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EU-Kommission empfiehlt ehemalige Monsantomitarbeiterin für EFSA

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Beiträge (2 )
 
Bada schrieb am 08.03.2012 um 15:34
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www.testbiotech.org


PRESSEMITTEILUNG

EU-Kommission schlägt Ex-Mitarbeiterin von Monsanto als Kandidatin für Verwaltungsrat der EFSA vor

Brüssel/München, 8.3.2012. Die EU-Kommission empfiehlt eine Cheflobbyistin der europäischen Lebensmittelindustrie und ehemalige Monsanto-Mitarbeiterin als neues Mitglied des Verwaltungsrates der europäischen Lebensmittelbehörde EFSA. Testbiotech und Corporate Europe Observatory warnen vor den drohenden Interessenskonflikten, die eine Ernennung von Mella Frewen mit sich bringen würde. Frewen steht seit 2007 dem Industrieverband FoodDrinkEurope (früher CIAA) vor.

Unter anderem betrieb Frewen 2009 intensive Lobbyarbeit, damit in der EU die Kontamination von Lebensmitteln mit gentechnisch veränderten Pflanzen auch dann toleriert wird, wenn diese in der EU gar nicht zugelassen sind. „Die Ernennung einer Lobbyistin, die in der Vergangenheit sogar dafür plädiert hat, Kontaminationen mit gentechnisch veränderten Pflanzen zuzulassen, würde die Glaubwürdigkeit der Lebensmittelbehörde schwer beschädigen“, sagt Christoph Then von Testbiotech. „Es gibt keine Rechtfertigung dafür, warum ausgerechnet die Lobbyisten der Industrie im Verwaltungsrat der EFSA sitzen sollen.“

Auch Jiri Ruprich, der bereits EFSA-Verwaltungsratsmitglied ist und seit zehn Jahren dem wissenschaftlichen Beirat des Danone-Instituts in Tschechien angehört, steht erneut auf der Kandidatenliste. Auf dieser Liste, die Corporate Europe Observatory (CEO) und Testbiotech zur Kenntnis gelangt ist, finden sich insgesamt 14 Personen, sieben davon sollen in den nächsten Monaten vom EU-Ministerrat in den EFSA-Verwaltungsrat berufen werden.

Erst diese Woche hat die EFSA neue Maßnahmen angekündigt, um in Zukunft ihre Unabhängigkeit besser zu schützen. Doch es werden weitere Anstrengungen nötig sein. So bedürfen beispielsweise die Strukturen der EFSA, die noch 2012 von der EU-Kommission überprüft werden sollen, fundamentaler Veränderungen. Nina Holland von CEO fordert: „Die derzeitigen Bestimmungen sollten so geändert werden, dass die Industrie keinen Einfluss mehr auf das Management der EFSA hat. Stattdessen sollten wesentlich mehr Repräsentanten von Verbraucher- und auch Umweltorganisationen in den Verwaltungsrat der EFSA aufgenommen werden.“

Schon in der Vergangenheit standen Mitglieder des Verwaltungsrates wie dessen Vorsitzende, Diana Banati, wegen Interessenskonflikten in der Kritik. Bisher halten, wie CEO recherchiert hat, Vertreter der Lebensmittelindustrie bereits vier Plätze im Verwaltungsrat besetzt [1]. Der Verwaltungsrat spielt für die EFSA eine entscheidende Rolle. Er genehmigt das jährliche Arbeitsprogramm und entscheidet darüber, welche Wissenschaftler in die Expertengremien gelangen. Außerdem soll er Regeln zur Verhinderung von Interessenskonflikten und zur Wahrung der Unabhängigkeit der Behörde aufstellen.
    Dude schrieb am 08.03.2012 um 16:09
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    Das macht mal wieder so wütend, dass ich gleich eine E-Mail an die (hoffentlich) passenden Adressen der Kommission geschrieben habe. Hier der Text und die Adressen bzw. der Link zum Kontaktformular. Nachahmer erwünscht!

    Kontaktformular Gesundheit und Verbraucherschutz:
    http://ec.europa.eu/dgs/health_consumer/dyna/mailbox/index_en.cfm
    Hier gibt es die Möglichkeit die Mail zu verschiedenen Themen abzusenden. Nachdem mal einmal abgesendet hat, kommt man mit der zurück Funktion des Browsers schnell auf das noch ausgefüllte Formular und kann ein anderes Thema wählen unter dem man alles erneut abschickt.

    Auf diesen Seiten sind E-Mail Adressen der deutschen Vertretung der Kommission und der Exekutivagentur für Gesundheit und Verbraucher (EAHC)
    http://ec.europa.eu/deutschland/commission/offices/contact/index_de.htm
    http://europa.eu/agencies/executive_agencies/eahc/index_de.htm

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    Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich habe gerade gelesen, dass die EU-Kommission mit Mella Frewen eine Kandidatin für den Verwaltungsrat der EFSA vorschlägt, die bisher als Lobbyistin für die Industrie tätig war (siehe: http://www.testbiotech.org/node/630).

    Nach meinem Verständnis einer Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit sollten dort Leute tätig sein, die primär das Wohl der Verbraucher im Blick haben. Sie sollten auf jeden Fall unabhängig von der Industrie sein.

    Diesen Anspruch kann Frau Frewen meines Erachtens nicht erfüllen. Ich fordere die EU-Kommission daher auf, ihren Vorschlag zu überdenken und eine geeignetere Person auszuwählen.

    Und ich hoffe, dass die EU-Kommission generell dem nachkommt, was Nina Holland von Corporate Europe Observatory fordert: „Die derzeitigen Bestimmungen sollten so geändert werden, dass die Industrie keinen Einfluss mehr auf das Management der EFSA hat. Stattdessen sollten wesentlich mehr Repräsentanten von Verbraucher- und auch Umweltorganisationen in den Verwaltungsrat der EFSA aufgenommen werden."

    Mit freundlichen Grüßen
    ...


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