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Ich habe gar kein Auto / Allgemein

...was sind Eure Erfahrungen

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Beiträge (19 )
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green groove schrieb am 29.11.2011 um 22:53
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Absolut beste Erfahrungen, mehr Geld, mehr Zeit, weniger Sorgen (um's Auto, Wetter, TüV, Blechschäden etc. etc.) UND mehr Mobilität ! Warum ?

Autobesitz und Mobilität haben nichts miteinander zu tun, auch wenn das von der Autoindustrie und andere an diesem Interessencomplex Beteiligter (Mineralölindustrie, Werkstätten, ADAC, Verkehrsministerien) so suggeriert wird.

Erst mal gilt es die Unterscheidung zwischen Besitz und Nutung zu treffen. Schon das allein hat gewaltige Konsequenzen im (Mobilitäts-)Leben jedes Einzelnen.

Ich habe für jeden Verkehrsvorfall (ggf. sogar für jeden Teilabschnitt) die frei Wahl des (optimalen) Verkehrsmittels, weil ich nicht durch exorbitanten Fix- (Steuer, Versicherung, Wartung) und Kapitalkosten (Zinsen, WErtverlust) schon den größten Teil ins Auto gesteckt habe und damit festgelegt bin, bevor ich überhaupt den ersten Meter gefahren bin.

Wenn das Auto für einen aktuellen Verkehrbedarf wirklich das beste Verkehrsmittel ist, dann nehme ich mir eins - es gibt in Deutschland (mehr als) genug davon (50.000 Taxi, 20.000(?) Leihwagen, ca. 3000 Carsharing, ggf. das von Schwager, Schwester, Eltern, Nachbar., MFZ, MFG etc.). Die ganze Republik steht voll davon, schaut Euch doch mal in den Straßen um ;-) !

Zudem: Jeder der durch Nichtbesitz aus der 'Droge' Auto ausgestiegen ist, verliert mit der Zeit die 'Auto=Mobilitäts'-Scheuklappen ... und brauch es so gut wie gar nicht mehr. Das ist wie mit dem Rauchen. Nur die Umstellung erforder etwas, das Leben als Nichtraucher ist dann viel einfacher und leichter. Für den Umstieg hilft das Carsharing bestens.

Meine drei CarSharing Mitgliedschaften sind inzwischen nur noch 'Metadon' ...im Notschrank ... ich brauche sie nicht wirklich. Aber ich könnte halt, im Fall. Es geht nur noch um's dieses Gefühl, man könnten, wenn man wollte. Für die zwei mal im Jahr die ich Carsharing heute noch benutze, wäre tatsächlich Taxifahren billiger. Das kostet zwar pro Fahrt ein vielfaches wie das Carsharing, aber ich könnte mir die Monatsgebühr und die Kaution sparen. Aber die kosten ja auch schon nur ein Bruchteil selbst im Vergleich zu den monatlichen Kosten einer eigenen Rostlaube, geschweige den eines neueren Wagens mit allein 4-stelligem Wertverlust pro Jahr.

Fahre ich doch mal ein Auto, das nicht mir gehört, brauch' ich mich um gar nichts kümmern, außer um's fahren. Taxis, Mietwagen und Carsharing-Autos sind selten älter als 3-4 Jahre, sie werden ja, im Gegensatz zu den meisten Privat-PKWs tatsächlich genutzt. Letztere stehen ja fast nur rum und kosten hier in der Stadt auch noch Park(platz)gebühren...

Allein dafür kann ich schon 5-8 x im Monat Taxi fahren. Bisher fahre ich privat kaum 1 x im Monat, geschäftl. vieleich 2-3 mal...

Man entdeckt auf einmal, was man alles Laufen kann - und das tut auch ncoh der Gesundheit gut. Es sind mal etwas mehr als 300m ? Dann laufe ich tatsächlich mal 10 min ! Ja und ? Keine Zeit ? Dann spar ich mir aber abends gleich noch die 30 min auf dem langweiligen Laufband im Fitness-Center (ohne Frischluft !) und die 60-90€ pro Monat die das kostet gleich noch dazu. Sind mit der Tiefgarage zusammen schon 120-180€ pro Monat. Dann noch die 300-600 € Fixkosten für den eigentlichen Waagen. Da ist noch kein Meter gefahren, da kommt dann noch Öl und Benzin und sonstige Betriebskosten dazu...

Da ist dann die Deutschland-Flat für den gesamten öffentlichen Verkehr (ca. 300,- pro Monat) richtig billig dagegen (BC100). Wer richtig sparen will, kann dann gleich noch sein Wohnung kündigen und im (Nacht-)Zug schlafen ... ;-)

Apropos Benzinkosten: spielen in den Mobiltätskosten eines Durchschnittshaushaltes faktisch keine Rolle, taugen aber blendend als Aufreger-Schlagzeile in der Bildzeitung. Die verkauft dann zwei Seiten weiter um so besser ihre Anzeigenfläche an die Autoindustrie und die Regierungen richten Ihre Verkehrspolitik besser dannach aus, wollen sie demnächst nicht vom Wut-Bildleser abgewählt werden...
    green groove schrieb am 29.11.2011 um 23:05
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    ...ergänzender Fakt: PKW-Bestand Deutschland Jan. 2011: 50.902.131 (51 mio.) d.h. ca. 1 Auto für jeden erwachsenen Bewohner Deutschlands oder 152,5 Autos pro Quadratkilometer ... anders ausgedrückt, es ist in Deutschland faktisch unmöglich, den Blechkisten zu entkommen, selbst wenn man wollte.

    Warum dann so viele bei dem Gedanken, das eigene Auto abzugeben das Gefühl des Freiheitsverlusts überkommt, grenzt an eine Massenpsychose... WErbung + Sozialisation machen es scheinbar möglich...

    green groove schrieb am 29.11.2011 um 23:13
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    ...noch eine Korrektur: beim Mietwagen-Bestand fehlt noch 'ne Null: ca. 200.000

    ... nur falls noch jemand Angst hat, er bekäme nicht genug Auto, wenn er sich nicht unter den üblichen großen Opfern (bei manchen ein drittel des Monatsnettos) den Zugriff auf eins dieser seltenen Dinger durch den Erwerb von Eigentumsrechten 'sichert' ....

    esocom schrieb am 29.11.2011 um 23:18
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    Oh, es gibt so viele Argumente, z. B. dieses: Um 1 Tonne Auto zu produzieren, werden 8 Tonnen Müll erzeugt. Wer weiß, wieviel CO2?
    Die Menschen wollen alle Könige sein, in einer Senfte herumgetragen werden und dort auch noch ihr Wohnzimmer eröffnen.
    Ehrlich, mir geht - nach Rauch- und Alkoholverbot - auch der Geruch von erwärmten Essen im Zug auf den Keks. Sind die Stinker- äh - EsserInnen verhinderite AutofahreInnen?

    bstolle schrieb am 30.11.2011 um 14:17
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    Zur Zeit bin ich auch ohne eigenes Auto. Einerseits finde ich die Abhängigkeit von Bus und Bahn sehr nervig und anstrengend, zumal wenn nur jede Stunde die Bahn hin und her zockelt und durch Baustellen die Anschlusszüge nicht erreicht werden können, sich wieder ein Wahnsinniger auf die Schienen gelegt hat oder die Spur neu verlegt werden muß. Aber wenns mal läuft freue ich mich über die "zusätzliche" Zeit zum lesen oder nacharbeiten. Menschenstudien während der Fahrt bereichern auch den Tag. Leider funktioniert die Idee des Nachbarschaftsautos auch nicht verlässlich. Carsharing auf dem Land,vergiß es.
    Und jeden Tag 40 km ins Büro mit dem Rad gibt dicke Beine (schon gemacht). Es ist alles ein Kompromiß. Ideal ist nichts - vielleicht 10km per Rad ins Büro?! Es muß halt wieder irgendeine kleine Kiste her, so mit 4 - 5 Liter Verbrauch, und das nur zum Zweck, bin sonst eh der zu Fuß- und Radtyp. Statusdünkel ist mir ein Greuel und einem SUV fehlt jede Daseinsberechtigung.......

    PleinCiel schrieb am 28.12.2011 um 10:30
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    Mit günstiger Wohnungswahl (Stadt, Nahversorgung, ÖPNV-Anbindung), Fahrradanhänger und Car-Sharing (ca. 1-2x im Jahr!) kommen wir gut über die Runden. Auch 2x 40 min Bahnpendeln zur Arbeit ist - wenns denn glattgeht - willkommene Zeit zum Zeitunglesen oder Abschalten. Mein Fazit: Man kann sich organisieren, wenn man denn will (bzw. auch muss). Die meisten Sachzwänge sind vorgeschoben.
    Trotzdem gilt man im Bekannten- und Familienkreis als "Exot" - und irgendwie nerven manchmal auch die großzügigen Mitnahmeangebote - implizit ist man dann schon Bedürftiger, nur weil ANDERE meinen, sie müssten unbedingt aufs Land ziehen. Im Sommer wirds besser werden, da radeln wir hin!

    Hannilein schrieb am 28.12.2011 um 12:56
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    Ich habe leider sogar VIER Fahrzeuge (darunter ein nicht fahrbereites E-Mobil) und könnte mir, bei passenden Bedingungen, das sehr gut vorstellen, denn die Fahrzeuge stehen das ganze Jahr nur herum.

    Aber verzichten könnte ich leider nicht, denn sowohl hier, als auch auf meiner Insel (Dorf/Land) ist der ÖPNV genau für meine Bedürfnisse (Entfernung, Fahrtrichtung, Fahrtzeit, Gepäck, bzw. eingekaufte Materialien) zu 95% nicht anwendbar. Carsharing wäre auch 20 km entfernt...

    Sicherlich würde es umgerechnet u.U. günstiger und umweltfreundlicher kommen, wenn ich mir für die seltenen Fahrten ein Taxi bestellen würde, doch die Fahrzeuge sind nun mal da und meine LG will nicht darauf verzichten.

    Meine Erfahrungen damit mache ich aber grundsätzlich, denn sie bleiben meist stehen, ich benötige sie nicht für die Arbeit und wenn ich nicht mit dem Hund das Haus verlasse, dann mit dem Rad. Würde dann aber sicherlich ein Pedelec nehmen. Der City-El war damals genau dafür angeschafft worden. Nach einíger Zeit blieb auch er stehen, weil kein Bedarf. Ich bräuchte es also nicht wirklich.

    Aus den o.g. Gründen werden sie aber nicht abgeschafft - sind halt teurer, herumstehender Luxus. Aber ganz sicher ohne jeglichen Dünkel, sonst wären da nicht Picanto und Pixo dabei...

    Die Erfahrungen mit Anderen sind leider nicht befriedigend. Einer schaffte es in Frankfurt zwar sehr lange, doch nach Umzug aufs Land und mit neuer Lebensgefährtin musste ein Fahrzeug wieder her. Die Masse erhöht nicht nur die Zahlen in der Familie (= für Jeden mindestens eins), sondern nutzt sie auch noch andauernd gleichzeitig = man hat aufgegeben!

    Selbst Verwandte, die vom Land in die Stadt zogen und nur 20 m von der U-Bahn entfernt wohnen, haben wieder aufgerüstet...

    Jane_Aire schrieb am 28.12.2011 um 13:02
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    Also, zu meinem in 4 Tagen beginnenden (fast) konsumfreien Jahr (nähere Infos: siehe mein Blog) gehört natürlich auch, den Treibstoff-Konsum so gut wie möglich ein zu schränken. Nachdem ich in den letzten Jahren schon zu einem sehr sparsamen Fahrer geworden bin, ist jetzt mein Ziel noch viel seltener mit dem Auto unterwegs zu sein. Ganz auf das Auto will ich nicht verzichten, da der Transport von schweren oder sperrigen Gütern in Bus und Bahn doch sehr anstrengend sind. Worin ich allerdings in den vergangenen Wochen (so zusagen als Training für meinen Selbstversuch) Übung bekommen habe, ist zufuß gehen. Alle Strecken die unter 2 Stunden Geh-Zeit liegen und bei denen ich keine schweren Lasten tragen muss (bis 10 Kg im Rucksack sind ok) habe ich in den letzten Wochen schon zu Fuß absolviert und ich habe gemerkt, das es mir gut tut mich zu bewegen und auch mal nass zu werden.

    MarionL schrieb am 29.12.2011 um 18:10
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    Hallo Jane_Air,
    2-Stunden-Gehzeit ist toll, da bin eher nur bei bis 2 km(außer ich habe wirklich viel Zeit), dann Fahrrad bis 1 Std. und sonst möglichst Bus, Bahn. Weil ich auch noch ein Auto habe, habe ich mir als Jahreslimit festgelegt, mit 3 Tankfüllungen auszukommen und schaffe das auch seit 2 Jahren. Hast du weniger?

    Jane_Aire schrieb am 29.12.2011 um 18:55
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    Hallo Marion,
    ersteinmal danke für den luftigen Nachnamen! :D
    Ganz ehrlich bin ich noch nie auf die Idee gekommen die Tankfüllungen mit zu zählen. Dennoch bezweifel ich, dass ich bei nur 3 Tankfüllungen im Jahr bleibe (wäre aber ein realistisches Ziel für 2012). Besuche hin und wieder meinen Opa, der leider in einem Altenheim wohnt, zudem keinerlei ÖPNV führt. Es fahren 2 mal am Tag Busse dahin (bzw. weg). Ich könnte mit der Bahn (1,5Std Fahrzeit) zu einem Bahnhof fahren und von dort aus mit dem Taxi oder (was dann auch meine Kräfte übersteigen würde) zu fuß weitere 15 Km zu ihm fahren/gehen. Das Auto das ich benutzte ist das von meinem Opa, der es jetzt nicht mehr braucht. Ich darf das Auto unter der Voraussetzung nutzen, das ich ihn hin und wieder besuche. Deshalb finde ich es in Ordnung, wenn ich hin und wieder mit dem Auto zu ihm fahre. Wobei ich auch bei diesen Touren versuche dann so viel wie möglich mit einander zu verbinden. So besuche ich an diesen Tagen dann auch meine anderen Großeltern. Das kommt wiederum einem Großeinkauf gleich, weil meine Oma mir immer den Kofferraum mit Lebensmitteln aus ihrem Keller voll läd (aber nicht verraten! Mein Opa weiß davon nix! ;D).
    In jedem Fall werde ich ab sofort mein Tankverhalten genauer dokumentieren und dann Bilanz ziehen. Danke für die Anregung!

    MarionL schrieb am 30.12.2011 um 20:34
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    Jane_Aire ..(ich habe immmer Air gelesen :-)) ..15 km dann noch gehen - da kann ich verstehen, wenn du das Auto nimmst...Gut, in 12 Monaten frage ich nach, wie viele Füllungen es waren - und strenge mich selbst wieder an, weil jetzt habe ich es auch gerade wieder so geschafft...


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