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Henkel

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UtOpa
schrieb am 16.02.2009 um 13:50

Verehrte Utopisten,

nun bin ich ja noch ein Neuling hier und kenne mich nicht sicher mit den Regeln aus. Viel gelesen habe ich hier schon recht lange und wohl bemerkt, dass es wohl drei harte Fronten hier gibt. Einmal die Menschen, die zufrieden sind. Dann die, die unzufrieden sind. Und dann noch die, die das Utopia als Unternehmen führen. Ich schreibe an die Unternehmer.

Ich bin unsicher, ob mein Anliegen hier richtig passt. Unmut und Mut liegen aber nicht soweit auseinander und so bin ich nun mutig und stelle meine Frage.

Warum leistet sich das Unternehmen von Utopia einen Partner wie die Firma Henkel? Ich habe die Richtlinien FAO gelesen, aber vielleicht hat man etwas übersehen. Es geht um den Contergan-Skandal und die Verwicklung von Henkel darin. Hat man das nicht gewußt oder spielt das für das Unternehmen Utopias keine Rolle?

Für mich als Neuling spielt das eine große Rolle, weil in meinem Bekanntenkreis Contergan-Opfer sind.

Hochachtungsvoll
Ihr UtOpa

    Nique
    schrieb am 16.02.2009 um 16:21

    Also ich kann nicht so viel dazu sagen, ob und in wie weit Henkel in den Contergan Skandal verwickelt war.
    Was ich allerdings für wichtiger halte, ist, dass das ganze in der 60er Jahren stattfand. Das macht die Sache zwar weder besser noch vergessen.
    Allerdings sollte man beachten, dass von den Verantwortlichen wohl kaum noch jemand im Management sitzt. Ebenso hat Hugo Boss SS Uniformen designt und die Allianz die Nazis unterstützt.
    Nur steckt dann halb Deutschland in einem Skandal.
    Und wir als heutige Generation wollen ja auch nicht aus internationalen Gemeinschaft ausgeschlossen werden, weil vor 40 oder 60 oder 80 Jahren mal was war, womit wir heute gar nichts mehr zu tun haben.

    Wenn überhaupt sollte ein Unternehmen m.E. aufgrund der Handlungen der Gegenwart oder der letzen paar Jahre ein - oder ausgeschlossen werden. Aber auch dann finde ich Pauschalverurteilungen eher fraglich. Den von Harm angesprochenen Produkt-Bezug von Utopia finde ich nützlicher.

    UtOpa
    schrieb am 16.02.2009 um 16:31

    Sehr geehrter Herr Harm,

    vielen Dank für Ihre Mitteilung. Entschuldigen Sie bitte meine Unsicherheit, aber warum sollte eine Antwort vier Wochen dauern? Dann muss ich hier jeden Tag nachschauen und das kann ich den netten Leuten hier nicht zumuten, die mich an den Computer lassen. Ich würde es jedoch unhöflich von mir empfinden, wenn ich eine Antwort bekomme und mich nicht dafür bedanken würde.

    Ich hoffe, daß ich nicht zuviele Umstände mache. Ich hatte meine Frage bereits in einem falschen Thema hinein gestellt, wo es um Unmut und Frau Langer ging. Ich hatte nur gedacht, daß Frau Langer das dort sicher lesen würde. Ein netter Moderator hatte die Frage dann hierher gesetzt und mir eine Mail geschrieben. Vielen Dank dafür. Jetzt fehlt jedoch etwas der Zusammenhang in dem, was ich geschrieben hatte. Und auch die Mitteilung von Ihnen, Herr Harm, hilft mir nicht so richtig weiter. Herr Zörner hat da auf Ihre Fragen geantwortet, aber das ist nicht meine Frage, wie ich es verstehe.

    Vielleicht ist meine Frage auch nicht deutlich genug formuliert oder aber man kennt die Zusammenhänge zwischen Henkel und Contergan nicht. Ich weiß leider nicht, wie man hier eine Lesequelle zum Anticken setzt. Aber man kann auch bei Wikipedia suchen mit Contergan-Skandal, wenn man einen ersten Hinweis suchen sollte. Es ist nicht schwer zu finden. Ich kann es aber nochmal genau aufschreiben, wenn ich es schlecht beschrieben habe.

    Hochachtungsvoll
    Ihr UtOpa

    Nique
    schrieb am 16.02.2009 um 16:58




    @ Nique:
    Sünden verjähren also? Dabei vergisst Du aber wohl, dass die betroffenen Menschen nicht einfach so umschalten und vergessen können. Soweit ich informiert bin, warten noch viele Contergan-Geschädigte auf Hilfe und Entschädigung! Solange die Entschädigung nicht stattgefunden hat, kann man nicht einfach die Vergangenheit wegwischen, als wäre nichts gewesen!


    Hätte mich auch gewundert, wenn du einmal etwas von mir Geschriebenes akzeptiert hättest.


    1) Ja, manche "Sünden" verjähren in der Tat. Zumindest für mich als Atheisten (deshalb finde ich den Begriff "Sünden" auch etwas unpassend) . Wie das bei anderen Glaubensrichtungen ist, will ich hier nicht diskutieren. Die "Sünde" Contergan zähle ich allerdings nicht dazu.

    2) Genauso wie ich nicht will dass ich als "Deutsche" zum Sündenbock für die Vergehen der NAzis gemacht werde, kann man das heutige Henkel Management ebenso nicht für die Aktivitäten von damals verantwortlich machen.

    3) Wenn jemand Entschädigung zahlen muss, dann ist das Grünenthal, Henkels Involvement ist - lt. Wikipedia- eher ein Randgeschehen bei dem es um legale Prinzipien geht und nicht um den Fall im speziellen.

    UtOpa
    schrieb am 16.02.2009 um 17:11

    Sehr geehrte Frau Nique,

    ich war wieder zu langsam, um in der Reihenfolge zu schreiben. Sie sehen es mir sicher nach. Es ist schön, hier mit jungen Menschen zu sprechen und die heutige Sichtweise zu erfahren. Aber verzeihen Sie mir, manche Verbrechen kann auch die Zeit nicht heilen. Es gibt über zehntausend Opfer durch Contergan, die jeden Tag mit diesen Verbrechen leben müssen, heute. Auch wenn das schon einige Jahrzehnte her ist, so bleibt es mit diesen Menschen sehr aktuell. Viele dieser Betroffenen haben aufgegeben.

    Es ist natürlich wahr, daß schon viele der Beteiligten nicht mehr leben. Herr Konrad Henkel ist schon 1999 verstorben. Aber die Familie und die Firma gibt es doch noch und sie hat sich nie entschuldigt dafür, daß sie dem Hersteller dieser schrecklichen Tablette im gerichtlichen Streit um Entschädigung unterstützt hat und nicht die Opfer. Es ging Henkel damals nur um das eigene Geld. Die Tat hat Henkel nie verurteilt.

    Vielleicht bin ich schon zu altmodisch. Für mich ist die Moral einer Firma älter als wenige Monate oder Jahre. Ich kaufe solange kein Produkt von dieser Firma, solange keine öffentliche Entschuldigung ausgesprochen wurde. Ein guter Bekannter sagte mir vor kurzem, daß es wohl doch noch ein Verfahren geben wird gegen Henkel. Wie ich es verstanden habe wegen Einlussnahme auf Gerichtsverfahren durch Henkel. Aber das werde ich sicher nicht mehr erleben und daher ist es mir auch egal geworden. Nur möchte ich meine letzte Zeit nicht damit verbringen, ausgerechnet wieder Henkels zu begegnen.

    Sicher bin hier sehr egoistisch. Man mag es mir nachsehen bitte.

    Hochachtungsvoll
    Ihr UtOpa

    Rinaldo
    schrieb am 16.02.2009 um 17:23

    es sich hier vielleicht um einen gag???

    Anna Lena
    schrieb am 16.02.2009 um 22:02

    Hallo Utopisten,

    wir haben heute mit der Firma Henkel telefoniert um uns erstmal zu erkundigen und aus erster Hand zu informieren. Tatsächlich ist uns eine etwaige Verbindung zwischen der Firma Henkel und dem Contargan-Skandal bisher nicht bekannt.
    Wir warten jetzt erstmal ab, was unsere Kontaktperson uns mitteilen kann.

    Vorab schonmal eine Info. Es stimmt, dass wir Partnerschaften mit dem Blick nach vorne eingehen - was will das Unternehmen erreichen, was sind die Ziele, was können wir zusammen erreichen?

    Dabei sind wir keinesfalls blind für die Vergangenheit, fällen aber auch keine Pauschalurteile. Jedes Engagement und jede Firma ist einzigartig. Entsprechend gestalten sich auch die Dialoge und Vereinbarungen.

    Wir werden uns also informieren und dann an dieser Stelle berichten.

    UtOpa
    schrieb am 17.02.2009 um 10:12

    Sehr geehrte Frau Moderatorin Schiller,

    vielen Dank dafür, daß Sie sich um meine Frage bemühen. Es war zu beürchten, daß man von Contergan nichts wußte.Ich möchte nicht mit der Familie Henkel telefonieren oder Briefe schreiben hier. Ich dachte nicht, daß das passieren kann. Fräulein Christina schrieb davon. In meinem Alter ist die Aufregung nicht mehr so gut. Mein halbes Leben habe ich mich für die Contergan- Kinder eingesetzt und jetzt bin ich nicht mehr so stark dafür. Nun müssen die jungen Leute sich für die Menschen einsetzen. Ich hoffe, mein Wunsch ist nicht zu unhöflich. Vielleicht könnte Herr Harm mit der Familie Henkel sprechen. Herr Harm hat mir hier ja schon sehr geholfen mit den Texten. Vielen Dank Herr Harm.
    Ich möchte nur wissen, wie das Unternehmen Utopias mit der Haltung der Henkels ungeht. Vielleicht können sie hier alle sogar eine Entschuldigung bekommen. So etwas gab es ja noch nie und das wäre mein großer Wunsch.

    Hochachtungsvoll,
    Ihr UtOpa

    Blindschleiche
    schrieb am 17.02.2009 um 19:24

    So wie ich das sehe, geht es hier gar nicht so sehr um Contergan. Wie Nique schon schrieb, kann dafür wohl nur der Hersteller selbst zur Verantwortung gezogen. Dass aber ein Unternehmen, welches Chemikalien in großem Stil produziert, die zu einem Großteil im privatem Bereich zum Einsatz kommen, sich dafür einsetzt, dass das Verursacherprinzip außer Kraft gesetzt wird, dass hat weder heute noch in der Vergangenheit auch nur das geringste mit Nachhaltigkeit zu tun!

    Wenn ein solches Unternehmen sich mit Nachhaltigkeit schmücken will, dann geht das nur, wenn es sich für dieses Verhalten öffentlich entschuldigt und von solchen Praktiken heute und in Zukunft verbindlich distanziert. Wer für sein Tun nicht zur Verantwortung gezogen werden will, der ist nicht nachhaltig. Der ist einfach nur ein Grün- oder Weißwäscher!

    Inwiefern diese Vergangenheit, auch durch Tod eines der Hauptpersonen, verjährt, hat in der Öffentlichkeit durchaus einfach nur mit Vergesslichkeit, Verdrängen oder im besten Fall mit Aufarbeitung z.B. durch ein gerichtliches Verfahren zu tun. Und solange sich Henkel nur durch ein Gerichtsurteil eines Besseren belehren lassen würde, hätte dies in meinen Augen auch nichts mit Nachhaltigkeit zu tun. Sie wären damit nicht besser als alle anderen Drückeberger.



    Und wenn ich nun noch ganz fest meine Augen und Hühneraugen zuquetsche, von alleine bleiben sie bei Henkel nicht geschlossen, und nur die Produkte betrachte, dann frage ich mich, welche dieser Produkte sind nun nachhaltiger als oder wenigstens genauso nachhaltig wie die vielen im Bioladen erhältlichen, vergleichbaren Produkte???

    Bin auf Antwort gespannt!

    Herbstlicht
    schrieb am 17.02.2009 um 20:30

    Mich würde auch mal interessieren, was an Henkel nun "nachhaltig" ist. Nur weil man (etwas sehr spät, aber besser spät als nie, oder?) eine (eine einzige!) Serie mit umweltfreundlichen Produkten gestartet hat. Denn das zu tun ist in erster Linie einfach mal ein (wie gesagt etwas verpennter/verspäteter) Einstieg in einen wachsenden Markt. Oder anders gesagt, jeder, der nichts für diese Zielgruppe ins Programm nimmt ist dämlich/verschenkt Marktanteile/Geld.

    Zu Herrn Plichta. Ich habe seine Bücher (ich glaube nur Band 1 und 2) vor einigen Jahren gelesen. Das Autobiografische, das eben sehr sehr viel über Henkel enthält ließt sich interessant. Ob es nun übertrieben ist, ist ohne lange Recherche schwer zu sagen. Zumindest ist es spannend geschrieben, vielleicht zu spannend (um ganz wahr zu sein)

    loefine
    schrieb am 18.02.2009 um 08:43

    Mich würde auch mal interessieren, was an Henkel nun "nachhaltig" ist. Nur weil man (etwas sehr spät, aber besser spät als nie, oder?) eine (eine einzige!) Serie mit umweltfreundlichen Produkten gestartet hat. Denn das zu tun ist in erster Linie einfach mal ein (wie gesagt etwas verpennter/verspäteter) Einstieg in einen wachsenden Markt. Oder anders gesagt, jeder, der nichts für diese Zielgruppe ins Programm nimmt ist dämlich/verschenkt Marktanteile/Geld.



    Ich denke ja, dass es nicht schlecht ist, wenn die Hausfrau, die auf Henkel schwört mal auf deren "Öko"produkte stößt und damit evtl. anfängt zu überlegen. Das kann nicht verkehrt sein.

    Ich hatte die Firma Henkel schon vor Wochen mal angeschrieben und gefragt, wie ökologisch denn die Herstellung sei. Ich als umweltbewusster Mensche möchte schon auch wissen, ob bei der Herstellung auch schon auf den Umweltaspekt geachtet wird. Ob meine Frage nie ankam oder sie unterging, weiß ich nicht. Ich habe nie eine Antwort erhalten.

    Zu den anderen Vorwürfen kann ich mich nicht äußern, denn ich weiß davon nichts.
    Utopia kann man da wohl kaum Vorwürfe machen - wie sollen sie etwas rausfinden, was so gut versteckt wird - wenn es denn so ist.

    connie


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