Ich bin Utopia / Utopia > Welt
Utopia und der globale Turnaround
Für mich stellt sich die Frage, wie wir im Kontext von Nachaltigkeit als Ziel mit den Ambivalenzen umgehen. Ich verstehe, dass es immer ein Spagat bleibt, einerseits Menschen dort abzuholen wo sie gerade stehen und andererseits eine relative große Vision zu verfolgen, deren Weg immer nur gerade einen Schritt weit beschrieben werden kann. Hinzu kommt, dass wir nicht einmal wissen, wie viele Schritte genau noch gegangen werden müssen um irgendwo anzukommen.
Meine Vermutung ist, dass es diesen Zeitpunkt nie geben wird, weil sich die Erde immer weiter dreht und sich ihr Gesicht ständig verändert, und das auch ohne unser zu tun. Daraus folgt für mich, dass dieses Ziel "Nachhaltigkeit" kein absolutes sein kann bzw. gar nicht Ziel sein kann. Vielmehr bedeutet Nachhaltigkeit für mich ein Prozess, eine Strategie mit den ständigen Veränderungen umgehen zu können und Leben auf der Erde weiterhin möglich zu machen. Das Ziel hieße also die Existenzsicherung (nicht nur für Menschen) durch nachhaltiges Handeln.
Ich persönlich finde die Formulierung Nachhaltigkeit bzw. nachhaltige Entwicklung als Ziel z.T. problematisch, weil es suggeriert, dass es ein Anfang und ein Ende, oder ein unten und oben gäbe und ein altes modernisierungstheoretisches Konstrukt einer Weltenteilung aufrecht erhält, in der wahlweise 1-3 Welten, eine Westliche und östliche Welt oder Länder des Nordens und des Südens abgegrenzt werden.
In der Entwicklungspolitik hat sich zurzeit letztere Abgrenzung durchgesetzt. Doch gibt es inzwischen neuere Tendenzen sich auch von dieser Kategorisierung zu lösen und durch „eine Welt“-Konzepte zu ersetzen. Das ist eine wichtige Debatte im Kontext von Nachhaltiger Entwicklung, weil sie politische Entwicklungsziele und -konzepte grundlegend hinterfragt und auf die Interessens- und Einflussungleichgewichte hinweist.
Wenn wir hier also von Nachhaltigkeit als Ziel sprechen, dann sollten wir also auch ein Entwicklungs- und Weltenkonzept diskutieren und nicht so tun als ob wir durch die Wahl anderer Produkte schon das nötigste getan haben. Dass das ein nicht abgeschlossener Prozess ist, möchte ich nicht leugnen. Nur kommen wir nicht umhin, wenigstens das Ziel unserer Mitstreiter zunächst mal abzufragen und abzugleichen mit den eigenen. Wenn Utopisten_innen hier also bei konkreten (Werbe-)Aktionen kritisch nach den Zielen von Unternehmen fragen, dann weil sie genau das abgeglichen wissen möchten. Daraus folgt auch, dass Unternehmen ohne die Formulierung der eigenen Ziele nicht auskommen. Nur dann kann ich entscheiden, ob ich die eine oder andere Unternehmensstrategie unterstützen möchte oder nicht.
Im Moment fällt es auch mir schwer gemeinsame Schnittpunkte mit z.B. den Unternehmen OBI oder IKEA zu sehen, weil sie ihre Ziele entweder nicht konkret formuliert haben oder/ und konträr zu diesen handeln.
Wahrscheinlich wird es immer Ambivalenzen geben, weil weder Menschen noch andere Lebewesen gleich sind. Diversität ist was den Planeten Erde charakterisiert und das ist was ich gerne respektiert sehen möchte. Auch das gehört für mich zum Begriff der Nachhaltigkeit und findet sich auch im Brundlandt-Bericht wieder. Daraus folgt für mich aber auch, dass es keine grenzenlose Freiheit gibt. Utopia hilft mir und anderen durchaus diese Grenzen zu erforschen. Dafür schätze ich Utopia.
Ich befürworte es, wenn Unternehmen anfangen sich mit dem großen Begriff der Nachhaltigkeit zu beschäftigen und eine Haltung dazu entwickeln wollen. Utopia gibt ihnen dafür eine Plattform. Damit bin ich grundsätzlich sehr einverstanden. Ich würde mir aber wünschen, dass Utopia diesen Unternehmen auch klar macht, dass es ohne klare Zielformulierung nicht geht. Ich würde mir wünschen, dass Utopia seine eigenen Ziele öfter abgleicht mit denen der Unternehmen, die Utopia hier bewirbt und ggf. Konsequenzen zieht.
Wo genau da die Trennlinie verläuft mag vor dem Hintergrund einer komplexen Welt nicht immer eindeutig sein. Aber ab einem gewissen Punkt muss jede_r mal Position beziehen. Alles andere wäre profillos.
Mir ist oft nicht ganz klar was Utopia mit „Gemeinsam für den globalen Turnaround“ meint und welchen Interessen Utopia Vorrang gibt, was Utopia von der Community erwartet und wo Utopia sich selber sieht. Ich wünsche mir, dass Utopia öfter klarer Position bezieht, als es bisher geschieht, und mehr Profil zeigt; die Trennlinie zwischen erträglicher Ambivalenzen und unvereinbaren Widersprüchen schärfer macht.
__________
Nachtrag: weiterführende Beiträge und Diskussionen zum Thema
- Gute Frage von Hanilein: Wie lange dauert eigentlich "nachhaltig"?
- Obi Testaktion: Produkttest Wandfarbe
- Eine Begriffsannäherung von Lukita: Lexikon der Nachhaltigkeit | Ziele und Wege | Nachhaltigkeit Definition
- Utopia Selbstdarstellung: Wieso, weshalb, warum?
- Das Changemaker-Manifest - Eine Selbstverpflichtung für Unternehmen auf Utopia: Warum noch ein Manifest?
- Wer sind die Changemaker auf Utopia und warum: Neue Deutschland AG
- Was Claudia Langner sich von der Utopia-Community wünscht: "Wir müssen reden"
- Der Deutsche Nachltigkeitskodex für Unternehmen, vorgestellt vom Rat für Nachhaltige Entwicklung
Bei der Formulierung eines Ziels oder einer Zielvorgabe hätte ich so meine Probleme. Da ein Ziel für mich eine punktuell erreichbare Situation darstellt. Wenn ich dagegen von Werten oder Wertemusteren spreche ergeben sich unter Umständen bei verschiedenen Wertesystemen Überschneidungen ohne, dass sie das selbe Ziel verfolgen.
So können sich zum Beispiel Wertebereiche eines Unternehmens mit meinen überlagern ohne das ich mit dem Unternehemn in allen Bereichen Konform gehe.
Vieleicht wäre es eine Hilfe den Begriff "Nachhaltigkeit" in Einzelfassetten zu zerlegen, im Sinne von "was partizipiert mit dem Begriff Nachhaltigkeit?"
Durch eine Aufgliederung kann ich dann mein Wertesystem mit dem eines Unternehemens vergleichen und beurteilen.
Für mich stellt ein Ziel, dass Nachhaltigkeit heißt nur eine leere Worthülse dar, die wertlos ist solange sie nicht mit konkreten Inhalten gefüllt ist.
Soweit emmaradio verstehe, meint sie mit einer Zielvorgabe gerade nicht eine Art Endziel sondern Etappenziele zu mehr Nachhaltigkeit. Und sie rechnet damit, dass es immer (unendlich) weitere Etappenziele geben muss, da sich die Welt immer im Wandel befindet und alles sich daran anpassen muss.
Werte sind schön und gut, aber um die Umsetzung/Einhaltung der Werte zu messen, brauche ich etwas konkretes, also einen Zustand (Ziel) den ich mit meinen Werten und dem vorherigen Zustand abgleichen kann. Sie kritisiert, dass es gerade hier bei einigen Unternehmen auf Utopia (und ein wenig auch bei Utopia selbst) mangelt. Und sie erklärt, wie dieser Mangel zu verstärkter Kritik an den besagten Unternehmen führt.
Die UtopistInnen lassen es den Unternehmen einfach nicht durchgehen sich nicht festlegen zu wollen und dass muss Utopia akzeptieren. Besser wäre es natürlich, wenn Utopia die Unternehmen dazu brächte sich auf messbare Ziele festzulegen.
Danke emmaradio für deinen Beitrag! Ich finde, du hast das sehr gut beschrieben.
Ich nicke zustimmend bei emmaradio und auch meinen beiden Vorschreibern!
Für mich stellt sich in vorderster Linie immer die Frage nach der Transparenz von Unternehmen, wie und wo sie genau ihre Produkte herstellen und was für Zwischenwege von Herstellung bis Endverbraucher stattfinden. Ist die Transparenz mit Ehrlichkeit und Differenziertheit verbunden, kann ich erst richtig entscheiden, je nach meinem eigenen Wertesystem. Und da auf diesen Wegen viele Täuschungen zwecks Produktetablierung stattfinden, sind Anstrengungen in Hinsicht Transparenz eminent wichtig.
Dude, das hast du sehr gut wiedergegeben, genauso meine ich es. Besser hatte ich es nicht zusammenfassen können und ich bin froh zu lesen, dass ich mich offenbar nicht völlig unverständlich ausgedrückt habe ;-)
Richard-Burgenländler schreibt: "Für mich stellt ein Ziel, dass Nachhaltigkeit heißt nur eine leere Worthülse dar, die wertlos ist solange sie nicht mit konkreten Inhalten gefüllt ist." Egal ob Ziel oder Weg, konkret und machbar soll es sein. Genau das vermisse ich. Zwischenziele dürfen auch sein, na klar. Müssen sogar sein, denn Etappenziele helfen, wie Dude beschreibt, das Handeln auch zu messen, geben Orientierung.
Und Grünebine ergänzt: " Ist die Transparenz mit Ehrlichkeit und Differenziertheit verbunden, kann ich erst richtig entscheiden, je nach meinem eigenen Wertesystem." Das sehe ich ganz genauso.
Ich kann allen und allem nur Zustimmen. Vieleicht hab ich mich auch etwas unbeholfen ausgedrückt. Ich versuchs nochmal.
Ein Unternehmen wie zB OBI will Nachhaltigkeit auf seine Fahnen heften und macht das indem es Farben und Laminatböden testen läßt. So weit so gut.
Mir wäre eine Aufstellung ( Wertesystem) in Form von (siehe unten ) lieber:
Produktopalette
X % unserer Produkte sind mit dem Blauen Engel zertifiziert
Y % unserer Produkte sind fair trade gehandelt
XY % unserer Produkte sind ohne Kinderarbeit hergestellt
YX % unserer Produkte sind regional hergestellt
XYZ % unserer Produkte sind .....
Gebäude
Wir beziehen zu X % Ökostrom
Wir heizen zu X % mit Biomasse
Wir bauen zu X % ......
Belegschaft
Die Angestellten sind nach X Vertrag angestellt
Überstunden werden zu X % ausbezahlt
Weiterbildung ...
Auserordentliche Sozialleistungen (zB Kindergarten, Betriebswohnungen)
....
Gewinne
X % des Kapitalüberschusses wird für den Bau von Schulen in XY aufgewendet
Y % des Kapitalüberschusses dient zur Forschung neuer biologischer Materialien.
XY % ......
Diese Aufstellung läßt sich beliebig verlängern . Vieleicht wäre so eine Liste auch ein Anfang, Betriebe in die Pflicht zu nehmen, oder für Unternehmen auch eine Standortbestimmung.
Nach so einer Aufstellung können meinet wegen auch verschiedene Produkte getestet werden
Sehr wichtige Diskussion. DANKE euch sehr!
DIES macht Utopia lesenswert!
grüne Grüße Gabi
Danke für diesen Diskussionsstrang.
Mir gefällt der Begriff "Schärfung des Profils"
Der Wunsch, dass Utopia sein Standing gegenüber den Unternehmen ausbaut, ist für mich im direkten Zusammenhang zu sehen, dass die Community qualifiziert, konkret und kreativ die Plattform mit Meinungen, Wissen und Ideen unterstützt und füllt.
Gute Neues Jahr.
Was mir bei Utopia über all die schönen Neugeist-Begriffe wie Visonssuche, Changemaker, Turnaround total untergeht, das ist die Würdigung, daß die wahren Changemaker schon seit Jahrzehnten mehr oder weniger erfolgreich nachhaltige Produkte auf den Markt bringen.
Diese wahren Pioniere haben ein enormes KnowHow geschaffen und die Hürden recht hoch gehängt.
Was ihnen z.T. fehlt (oder lange gefehlt hat), war/ist eine Form der Außendarstellung, die die breite Masse erreicht und bewegen kann.
Solche Firmen verstärkt bei Utopia mit ins Boot zu holen, fände ich sehr wichtig und sicher wäre es auch für alle Seiten fruchtbar.
Aber Utopia betreibt ja die Strategie der großen Hebel, möchte dort Ansetzen, wo die Massen zu erreichen sind.
Das mag auf der einen Seite sinnvoll erscheinen.
Die Hürden, die ein Produkt bei den Pionieren erfüllen muß, um als Nachhaltig zu gelten, mögen ja für die breite Masse wirklich zu hoch sein.
Nicht jeder hat Zeit und Lust sich weltanschaulich mit Demeter beschäftigen oder damit, was eine wirklich nachhaltige Wandfarbe ausmacht.
Die Kommunikation und die Verwaschung des Produktes Nachhaltigkeit, wie wir sie hier z.T. bei Utopia-Partnerfirmen erleben, ist allerdings oft deutlich unter Boden-Niveau.
Das ist nicht alleine ein Phänomen von Utopia + Partnerfirmen, sondern es ist Zeitgeist.
Alles muß billig und einfach sein und schnell gehen.
DON'T MAKE ME THINK lautet ein Kredo im Marketing der Gegenwart.
Damit, daß sich die Produkte einfach und schnell verarbeiten lassen, punktet OBI nun auch bei den Testern, wie man immer wieder rauslesen kann.
Die Frage, wie nachhaltig die Produkte w i r k l i c h sind, bleibt leider auch auf mehrfache Nachfrage unbeantwortet.
Was sind die konkreten nachhaltigen Zielen der Utopia-Partner-Firmen?
Ich kann z.B. bei OBI auch beim besten Willen keine wirkliche Zielsetzung in Punkto Nachhaltigkeit erkennen.
Das Ziel von OBI ist es (in schon peinlicher Deutlichkeit), sich auf billige Weise zu profilieren, indem sie Produkte testen und darüber schreiben lassen.
Ehrlicher Austausch über die Produkte ist entweder nicht gewollt, oder nicht gekonnt.
Wie ernst es OBI damit ist, Nachhaltigkeit als großes Anliegen in der Firma zu verankern, wird schon dann klar, wenn man auf der von Verdi eingerichteten Blobspot-Seite für OBI Mitarbeiter liest, daß diese von der Utopia-OBI-Aktion erst über den Utopia Watchblog erfahren haben.
Von Utopia würde ich mir eine Kommunikation wünschen, die g e g e n den Zeitgeist dafür wirbt, daß echte Nachhaltigkeit nicht billig, einfach und schnell zu haben ist.
Billige und einfache Schnellschüsse wie die OBI-Produkttest-Aktion bringen dem Begriff "Nachhaltigkeit" mit Sicherheit langfristig mehr Schaden als Nutzen.
Wünschen würde ich mir auch einen engeren Schulterschluss von Utopia zu Fachleuten, um gemeinsam aus den Erfahrungen der letzten Jahrzehnte + den Notwendigkeiten der kommenden Jahrzehnte klar definierte Nachhaltigkeitsziele zu formulieren (eine Art "Stand der Technik" der Nachhaltigkeit), an denen sich die verschiedenen Branchen dann verbindlich orientieren können, wenn sie Aktionen wie den OBI-Produkt-Test planen.
Oder wo das nicht möglich ist, bzw. wp solch klaren Standards bereits existieren (z.B. Bio-Seigel), eine klare Informationspolitik seitens Utopia, welche Siegel gibt es (z.B. für Wandfarbe), welche sind marktübliche Mindeststandards (z.B. Blauer Engel) und reicht es diesen Standard zu erreichen oder ist das Ziel höher gesetzt?
Oben schreibt Emmaradio "Für mich stellt sich die Frage, wie wir im Kontext von Nachaltigkeit als Ziel mit den Ambivalenzen umgehen".
Diese Frage ist für mich z.T. eine sehr öffentliche ("wie ist der Stand der Technik, was bringt wirklich was?") und z.T. eine sehr persönliche:
("Wie setze ich meine Werte, stemme ich mich gegen den Zeitgeist bis zur Erschöpfung oder schwimme ich einfach, schnell und billig mit?")
Diese Frage kann nur von jedem persönlich situationsgerecht in jeder Minute neu beantwortet werden.
Und genauso muß sie mindestens bei jeder neuen Aktion von Utopia und von den Partner-Firmen neu beantwortet werden.
Ich möchte noch mal betonen, dass ja bereits ein paar sinnvolle Konzepte und Strategien für Unternehmen entwickelt und kritisch diskutiert wurden, auch auf Utopia. Dazu gehören u.a. das Utopia Changemaker-Manifest oder der Deutsche Nachhaltigkeitskodex des Rats für Nachhaltige Entwicklung. Letzteres beurteile ich als das strengere und breitenwirksamere, beide liefern durchaus konkretere Handlungsziele und wurden u.a. von Utopia mitgestaltet und umgesetzt. Das Rad muss also nicht neu erfunden werden.
Dass Utopia keine formale Prüfstelle sein will und kann, ist nachvollziehbar. Den Realitätscheck übernehmen indes kompetente Utopisten und/ oder andere Organisationen. Ob das reicht? Ich bin da unentschlossen. Unternehmensselbstverpflichtungen müssen nicht unbedingt leere Versprechungen bleiben, dafür gibt es heir genügend postive Beispiele. Andererseits entscheiden erst Kontrolle und Langzeit-Monitoring über den Wirksamkeit solcher Kodizes. Und genau das fehlt mir häufig. So auch bei den hier genannten Unternehmen.
Auf jeden Fall gehört zu einem effektiven Nachhaltigkeitsmanagement neben der Transparenz und Monitoring nicht zuletzt ein entschiedener Handlungswille; die Bereitschaft eines Unternehmens Kritik anzunehmen und umzusetzen; Soweit meine Erwartungen an ein Unternehmen.
"Don't make me think"-Strategien gehen nicht auf, damit kann kein nachhaltiges Handeln erziehlt werden, denn die Welt I S T kompliziert. Konsumenten_innen müssen sich also äußern; sich selbst informieren; ggf. auf Defizite und Alternativen hinweisen; den Kontakt suchen zum Unternehmen. Darin liegt unser aller Verantwortung. Auch dafür bietet Utopia eine Plattform. Utopia sollte jedoch nicht vermitteln, dass mit der Utopia-Briefmarke das Selberdenken überflüssig wird. Allein nur strategischer zu kaufen ist mir zu passiv und hat mit globalem Turnaround wenig zu tun.
Zu den von Maria L. angesprochenen großen und kleinen Hebeln, fällt mir die Magazin-Serie ein, in der verschiedene Utopisten und ihre kleinen und großen Schritte Richtung nachhaltiger Leben und Arbeiten vorgestellt werden. Davon hätte ich gerne mehr. Darunter finden sich nämlich echte Pioniere des nachhaltigen Unternehmertums, die zu aktivem Handeln inspirieren.
Sicher brauchen sowohl kleine als auch große Hebel Aufmerksamkeit. Darauf können wir uns wohl alle einigen.
"Den Realitätscheck übernehmen indes kompetente Utopisten und/ oder andere Organisationen."
Meiner Meinung nach reicht es nicht.
Z.B. in Bezug auf das Laminat habe ich keinerlei Fachwissen.
D.h. mein Realitätscheck kann nicht weiter gehen, als bis: Ohne detailliertere Kenntnisse über das Laminat kann man sich kein Bild machen über seine Nachhaltigkeit.
Ein echter Realitätscheck müßte aber umfassen: Welche vertrauenswürdigen Label gibt es für Laminat, welche hat der OBI-Boden, was bringt der Engel ect. Das kann und will ich nicht bieten.
Andere Organisationen meinst Du? Auch die Siegel?
Die sollten auf jeden Fall ausführlich behandelt werden.
Das wäre aber Aufgabe von Utopia bzw. von den Firmen, wie z.B. OBI. Von OBI erwarte ich, daß man sich mit den verfügbaren Siegeln beschäftigt hat und Gedanken gemacht hat, warum das Test-Produkt nachhaltig ist. Dieses Wissen dürfte OBI ruhig mit uns teilen...wenn das nicht passiert, kommt der Verdacht auf, OBI geht nur nach dem Blauen Engel und hat weiter keinen Ehrgeiz.

