Fahrradfahren / Verkehrspolitik und Stadtplanung
Kopenhagen hat's begriffen!
Lassen sich die örtlichen Krankenkassenbüros dafür einspannen, sich dafür stark zu machen?
Stadtradeln wird ja gerne unterstützt, Radschnellwege wären der nächste Baustein. Über die Krankenkassen könnten dann Unternehmen überzeugt werden (weils dann weniger Krankenstände gibt, die Menschen aktiver sind).
Ja, Kopenhagen hat ein gutes Klimakonzept, Verkehr inklusive. Schon vor ein paar Jahren, im Vorfeld des Klimagipfels in Kopenhagen, gab es dazu Berichte, z.B. in der taz und anderen Medien (auch bei Utopia hab ich das selber mal erwähnt, z.B. in einem Kommentar am 19.09.2011 hier http://www.utopia.de/blog/freedom-happiness-and-sensitivity-for-beauty-for-all-beings-in-solidarity-berniewa-s-utopia/traffic-energy-revolution#comment-556131 .
Übrigens gibt es auch einen Stadtteil von Paris, der recht gut Fahrräder ins Verkehrskonzept einbindet - mit Verleihstationen in Nähe von Haltestellen von Straßenbahnen und Metrostationen . Die Verleihstationen sind Fahrradständer, die ein bisschen technisch 'aufgerüstet' sind, so dass man das Ausleihen des Rades jeweils bezahlt. Bei jeder gleichen Station kann eine/r es einfach wieder in einen solchen Fahrradständer einstellen Was ist, wenn schon gerade alle voll sind, weiß ich allerdings nicht ;`)
Da ist dann ein anderes Konzept noch besser, nämlich was ich mal im Kibbuz Gan Shmuel erlebt habe: Dort standen Fahrräder einfach so je nach Bedarf quasi an jeder Ecke und jede/r konnte eines nach Bedarf benutzen. Freilich eine Besonderheit hat das erleichtert, dass es nämlich in der genossenschaftlichen Siedlung so gut wie keine Fremden Leute gab (keine Touristen und sonst auch kaum, außer von Nachbardörfern)
(Gan Shmuel (deutsch: Garten Samuels) wurde ca Anfang des 20 Jhs gegründet von Emigranten aus Osteuropa die die dortigen Pogrome satt hatten und ein soziales Gesellschaftsmodell ausprobieren wollten, Land gekauft hatten, Sumpf trocken gelegt und eben die Siedlung gebaut hatten) Siehe auch http://www.utopia.de/blog/freedom-happiness-and-sensitivity-for-beauty-for-all-beings-in-solidarity-berniewa-s-utopia/vielfalt-und-gleiches-mass-an-freiheit-aller-was-die-welt
Radschnellwege?!!
Die Bürger sind schneller als Ihre Stadtverwaltungen. Ich bin der festen Überzeugung, das mehr Stadtmenschen einen Radschnellweg, einem Autoschnellweg vorziehen würden.
Die Vorteile überwiegen ja auch bei weitem!
Und wo vorher Autos geparkt haben, da werden dann Bäume gepflant um das Stadtklima zu verbessern.
Bessere, kühlere Luft und schönen Schatten werden den Menschen mehr Lebensqualitt geben.
Radfahren ist auch finanziell wesentlich besser als Autofahren.
Für die Bürger gibt es nur Vorteile!
Nur die Mineralölkonzerne und Tankstellenpächter sind die Verlierer.
Solche Berichte gehören ins TV und zwar zur besten Sendezeit!
Das stimmt- diese Berichte sollten im großen Stil publik gemacht werden.
Unsere Politiker debattieren ständig über steigende Spritpreise, an alternativen Konzepten wie den Radschnellwegen scheinen die wenigsten Volksvertreter Interesse zu zeigen.
Dabei machen unsere Nachbarn in Holland oder Dänemark vor, wie einfach sich ein solch erfolgreiches Konzept kostengünstig kopieren ließe. Bei uns scheint nur mal wieder der Wille zu fehlen.
Wir waren im letzten Jahr mit dem Rad u. a. in Kopenhagen unterwegs und es war einfach super. Im Gegensatz zu manchen Städten in Deutschland gab es eher Gedränge auf den Radwegen als auf der Straße und die Autos sowie der Lieferverkehr hatten es viel einfacher, weil nicht so viele Autos unterwegs waren. Womit die Regel bestätigt: "Wenn jeder fährt, stehen alle!!".
Die Nörgler streiten selbst die nachgewiesenen positiven gesundheitlichen Aspekte des Radfahrens ab, weil Schweißausbrüche einfach nicht gesund sein können. Vermutlich trifft dies auch auf deren Arbeitsalltag zu, wo sie dann einfach langsamer oder einfach garnicht mehr arbeiten. Mir hingegen kommen die besten Einfälle und Ideen meistens während des Radelns, weil dann mehr Blut im Kopf zirkuliert?! Ich kann jedem nur empfehlen sich einmal an der jährlich wiederkehrenden Aktin von ADFC und AOK "Mit dem Rad zur Arbeit" zu beteiligen. Wenn man das im Kolleg_innen oder auch Freundeskreis macht, kommt es zu manch einem Kuriosum. Selbst hartgesottene Autovertreter_innen wollen plötzlich am Jahresende möglichst die meisten Kilometer auf dem Fahrrad(!!!)tacho haben.
Außerdem braucht dieses Land endlich eine neue Generation von Stadt- und Verkehrsplaner_innen, die unsere Umwelt nicht nur durch die Windschutzscheiben ihrer SUV´s wahrnehmen und gestalten. Diese Entwicklung wird aber durch den demographischen Wandel kräftig unterstützt.
"weil Schweißausbrüche einfach nicht gesund sein können" - dabei soll das Saunieren doch so gesund sein.
Radfahren geht auch ohne Schwitzen, einfach etwas langsamer fahren - aber da besteht wohl Sorge, nicht rechtzeitig anzukommen.
Witzig, dass Kilometerfressen so "geht", auch wenns mit dem Rad gemacht wird. Gut zu wissen.
viel schwitzen (was freilich in der Sauna ok ist, aber auf dem Rad eher unangenehm v a wenn mensch eigt wenig verschwitzt wo ankommen will) hat oft neben Luftfeuchtigkeit u.s.w.
auch folgende 2 Ursachen
(a) Schlechte Kondition (da schwitzt einer schneller) und
(b) falsche Kleidung . Zwar steht heute bei Regenjacken u.s.w. schon fast immer
" atmungsaktiv " drauf, aber da gibt's halt riesen Unterschiede ! -- Da lohnt sich dann langfristig evtl ein paar Euro mehr auszugeben und etwas von Marken wie www.vaude.de oder www.patagonia.com zu nehmen - zumal speziell diese beiden ihre Sachen im Vgl. zu anderen "outdoor"-Textil-Anbietern überdurchschnittlich sozial & ökologisch herstellen (lassen)
Das stimmt schon, keiner will verschwitzt im Büro ankommen und die Kollegen anmüffeln. Spezielle schweisstransportierende Kleidung müsste dann auch umgezogen werden, was auch viele abschreckt, weil es Zusatzaufwand ist, der entsteht.
Ich finde es einfacher, zu schauen, mit welcher Geschwindigkeit man fahren kann ohne zu schwitzen. Die Zeit dann mal stoppen und vergleichen mit der Zeit, die man braucht,wenn man "normal" fährt. Die erste Zeit dann vergleichen mit der Zeit, die man mit anderen Verkehrsmitteln (Öffi, PKW) braucht, aber immer von Wohnungstür bis Büroplatz messen, damit verkehrsmittelabhängiger Zusatzaufwand eingerechnet wird.
Wenns doch zu lange dauert, man aber die Vorteile des Radfahrens nicht missen will (kein Stau, keine lange Parkplatzsuche, Fitness, ...) wirds interessant, eine Pedelec anzuschaffen, um beim Treten etwas Unterstützung zu bekommen. Die Teile kosten zwar einiges, aber bei monatlichen Kosten eines PKWs von mindestens 150 € hat man sich schnell eines zusammengespart (oder nützt Ratenzahlung).
Zum Thema Schwitzen fällt mir nur ein, dass man alle Aktivitäten seitens der Arbeitgeber_innen unterstützen sollte, Anlagen für ihre Rad fahrenden Mitarbeiter_innen zu errichten. Sichere und Wetter gschützte Fahrradparkanlagen sind da nur ein Anfang. Duschen und Umkleiden für Menschen, die im Büro-Outfit präsent sein müssen würden deren Akzeptanz noch fördern. Schließlich gibt es inzwischen nicht wenige Radler_innen, die auch lange Strecken mit dem Fahrrad zur Arbeit oder Ausbildung pendeln.
Die leidige Debatte der Politiker_innen ist völlig daneben, weil überflüssig. Wer einerseits die freie Marktwirtschaft propagiert, darf sich halt nicht beschweren, wenn aufgrund hoher Nachfrage die Preise steigen. Ein Wissenschaftler hat bzgl. des Ölpreises mal gesagt, dass dieser pro Liter mehr als 1.000 Euro kosten müsste, weil Erdöl so wertvoll (im Sinne von werthaltig) ist. Und Dinge die sich einer hohen Nachfrage bei gleichzeitiger Endlichkeit ihrer natürlichen Vorkommen, werden nun einmal einfach nicht billiger. Wer das den Menschen noch verspricht, sollte sich mal ernsthaft auf seinen Geisteszustand hin untersuchen lassen.
Würden unsere Politiker_innen entgegen der bisherigen Praxis lieber einen Radweg als eine neue innerstädtische Schnellstraße mit teuren Tunnelbauwerken etc. eröffnen, dann wären wir schon einen gewaltigen Schritt weiter. Aber damit kann man offensichtlich bei der Wähler_innenschar nicht punkten, obwohl diese dann für die Folgen (Lärm, Abgase, Unterhaltskosten, Verkehrstote, Unfallfolgeksoten) geradestehen müssen.
Zur Produktion von Fahrrädern benötigt man ebenfalls Energie, aber im Vergleich zur Automobilproduktion deutlich weniger. Der Unterhalt eines Fahrrades kann u. U. über Jahrzehnte mit sehr geringem Ressourcenaufwand erfolgen. Deshalb pimpe ich meine Fahrräder und die von Freunden regelmäßig. Zudem habe ich vor rd. 10 Jahren mein eigenes Auto verkauft und könnte mir so jedes Jahr ein nobeles neues Rad leisten. Die Scheichs schauen dabei in die Röhre, die Umwelt freuts und ich bin viel ausgelichener und am Ende gesünder als früher. Und weil ich weder Lärm mache noch Abgase produziere, für mich kein zusätzlicher Parkplatz vorgehalten werden muss und ich eher kleine Unfälle verursache leiste ich einen positiven Beitrag für die Allgemeinheit. Nur die weiß es bislang noch nicht zu schätzen, weil Freiheit bisher ausschließlich mit Automobilität gleichgesetzt wird. Und so kämpfe ich mich jeden Tag weiter durch den automobilen Wahnsinn einer Großstadt, deren Politiker_innen und Verwaltungsspitze noch bis heute das vergoldete Kalb auf vier Rädern anbeten.
Das sie damit dem ebenso hoch gehaltenen Wirtschaftswachstum einen Bärendienst erweisen, weil das liebe Geld für Energie ins Ausland abwandert, anstatt in der Region oder dem eigenen Land zu rotieren, wird dabei schnell mal vergessen. Wenn die mentale Leistungsfähigkeit hinter der Windschutzscheibe nur bis zum Gaspedal reicht, kann dabei wohl auch nicht mehr herauskommen.
Wir radeln los und lassen die ewig gestrigen im Stau zurück.
Endlich mal Rückstau statt Rückschau halten!!!
@speedvelo
Volle Zustimmung, mit einer einzigen Einschränkung: Wir haben leider in Deutschland nicht 12 Monate lang Radelwetter (außer vielleicht für die ganz Jungen, Abgehärteten und Kälte, Schnee und Eis nicht Fürchtenden). Das heißt, dass ich für mindestens drei bis vier Monate im Jahr eine Alternative für meine Fortbewegung haben muss.
Aber es ist auf jeden Fall dem Klima sehr dienlich, wenn ich acht oder neun Monate überwiegend das Rad nutze.

