Kinder & Erziehung / Allgemeines
Warum Waldorfschule?
Die Entscheidung für die Schule fiel uns nicht schwer. Wir sind Gegenwartsmenschen, fern von Dogmen und Dazugehörigkeitsverpflichtung, wir sind keine Anthroposophen, keine Ökos und keine Konsummonster, wird leben in der Gegenwart, sind Menschen der Toleranz und des Mitgefühl, wir gehören keiner religiösen Gemeinschaft an, schätzen die offene Rede und denken frei, wir achten die Grenzen anderer und zeigen in kritischen Situationen Zivilcourage.
Kinder erziehen ist eine anspruchsvolle Aufgabe, leben die Eltern in Reflektion und Selbstverantwortung, geben sie den Kindern Kraft die sie stärkt und stark macht. Jeder Mensch mit Verstand wird für sein Kind den Weg der Liebe wählen.
Es ist nicht gut, Kinder abzuschotten und sie in einem ökologischen Kokon zu halten. Zum Leben gehört alles: der Bodensatz und das Licht, das Arschloch und der Weise, die Dreckschleuder und das Hybrid SUV.
Welche Schule der Erziehung wir auch wählen - Respekt, Vernunft und Liebe sind die besten Begleiter um unsere Kinder stark zu machen und ihnen den Sinn für ein reflektiertes und spirituelles Bewusstsein nahe zu legen. Nur ein undogmatischer Weg, ist ein guter Weg..
hmmmm tja, wieso Waldorfschule....? Vielleicht wegen der Steinerschen Theorie der Wurzelrassen....
Mein ja bloß.
Einer, der mit den staatlichen Schulen auch nicht glücklich ist.
Sehr mutig lokalreporter, ich könnte meine Bedenken nicht ausschalten.
Du hast dich sicher gut informiert. Vorsicht ist trotzdem geboten. Die steinerschen Schulen sind eine Art Glaubensgemeinschaft und werden oft der Verbreitung von Rassismus beschuldigt. Andere halten sie für die Amish-People Europas. An welche geht denn dein Sohn?
also ich habe ein paar freunde und kollegen, die auf einer waldorfschule waren. bis auf die herkömmlichen genervten erzählungen von hänseleien und den zwingenden ernährungsmethoden der eigenen eltern ("nein, mein kind isst kein weißmehl - und finger weg von der cola!!") machen die einen gescheiten eindruck, und aus allen ist etwas geworden. gesinnungstechnisch gibts da auch keine probleme, im gegenteil. ich denke, wenn man sich im klaren darüber ist, was man will, kann man kinder getrost dorthin schicken. und natürlich muss man, bei jeder schule, aufpassen ob ein lehrer bockmist verzapft, und aufmerksam sein. natürlich gibt es kritik. aber das reguläre schulsystem is ja auch nich grad der kracher. eurythmie is auch was feines ;)
Es gibt halt viel Klischees im Raum des medial besprühten Äthers. Fällt dem Commedian nicht viel ein, kramt er kurzerhand die Waldorfschule raus und schon klopft sich das Publikum auf die Schenkel.
Ich habe bisher noch keinen wirklich sektiererischen Ton gehört, die Lehrer der Schule sind jedenfalls in keinem altanthroposophischen Orden, betreiben meines Wissens keine schwarze Magie und stehen mit beiden Beinen im Leben, auch eine unmäßige Steiner-Verehrung findet nicht statt. Die Waldorfschule in Berlin-Mitte erfreut sich regen Zulaufs, sie ist in guten Händen, modern ausgerichtet und fern von lebensfremden Dogmen - für unseren Sohn ist sie auf jeden Fall eine gute Wahl..:)
Sorry, das ich den alten Beitrag noch mal rauskrame. Ich will auch gar keine Diskussion anfangen, sondern nur ein Filmchen anbringen. Eltern, deren Kinder später so über ihre Schule reden (singen), die haben was richtig gemacht:
http://de.youtube.com/watch?v=p7kem-c-2QI&NR=1
Grüße
Horst
Von 12 Waldorfabsolventen, die mit mir das Studium begonnen haben, haben genau 0 das Vordiplom erreicht.
Es ist eine Schule, deren Konzept die Menschwerdung in den Vordergrund stellt [in den ersten Schuljahren wird das Bewusstsein gebildet, erst ab der siebten/achten Klasse kommt das Wissen, wenn die pubertierende Kraft in die jungen Menschen strömt].
Entschuldige bitte, wenn ich hier zu direkt werde, aber das Konzept ist ja wohl vollkommen daneben. Wissensvermittlung, erst wenn der Hormonhaushalt durcheinander gerät und man als Pubertierender zu entdecken anfängt, wie wunderbar doch die anderen 50% der menschheit sind? Das kann nicht funktionieren.
Spielerische Wissensvermittlung so früh wie möglich, ohne dabei Leistungsdruck aufzubauen , macht in meinen Augen viel mehr Sinn und für mich als Vater auch unheimlich viel Spass.
Meine Söhne (4 und 6 Jahre alt) wachsen 3sprachig auf, lernen schon vor der Einschulung Lesen, Rechnen und Schreiben, wollen tanzen und Karate lernen und sind immer neugierig. Diese Neugier muß man frühzeitig nutzen und fördern.
Die Vermeidung von Wettbewerb, wie sie meines Wissens auf Waldorfschulen propagiert wird, ist in einer wettbewerbsorientierten Gesellschaft, wie wir sie haben, auch nicht unbedingt sinnvoll. Und sollten unsere kinder nicht für sich selbst entscheiden können, ob sie an dem Wettbewerb teilnehmen wollen oder nicht.
Ich versuche meinen 2 Rabauken jedenfalls das Rüstzeug für beide Alternativen mitzugeben.
@LazarusLong - naja, die aussage ist ja auch nicht so zu verstehen, dass die kinder nicht lernen sollen oder an ihrem wissensdurst gehindert werden, es geht in der anthroposophischen pädagogik [u.a.] um die bildung nichtsichtbarer frequenzen des seelenkörpers. ob das jetzt das gelbe vom ei ist oder nicht, sei dahingestellt - näher will ich darauf aber nicht eingehen.
dein kommentar bekräftigt das vorurteil, was anscheinend die motivation für deine ausführung ist. meinen sohn [samt eltern] jetzt ins felde führen, mit all seinem wissen und fähigkeiten, nöö, möchte ich lieber nicht..:)
Gestern abend gab's im ZDF (Frontal 21) einen kritischen Beitrag zum Thema Waldorf, den ich mit halbem Ohr und ein bisschen verärgert gesehen habe. Verärgert deshalb, weil das Thema Waldorf so eine Art Ersatzthema ist, wenn ihnen nicht Rechtes einfällt, so jedenfalls mein Eindruck. Hier kann man ihn nochmal sehen (wenn man denn mal 'reinkommt in den ZDF-Server...).
Was ich zu Anfang noch mitbekommen habe ist, dass sich Eltern darüber beklagten, dass ihre Kinder nicht problemlos nach der zweiten Klasse der Grundschule in eine normale Schule wechseln konnten, weil "der Wissensstand so weit zurück" gewesen sei. Wenn man sich das Konzept mal anschaut - ist oben ja schon angesprochen worden - dann weiß man schnell, warum - dafür hätte es keinen Extra-Beitrag gebraucht.
Ich kenne wie Stephymeph auch eine Reihe ehemaliger Waldorf-Schüler, und aus allen ist etwas geworden, sogar meistens etwas ziemlich Gutes. Kann also nicht soooo schrecklich daneben sein, denke ich. So etwas wie Lazarus Erfahrungen höre ich zum ersten Mal.
Ich weiß auch nicht, ob es unbedingt immer so doll ist, seine Kinder "hart für den Wettbewerb" machen zu wollen, zumal man die Ansätze auch beim Zurechtkommen im Leben sehr unterschiedlich sein können. Für meinen Geschmack gibt es schon genug "Jeder-gegen-jeden" in unserer Gesellschaft. Dabei wird viel nicht so Gutes transportiert, was den Kindern später auf die Füße fallen kann, fürchte ich.
LG
Hans-Werner
Wir gehören LEIDER auch zu den Familien, die mit (einer bestimmten) Waldorfschule sehr schlechte Erfahrungen gemacht haben. Unsere drei Kinder haben dort über 6 Jahre den Kindergarten und dann die Schule besucht bis wir nicht anders konnten als sie abzumelden, da in dieser Schule mehr die Selbstverwirklichung der Lehrer und Eltern im Mittelpunkt stand als die Kinder.
Inzwischen machen wir sehr gute Erfahrungen mit den Regelschulen, Gymnasium und Grundschule und trotzdem vermissen wir vieles, was an einer guten Waldorfschule angeboten wird.
Mein Fazit: Schaut Euch die in Frage kommende Schule genau an und vor allem auch die Lehrer. Eine gute Waldofschule ist für mich immer noch die beste Lösung....
Interessant auch im Internet nachzulesen, wieviel sehr erfolgreiche Menschen Waldorfschüler waren.... Ich kenne alleine einige Ärzte, die Waldofschüler waren.
Es hängt immer vom Einzelnen ab, ob er "beruflich erfolgreich" wird, man kann doch die Schule nicht für den gesamten Lebensweg verantwortlich machen!
Es hängt immer vom Einzelnen ab, ob er "beruflich erfolgreich" wird, man kann doch die Schule nicht für den gesamten Lebensweg verantwortlich machen!
Ja, das stimmt schon, casablue. Doch die Verhältnisse an den Normalschulen sind teilweise immernoch so unter aller Sau, dass man da niemanden aus der Pflicht nehmen kann, der irgendwo verantwortlich ist. Meine ich jedenfalls. Wir leben hier in Hessen, und das, was die schwarze Landesregierung sich in den letzten Jahren hier geleistet hat, ist einfach unglaublich. "Unterrichtsgarantie PLUS" - pfff, da lernt man mal anschaulich, was der Begriff "Arroganz der Macht" bedeutet.
Und es hilft ja nichts: Unsereins macht sich Gedanken um das Fortkommen seiner Sprösslinge, aber viele Kinder haben diese Unterstützung nicht. Darauf *muss* die Schule mMn einfach eine Antwort haben, ganz gleich, ob die jeweiligen Eltern nun dafür verantwortlich sind oder nicht. Den Satz "Wir wollen kein Kind zurücklassen." unterschreibe ich jedenfalls uneingeschränkt.
LG
Hans-Werner

