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Ausmaß und Auswirkungen von Landnahme für Agrotreibstoffe

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Beiträge (3 )
 
Dude schrieb am 13.12.2010 um 12:23
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Der afrikanische Kontinent wird vom Rest der Welt zunehmend als Quelle für landwirtschaftliche Nutzflächen und Rohstoffe gesehen. Regierungen und private Unternehmen sichern sich Flächen auf dem ganzen Kontinent, um den wachsenden Bedarf an Nahrung und Treibstoffen für Übersee zu decken. Agrotreibstoffe – der großangelegte Anbau von Saaten, die der Produktion von Flüssigbrennstoffen dienen – werden dabei von manchen als silberne Kugel für Afrika bezeichnet.

Ein Bericht von Friends of the Earth
http://www.foeeurope.org/agrofuels/FoEE_Africa_up_for_grabs_2010_GERMAN.pdf

Befürworter von Agrotreibstoffen vertreten üblicherweise die Meinung, dass die Kraftstoffproduktion die wirtschaftliche Krise, mit der sich viele Entwicklungsländer konfrontiert sehen, lösen wird; dass sie Wohlstand und Arbeitsplätze schaffen und Armut lindern wird.

Diese Argumentation berücksichtigt allerdings nicht die Kehrseite dieser Entwicklung und lässt viele Fragen offen. Ist die Bemühung um Agrotreibstoffproduktion im Interesse der Entwicklungsländer, oder profitieren in Wirklichkeit die Industriestaaten des Nordens? Wird die Produktion von Agrotreibstoffen tatsächlich Posten schaffen und die wirtschaftliche Entwicklung auf gemeinschaftlicher Ebene verbessern? Wird dadurch das Problem der unsicheren Nahrungsversorgung, mit dem die Entwicklungsländer zu kämpfen haben, gelöst? Welche Konsequenzen für Gesellschaft und Umwelt bringt die Produktion von Agrotreibstoffen für lokale Gemeinden mit sich? Wem nutzt diese gesamte Entwicklung?

Diese Fragen müssen objektiv verhandelt werden. Wir sollten die obengenannten Argumente nicht ohne empirische Belege annehmen. Die Grundlage der vorliegenden Untersuchung ist an ebenjene Voraussetzung geknüpft. Sie beleuchtet die Verbreitung der Agrotreibstoffproduktion in Afrika und legt dabei besonderes Augenmerk auf gesellschaftliche, wirtschaftliche, gesundheitliche und ökologische Bedenken.

[image]

Eine englische, französische und spanische Version gibt es hier:
http://www.foeeurope.org/press/2010/Aug30_Biofuels_for_Europe_driving_landgrabbing_Africa.html
    berniewa schrieb am 07.03.2012 um 19:54
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    Allerdings auch folgende Argumentation zu bedenken:

    http://www.utopia.de/blog/freedom-happiness-and-sensitivity-for-beauty-for-all-beings-in-solidarity-berniewa-s-utopia/traffic-energy-revolution#comment-544597#comment-544597

    [Zitat]

    Die K r i t i k an der EU B e i m i s c h u n g s q u o t e von E 1 0 . wie sie allermeist geäußert wird,
    ist übrigens immer noch quasi s c h i e f ,

    T e i l w e i s e richtig ist z.B. die folgende Meldung von www.fian.de (z.B. heute via Facebook)

    "(...) E10: Landraub für unseren Tank
    Beimischungsquote fördert Menschenrechtsverletzungen in Afrika
    Köln, 1. März 2012. Die Beimischungsquote für Agrartreibstoffe (Stichwort 'E10') führt zu Vertreibungen und Hunger in Afrika. Damit tragen EU und Bundesregierung zur Verletzung des Rechts auf Nahrung bei, fördern riesige Agrarplantagen und konterkarieren damit ihre eigenen Anstrengungen, Kleinbauern zu fördern und den dortigen Hunger zu bekämpfen. (...)"

    aber eben nur teilweise, denn:
    Die Beimischungsquote allein / an sich ist es eben n i c h t , sondern nur unter bestimmten sonstigen Bedingungen, z.B.
    (1) hohen Spritverbrauch in Europa und
    (2) wenig vegane Ernährung - sonst wären näml. viele Flächen statt für Futtermittel nutzbar für Biogas, Bioethanol etc + Nahrung (z.B. bei Raps das Öl für Biodiesel, die Proteine für Nahrung, oder bei Lupinen die Proteine für Nahrung, der Rest für Biogas oder Bioethanol u.s.w.) und Importe nach Europa wären dann völlig unnötig.

    Anders gesagt: Warum sollte die Variable (bzw die quasi zu verändernde Stellschraube) ausgerechnet das E10 bzw die Beimischungsquote sein und nicht die beiden anderen Faktoren? Die wären ebenso mitzunennen, wenn die Kritik nicht eigtl schief bzw einseitig sein soll.

    Dude schrieb am 08.03.2012 um 08:59
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    Hier geht es wie bei so vielem nicht um das theoretisch mögliche sondern um das real existierende. Und da ist es ganz klar, dass die Beimischungsquote zu einem vermehrten Anbau von Pflanzen für Agrotreibstoffe in südlichen Ländern geführt hat, mit den beschriebenen Folgen. (Ursache --> Wirkung)

    Außerdem ist ein großer Teil der bei uns gezüchteten Tiere gar nicht für den eigenen Bedarf sondern wird exportiert. Die Masse der Tiere hat die letzen Jahre zugenommen, obwohl der Fleischverbrauch leicht gesunken ist.


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