Fraktion in Aktion / Regierung
FDP will Solarförderung reduzieren
Dauersubventionen dürfe es nicht geben, so auch der niedersächsische Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) gegenüber dem Handeslblatt. Das EEG müsse modifiziert werden. Ähnliche Überlegungen gibt es offenbar ebenfalls in der Union. Joachim Pfeiffer, energiepolitischer Koordinator der Unionsfraktion, sagte die Regierung müsse prüfen, "ob Kosten und Nutzen noch in einem angemessenen Verhältnis stehen".
Derzeit wird Sonnenstrom über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gefördert und sichert Photovoltaikbetreibern auf 20 Jahre eine festgelegte Vergütung pro Kilowattstunde Strom, die ins Netz eingespeist wird. Bei Anlagen, die im laufenden Jahr gebaut werden beträgt die Einspeisevergütung 32 bis 43 Cent pro Kilowattstunde.
Schätze mal die schwarzgelbe Regierung wird neben dem EEG ein AEG, Atom-Energie-Gesetz herausbringen, dort wird dann der Atomstrom mit den realen Kosten von € 2,70 pro kWh gefördert !
Ohje, was gehen wir für Zeiten entgegen ?
Ein Volk bekommt die Regierung, die es verdient!
Die Zeiten werden hart. Und das dürfte nur der Anfang sein. Wer sich anderes von Scharz-Gelb erhofft hat, dem dürften bald die Tränen in die Augen treten.
Auf jeden Fall werden das gefährliche und verlorene Jahre für den Klimaschutz, die Erde und uns Menschen.
Jetzt zählt es noch mehr: "Energieerzeugung gehört in Bürgerhand!"
@Sabine Lenz: Einschnitte? Sie meinen vmtl die Kürzung von Subventionen? Ist es nicht an der Zeit, daß die milliardenschwere Solarbranche endlich versucht auf eigenen Beinen zu stehen? Ist das denn fair, daß Eigenheimbesitzer (die i.d.R. nicht den unteren Einkommenschichten angehören) über den höheren Strompreis allen Bürgern das Geld aus der Tasche ziehen? Und das natürlich denen, die wenig haben, besonders weh tut?
@urwalder: Sind die 2,70 € nachvollziehbar? Um kein Mißverständnis zu erzeugen: Ich bestreite die Zahl nicht (habe nämlich noch keine Ahnung). Ich würde das aber gerne mal nachvollziehen können.
@Christian Silberhorn: Wenn man schon wenig hat, sind die Zeiten durch die Zahlungen aus dem EEG bereits hart (ist ja nichts anderes als eine Umverteilung von unten in die Mitte und nach oben).
Wie sieht denn die "Energieerzeugung in Bürgerhand" aus? Ich dachte das hätten wir längst? Die Kommunen und der Staat haben m.w. ja keinen großen Anteil mehr an Strom-Erzeugung und -Transport (leider).
Gruß,
AttaTroll
Ich hoffe nur, das dafür bei Windkraft mindestens der bisherige Druck gefahren wird. Denn das Solar bald erschwingbar wird, wage ich zu bezweifeln, wohingegen Wind schon jetzt fast kostendeckend arbeitet. Also einem Deal mehr Windförderung gegen etwas weniger Solar könnte man wohl zustimmen. Für Solar sollten wir uns vielleicht auf Projekte wie Desertec konzentrieren.
Ich empfehle die Studie "Zukunftfähiges Deutschland in einer globlisierten Welt" des Wuppertal Institus für Klima, Umwelt, Energie
herausgegeben durch Brot für die Welt, Evangelischer Entwicklungsdienst und BUND.
ISBN978-3-596-17892-6
14,95 €
auf den Seiten 306 bis 334 wird im besondern auf die Energieerzeugung und den Unterschied zwischen solar-dezentral und fossil-zentraler Erzeugung eingegangen
<h2>"Auf jeden Fall werden das gefährliche und verlorene Jahre für den Klimaschutz, die Erde und uns Menschen."</h2>Befürchte ich auch, glauben will ich es trotzdem nicht. Warum?
Weil wir uns LAUT äussern werden, weil aus Reden und Blogs, sich Aktionen und Lösungen entwickeln und weil wir unsere Zukunftsverantwortung nicht länger auf eine vierjährliche Stimmabgabe beschränken!
Energieerzeugung in Bügerhand - ist ein guter Ansatz von vielen Ansätzen, die wie Gras auf einen fruchtbaren Boden wuchern werden. So reagiere ich hoffentlich auch auf diese Regierung.
@ AttaTroll, das sind sie, hier die Quellen:
http://www.oekonews.at/index.php?mdoc_id=1043318
http://www.foes.de/pdf/90903-Subventionen_Atomkraft_Endbericht-2.pdf
Erneuerbare Grüße
urwalder
@urwalder: Die Links habe ich mir angesehen. Herausragend ist bei den 2,70 €/kWh die Haftung für die AKWs. Zieht man nur die Förderung und staatliche Subventionen in Betracht ist Atomstrom immer noch wesentlich günstiger als Solarstrom (d.h. selbst wenn die AKW-Betreiber alles selbst hätten bezahlen müssen!).
Daß die Studie die anfängliche staatliche Förderung vorwirft finde ich unlauter. Das gleiche passiert doch auch für andere Technologien, die in den Kinderschuhen stecken? Das ist ja auch bei der Solarenergie der Fall. Das Problem ist hier eher, daß man sich, anstatt unabhängig zu werden, auf eine langfristige Subventionierung eingestellt zu haben scheint. Gesetzt den Fall in drei Jahren würde jemand eine geniale Erfindung zur Energieerzeugung aus Zuckerrüber haben, braucht aber viel Geld zur Forschung: Der "Kampf" gegen die Solar-Lobby wäre schwerer als der gegen die Atom-Lobby.
Nichtsdestotrotz, die Haftung bei den AKWs und damit die Sicherheit ist ein immenser Negativ-Posten. Und um das deutlich zu sagen: Ich verteidige die AKWs nicht; ich will aber auch, daß die Solar-Energie konkurrenzfähig wird und sich nicht in der Subventionsecke für lange Zeit einnistet.
Gruß,
AttaTroll
@AttaTroll, das sehe ich nicht so.
Die Atomenergie kann schon von daher nicht günstiger sein als solar erzeugter Strom, weil man die ganzen Folgekosten noch gar nicht abschätzen kann.
Oder kannst Du die noch nicht bekannten Kosten für die Lagerung des Atommüll abbilden ?
Schließlich zeichnet sich ja mittlerweile ab, dass es eine Endlagerung wohl nie geben wird !
Das einzige Endlagerkonzept, das es angeblich von den Schweden gab, hat sich nun als ungeeignet gezeigt ! Siehe: http://www.utopia.de/blog/beitrag/175657
Es wird also wohl auf eine überirdische Lagerung herauskommen, ich glaube kaum das jemand die Kosten über eine Zeit von mehr als 100.000 Jahre beziffern kann !
Atomstromfreie Grüße
urwalder

