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Welche Milchprodukte darf ich überhaupt noch kaufen?

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Beiträge (10 )
 
Kuwakundnonz schrieb am 28.01.2009 um 09:57
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In unserer Familie stehen Joghurt und Milch täglich auf dem Tisch.
:confused:Mein Problem ist:
Landliebe will ich nicht kaufen, weil es zu Campina gehört (siehe foodwatch-mitmachaktion), müller-Produkte sind sowieso tabu, unser halbwegs regionales Unternehmen (frankenland) sagt nicht zu, genfrei zu arbeiten (im Gegensatz zu anderen), Biomilch ist oft genug aus sonstwo aus Deutschland und ich finde es nunmal schwachsinnig, Milch aus Mecklenburg-Vorpommern zu kaufen, wenn die auch näher hergestellt wird.
So laufe ich durch den Supermarkt und suche nach Essbarem (das geht ja nicht nur bei den Milchprodukten so) und werde fast wahnsinnig.
Ständig höre/lese ich, welche Marken ich nicht kaufen soll (und jeweils mit nachvollziehbaren Argumenten) - aber kann mir mal jemand sagen, was ich überhaupt noch essen/kaufen darf??? Für eine eigene Kuh langt meine Geduld nicht, unser Garten ist gerade Baustelle und danach nicht groß genug, um gemüsemässig eine sechsköpfige Familie zu ernähren und, und, und.
Kann mich jemand aufbauen bzw. noch besser: mir helfen?! Danke
    Fuchshub schrieb am 28.01.2009 um 10:26
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    Obwohl wir selbst Bio-Ziegenmilch "produzieren" muss ich wöchentlich für meine Tocher einen Liter Kuhmilch zukaufen.
    Bei uns kommt normalerweise nur Bio-Milch auf den Tisch; und zwar von Berchtesgadener Land. Wenn ich die Bio nicht kriege nehme ich von denen sogar die Konventionelle.
    Berchtesgadener Land ist für mich Eine der wenigen Molkereien, vielleicht sogar die Einzigste, die nicht nur Inhaltsstoffe und Herkunft verspricht sondern sogar garantiert: http://www.molkerei-bgl.de/bergb.html
    Vor ein paar Jahren gabs da mal eine Untersuchung bzgl. Versprechen der Molkereien und tatsächlicher Herkunft der Milch, da stand Berchtesgadener Land an erster Stelle.
    Ausserdem kann ich dadurch unsere bayerischen Bergbauern unterstützen....

    Bei den meisten Discountern stammt die Bio-Milch übrigens aus Österreich. Da greif ich generell nicht zu, wenn schon möchte ich unsere dt. Bio-Landwirtschaft unterstützen.

    Gundula schrieb am 28.01.2009 um 10:34
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    Die Suchkombination "Frankenland Bio Molkerei" gibt im www eine Molkerei. (Leider nicht bei forestle, sondern bei google)

    Vielleicht paßt das Angebot und Du findest einen Händler in der Nähe - oder einen Biolieferanten, der es einmal die Woche vorbei bringen kann. Frag doch bei der Molkerei mal nach den Händlern. Der Lieferant könnte dann ja vielleicht auch gleich regionales Gemüse mitbringen.

    Andreas Zoerner schrieb am 29.01.2009 um 12:01
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    Liebe Community,

    in der aktuellen Ausgabe der ZEIT (Nr. 6/ 2009) findet sich ein umfangreicher Schwerpunkt zum Thema Milch: "Milch - Natur aus der Fabrik". Online habe ich den Artikel leider noch nicht gefunden.

    Utopische Grüße
    Andreas

    bhellweg schrieb am 29.01.2009 um 18:42
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    Die Milch und Milchprodukte die hier in Deutschland angeboten werden, sind zumindest nicht ungesund. Der Rest ist Ansichts- und Geschmackssache

    Burnie schrieb am 29.01.2009 um 20:13
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    Die Milch und Milchprodukte die hier in Deutschland angeboten werden, sind zumindest nicht ungesund. Der Rest ist Ansichts- und Geschmackssache

    wobei die Regionalität ein sehr wichtiges Entscheidungskriterium .. und die Berchtesgadener ist in den südlichen Gefilden Bayerns sicher OK, in Hamburg genauso sicher nicht.

    Vielleicht gibts ja nen Landwirt bei dir in Franken, - da ists ja noch öfters das Fall dass zumindest ein Milchbauer im Ort überlebt hat. Da kannst du dann vielleicht Milch direkt beziehen. Hat mir jahrelang am Besten geschmeckt!

    desi87 schrieb am 30.01.2009 um 10:56
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    Schau dich doch mal in der gegend um. Gibt es da vieleicht kleine Bauern? Dann gehe einfach mal hin und frage ob sie Milch ab Hof verkaufen viele (wenn sie "sauber" sind) lassen sich auch in den Stall schauen. Da du von eurer Familie sprichst denke ich mal dass du Kinder hast? Mein Kleiner findet es immer wieder spannen auf den Hof zu gehen :) also ein toller Mutter Kind ausflug. Viele kleine Bauern (die nur ab hof verkaufen oder einen kleinen Marktstand haben) können sich ein Biosiegel einfach nicht leisten. Und ab Hof ist oft vieles günstiger (bei uns zumindestens Gemüse und Obst bei Milch kann ich dir leider nicht sagen weil ich keine trinke). Außerdem finde ich es immer wieder schön das man so ein persöhnliches verhältnis hat und im Sommer macht unser Bauer immer ein Hoffest wo er alle Kunden einlädt

    Fuchshub schrieb am 30.01.2009 um 13:53
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    Viele kleine Bauern (die nur ab hof verkaufen oder einen kleinen Marktstand haben) können sich ein Biosiegel einfach nicht leisten.

    Auf die Aussage "das Biosiegel kann ich mir nicht leisten aber wir produzieren eh bio" würde ich mich als "Landwirtschafts-Laie" nicht wirklich verlassen. Ich wäre da wirklich vorsichtig!

    Freilaufende Hennen sind nicht automatisch Bio nur weil sie frei laufen. Solange die Tiere Hühnerfutter mit Gentechnisch verändertem Soja erhalten (und das ist so gut wie in jeder fertigen Futtermischung oder im Legemehl drin) ist das draussen laufen nur noch Nebensache.
    Genauso siehts mit den Milchkühen aus. Stehen die Tiere in reiner Anbindehaltung? Haben die Tiere Auslauf? Wird prophylaktisch mit Antibiotika Trocken gestellt? Den allermeisten Milchkühen wird Soja zugefüttert. Ist der gentechnisch verändert? Der normal gelieferte Soja vom Futtermittelhändler ist immer gentechnisch verändert. GVO-freier Soja muss separat von bestimmten Händlern geordert werden und kostet auch mehr!
    Selbes Spiel beim Schweinefleisch, Putenfleisch etc. ab Bauern.....
    Wie oft und mit was wird das Futtergetreide der Tiere, das Gemüse, das Obst auf dem Marktstand gespritzt?
    Lasst Euch nicht vom Bauern einreden man müsste spritzen, ohne Gift wäre kein Ertrag da.
    Mit was wird gedüngt? Gülle, Mist, Mineraldünger?

    Ich will hier keine Landwirtschafts Kollegen schlecht machen aber oft wird "Städtern" ein Blödsinn erzählt um die Ware an den Mann zu bringen...

    desi87 schrieb am 30.01.2009 um 19:51
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    wir wohnen auf einem Bauern-Dorf ;) aber vielen dank. Ne unser bauer hat nie behauptet das er Bio anbaut. Aber er spritzt nicht (er benutzt teilweise irgendwelche insekten (weis aber nicht inwiefern das jetzt bio ist aber es ist, meiner meinung nach besser als spritzen)) und er düngt mit Mist.
    @Fuchshub du bist doch bäuerin,oder? Hättest du ein paar Tipps wie man "gute" bauern erkennen kann? vieleicht ein paar Fragen die man stellen kann?

    Fuchshub schrieb am 31.01.2009 um 09:53
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    wir wohnen auf einem Bauern-Dorf ;) aber vielen dank. Ne unser bauer hat nie behauptet das er Bio anbaut. Aber er spritzt nicht (er benutzt teilweise irgendwelche insekten (weis aber nicht inwiefern das jetzt bio ist aber es ist, meiner meinung nach besser als spritzen)) und er düngt mit Mist.
    @Fuchshub du bist doch bäuerin,oder? Hättest du ein paar Tipps wie man "gute" bauern erkennen kann? vieleicht ein paar Fragen die man stellen kann?


    Ich denke, dass es für Laien generell schwer ist einen "guten" Bauern zu erkennen.
    Ich kann nur aus eigener Erfahrung sprechen und will auch nicht alle über einen Kamm schweren. Wie in jedem Beruf gibts auch bei uns Gute und Schlechte und die momentane Krise macht auch vor uns Bauern nicht halt. Viele stehen wirklich kurz vor der Aufgabe Ihres Betriebes.
    Aber hier zB. werden "Zugezogene und Städter" von den alteingesessenen Bauern nicht wirklich ernst genommen, da wird dann gerne erzählt, dass Kühe im Stall glücklicher seien weil sie dort nicht von Hitze und Ungeziefer "geplagt" werden würden, dass die Eier garantiert Bio seien weil die Hühner frei laufen dürften (obwohl das Legemehl mit dem Vermerkt: "enthält GVO" grade um die Ecke steht) und man die Äpfel nicht spritzen würde obwohl im Frühjahr mit der Giftspritze rumgeturnt wird (aber einmal ist ja keinmal und die Nicht-Bauern glauben ja eh alles...)

    Ich persönlich stelle gerne direkte Fragen: Wie oft spritzt Ihr? Wie oft darf das Vieh auf die Weide? Wie stellt Ihr Trocken? Macht Ihr mit beim Gentechnikfreien-Landkreis?
    Und dann schaue ich mir natürlich gerne die Ställe an. Wer behauptet, Kühe in Anbindehaltung seien glücklich der hat bei mir schon verloren. Wenn mir jemand sagt er würde gerne einen Laufstall für seine Tier bauen, hat aber nicht das Geld dazu, den nehme ich schon ernster.
    Ich weiss, dass Nicht-Landwirten oftmals versucht wird einen absoluten Blödsinn zu erzählen.
    Verlass Dich zusätzlich auf Dein Bauchgefühl.

    Was ich selbst überhaupt nicht leiden kann ist oberlehrerhafte Klugscheisserei auf unserem Betrieb.


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