Garten / Austausch zum gärtnerischen Tun
Von welchen Garten-Pflanzen haben unsere Vorfahren im März/April gelebt?
Trotzdem sind die ja nicht immer alle verhungert und haben auch keinesfalls nur von Fleisch gelebt.
Sehr hilfreich sind Mieten im Garten, wo Wurzelgemüse ect. eingeschlagen wird.
Wenn da jemand Erfahrungen und Tipps hat, dann sind die willkommen.
Ich bin aber schon jetzt sehr sicher, daß ich zu faul bin, zum Nachbauen.
Deswegen würde ich gerne alle Erfahrungen und Beobachtungen sammeln, welche Gemüse im Garten den Winter so überleben, daß man jetzt im Frühling davon ernten kann.
Ich fang mal an:
Da wären natürlich die Klassiker:
Feldsalat
Spinat
Endiviensalat
Wirsing (um die Zeit oft schon verfault)
Lauch (auf die Sorten achten)
Rosenkohl (machts bei mir nie so lange, weil wir ihn so gerne essen)
Grünkohl (heute den letzten geerntet)
Dieses Jahr durch Zufall entdeckt: Ich habe zu spät noch Rotkraut gepflanzt (Ende August).
Das habe ich dann einfach stehen lassen...
Und nun hat einer von ca. 15 Stück den relativ harten Winter überlebt und treibt ein schönes Köpfchen aus. Ich denke, wenn man ihn mit Stroh verpacken würde, könnte man die Effektivität deutlich erhöhen.
Meine Nachbarin hat ihr Möhrenbeet vom letzten Jahr umgegraben vor zwei Tagen und mir die vergessenen Möhrchen geschenkt. Schmecken bestens. Warum als in eine Miete einschlagen und nicht einfach mit Stroh abdecken? Naja...wenn jetzt Schnee läge, wäre eine Miete deutlich von Vorteil.
Letzten Herbst, ich glaube es war Mitte / Ende September hat mir meine Nachbarin Mangoldpflänzchen geschenkt. Die treiben jetzt schön aus. Da gibts bald ein leckeres Essen mit.
Ebenfalls von ihr habe ich einen Busch türkischen Giersch. Den hat sie mal aus ihrer Heimat mitgebracht. Der hat Blätter wie unser Giersch aber dunkleres Laub.
Blütenstand wie Engelwurz.
Wird größer und wuchert nicht mit Ausläufern, Trotzdem sehr wuchsfreudig.
Den kann man jetzt auch schon ansatzweise ernten, der wilde Giersch ist noch nicht so weit, bereichert aber auch bald den Speiseplan.
Dann alle anderen Kräuter, die jetzt anfangen zu schieben: Schnittlauch, Zitronenmelisse (dauert noch etwas)
Und nicht zu vergessen, die Wildkräuter, die bei mir im Garten wachsen:
Brennessel
Beinwell
Löwenzahn
Sauerampfer
Vogelmiere
Bärlauch
Manchmal hatten wir um diese Zeit schon Austernsaitlinge von der eigenen Pilzzucht.
Es müßte auch Brunnenkresse
Im ungezeizten Gewächshaus gibts morgen oder übermorgen die erste Kresse und Ende April die Radieschen.
Was erntet ihr noch im März / April?
Also mein Rosenkohl "steht" noch halbwegs. Vor 2 Wochen hätte man ihn sogar noch essen können, wenn er nicht so super mickrig gewesen wäre. Ansonsten: Abgefrohren und schon im Sommer von Parasiten aller Art komplett zerfressen :-(
Der Lauch ist total abgefrohren. Sorte weiss ich nicht mehr.
Ich habe seit dem Herbst Karotten, Rettich und Rote Beete in der Sandkiste im Treppenhaus. Das geht super :-) Klarer Vorteil zum Steckenlassen: Man kann auch im Winter essen wenn der Boden gefrohren ist und braucht die Karotten nicht mit der Spitzhacke aus dem Boden holen.
Meine Karotten, das weiss ich ehrlich gesagt noch nicht, der Boden ist noch zukalt und ich habe auf Grund von Frostgefahr noch nicht gegraben. Ich möchte die Würmer schützen, so viele haben wir hier nicht dass mir da welche erfrieren dürften.
Ansonsten geht es jetzt erstmal los mit Scharbockskraut und Bärlauch. Vogelmiere gibt es ja das ganze Jahr über.
Ansonsten hat man früher viel von Getrocknetem gelebt und halt von Fleisch. Im Frühling ging es dann langsam auch los mit Baumblättern wie Birke und so. Wie gesagt, hier wächst davon noch nichts, wir sind hier immer etwas hinterher.
Lotti:
"schon im Sommer von Parasiten aller Art komplett zerfressen."
Vielleicht pflanzt Du ihn zu bald?
Meiner sieht immer bis in Okt. so mickrig aus, weil ich ihn spät pflanze.
Dafür geht ist er dann zum Winter hin noch nicht so ausgepowert.
Ende September bis Oktober drehe ich oben die Spitzen raus.
Dann geht die Kraft mehr in die Röschen.
Abgefroren ist er mir noch nie (bis -28°C sicher nicht).
Lauch auch nicht. Da habe ich nur die Sch...Lauch-Miniermotten. Den einzigen Schädling, der mir echte Probleme bereitet.
Mein Rosenkohl fällt bei Schnee gerne um, weil die Triebe so hoch werden und dann nicht mehr standfest sind.
Man müßte jeden einzelnen aufbinden an einen Stab.
Aber den Service gibts bei mir nun wirklich nicht.
Dafür hat er ganzjährig dick Mulch. Das lieben die Regenwürmer und in Folge alle Starkzehrer.
Ja, das mit der Sandkiste klingt super und die Vorteile leuchten aus.
Welche Temperaturen hat es in dem Raum?
Machst Du den Sand von Zeit zu Zeit nass?
Wo kommt der Sand her?
Was für ein Gefäß nimmst Du, hat das Abzugslöcher?
Ich pflanze irgendwann im Spätsommer raus. Das ist alles winzig, aber ich suche mir von allem die spät möglichsten Termine und bin meist auch darüber hinaus spät, weil hier alles eben etwas später ist. Was zu früh raus kommt, geht eh ein.
Wir haben hier Kohlfliegen, die weisse Fliege, gigantische Massen an Schnecken (ohne Schneckenkorn kann man hier gar nichts anpflanzen, schon gar nicht mit Mulch) und jede Menge Blattläuse. Bedenke: Hier in der Region wurde über Jahrzehnte flächendeckend mit dem Flugzeug grossflächig alles tot gespritzt was irgendwie krabbelte. Dem entsprechend haben sich hier die Schädlinge vermehrt ohne Ende, dagegen gibt es kaum Nützlinge. Die Würmer hier im Boden habe ich gekauft, es gab hier keine :-(
Alles was Kohl ist, scheint hier massig angepflanzt worden zu sein, darum sind hier Kohlschädlinge ohne Ende im Boden. Dieses Jahr wird es keinen Kohl in meinem Garten geben. Ich habe den Garten jetzt das 3. Jahr, von daher muss ich viel ausprobieren bzw übe für meinen richtigen Garten den ich haben will.
Mulchen tu ich auch, mit allem was ich kostenlos bekommen kann. Laub von den Nachbarn, Rasenschnitt, Rindenmulch.... der Pferdemist kommt auf die Wurmhumusanlage. Wieder aller Prophezeihungen ich würde mir die Beete mit dem Rasenschnitt versauern, ist der PH-Wert hier von 5,5 auf 7,2 verbessert. :-)
Meine Sandkiste ist eine handelsübliche, stapelbare Billig-Plastikkiste mit Deckel und 2 Löchern als Griffe aus dem Baumarkt, gefüllt mit ganz normalem Sandkastensand. Das Treppenhaus hat keinen Frost, ist aber im Winter auch nicht warm. Temperatur gemessen habe ich noch nicht.
Ich mache mit der Kiste eigentlich gar nichts. Ich werde sie jetzt die Tage mal durch ein Sieb filtern, alles was schmutzig aussieht in die Wurmhumusanlage geben (hier fehlt so oder so Sand im Boden ohne Ende) und für 1,99 einen neuen Sack Sandkastensand kaufen oder die Reste verwenden, je nachdem wie viel raus muss. Ein paar Karotten sind mir ja dann doch verrottet, aber nicht viel. Ansonsten war das diesen Winter ein Versuch der sich total bewährt hat und ab sofort in meine alltägliche Lagerhaltung einfliesst.
Ich habe noch vor 2 Wochen frischen Rettich aus dem Garten aus der Kiste geholt und vor 4 Tagen habe ich noch frische Karotten vom September drin gefunden. So langsam dürfte die Kiste aber leer sein. Mein Gemüse war halt auch sehr klein, da suche ich etwas länger drin rum :-)
Man muss halt drauf achten dass das Gemüse richtig gut bedeckt ist. Ich glaube im Treppenhaus stand sie auch etwas zu hell. Mit dem Licht werde ich noch üben.
Was sich nicht so toll in einem dunklen Eimer mit Sand gehalten hat (der Stand auch in der Küche und der Sand reichte nicht um alles zu bedecken, die Früchte berührten sich auch), war mein Sellerie. Ich werde damit auch nochmal üben und mir eine 2. Sandkiste zulegen, damit ich die Dinge getrennt lagern kann. Ich hab noch nicht so viel Erfahrung damit, was zusammen in eine Kiste kann und was nicht.
Und wegen dem Kohl frage ich dich sicherlich noch ein paar Sachen, sobald wir hier weg sind und ich mich um einen richtigen Garten kümmern kann. Das wird noch was dauern. Dieses Jahr pflanze ich nur, was ganz schnell reift und was ich auch noch mitnehmen kann ;-)
Hört sich so an, als wäre es wirklich Zeit für einen Umzug ;-)
Also das mit der Kiste hört sich ja super einfach an, das gibts dann bei mir auch im nächsten Winter.
Ja, die Kiste ist auch super einfach und lohnt eigentlich auch, wenn man überzählige Wurzelgemüse aus dem Supermarkt frisch halten möchte. Man braucht eigentlich nur den kühlen Ort, was in der Stadt etwas schwierig sein könnte, wenn der Keller beheizt ist.
Wenn du Lauch den ganzen Winter über haben möchtest , dann ernte im späten Herbst den Lauch aber mit der Wurzel . Lege die Lauchpflanzen dann zusammen an einen kühlen und schattigen Ort . Den Lauch darfst du nicht putzen denn er lebt weiter . wenn du dann etwas brauchst putzt du ihn erst dann fertig und verwendest ihhn .
Stimmt Radzicki,
Wir haben den Lauch in meiner Lehre einfach so mit den Wurzeln geerntet in einen abgedeckten Frühbeetkasten gelegt, in Erde eingeschlagen, dicht an dicht.
Den Frühbeetkasten haben wir aber noch mit einer Strohmatte abgedeckt, damit kein Glashauseffekt mit Erwärmung eintritt.
So hat er sich super gehalten und war jederzeit zu ernten.
Wow, klasse! Danke für den Tipp :-)
Topinampur ist nicht nur ein hübsches Blümchen ab August, die Knollen kann man in der Erde überwintern bzw. lagern und hat immer etwas Frisches und Gesundes zwischen den Zähnen. Ruccola/Rauke sähe ich noch spät aus (geht noch in einem warmen Oktober) und habe jetzt gerade den ersten in den Salat geschnitten. Vor einer Woche habe ich den ersten Ruccola gesät und sehe schon die ersten grünen Blätter (in einem Topf, ein wenig geschützt auf der Terasse unter einem Glasdach). Die Petersilie habe ich dort in Töpfen überwintert und schon die ersten nachgewachsenen Blätter geerntet. Heute auf dem Berg habe ich Löwenzahn, Spitzwegerich, Bibernelle, Gänseblümchen, Schlüsselblume, Walderdbeerblätter geerntet und damit alles ins Haus geholt, was für den Frühjahrsputz des Körpers (insbesondere Niere, Leben und Galle) not tut - Buchempfehlung "Wildgemüse" - schmackhaft und gesund. Die Knospen des Holunders, Brombeere und Himbeere können jetzt in den tieferen Lagen geerntet und zum Salat dazugegeben werden. Spannend sind die vergessenen Zwiebeln, die frech-grün bereits vor sich hin wachsen - einzelne Stengel ab in den Salat! Wegen gärtnerischer "Erschöpfung&Unlust" blieb bei mir im Herbst der Sprossenkohl und das Blaukraut stehen und hat tadellos den (milden) Winter überstanden. Gartensauerrampfer ist der erste und der letzte Salat (bzw. wenn er größer sprich älter ist, verkoche ich ihn wie Spinat) im Jahr, bescheiden in den Ansprüchen und alle Jahre wieder. Empfehlenswert.
Da kommt doch insgesamt einiges zum Überleben zusammen - wenn die Reaktoren halten, was deren Betreiber versprechen!
Ja klar, Topinampur habe ich vergessen zu erwähnen.
Leider vertragen wir ihn nicht mehr besonders gut. Wenn wir nicht mit kleinsten Mengen anfangen im Herbst und gleich ne richtige Portion verspeisen, dann gibt es Magenkoliken der schlimmsten Art.
Habe ich jetzt schon häufiger gelesen, keine Ahnung, woran das liegt...früher habe ich ihn vertragen.
Soll auch eine Sortenfrage sein. Weiß da jemand näheres?
Vor zwei Tagen habe ich das Beet vorbereitet, wo ich letztes Jahr die Kartoffeln hatte.
Da sind einige wunderschöne Kartoffeln zum Vorschein gekommen, die offensichtlich keinen Frost ab hatten. Nur eine war von einem Würmchen bewohnt. Wir haben sie gleich als Pellkartoffeln verarbeitet.
Sie waren viel schöner, als Kartoffeln, die man bis jetzt aufbewahrt hat.
Wenn ich mehr Fläche hätte, würde ich das mit System versuchen, Kartoffeln im Boden zu überwintern.
Einfach die Fläche mit Strohballen abdecken, die man bei Bedarf ernten.

