Dieses Thema, oder die Erfahrungen wurden zwar schon Ende letzten Jahres beschrieben, aber dennoch möchte ich verspätet etwas dazu antworten.
Besitze selber auch kein Auto, muss aber zugeben, dass es durchaus praktisch ist, wenn man Freunde hat, die einen Wagen haben.
Würden sich mehr Menschen für ein 'Teilen' des PKW's entscheiden, dann wäre dies auch schon ein Schritt in die richtige Richtung.
Ich habe meinen Wohnort so gewählt, dass ich mit öffentlichen Verkehrmittel gut und schnell zu Arbeit komme und meine Einkäufe mit dem Rad erledigen kann.
Bin gerade umgezogen und Dank meines Freundes, der ein praktisches Auto hat, konnte der Kleinkram schon komplett in die neue Wohnung geschafft werden.
Ganz ohne Auto sehe Vieles schwieriger aus, aber man kann sicher viel mehr auch ohne Auto erledigen, wenn man mal den faulen Schweinehund überwindet.
Vor Jahren habe ich mal bei einer Aktion von Greenpeace teilgenommen. Einen Monat wurde unser Auto stillgelegt. Dies war im Herbst und dann drei Kinder ....
Ich kann Euch sagen ... war nicht besonders lustig, aber zu machen ...
Seitdem sind wir/ich bewußter mit dem Auto umgegangen.
Heute geht's fast ohne Auto ...
Ich habe gar kein Auto / Allgemein
...was sind Eure Erfahrungen
Hallo ihr lieben, es hängt ja auch immer davon ab, wo man wohnt. In Bochum ist es zum Beispiel so, dass ein Auto tatsächlich eher belastend ist, denn die Parkplatzsituation, ob an der Uni oder in der Stadt ist fatal. Der ÖPNV ist hier extrem gut ausgebaut. Das bin ich von meinem Heimatort nicht so gewohnt, dennoch kommt man auch dort mit etwas mehr Organisation sehr gut ohne auto aus. Trotz gutem ÖPNV laufe ich auch gerne. Man entdeckt ja immer neue Wege und Ecken in seiner Stadt, wenn man zu fuß geht :-). Und viel länger dauert es auch nicht (natürlich je nach Entfernung).
Aber wer im Ruhrgebiet lebt braucht nun wirklich kein Auto. Man ist wirklich sehr schnell von der einen Ecke in die andere katapultiert. ;-) Man spart auch einiges an Nerven!
Also würde ich sagen, ist es wirklich standortabhängig. Ich kann das gut nachvollziehen, dass es eher anstrengend und schwierig ist, wenn Arbeitsplatz und Wohnort weit voneinander entfernt sind und es kaum öffentliche Verkehrsmittel gibt. Aber diese lassen sich ja schießlich ausbauen, wenn sich genug Menschen dafür einsetzen und klar machen, dass diese gebraucht werden.
Dann noch frohes Latschen und Radeln!
Wow! Klasse, dass Ihr Eure Autos (fast) stillgelegt habt. Ich wohne in einem kleineren Dorf und habe eine tägliche Strecke von 30 km zur Arbeit zu überbrücken. Da der ÖPNV hier sehr vernachlässigt ist (ab Samstag Mittag bis Montag Morgen fahren überhaupt keine Busse), bin ich leider noch auf mein Auto angewiesen.
Seit kurzem fahre ich in einer Fahrgemeinschaft und kann so zweimal in der Woche das Auto stehen lassen. Und privat leistet ein Fahrradanhänger treue Dienste, mit dem sich problemlos Einkäufe erledigen lassen. Während ich früher meinen kleinen Kofferraum leerräumen und die Rückbank umlegen musste, nur um zwei Kästen Sprudel zu kaufen, ist dies nun mit dem Fahrrad + Anhänger schon schneller getan.
Kurzstrecken im Dorf lege ich seit einigen Monaten komplett ohne Auto zurück. Bewegung an der frischen Luft auch bei Wind und Wetter tut doch gut! Mein Fazit: auch im ländlichen Saarland kann man seinen Autokonsum stark einschränken, wenn man nur will. Würde ich näher an meiner Arbeitsstelle wohnen, wäre ein kompletter Verzicht aufs Auto der nächste logische Schritt.
Also, macht weiter so!
Hallo Max,
ja, so ähnlich geht es mir auch.
Der ÖPNV wurde zu den Zeiten, wo ich noch in der nächsten Stadt gearbeitet habe, stark zusammen gestrichen.
Am Wochendende und Abends keine Chance mehr auf die letzten vier Kilometer.
Ich weiß heute gar nicht mehr, wie ich den Nerv aufgebracht habe, 12 Jahre lang täglich mit Bus, Bahn, Stra-Bahn hin und dgl zurück zu fahren.
Je nach Anschluss waren das 1,5 bis 2,5 Stunden tägliche Fahrzeit.
Zum Glück bin ich inzwischen Selbständig mit Home-Office.
Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht froh bin, daß ich das Auto stehen lassen kann und die Fahrzeit entweder für Arbeit oder Freizeit sinnvoller nutzen kann.
Meine größte Sünde von Zeit zu Zeit ist die Fahrt mit dem Auto in die Berge.
U.a. deswegen steht auch mal irgendwann ein Umzug in die Berge ins Haus.
Dann werden wir mit Sicherheit auch drauf achten, daß die Infrastruktur so ist, daß man nicht für alles ein Auto braucht.
Hallo alle zusammen :)
(ist mein aller erster Beitrag, also hoffe ich, dass ihr nicht allzu streng mit mir seid!)
Ich bin 20 Jahre alt, wohne (schon immer) in einer mittelgroßen Großstadt, das direkt am Hauptbahnhof, und habe kein Auto, bzw. will ich auch keins! Bisher kam ich, trotz teilweiser Bahnausfälle und ständiger Verspätungen, immer ganz gut weg, zumindest so, dass es keine Auswirkungen auf irgendein Arbeitsverhältnis gehabt hätte. Leute mit Auto kamen angesichts dessen viel öfters zu spät, z.B. in den Unterricht an der Schule, wegen Parkplatzssuche (was im Ballungsraum ja meistens ein Problem ist) und "plötzlichem" Glatteis und Schneefall, wo die Ausreden dann meistens lauteten: "Ich musste noch mein Auto freikratzen."
Wenn ich das so betrachte, dann kann ich den Aufwand für einen Führerschein und dergleichen für ein Auto auch nicht verstehen. Stressfaktoren wie z.B. Vandalismus, welcher hier auch regelmäßig (besonders jetzt im Winter) stattfindet, sind noch zusätzliche Dinge, die für mich dagegensprechen. Erst vor zwei Tagen wurde die Scheibe meines Vaters am Firmenwagen so einer Tat zum Opfer und das obwohl ich zwei Räume weiter direkt daneben saß!
Ich habe den Vorteil auch nur ein paar Straßen weit von der Innenstadt und meinem Haus-/Zahnarzt entfernt zu sein. Laufzeit ca. 10 Minuten (ein Traum - nur ist die Stadt leider unerträglich). Auch habe ich einen Supermarkt direkt um die Ecke. Ich muss also zusätzlich keinerlei Aufwand betreiben, um irgendwo hin zu kommen. Das Einzige wo ich immer sehr dankbar für bin ist die Abnahme zusätzlichen Fahrtstresses, wenn eines meiner Haustiere plötzlich zum Tierarzt muss. Denn der einzig kompetente wohnt leider in einem völlig anderen Stadtteil und ist sonst für mich nur mit dem Bus erreichbar. Und auf so ein Geschwanke und Geplapper stehen gestresste Tiere nunmal so gar nicht.
So, das erstmal als Erfahrungen. Nun hätte ich da noch eine Frage:
Es ist so, dass ich mir momentan noch einen Praktikumsplatz suche, weil die vorherige Jobwahl doch so gar nichts für mich war. Nun Interessiert mich eine Stellenausschreibung (wohlgemerkt immer noch nur für ein Praktikum!) mit dem Vermerk, dass ein Führerschein "wünschenswert" sei. Und glaubt mir, für den Job braucht man wirklich keinen Führerschein... Nun frage ich mich, was das soll? Wieso ist es heutzutage für ein Praktikum bereits "wünschenswert", wenn man bereits einen Führerschein hat? Flexibel sein kann ich auch mit der Bahn, die fährt nämlich immer zu den gleichen Uhrzeiten in der Stunde.
Was denkt ihr darüber?
Kann ich nur bestätigen. Fakten und Wahrnehmungen klaffen da meilenweit auseinandern. Alle denken bei Bahn und Öffis immer an Unpünktlichkeit. Es gibt aber nur zwei Vergleiche: Flüge und Autos. Wer regelmäßig (beruflich) Fliegt, weiß ,daß das viel Wetterabhängiger ist und noch einige andere Faktoren zu häufigen Verspätungen führen.
Beim Auto habe ich die Theorie entwickelt, daß, wie bei vielen anderen Umweltthemen auch, das nicht meßbare oder nicht gemessene im Bewußtsein nicht entsprechend repräsentiert ist, wenn überhaupt wahrgenommen wird. D.h. da es keinen Fahrplan für jeden PrivatPKW gibt, wird auch eine 30 min. Verspätung (z.B. von M nach F - wegen fast immer Stau auf A3 oder A9) schon von vornherein akzeptiert, von wenigen Autofahrern die pünktlich sind auch einkalkuliert, von den meisten einfach verdrängt. Oder frei nach Sartre: Der Stau das sind die anderen. Gibt die Bahn 7 min. Verspätung durch (auf die 370 km - gegenüber dem für alle transparenten Fahrplan im Aushang, im Internet oder auf der SmartphoneApp), dann rollen (fast) alle die Augen...
Das gleiche gilt übrigens für das Unfallrisiko: 5-8 tote Schafe im ICE-Tunnel sind für zwei Wochen Schlagzeilen und Sensationspresse gut. 5000 - 8000 regelmäßige Verkehrstote pro Jahr in D sind einfach sooo langweilig und selbstverständlich akzeptiert (das sind immerhin fast 20 Tote pro TAG !), daß es bestenfalls eine Randnotitz im Lokalteil eines Lokalblattes wert ist (die üblichen 'jungen Leute' die sich Samstags nach der Disko um einen Baum wickeln....). Oder wieder: Der Unfall, den bauen die anderen.
...ach ja zum Thema Job: Ich habe einen Beruf, Großkundenvertrieb, bei dem 'jeder' in D der festen Überzeugung ist, man kann ihn nur mit einem Dienstwagen vernünftig machen. Ich mache ihn seit 12 J. ohne Dienstwagen (mit einem halben Jahr Unterbrechung, bis ich meinen neue Chef überzeugt hatte, daß es doch geht). Bei Meetings mit Kollegen aus anderen Teilen Deutschlands (d.h. mit längerer Anfahrt), sind meist die zu spät, die vorher sagten, daß Anfahrt mit den Öffentlichen zu umstädnlcih ist, sie keine Zeit dafür haben, etc. Natürlich ist immer ein Stau, eine Baustelle, das Wetter, ein Unfall oder so schuld. Zwecklos zu erklären, daß es auf der Schiene fast nie Staus gibt, Schnee und Eis selten grafierend Einfluß hat und die Unfallrate im Promillebereich im Vergleich mit dem Autoverkehr liegt....
Und die Firma spart sich ca. 10-15 k€ pro Jahr oder, wenn der Arbeitsvertrag richtig ausgehandelt ist, landet die 'Car-Allowance', ggf. mit Abschlag, in meiner Tasche... :-)
Hallo Litupdra,
danke für Deinen ersten Beitrag ;-) Ich finde es super, dass Du Dich bewusst gegen ein Auto entschieden hast. Diese Ansicht findet man gerade unter jungen Leuten leider immer noch viel zu selten.
Zu Deiner Frage: ich würde mich auf die Stelle bewerben, aber nicht direkt auf den fehlenden Führerschein hinweisen. Wenn man Dich im Vorstellungsgespräch danach fragt, kannst Du das den Verantwortlichen immer noch erklären. Gute Argumente hast Du ja!
Warum der Arbeitgeber gerne Leute mit Führerschein einstellt, ist mir auch schleierhaft. Hauptsache ist doch, die Arbeitnehmer kommen pünktlich zur Arbeit. Wie gesagt, manche Leute leben halt immer noch im Gestern und sehen nicht, dass man heute auch ohne Auto problemlos zurrechtkommen kann.
Wünsche Dir viel Erfolg mit der Bewerbung.
Grüße aus Buprich, Max

