Fahrradfahren / Vorstellrunde
Fahrrad - flüchtiges Gut
Der Velotopist hat mich auf eure Gruppe hingewiesen, und nachdem ich ja jetzt frisch bekehrter Radl-Liebhaber bin, lag der Beitritt dementsprechend nahe. Eine Frage hätte ich aber an euch gleich zu Anfang:
Wie oft haben sie euch eure Drahtesel denn schon geklaut? Momentan fahre ich immer noch mit einem klapprigen Drahtesel vom Flohmarkt durch die Lande und einer der Hauptgründe, der mich von der Anschaffung eines richtigen Liebhaberstücks abhält ist die Angst davor, das Teil so schneller wieder los zu sein als ich es angeschafft habe. Das und ein notorisch klammer Geldbeutel natürlich :)
Würde mich einfach mal interessieren, was ihr da so zu erzählen habt. Danke und liebe Grüße, Simon
Es ist schon Jahre zurückliegend. Meine andere Hälfte radelte morgens zum hiesigen kleinstädtischen Bahnhof, um von dort per Bahn seine Arbeitsstelle in der Großstadt zu erreichen. Eines Abends erwartete ihn bei der Rückkehr nicht sein Rad, sondern gähnende Leere am Radständer, an dem das geknackte Schloss ihm beschämt entgegenäugte.
Auf der Polizei wurden schließlich alle Daten und Umstände dieses Diebstahls aufgenommen, was das Fahrrad jedoch nie wieder herbeizauberte.
Also borgte sich meine andere Hälfte den -wie beschriebst Du den?- klapprigen Drahtesel seines schon lange nicht mehr radelnden Vaters für die weiterhin geplanten Fahrten zum Bahnhof. Ganz sicher würde ein so altes Gefährt keinen Dieb interessieren. Aber: weit gefehlt!! Nach drei Tagen hatte auch dieses alte Klappergestell das Pech, in Diebeshände gefallen zu sein.
Inzwischen sind Jahre vergangen und unsere Räder haben es geschafft, treu bei uns zu bleiben (obgleich Dagmar manchmal nachlässig ist und bei raschen Einkäufen -ich weiß, es ist nicht entschuldbar- ihr Fahrrad nicht abschließt.
Wir haben früher (<17 Jahre) in München Giesing in der Winterstrasse gewohnt.
(Das ist eine Parall-Strasse von der Kübach-str. , wir waren also sozusagen Nachbarn ;-)).
Da wurden uns die abgeschlossenen alten Radln aus dem Hinterhof geklaut.
Ein ganz altes Radl wurde mir am Bahnhof in Augsburg total demoliert.
Die mittelguten Trekkingräder haben wir nun schon - toitoitoi - seit 16 Jahren und es ist noch nichts passiert.
Allerdings stehen die auch seltenst lange alleine rum.
Neulich war ein Artikel dazu im Spiegel:
http://www.spiegel.de/reise/aktuell/schloss-und-alarmanlage-wie-schuetze-ich-mein-fahrrad-vor-diebstahl-a-826646.html
In München wäre ich sehr vorsichtig mit einem Guten Radl.
Hallo Simon,
ich habe vor knapp 15 Jahren den Rennrad-Sport für mich als idealen Ausgleichssport und Stressabbau entdeckt.
Ich habe dann drei Jahre gespart und mir vor knapp 12 Jahren den Traum eines auf mich zugeschnitten Rades erlaubt. Ich habe, heute kann ich selbst kaum glauben, damals 6.000 € investiert. Und dank eines Uralt-Vertrages bei der DEVK war es sogar in der Hausrat mitversichert. Ich hatte wohl Glück und konnte tatsächlich 5 Jahre Radl-Vergnügen genießen, dann passierte das Unvermeintliche in Heidelberg. Wieder Glück bekam ich den Neupreis von der Versicherung erstattet.
Das Anschluss-Rad hatte zwar immer noch sehr gute Komponenten wurde aber nicht mehr speziell für mich angepasst. Kosten 2.000 €. Dieses Rad fuhr ich 2 Jahre und es wurde in Münster in Westfalen geklaut. Wieder bekam ich den Kaufpreis erstattet, aber die Versicherung teilte mir die Kündigung des Vertrages mit.
Das nächste Rad war jetzt ein echtes Rad von der Stange und kostete dennoch 1.500 €. Ich hatte es genau 6 Monate, dann wurde es in München gestohlen und ich erhielt von einer extra abgeschlossenen teuren Radversicherung nur 700 €, angeblicher Zeitwert nach 6 Monaten…
Ich fahre derzeit ein TREK-Tourenrad vom Flohmarkt. Kostenpunkt 200.- €. Es ist in einem sagen wir mal gerade noch verkehrssicheren Zustand und ich habe es jetzt 3 Jahre.
Da ich insgesamt zu wenig Sport mache, plane ich wieder den Kauf eines Rennrades. Das ist einfach meine Leidenschaft, nur fehlt leider gerade das Geld (Existenzgründung/Scheidung zu selben Zeit) – pfff – aber dann wird es wieder ein Rad so für ca. 1.500 € werden, damit kann man vernünftig trainieren. Mein teuerstes Rad fuhr quasi von allein, aber da hatte ich auch noch Ambitionen, jetzt möchte ich einfach Spaß haben ohne ständige Reparaturen und ohne Angstzustände bei Alpenabfahrten, was bei noch billigeren Radln schon mal vorkommen kann (Lenkerflattern, seltsame Knackgeräusche).
Meine Tendenz geht ganz klar zum Zweitrad – eins vom Flohmarkt für jeden Tag, eins das sogar mit in die Wohnung darf und auch ansonsten nie alleine ist ;-)
Hallo Simon,
Deinen Frust kann ich mir gut vorstellen, wenn da plötzlich kein Rad mehr steht. Ich habe deshlab immer ziemlich viel Geld für gute Schlösser ausgegeben, was sich bisher positiv ausgewirkt hat. Außerdem haben wir alle unsere Räder codiern lassen, was dann vielleicht manch einen Dieb zögern lässt.
Inzwischen gibt es ja auch im www einige nützliche Dinge, um sein Fahrrad gut erfassen zu können. Besonders nützlich finde ich dabei die APP, mit der man alle wichtigen daten sowie Photos auf sein Schmarrfhone speichern kann, was die zeitintensive Suche nach den Kaufunterlagen etc. erspart. Diese Daten haben vielel Leute dann sofort griffbereit, wenn man zu Polizei geht. Vorraussetzung, man hat so ein neues digitaltes Spielzeug!
http://www.droste-partner.de/fileadmin/dateien/formulare/fahrradpass.pdf
http://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/diebstahl-und-einbruch/diebstahl-von-zweiraedern/fahrradpass-app.html
Manche Diebe können leider nicht ganz professionell damit umgehen, wenn sie an guten schlössern gescheitert sind. Als "Alternative" zerstören sie dann willkürlich das Fahrrad ganz oder in Teilen. Mir haben sie über Wochen hin immer wieder Licht-Kabel und mein Spanngummi am Gepäckträger zerschnitten. Lampen wurden abgeknickt oder das Glas eingedrückt. Einbmal haben si versucht das Hinterrad in den rechten Winkel zu bringen, wobei sie vermutlich gestört wurden, weil das Hinterrad zum Glück nur leicht verbogen war und wieder gerichtet werden konnte.
Zum Schutz der Laufräder empfehle ich außerdem Achsen mit Spezialschlüssel wie z. B. Pit Lock. Diese sind zwar auch nicht gerade sehr billig, aber am Ende ihren Preis wert. Denn ein neues Fahrad ist am Ende immer teurer. Wer sein Rad viel draußen stehen hat und auch im Winter damit unterwegs ist, sollte auf die Edelstahlvariante zurückgreifen, sonst ärgert man sich wegen festgerosteter Teile ein Loch in den Bauch.
Wir leben auch in einer Großstadt und suchen uns stets gut einsehbare oder Parkplätze mit hohem Publikumsverkehr. Solange die Städte nicht in sichere Fahrradparkanlagen investieren wollen, bleiben nur diese Alternativen.
Velosophische Grüße
sendet Dir
speedvelo
Mir selber wurde zum Glück noch keines geklaut, in meinem näheren Umkreis weiss ich drei Fälle. Waren zweimal nagelneue Räder (von der Strasse geklaut) und einmal ein älteres MTB mit hochwertigen Teilen (aus dem Hausflur geklaut). Leipzig soll aber auch führend sein bei Fahrraddiebstählen.
Mein Rad schaut aber auch nicht wertvoll aus (ist es auch nicht, funktioniert halt wie ich es will und der Rahmen gefällt mir besonders, weil da kaum Schweissnähte sind) dazu hab ich es registrieren lassen (weiss aber nicht, wie abschreckend das ist), und schliesse es immer ab (auch wenn ich nur kurz zum Bäcker reingehe) normalerweise auch an. Zuhause kommts in den Keller.
Mir wurden im letzten halben Jahr drei Räder geklaut, zwei von der Straße, eins aus dem Hausflur. Gottseidank war nur eins davon etwas wert, das war allerdings ein schönes neues Klapprad und ich hab mich halbtot geärgert (alle bei der Polizei gemeldet, nie wieder was gehört).
Jetzt habe ich zwei Räder, ein uraltes Dreigangrad und ein gebrauchtes, ganz ordentliches 21-Gang-Rad von Rixe für weitere Touren (200 Euro). An dem alten hänge ich nicht besonders, aber das bessere wird nie in der Stadt benutzt, immer mit zwei Schlössern an festen Gegenständen verankert (auch im Hausflur) und nach Möglichkeit nicht aus den Augen gelassen.
Auch wenn es wahrscheinlich nicht viel nützt, aber für das bessere habe ich einen Fahrradpass von der Polizei ausgefüllt (mit besonderen Kennzeichen, Rahmennummer, Marke der Gangschaltung...), Fotos gemacht, meinen Namen in den Rahmen gekratzt, 2 teure Schlösser gekauft. Wenn es jetzt wieder wegkommt, dann ist das eben einfach Schicksal...
Auch die Polizei bräuchte in Sachen Radverkehr und Fahrraddiebstähle mal ein richtiges Upgrade, weil sie von der Politik primär in Sachen Autodiebstähle gehätschelt und gelobt wird. Außerdem haben manche Beamt_innen richtig viel Spaß daran Radfahrer wegen (nicht notwenigen Fehlverhaltens) zu belangen, aber illegalen Geh- und Radwegparker und anderen rücksichtslosen MIV_Lenker_innen höchsten mal wohlwollend in die Augen schauen, wenn sie gerade mal wieder einem rAdfahrer an der Kreuzung in Lebensgefahr gebracht haben. Bei mir parken jeden Tag und jede Nacht dieselben Fachköpfe auf dem Geh- und Radweg, ich wiederholt Ordnungsdienst und Polizei angerufen. Aber das interessiert die überhaupt nicht...
Kampfradler sind das Problem, nicht geklaute Fahrräder!!!
Deshalb gitl mein beosnderer Dank auch den Bundesminstern für Inneres und Verkehr
Hallo Simon,
genau das bewegte mich auch, als ich mir mein "Wunsch-Fahrrad" habe bauen lassen.
Mir wurden in meinem Radler-Leben bereits 2 Fahrräder geklaut: die waren allerdings nicht an einen "festen Gegenstand" angeschlossen.
Daher erster Tipp: das Fahrrad an einen festen Gegenstand wie z.B. Verkehrsschild, Laternenmasten-oder diese guten modernen "Bügel-Fahrradständer"-mit dem Rahmen anschließen-idealerweise mit einem hochwertigen Bügelschloss.
Da gibt's eigentlich gleich den zweiten Tipp: das Anschließen des Vorderrades in den üblichen Vorderrad-Fahrradständern ist nicht besonders sicher: insbesondere die neueren Fahrräder verfügen über ein "Schnellspanner-System" des Vorderrades, was eigentlich dem Eigentümer für einen schnellen Radwechsel im Pannenfall dienen sollte-leider ist damit auch von anderen ganz schnell mal der "Rest des Fahrrads" vom angeschlossenen Vorderrad entfernt..
Ich hatte mich bei meiner Hausratversicherung erkundigt, was es mich kosten würde, mein Fahrrad zusätzlich zu versichern: in den Grundtarifen ist die Versicherung des Fahrrades in der Regel nicht mehr enthalten.
Mich kostet meine zusätzliche Fahrradversicherung ca. 50 Euro mehr pro Jahr: damit ist mein Fahrrad bis zu 3% meiner Hausratversicherungssumme gegen Diebstahl versichert.
Wichtig: in der Klausel ist enthalten, dass ich mein Rad "durch ein eigenständiges Fahrradschloss" zu sichern habe (Rahmenschlösser gelten nicht)-und wenn die Möglichkeit besteht, das Fahrrad in einem Fahrradkeller unterstellen zu können, so muss ich dieses tun-und das Fahrrad auch dort mit einem "eigenständigen Schloss" sichern!
Versichert ist mein Rad nur gegen Diebstahl: Vandalismus ist nicht eingeschlossen.
Fazit: man muss sich schon genau überlegen, wie viel einem sein "Drahtesel" wert ist-es gibt auch viele überteuerte Versicherungen: also nach den eigenen Bedürfnissen das Beste aus den vielen Angeboten herausfinden- und es potenziellen Dieben so schwer wie möglich machen!
Mir ist zum Glück noch keins abhanden gekommen, aber ich habe auch lange Zeit kein Neurad mehr gekauft.
Vor einiger Zeit wurde das teure Mountainbike meines Bruders geklaut. Die Hausratversicherung hat den Neupreis erstattet und er hat sich einfach ein neues gekauft, kein großes Problem. Nach einigen Monaten ist das Fahrrad wieder aufgetaucht. Alle Räder in der Familie sind natürlich kodiert und die Polizei hatte einen etwas größeren Fisch gefangen, bei dem neben vielen anderen dieses Rad wiedergefunden und erkannt wurde....naja, erkennen konnte man das Rad eigentlich nicht mehr. Es war fast nichts mehr wie ursprünglich vorhanden (abgekratzte Logos, neue Farbe, andere Gabel, Bremsen und und...). Weil das Rad bis zur Unkenntlichkeit verhunzt war, gab es mit der Versicherung auch keine Probleme ;)
Mir ist im letzten Winter mein liebstes, aber schon acht Jahre altes Rad geklaut worden. Trotz des Alters habe ich von der Hausratversicherung den Neupreis erstatten bekommen. Sonst wäre ich - mangels finanzieller Mittel - wohl immer noch fahrradlos. Mittlerweile erfreue ich mich aber meines neuen Radls, auf das ich allerdings vier Monate warten musste.
Bei älteren Rädern lohnt es sich, im Falle des Diebstahls und wenn eine Versicherung vorhanden ist, mit dem alten Kaufbeleg einen Fahrradhändler aufzusuchen und sich für die Versicherung einen Beleg ausstellen zu lassen, wie viel das gleiche Fahrrad heute kosten würde. Eine Freundin von mir hat so statt der 500€ Neupreis 600€ von der Versicherung erstattet bekommen.
Mein Fahrradhändler hat mir beim Kauf zudem die Faustregel mitgegeben, dass ein Fahrradschloss immer mindestens 10% des Fahrradneupreises betragen sollte. Bei mir ist das nun ein Bordo von Abus, mit dem ich mein Fahrrad bisher immer wieder an seinem Platz aufgefunden habe :-)

