhere Kohlenstoffgehalte wurden auch auf Betrieben nachgewiesen, die keine Hofdünger von außen zugeführt hatten. Dies zeigt, dass Humusmehrung und Kohlenstoffrückbindung in einem geschlossen Betriebskreislauf, wie ihn der Bio-Landbau anstrebt, sehr wohl möglich ist."

    Unter einem "geschlossenen Betriebskreislauf " verstehe ich auch, dass weder Dünger noch Futtermittel zugekauft werden (sowie es der Demeterverband in seinen Satzungen anstrebt).

    Das bdeutet aber auch, das ein so wirtschaftender Betrieb seinen Viehbestand an die zur Fütterung zur verfügungstehenden Flächen anpassen muss. Eine Massentierhaltung wäre ergo dessen nicht möglich.

    Maria_L schrieb am 24.10.2012 um 15:47
    Bedenklichen Inhalt melden

    "Eine Massentierhaltung wäre ergo dessen nicht möglich"

    Ist bei den stengeren Verbänden auch nicht vorgesehen.
    ZUmindest nicht bei Demeter.

    bhellweg schrieb am 24.10.2012 um 17:34
    Bedenklichen Inhalt melden

    @Richard-Burgenlandler: Unter einen geschlossenen Kreislauf verstehe ich das letztendlich aus den Betrieb nichst herrausverkauft wird. Zumindest hat die Natur das irgendwann mal so vorgesehen und das hat auch geklappt solange wir als Jäger und Sammler durch die Wälder gestreift sind. Heute leben sogar die Bemeter-Bauern vom verkaufen ihrer Produkte und schon gibt es keinen Kreislauf mehr, Kreisläufe existieren nur noch in dern Werbeprospekten von Demeter und co.

    "Eine Massentierhaltung wäre ergo dessen nicht möglich" Stimmt, das Fleisch würde dann importiert.....

    Übrigens Die politiker haben ja mittlerweile erkannt das es nicht so gut ist aus Nahrungsmitte Treibstoff zu produzieren jetzt will man diese Treibstoffe aus Bio-Abfällen wie Stroh und Blattmassen produzieren Der Effekt: Dem Stroh wird der Kohlenstoff entzogen, dieser Kohlenstoff stände auch nicht mehr für Kohlenstffspeicheung sprich Humusbildung zu Verfügung..


1 2 3 ...7  >
Beitrag schreiben