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Baumsparvertrag??

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oschwoin
schrieb am 02.02.2008 um 01:00

Hallo! Hat jemand hiermit schonmal Erfahrungen gemacht??
http://www.forestfinance.de/index.php?id=127
Was haltet ihr davon??

MfG Oliver

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    ClaudiaSch
    schrieb am 06.04.2008 um 17:02

    Oliver, ich glaube, du hast den falschen Link gepostet.
    Den Überblick über den BaumsparVertrag findet man unter
    www.forestfinance.de/Baumsparvertrag.34.0.html?

    Dort steht auch, um was es sich dabei handelt:
    ?Für Ihre monatlichen Sparraten von 30,- ? werden pro Jahr
    mindestens zwölf Bäume in Panama gepflanzt und bis zur Ernte in 25 Jahren gepflegt.
    Zurück bleibt ein vielfältiger, dauerhafter tropischer Mischwald.
    Aus der Vermarktung ausgewählter Edelhölzer entsteht
    eine lukrative Rendite von prognostizierten ca. 9,65 Prozent
    ."

    Über das Unternehmen Forest Finance wird sehr häufig positiv berichtet:
    Ich fand 447.000 Google-Treffer.
    Ökoexperte Max Deml, u.a. ?Öko-Invest?-Herausgeber, hält Forest Finance
    für ?einen der seriösen Spieler auf diesem Markt?.

    ?Das Unternehmen kalkuliere sehr vorsichtig; es setze zudem
    auf verschiedene Holzarten und mache sich nicht vom Teak abhängig
    .?

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    Gottfriedsen
    schrieb am 06.04.2008 um 21:40

    Baumsparvertrag. Tolle Erfindung.:mad:
    Kann man nicht mal vor der Haustür bleiben?
    Oder ohne dicke Rendite Bäume wachsen lassen?

    Man kann !

    Aber doch bitte nicht mit tollen Fondsmanagern, die in Honduras, Panama, Nicaragua oder sonstwo "Wald" machen wollen, der auch noch satte Renditen abwerfen soll? Frei nach dem Motto : Geld beruhigt, in jeder Hinsicht.....

    Irgendwas kann da nicht stimmen. Wenn alles so rosig wäre, würden es die, die aus viel Geld schon immer noch mehr Geld gemacht haben, längst tun. Tun die aber nicht. Im Gegenteil! Gerade in diesen Regionen wird viel mehr mit Abholzung für Soja oder Viehweide verdient. Sollte zu denken geben.

    Schlage daher vor :

    Bleibe im Lande und rege dich redlich.
    Möglichkeiten gibt es genug. Wer im Kleinen wirklich was Gutes für unser Land tun will, sollte mal auf site : www. ein-baum-fuer-dich.de gehen. Ist noch nicht ausgereift, aber ein guter Ansatz. Wer richtig investieren will und kann, sollte sich an den Forstminister in Schleswig-Holstein wenden. Dort will man im Rahmen eines Klimaprogramms u.a. rd. 26.000 ha aufforsten. Hieße : Ich kaufe Land und lasse mir den zu schaffenden Wald vom Land Schleswig-Holstein bezahlen(Tun die wirklich). Das nenne ich eine GUTE Idee. Denn so schafft man Werte, für sich und alle. Und vor der Haustür.

    Klar, dass der neue Wald gesät :) werden muss. Pflanzen tun nur Baumvergewaltiger. Mehr dazu auf www.waldsaat.de.

    Vielleicht gibt es ja doch irgendwann einmal einen richtigen UTOPIA-Wald??

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    ClaudiaSch
    schrieb am 07.04.2008 um 19:26

    Lieber Gottfriedsen,
    selbstverständlich kann man auch "ohne dicke Rendite Bäume wachsen lassen".
    Beim Baumsparvertrag wird nachhaltige Forstwirtschaft betrieben:
    Brachflächen werden mit über 50 Baum- und
    Straucharten zu artenreichen Mischwäldern aufgeforstet.
    Diese werden umweltfreundlich nach FSC-Kriterien bewirtschaftet.
    Dagegen kann eigentlich niemand etwas haben.

    Auch nicht kritisieren kann man, das tropische Forstwirtschaft
    wegen des vielfach schnelleren Baumwachstums und der höheren
    Preise für Edelhölzer deutlich höhere Erträge als in Deutschland erzielt.

    Es mag sein, das einige "in diesen Regionen viel mehr mit Abholzung für
    Soja oder Viehweide
    " verdienen.
    Nur: Warum spricht dies deiner Meinung gegen den BaumSparVertrag ?
    Oder sollen wir besser in Regenwald-Abholzung und
    anschliessenden Soya- oder Zuckerrohranbau investieren ?


    Die Abholzung der Regenwälder hat einen Anteil von 20 bis 30 Prozent am
    gesamten vom Menschen verursachten Treibhauseffekt.
    Mit ein paar Bäumchen in Deutschland kann man sowas nicht aufhalten.
    Mit der gleichen Geldmenge kann man in den Tropen
    ein Vielfaches mehr an Klimaschutz erreichen
    .

    Und wenn dies mit nachhaltiger FSc-Forstwirtschaft geschieht
    und diese auch noch sehr rentabel ist, ist es doch kein Nachteil.


    Nur wenn man
    - vorhandenen Regenwald sichert,
    - illegalen Holzhandel verhindert und zudem
    - nachhaltige Forstwirtschaft in den Tropen fördert,
    kann man die Regenwaldvernichtung aufhalten.

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    Gottfriedsen
    schrieb am 07.04.2008 um 21:43

    Lieber Gottfriedsen,
    selbstverständlich kann man auch "ohne dicke Rendite Bäume wachsen lassen".
    Beim Baumsparvertrag wird nachhaltige Forstwirtschaft betrieben:
    Brachflächen werden mit über 50 Baum- und
    Straucharten zu artenreichen Mischwäldern aufgeforstet.
    Diese werden umweltfreundlich nach FSC-Kriterien bewirtschaftet.
    Dagegen kann eigentlich niemand etwas haben.

    Liebe ClaudiaSch, hast, wenn man das so beschreibt, Recht. Aber :

    Wenn man sich ForestFinance und FuturoForestal näher ansieht, stellen sich doch einige Fragen :
    - Nirgends in den dortigen Infos bekommt man genaue und eindeutige Zahlen.
    - Man forstet mit 400(Ernte)-bäumen je ha auf? Normal wäre mindestens das 10-fache.
    - Man hat bislang (in fast 20 Jahren) erst 650 ha so aufgeforstet?
    - Auf dieser Fläche arbeiten 80 Festangestellte mit Monatskosten von mindestens 16.000,- = fast 200.000,- p.a..
    - Es arbeiten 10 und mehr Deutsche hier für die Firmen. Die sind auch nicht kostenlos.
    - Firmenchef von beiden Firmen ist ein Deutscher.
    - Der Wald dort wächst 5 !! mal schneller?? Bei nur doppelter Vegetationszeit auf ausgelaugten Böden?
    - Ein Hektar Land (mit Wald?) kostet mal 15.000,- mal 22.750, mal 16.500 Dollar?
    - Für 360,- Euro p.a. kann man 12 !!! Bäume für 25 Jahre kaufen?? Das wären pro Baum dann in diesem Zeitraum mindestens 750,- (ohne weitere Zinsberechnungen).
    - Bei prognostizierten Renditen (diese schwanken zwischen 7 und 15 %) müßte ein Baum mehr als 1.000,- erlösen. Das hieße er müsste bei abenteuerlichen, dort genannten 200,-/FM Holznettoerlös in der kurzen Zeit mindestens 5 FM Nutzholz erzeugt haben. Das kann nicht mal GOTT.
    - In 2007 hat man mehr als 2,5 Mio. eingenommen. Wo sind die, wieviel Wald ist daraus entstanden?

    Soviel, zu dem, was man aus den internet-Seiten der beiden Firmen rauslesen kann. Wenn man will und ein wenig fachlichen Hintergrund hat. Ich will nicht behaupten, dass meine statements 100%-ig (mathematisch)korrekt sind. In Mathe war ich nicht die große Leuchte.
    Aber ein wenig aus dem Wald, wenn auch weit weg, weiß ich auch.

    Deinen weiteren Aussagen in Deinem Beitrag stimme ich weitgehend zu. Nur : Wir können hier richtig guten Wald für 500,-/ha zzgl. Landkosten machen. Der wächst zwar nur halb so schnell wie drüben, aber unsere Edelhölzer bringen ein wenig mehr. Tropenholz brauchen wir hier wirklich nicht. Wird nur genommen, weil es BILLIGER ist. Wesentlich BILLIGER.

    Liebe ClaudiaSch, ich hoffe, ein wenig zum Verständnis beigetragen zu haben.

    Nicht alles, was grün oder gut aussieht und mit schönen Bildern und Zahlen wirbt, muss auch TOP sein. Selbstverständlich ist der Grundansatz von Herrn EKE lobenswert. Nur: Was er und seinesgleichen (und ich und meine Kollegen hier in Europa hier) auch immer aufforsten, die Abholzung ist wesentlich schneller. Bislang etwa 10 mal. Den global bisher verschwundenen Wald, gerade in den originären Urwaldregionen kann man nicht so einfach wiederherstellen. Nicht in der Dimension, wie auch rein biologisch nicht. Denn dort ist die Ökologie viel komplizierter als hier. Oft läßt sich Wald wahrscheinlich NIE wieder ansiedeln.

    Wollte Dich dennoch nicht desillusionieren.

    Ich mache auch trotzdem weiter und säe Bäume in "meinen" Wald, so viel es nur geht. Wäre schön, es könnten mehr sein.............

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    founder
    schrieb am 08.04.2008 um 09:27

    Einige male las ich schon, daß die gepflanzten Bäume verdorrt sind. Wo schon was wächst ist das Land schon genutzt, wo es eigentlich ungeeignet ist, kommen neue Projekte.

    Um ernsthaft mehr CO2 durch Bäume zu binden, könnte es nötig sein zu Bewässern. Der derzeitige Stand der Technik in der Meerwasserentsalzung ist 2,5 kWh pro Kubikmeter. Dann benötigt man noch Strom für die Pumpen das Wasser dorthin zu befördern wo es gebraucht wird.

    Aus diesem Strombedarf ergibt sich als Grundregel

    http://wohnen.pege.org/2008-energie/wueste.htm

    1ha + 80m² Photovoltaik = 500mm Bewässerung pro Jahr

    Aus dieser ersten Kostenschätzung für eine künstliche Bewässerung um mehr CO2 über Biomasse zu binden, ergibt sich folgende Preisliste für CO2 emitierende Aktivitäten

    http://wohnen.pege.org/2008-energie/co2-kohlendioxid.htm

    Und das faszinierende an der Rechnung wenn man diese als Ansatz für eine CO2 Besteuerung hernimmt, es sind praktisch identsiche Größenordnungen zum Ansatz CO2 Steuer statt Sozialversicherung, eine Grüne Vision, die von der Bildzeitung mit "Grüne fordern 5.-DM Benzinpreis" niedergemacht wurde.

    http://politik.pege.org/2008/co2-steuer-bemessung.htm

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    Winne2
    schrieb am 08.04.2008 um 20:16

    Lieber Utopisten-Kollege Gottfriedsen, ich fand deine Beiträge zufällig beim Stöbern. Ein paar Anmerkungen dazu (achja, um mich gleich zu outen ich bin in der realen Welt unter Harry Assenmacher, Geschäftsführer der ForestFinance bekannt...):

    - Nirgends in den dortigen Infos bekommt man genaue und eindeutige Zahlen.

    Hmmm, das kann ich natürlich nicht ganz nachvollziehen denn wir bemühen uns redlich alle Kalkulationen nachvollziehbar darzustellen. Interessenten, die FRAGEN haben, obwohl sie unsere Internetseiten UND schriftlichen Infos gelesen haben - bekommen diese auch. Natürlich sind wir nach all den Jahren "betriebsblind" und viele Dinge sind für uns selbstverständlich. Dennoch kommen solche inhaltlichen Fragen recht selten. Auch von professionellen Investoren die standartisierte "Checkprogramme" haben nicht. AUch diese - nicht ganz Dummen und Naiven - können wir, was Information anbelangt zufrieden stellen. Übrigens: Es gibt auch viele Interessenten, die sich GEGEN ein Investment bei uns entscheiden.


    - Man forstet mit 400(Ernte)-bäumen je ha auf? Normal wäre mindestens das 10-fache.

    Ich weiss nicht woher du diese Information hast. Wir forsten mit ca. 1.100 Setzlingen pro Hektar - eine Pflanzdichte, die in der tropischen Forstwirtschaft dem gegenwärtigen Standart entspricht. Ich weiss in der ehemaligen DDR hat man bis zu 10.000 Setzlinge (Kiefer) pro Hektar gesetzt. Aber das ist a keine tropische Försterei und auch industrielle ForstwirtschaftB][/I]

    - Man hat bislang (in fast 20 Jahren) erst 650 ha so aufgeforstet?

    Auch hier weiss ich nicht woher die Info stammt. Wir forsten seit elf Jahren. In der Tat haben wir am Anfang - vermutlich wie du - aus unserem nicht vorhandenen privaten Taschengeld, mit Geld und Spenden von Freunden angefangen. Manches Jahr nur 30 Hektar. Das wir heute 2007 allein über 350 Hektar aufgeforstet haben empfinden wir als einen grossen Fortschritt. Viel zuwenig wald natürlich - wie bei dir. Aber immerhin. Insgesamt haben etwas über 1.000 Hektar nun in Panama. In diesem Jahr kommen wieder rund 500 dazu - immer noch viel zu wenig im Vergleich zur Abholzung von kostbarem PrimärUrwald. Wir sehen das hier jeden Tag vor Ort.

    - Auf dieser Fläche arbeiten 80 Festangestellte mit Monatskosten von mindestens 16.000,- = fast 200.000,- p.a..

    Auch hier stimmt weder die Zahl der Angestellten, noch die Summen. Grundsätzlich aber: Wir finden es mehr als legitim sozialversicherte Dauerarbeitplätze in diesen Ländern zu schaffen. DAS ist ein wesentlicher politischer, ethischer und sozialer Punkt. Die Menschen hier brauchen diese ökologische Perspektive, sonst reissen auch sie den Wald weg, um Vieh zu züchten, Subsistenzwirtschaft oder Sojananbau zu betreiben. Von der Vertreibung indigener Völker mal ganz abgesehen... Wir werden jedenfalls nicht zur hochintensiver industrieller Forstwirtschaft wechseln nur weil ein europäischer Investor aus profitmaximierungsinteresse hier "billiger" Wald produzieren will.


    - Es arbeiten 10 und mehr Deutsche hier für die Firmen. Die sind auch nicht kostenlos.

    WIR machen gar kein Geheimnis daraus, wir sind für Arbeitserlaubnis auch für Deutsche. Wir haben und nach vielen Jahren Arbeit bei NGOs, Naturschutzorganisationen etc. entscheiden ein WIRTSCHAFTLICHES Modell aufzusetzen. Allerdings eines, das ohne grenzenlose Kapitalismus-Gier auskommen soll. Noch vor wenigen Wochen habe ich unseren Kunden z.B. unsere Personalkostenstruktur erläutert. Ganz offen (da such mal ein Unternehmen!). Es gibt bei uns eine klare 1:10 Regel. Das höchste Gehalt darf nicht mehr als das 10fache des niedrigsten sein. Ich als Geschäftsführer (auch hier legen WIR die Gehälter offen!) erhielt als Geschäftsführer einen Stundenlohn von ca. 45,- Euro. Das ist das 4,5fache des NIEDRIGSTEN Stundenlohnes bei uns.

    - Firmenchef von beiden Firmen ist ein Deutscher.

    Nun haben wir (Deutschen) ja wirklich viel auf dem Kerbholz. Als überlebendes sozialistisches Fossil und Kind einer verfolgten sozialdemokratischen Familie weiss ich das. Aber sollte ich deswegen ein freiwilliges Berufsverbot (Firmenchef + Deutscher = Nein Danke??) aufstellen?

    - Der Wald dort wächst 5 !! mal schneller?? Bei nur doppelter Vegetationszeit auf ausgelaugten Böden?

    JA! Auch wenn DU es nicht glaubst - es ist so. DU erzielst hier Holz(Biomasse)Mengen innerhalb von 25 Jahren (und zwar OHNE Monokultur und geklonte Setzlinge!) die du in deutschen Breiten erst in 80 bis 120 Jahren erzielen würdest (klar kommt auch auf die Baumart an etc.).
    Das wir handgemachten Biodünger herstellen und verwenden, um die tropischen Böden wieder aufzubessern. Kostet Zeit, Geld und schafft wieder Arbeitsplätze. Ich finde das gut! Ich finde, das deutsche/europäische Investoren, nachdem unsere Länder diese Länder in Mittel-Südamerika erobert, ausgeplündert, ausgeraubt haben und die Bevölkerung weitgehend physisch und psychisch vernichtet haben - ich finde, da sollen wir mal schön ordentlich dafür ZAHLEN, dass wir wenigestens einen Teil des Schadens wieder ausgleichen.



    - Ein Hektar Land (mit Wald?) kostet mal 15.000,- mal 22.750, mal 16.500 Dollar?

    Ja, so ist das im Internet, wenn man den Zeitstrahl beim Googlen vernachlässigt. Ein VW Golf kosten 8.000 Mark und dann 28.000 Euro??? - Klar der eine 1978 der andere 2007... der eine mit Lederausstattung der andere Alcantara. Völlig normal und wenn man nicht bösen Willens ist auch leicht nachzuvollziehen. Sonst helfen wir wieder gern mit Auskunft!

    - Für 360,- Euro p.a. kann man 12 Bäume für 25 Jahre kaufen?? Das wären pro Baum dann in diesem Zeitraum mindestens 750,- (ohne weitere Zinsberechnungen).

    Sorry, das verstehe ICH jetzt nicht. Ein BaumSparVertrag = (Mindestens) 12 Bäume in einem Jahr incl. Aufforstung, Landkauf, Düngung, Vorbereitung und der FOLGENDEN 25 Jahre = 360,- Euro
    Sonst nix. keine weiteren Kosten. Nada...


    - Bei prognostizierten Renditen (diese schwanken zwischen 7 und 15 %) müßte ein Baum mehr als 1.000,- erlösen. Das hieße er müsste bei abenteuerlichen, dort genannten 200,-/FM Holznettoerlös in der kurzen Zeit mindestens 5 FM Nutzholz erzeugt haben. Das kann nicht mal GOTT.

    Du unterschätzt Gottes Wirklichkeit. Wir haben bereits REAL im letzten Jahr für 200 Euro pro Festmeter verkauft (heimische Arten UND Teak gleichermassen). Tropisches FSCZERTIFIZIERTES Edelholz ist ein rares gut und soll und muss teuer bezahlt werden. Ich bin dafür, dass es noch viel teurer wird. (s.o.) Billige Land- und Forstwirtschaftliche Produkte sind ein starkes Indiz für die Ausbeutung von Mensch und Natur. Das ein Festmeter Teak/Edelholz um die 1.000 Euro kostet oder kosten kann ist keine Fiktion. Wir rechnen natürlich in Preisen von in 20/25 Jahren.

    - In 2007 hat man mehr als 2,5 Mio. eingenommen. Wo sind die, wieviel Wald ist daraus entstanden?

    Beantworte ich dir gern. 1. Ca. 300 Hektar. 2. sind weitgehend noch da! Denn wir haben diese Gelder als Rücklage für die Forstpflege der nächsten Jahre. Diese Rücklage weisen wir gegenüber natürlich durch Wirtschaftsprüfung nach.

    Soviel, zu dem, was man aus den internet-Seiten der beiden Firmen rauslesen kann. Wenn man will und ein wenig fachlichen Hintergrund hat. Ich will nicht behaupten, dass meine statements 100%-ig (mathematisch)korrekt sind. In Mathe war ich nicht die große Leuchte.

    Ich stimme dir voll inhaltlich zu.


    Aber ein wenig aus dem Wald, wenn auch weit weg, weiß ich auch.

    Deinen weiteren Aussagen in Deinem Beitrag stimme ich weitgehend zu. Nur : Wir können hier richtig guten Wald für 500,-/ha zzgl. Landkosten machen. Der wächst zwar nur halb so schnell wie drüben, aber unsere Edelhölzer bringen ein wenig mehr. Tropenholz brauchen wir hier wirklich nicht. Wird nur genommen, weil es BILLIGER ist. Wesentlich BILLIGER.

    Du hast recht. Holz und andere Produkte der Erde müssen teurer werden. Richtig auch, dass z.B. der Import von gewilderten Hölzern aus Naturwäldern schlicht verboten werden müsste und scharf überwacht und bestraft (vielleicht sprichst du mal mit der chinesischen parteiführung, denen scheint das noch entgangen zu sein). Solange diese völlig richtige Forderung, für die wir auch arbeiten, nicht erfüllt ist. Sehen wir unsere Aufgabe darin, ÖKOLOGISCHE TROPISCHE FORSTWIRTSCHAFT zu betreiben. Wenn wir das nämlich nicht beispielhaft tun, dann werden die großen Player dieser Erde, diese Erde mit Monokulturen schnellwachsender Bäume und Pflanzen überziehen, für ihre Cellusoseproduktion, für ihre Chemie- und Bauindustrie. Sie werden Völker vertreiben und die Böden ruinieren. DAZU wollen wir eine machbare handelbare Alternative JETZT aufbauen. Deine Arbeit des Aufforstens in Deutschland (???) empfinde ich als sinnvoll und gut. Ich würde mir wünschen, dass diejenigen die NICHT die Welt mit Bäumen verwüsten wollen, dies in kritisch-kollegialer Art tun. Im gegenseitigen voneinander lernen. Wenn ich dir Fragen beantworten kann, so mache ich das gern. Gern lade ich dich auch ein nach Panama. Wo ich gerade jetzt im unklimatiesierten "Haus" einer Mitarbeiterin sitze. Nicht im Hotel, sondern keine 200 Meter weg vom Forst. Deswegen muss ich jetzt auch raus aus der Leitung, die indigenen Völker wollen auch mal wieder ins Netz. Gruss aus Las Lajas Panama. Harry

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    Gottfriedsen
    schrieb am 08.04.2008 um 21:31

    Hallo Harry,
    schön, dass Du so ausführlich auf meinen Beitrag eingegangen bist. Das gibt sicher nicht nur mir mehr Klarheit.

    Meine "Hochrechnungen" basieren auf den Daten, die man im Netz auf Euren Seiten findet. Habe vielleicht nur etwas anders eins und eins zusammen gezählt.....

    Ganz ohne Zweifel, ist zu begrüßen, was ihr macht. Nur, es muss erlaubt sein, hier und da Zweifel anzubringen. Und die hast Du leider auch nicht ausgeräumt. Denn genaue Daten oder Zahlen, die eine objektive Beurteilung des Projekts ermöglichen, habe ich immer noch nicht. Muss ich auch nicht.

    Bin nur erstaunt, dass Ihr da drüben Kosten habt, die den hiesigen nicht unähnlich sind.......

    Ich hatte seinerzeit zwar nicht tropischen Waldbau belegt, traue mir aber als forstlicher Generaldilettant (nennt man Forstingenieur) eine gewisse fachliche Kompetenz im Bereich Wald und Holz, natürlich nicht im Bereich Gott, zu.

    Dass man im tropischen und subtropischen Bereich etwas andere Biomasseproduktionsdaten hat, ist klar. Nur habe ich eben auch Kollegen, die dort arbeiten und gearbeitet haben. Die haben mir sehr klar gezeigt, dass es eben doch auch dort natürliche Grenzen gibt.

    Ich wünsche Euch, dass Ihr in so extrem kurzer Zeit (auf ein Baumleben bezogen) teuer bezahltes Qualitätsholz in so großen Massen erzeugen könnt, dass sich Euer Modell nicht nur für Euch rechnet.

    Bin aber immer noch dafür, dass wir das Holz, was wir hier brauchen, egal, wie es entsteht, von hier holen. Jedenfalls solange die Ökobilanz stimmt.

    Was meine mathematischen Fähigkeiten betrifft, habe ich noch ein anderes Rechenprojekt gewagt. Findest Du unter " Krombacher Regenwald Projekt" im Utopiaforum "Unternehmer". Vielleicht kannst Du auch da mal eine kleine Gegenberechnung aufstellen. Würde so machen Utopisten sicher interessieren.

    Wir beide werden die Wälder der Welt nicht retten. Aber jeder Baum, den wir wachsen lassen, hilft. Dennoch bin ich immer geneigt zu schauen, wo und wie die Wurzel ist. Bei Krombacher z.B. findet man die recht schnell. (Glaube ich jedenfalls)

    Ich hoffe, Du hast in der Urwaldhitze immer ein kühles Bier.........

    Wenn es jemals mein kleines Förstergehalt erlauben sollte, komm ich gern mal rüber und stoße mit Dir an. :) Auch um die Wurzeln zu finden.

    Alles GUTE !!!!
    Dietmar

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    Gottfriedsen
    schrieb am 28.04.2008 um 20:19

    Lieber Geogiobavarese,
    seien Sie doch bitte so nett, und lesen Sie meinen Beitrag und auch die anderen (z.B. Nachhaltigkeit....)im Forum. Dann werden Sie verstehen, dass auch Lignum oder die Stiftung, wie fast alle anderen auch, mit dem größtmöglichen Startfehler, dem PFLANZEN von wurzelmisshandelten Bäumen, beginnt. Und daher NICHT empfehlenswert ist.

    Man kann doch nicht guten Gewissens die Anlage von drittbestem Wald auch noch mit Geld fördern. Und schon wieder im Ausland. :mad:

    Wenn Sie sich wirklich fachlich informieren wollen : www.waldsaat.de.
    Dort gibt es keine schönen Filme, nur Fachwissen.
    Gottfrieden, Förster

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    ClaudiaSch
    schrieb am 15.05.2008 um 17:23

    Lieber Gottfriedsen,

    wir stammen altersmässig und auch kulturell aus unterschiedlichen Generationen.
    Warum ich ?Deutschland? gegenüber dem ?Ausland? bevorzugen sollten, verstehe ich nicht.
    Die Klimaproblematik ist global, und entsprechend sollte man auch globalisiert denken und handeln.

    Auch sonst habe ich mit vielen deiner Ansichten und Behauptungen Probleme, weil ich ausschliesslich andere Zahlen finde.
    Ich konnte keinerlei Beleg finden, dass ?gepflanzte? (oder wie es beschreibst: "wurzelmisshandelte?) Bäume nennenswert schlechter sein sollen, als nicht gepflanzte.

    Nach deinen Angaben betragen Waldkosten angeblich nur ?500,-/ha?:
    *Zitat(@Wir können hier richtig guten Wald für 500,-/ha zzgl. Landkosten machen. Der wächst zwar nur halb so schnell wie drüben, aber unsere Edelhölzer bringen ein wenig mehr. Tropenholz brauchen wir hier wirklich nicht. Wird nur genommen, weil es BILLIGER ist. Wesentlich BILLIGER

    Nach den mir vorliegenden Zahlen der ?Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft? betragen die Kosten mehr als das Zehnfache.

    Auch wird Tropenholz nicht bekauft, weil es ?BILLIGER? ist. Vielmehr hat es Eigenschaften, die es für viele Nutzungsarten besonders geeignet machen Diese sind z.B. hohe Dichte, weitgehende Wasserbeständigkeit, extrem lange Haltbarkeit oder optische Attraktivität.
    Aufgrund dieser Eigenschaften werden für Edelhölzer auch höhere Preise gezahlt.

    Beim Angebot der Fa. LIGNUM erschrickt mich der hohe Preis. 3600 oder 4131 Euro kosten wohl die Robinien ? Bäume von 0,1 Hektar. Das ist über 50 % mehr, als der Preis beim Waldsparbuch *www.waldsparbuch.de

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    Gottfriedsen
    schrieb am 15.05.2008 um 21:22

    Liebe ClaudiaSch (komischer Name),

    selbstredend ist Wald ein weltweites Problem. Es natürlich Dein Recht, Dich dort zu engagieren, wo Du willst. Ich jedenfalls möchte erstmal "zuhause" einiges besser machen. Außerdem kommen mir so einige Projekte "etwas" merkwürdig vor.

    Dass Deine Recherchen meine Zahlen nicht bestätigen, wundert mich nicht. In der "klassischen" Forstwelt findest Du eben nur das "klassische". Ganz sicher stimmen meine Zahlen aber trotzdem, denn diese sind in der real existenten Staatsforstwelt nachweislich erzielt worden und keine freie Erfindung.

    Die von Dir ermittelten Zahlen je Hektar Wald beziehen sich auf PFLANZUNGEN!! Ich kenne dieselben Zahlen aus der eigenen, immer noch pflanzenden Forstverwaltung.

    Den Förster möchte ich sehen, der solch horrende Summen für eine Saat aufgewendet hat und das durfte!

    Auf meinen Seiten unter www.waldsaat.de findest Du auch links zu den Kollegen, die meine Zahlen und Fakten bestätigen. Und dies sind nicht irgendwelche Träumer, sondern z.B. die Bay. Landesforstverwaltung.

    Was das Holz betrifft: Frag Dich mal, wie und warum die heutige Holzverwendung entstanden ist. Unsere Altforderen, die kein billiges Tropenholz importieren konnten, haben alles mit heimischem Holz geschafft. Dazu brauchen wir wahrhaftig kein Sapeli, Meranti, Bongossi usw. Kennst Du Vogelaugenahorn oder Roseneiche? Ganz abgesehen von Birkenknolle oder Kernbuche? Wir haben genügend Baumarten und Techniken, aus unserem heimischen Holz ALLES zu machen.

    Wird aber logischer Weise nicht gewollt. Warum nur????

    Nichts für ungut................

    Besten Heimatwaldgruß!
    Dietmar

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