GEGEN NAZIS! / Aktuelle Nachrichten
Nach dem Überfall auf einen Rabbiner werden Warnungen vor zunehmender Gewalt gegen Juden laut.
Ich empfehle: Kippa für alle!
http://www.morgenpost.de/politik/article108888935/Juedische-Gemeinde-in-Berlin-empfiehlt-Kippa-Verzicht.html
Kippa für alle - super Idee!
Für den ersten Moment fand Deine Empfehlung „Kippa für alle!“ spontan meine Zustimmung. Aber wenige Sekunden danach meldete sich mein Bauchgefühl, das mich hinderte, ihr schriftlich Ausdruck zu verleihen.
Gesetzt den Fall, wir oder vielmehr alle männlichen Mitbürger würden zum Schutz der Juden, die uns vielleicht durch diese Kopfbedeckung erst als solche auffallen, ebenfalls eine Kippa tragen, würden wir nicht unter Umständen auch die Bedeutung, die die Kippa für den Juden hat, schmälern, vielleicht gar entwerten? Die Kippa ist ja nicht einfach ein folkloristisch angehauchtes Modeaccessoire, sondern ist Ausdruck dafür, dass dem, der sie trägt, die Beachtung religiöser Vorschriften des jüdischen Glaubens wichtig ist.
Nö, Dagmar, es geht doch hier um Solidarität und nicht darum, daß wir alle für den Rest unserer Leben eine Kippa tragen um die Juden herabzuwürdigen oder so. Das finde ich ein bisschen weit hergeholt.
Liebe/r wildfang,
hab' die Intention der Empfehlung durchaus verstanden, meine auch nicht, dass durchs Umsetzen der Empfehlung die Juden herabgewürdigt würden, habe mir vielmehr Gedanken darüber gemacht, ob gläubige Juden die Sinnhaftigkeit ihres eigenen Kippatragens durch andere verwässert sehen könnten.
Ich habe hier bewusst die Worte 'könnten', weiter oben 'unter Umständen', 'vielleicht' und das Fragezeichen verwendet. Wie gläubige Juden oder die meisten unter ihnen das empfänden, kann ich nicht wissen, da ich über anderer Gefühle und Bedürfnisse keine Aussagen machen, nur Vermutungen anstellen kann.
Ich stelle mir gerade vor, was meine türkischen Nachbarn davon halten würden, wenn ich aus Solidariät Kopftuch tragen würde?
Ich zeige meine Solidarität lieber anders.
Mir ist ja egal, wie ihr eure Solidarität zeigt. Hauptsache ihr zeigt sie.
Das Tragen einer Kipa ist ein symbolischer Akt. Ich mache das auch nicht, um Juden zu gefallen, sondern um mich selbst zum potentiellen Opfer zu machen.
"Ich mache das auch nicht, um Juden zu gefallen, sondern um mich selbst zum potentiellen Opfer zu machen."
Oha...kann ich nicht nachvollziehen und finde ich auch nicht gut, ist aber Deine Sache.
,,Ich stelle mir gerade vor, was meine türkischen Nachbarn davon halten würden, wenn ich aus Solidariät Kopftuch tragen würde?"
Warum nicht? Vermutlich würde sie es gut finden, wenn es sich z.B. um was Vergleichbares wie den hier beschriebenen Fall handelte.
Aber Kopftuch kann man ja auch ohne Glaubensbekenntnis tragen, zum Beispiel als Schutz gegen Wind und Wetter :)

